Gesundheitswelt der AOK Sachsen-Anhalt

Die Lunge – Motor der Atmung

Eine Frau konzentriert sich bewusst auf ihre Atmung

So bleibt Ihre Lunge gesund

Die Lunge ist das zentrale Organ unserer Atmung. Sie arbeitet ununterbrochen und bewegt täglich mehr als 10.000 Liter Luft. Dabei nimmt sie lebenswichtigen Sauerstoff aus der Atemluft auf und gibt gleichzeitig Kohlendioxid wieder ab. So versorgt sie das Blut mit Sauerstoff, der über den Kreislauf in alle Körperzellen gelangt. Wenn die Lunge nicht richtig funktioniert, kann sich das unter anderem durch Atemnot oder Schmerzen im oberen Rücken bemerkbar machen.

In unserem Beitrag erfahren Sie mehr über den Aufbau und die Funktion der Lunge, häufige Erkrankungen sowie Tipps für eine langfristig gesunde Lunge.

Wussten Sie schon, dass...

  • eine gesunde Lunge circa 300 Millionen Lungenbläschen enthält?
  • wir Sie bei vielen wichtigen Vorsorgeuntersuchungen unterstützen?
  • bereits ab dem 26. Schwangerschaftstag die Lunge beim Embryo angelegt wird?
Ein Arzt erklärt einer Patientin den Aufbau der Lunge

Wie funktioniert die Lunge?

Die Lunge ist ein lebenswichtiges Atmungsorgan und liegt gut geschützt im Brustkorb, umgeben von den Rippen. Von außen ist sie mit dem sogenannten Lungenfell überzogen, das ihre Beweglichkeit beim Atmen ermöglicht. Die Lunge besteht aus zwei Lungenflügeln, wobei der rechte Flügel in drei und der linke Flügel in zwei Lungenlappen unterteilt ist.

In der Lunge verlaufen zwei wichtige Kreisläufe:

  • Der Bronchialkreislauf versorgt das Lungengewebe selbst mit Sauerstoff und Nährstoffen.
  • Der Pulmonalkreislauf ist für den Gasaustausch zwischen Atemluft und Blut verantwortlich.

Die eingeatmete Luft gelangt über die Luftröhre zu den Hauptbronchien, die sich jeweils in die beiden Lungenflügel verzweigen. Von dort teilen sich die Bronchien in immer feinere Äste, bis sie schließlich in winzigen Lungenbläschen, den Alveolen, enden.

Hier findet der wichtigste Prozess der Atmung statt: der Gasaustausch. Über die dünnen Wände der Alveolen gelangt Sauerstoff aus der Atemluft in unser Blut. Das Herz pumpt dieses sauerstoffreiche Blut anschließend durch den Körper. Gleichzeitig geben die Körperzellen das Abfallprodukt Kohlendioxid an das Blut ab, das es zur Lunge transportiert. Beim Ausatmen wird das Kohlendioxid schließlich wieder ausgeschieden.

Eine Frau leidet an einer Lungenkrankheit

Wenn die Atmung schwerfällt: Krankheiten der Lunge 

Unsere Lunge ist tagtäglich zahlreichen Belastungen ausgesetzt, von Krankheitserregern bis hin zu Schadstoffen in der Luft. Wenn die Atmung schwerfällt, können verschiedene Erkrankungen dahinterstecken. 

Viele Lungenerkrankungen machen sich durch Atemgeräusche wie Rasseln oder Pfeifen bemerkbar und äußern sich in Symptomen wie Husten, Atemnot oder Schmerzen im Brustbereich.

Neben akuten Infektionen wie einer Bronchitis oder Keuchhusten, die auch die unteren Atemwege betreffen können, gibt es berufsbedingte Lungenerkrankungen. Diese entstehen durch das Einatmen von Schadstoffen, Dämpfen oder Gasen, etwa bei einer Staublunge oder berufsbedingtem Asthma. Darüber hinaus existieren zahlreiche chronische oder erblich bedingte Lungenerkrankungen, die häufig langfristige Behandlungen erfordern.

Die häufigsten Lungenkrankheiten

  • Chronisch obstruktive Lungenerkrankungen (COPD)

    Die Hauptursache für eine COPD ist Rauchen. Typische Anzeichen sind anhaltender Husten, Atemnot und Auswurf. Durch eine dauerhafte Verengung der Atemwege wird die Atmung zunehmend erschwert.

  • Lungenentzündung (Pneumonie)

    Ausgelöst wird sie meist durch Pneumokokken, aber auch durch RS-Viren, Mykoplasmen, Influenza-Viren oder Legionellen. Typische Symptome sind erkältungsartige Beschwerden, wie Husten, eitriger Auswurf oder Atemnot.

  • Lungenemphysem 

    Hierbei verschmelzen die feinen Lungenbläschen (Alveolen) zu größeren Blasen, wodurch sich Luft staut und der Gasaustausch erheblich gestört wird. Typische Anzeichen sind unter anderem Kurzatmigkeit unter Belastung, bläulich verfärbte Lippen und Finger, Schlappheit und Müdigkeitsgefühl.

  • Lungenödem

    Bein einem Lungenödem tritt Blutplasma in das Lungengewebe oder die Lungenbläschen über. Häufige Ursachen sind Herz- oder Nierenerkrankungen, Vergiftungen oder Sauerstoffmangel in der Höhe. Ein Lungenödem zeigt sich unter anderem durch anfallsartigen Husten, schaumigen Auswurf sowie eine schnelle, flache Atmung und Herzschlag.

  • Sarkoidose (Morbus Boeck)

    Diese entzündliche Erkrankung tritt meist zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr auf und betrifft häufiger Frauen. Die Sarkoidose äußert sich durch vielfältige Symptome wie Reizhusten, Kurzatmigkeit unter Belastung, Gelenkschmerzen, Hautrötungen, Fieber, Müdigkeit, Gewichtsabnahme und Nachtschweiß.

  • Lungenfibrose

    Durch eine chronische Entzündung kommt es zu einer übermäßigen Bildung von Bindegewebe in der Lunge, die sogenannte Fibrosierung. Die Lunge verliert an Dehnbarkeit, wodurch die Sauerstoffaufnahme beeinträchtigt wird. Typisch ist eine verschlechterte Lungenfunktion, Reizhusten oder Luftnot.

  • Mukoviszidose

    Eine erblich bedingte Stoffwechselerkrankung, bei der zäher Schleim die Atemwege verstopft. Mukoviszidose zeigt sich durch anhaltenden chronischen Husten, erhöhte Schleimproduktion, pfeifende Atemgeräusche und häufige Lungenentzündungen.

  • Lungenkrebs (Bronchialkarzinom oder Lungenkarzinom)

    Es gibt zwei Hauptformen: nicht-kleinzelliger – und kleinzelliger Lungenkrebs. Da Lungenkrebs oft spät erkannt wird, treten Symptome meist erst im fortgeschrittenen Stadium auf. Typische Anzeichen können Atemnot, anhaltender und zunehmender Husten, Gewichtsverlust, schleimiger Auswurf sowie Schwäche und Müdigkeit sein.

  • Tuberkulose (Tbc, TB, „Schwindsucht“)

    Verursacht wird Tuberkulose durch Tuberkulose-Bakterien, die per Tröpfcheninfektion übertragen werden. Risikofaktoren sind unter anderem Rauchen sowie ein geschwächtes Immunsystem, zum Beispiel durch HIV oder Diabetes mellitus. Eine Tuberkulose zeigt sich durch Husten, leichtes Fieber oder auch Gewichtsverlust.

Diagnose von Lungenerkrankungen 

Um Lungenerkrankungen zuverlässig zu erkennen und gezielt zu behandeln, stehen verschiedene Untersuchungsmethoden zur Verfügung. 

Spezielle Röntgenverfahren 

Zu den wichtigsten bildgebenden Methoden gehören der Röntgenthorax, die Thorax-Computertomografie und der Lungenultraschall. Ein Röntgenthorax liefert eine erste Übersicht über die Struktur der Lunge und kann Entzündungen, Flüssigkeitsansammlungen oder Tumore sichtbar machen.

Die Thorax-CT bietet eine detaillierte Darstellung des Lungengewebes und Atemwege. Besonders die Niedrigdosis-Computertomografie wird zur Früherkennung von Lungenkrebs eingesetzt, da sie mit geringer Strahlenbelastung arbeitet. Der Lungenultraschall kommt vor allem bei Pleuraergüssen, Pneumothorax oder bestimmten Infektionen zum Einsatz. Seine Anwendung ist jedoch aufgrund der luftgefüllten Lunge eher eingeschränkt möglich.

Eine Ärztin überprüft die Lungenfunktion eines Patienten

Bronchoskopie

Bei Verdacht auf Lungenkrebs oder andere strukturelle Veränderungen der Atemwege wird häufig eine Bronchoskopie durchgeführt. Dabei wird ein dünnes, flexibles Instrument über Mund oder Nase in die Luftröhre eingeführt, um die Bronchien und ihre Verzweigungen direkt zu betrachten. 

Lungenfunktionsmessung 

Zur Beurteilung der Leistungsfähigkeit der Lunge dient die Lungenfunktionsmessung. Sie misst das Lungenvolumen und die Atemkraft und kann Hinweise auf Erkrankungen wie Asthma oder COPD geben. Ergänzend lässt sich die Diffusionskapazität bestimmen, also wie gut Gase aus der Lunge ins Blut übertreten.

Blutuntersuchung

Auch unser Blut liefert wichtige Hinweise auf Lungenerkrankungen. Durch die Analyse von Blutbild, Entzündungsparametern, Blutgaswerten und Stoffmarkern können Entzündungen, Sauerstoffmangel oder Stoffwechselstörungen erkannt werden.

So bleibt Ihre Lunge fit

Eine gesunde Lunge ist entscheidend für Leistungsfähigkeit, Wohlbefinden und Lebensqualität. Mit einem bewussten Lebensstil und gezielten Übungen können Sie aktiv dazu beitragen, Ihre Lunge langfristig gesund zu halten.

Fahrradfahren stärkt die Funktion der Lunge

Gesunder Lebensstil

Ein aktiver und gesunder Lebensstil unterstützt die Lungenfunktion nachhaltig. Regelmäßige Bewegung und Ausdauertraining, etwa durch Spaziergänge, Radfahren, Schwimmen oder leichtes Joggen, fördern die Durchblutung und stärken die Atemmuskulatur. Eine ausgewogene Ernährung hilft, Übergewicht zu vermeiden, welches die Atmung zusätzlich belasten kann.

Auch der Verzicht auf toxische Stoffe wie Drogen oder Alkohol ist wichtig. Stressmanagement, ausreichend Schlaf und bewusste Erholung tragen ebenfalls dazu bei, das Immunsystem und die Atemwege zu stärken. Zusätzlich kann gezieltes Lungentraining helfen, die Atmung zu verbessern. Übungen wie Dehn- und Streckübungen, die Nasenstenose oder das Pusten eines Taschentuchs kräftigen die Atemmuskeln und erhöhen das Lungenvolumen.

Übrigens: Wir bezuschussen jährlich zwei Gesundheitskurse oder einen Kombinationskurs im Rahmen der Stressreduktion, Meditation und regelmäßiger Bewegung.

Rauchentwöhnung 

Einer der wichtigsten Schritte für gesunde Lungen ist der Verzicht auf Tabakprodukte. Beim Inhalieren des Rauches gelangen über 5.300 Substanzen in die Lunge, von denen viele gesundheitsschädlich oder krebserregend sind.

Die Folgen des Rauchens sind vielfältig:

  • Teer lagert sich in den Atemwegen ab und zerstört die Flimmerhärchen, die für den Schleimtransport zuständig sind.
  • Kohlenmonoxid verdrängt Sauerstoff im Blut und mindert so die Sauerstoffversorgung des Körpers.
  • Feinstaub und Schwermetalle fördern Entzündungen und Zellschäden.
  • Nitrosamine und Benzpyren gelten als krebserregend.

Darüber hinaus führt Rauchen zu einer beschleunigten Atmung, einem erhöhten Herzschlag und kann Bluthochdruck sowie Blutgerinnsel begünstigen. Langfristig entwickelt sich häufig der typische Raucherhusten, der auf dauerhafte Schäden an den Atemwegen hinweist.

Gut zu wissen: Wir stehen Ihnen bei Ihrem Vorhaben zur Seite und gehen den Weg zu einem rauchfreien Leben gemeinsam mit Ihnen.

Die Lunge eines Patienten wird im Rahmen eines Check-Ups untersucht

Regelmäßige Check-ups

Wir übernehmen die Kosten für den Gesundheitscheck ab 35 Jahren Sie können den Check-up ab Ihrem 35. Geburtstag alle drei Jahre in Anspruch nehmen. Zwischen 18 und 34 Jahren übernehmen wir den Check-up einmalig.

Ab sofort können Sie auch den Check-up Plus mit einem Gutschein in Ihrer behandelnden Hausarztpraxis nutzen. Voraussetzung ist, dass Sie im AOK-Hausarztprogramm eingeschrieben sind. 

  • Impfvorsorge 

    Wir übernehmen eine Vielzahl an Impfungen im Rahmen der Grundimmunisierung.  

    Impfung gegen Keuchhusten
    Die AOK Sachsen-Anhalt übernimmt Kosten für die Impfung gegen Keuchhusten. Wir zahlen dafür die Grundimmunisierung und Auffrischimpfungen Ihres Kindes. Außerdem übernehmen wir die Auffrischimpfung für Erwachsene.

    Grippeschutzimpfung
    Wir übernehmen die Kosten für die jährliche Grippeschutzimpfung. Um die Abrechnung kümmert sich Ihre Hausarztpraxis. Sie brauchen nur Ihre Versichertenkarte der AOK Sachsen-Anhalt vorzeigen.

    Impfung gegen RS-Virus
    Wir übernehmen die Kosten für die RSV-Impfung bei Erwachsene ab 75 Jahren. Für Kinder gibt es eine Immunisierung im Säuglingsalter. Um die Abrechnung kümmert sich die Hausarzt- bzw. Kinderarztpraxis. Sie brauchen nur Ihre AOK-Versichertenkarte, bzw. die Ihres Kindes.

    Impfung gegen Hib
    Die AOK Sachsen-Anhalt übernimmt die Kosten für die Impfung Ihres Kindes gegen Haemophilus influenzae Typ b, kurz: Hib. Um die Abrechnung kümmert sich die Arztpraxis. Sie brauchen nur die AOK-Versichertenkarte Ihres Kindes.

    Impfung gegen Pneumokokken
    Wir übernehmen die Impfung gegen Pneumokokken im Rahmen der Grundimmunisierung Ihres Kindes. Im Erwachsenenalter übernehmen wir die Pneumokokken-Impfung für alle gesunden Versicherten über 60 Jahre und für Menschen mit bestimmten Grunderkrankungen. Um die Abrechnung kümmert sich die Arztpraxis. Sie brauchen nur Ihre AOK-Versichertenkarte, beziehungsweise die Ihres Kindes.

Disease- Management Programme 

Wir unterstützen Erkrankte mit unseren Disease-Management Programmen für COPD und Asthma bronchiale. Sie stellen sicher, dass Erkrankte regelmäßig untersucht und optimal mit Medikamenten eingestellt werden und bei Bedarf individuelle Therapien erhalten.

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