Eine etwa 30-jährige Frau und ein etwa 30-jähriger Mann machen Liegestütze auf einem Gerüst im Park.
Gesundheitswelt der AOK Sachsen-AnhaltMagnesiummangel

Ursachen und Symptome von Magnesiummangel

Ob für Muskeln, Nerven, Herz, Knochen, Zähne oder den Stoffwechsel – Magnesium ist unverzichtbar. Wir nehmen das Element über die Nahrung auf, denn unser Körper kann es nicht selbst herstellen. Wie viel Magnesium braucht unser Körper für die vielen Funktionen und Vorgänge? Was passiert, wenn wir nicht genug Magnesium aufnehmen? An welchen Symptomen erkennen wir Magnesiummangel? Diese und weitere wichtige Fragen beantworten wir in unserem Beitrag zum Magnesiummangel. Außerdem finden Sie zusätzliche wertvolle Informationen rund um Magnesium in einer gesunden Ernährung und den Magnesiumbedarf in der Schwangerschaft.

Wussten Sie schon, dass …

  • Magnesium lebenswichtig ist?
  • Sie Ihren Bedarf an Magnesium durch eine ausgewogene Ernährung decken?
  • Magnesiummangel oft sehr spät erkannt wird?

Magnesiummangel feststellen

Magnesiummangel kann auf zwei Wegen entstehen: Entweder nehmen wir zu wenig von dem wertvollen Stoff auf oder wir scheiden zu viel davon aus, zum Beispiel durch Schweiß, Urin oder Stuhl. In manchen Fällen kommt auch beides vor: eine zu hohe Ausscheidung verbunden mit der zu geringen Aufnahme von Magnesium. Die Gründe dafür sind wiederum sehr vielfältig.

Gründe für die zu geringe Aufnahme von Magnesium

  • einseitige Ernährung, Mangelernährung oder Essstörungen
  • erhöhter Magnesiumbedarf, zum Beispiel durch Sport, Stress, Schwangerschaft
  • Erkrankungen, unter anderem Alkoholismus, Entzündung der Bauchspeicheldrüse, chronisch-entzündliche Darmerkrankungen wie Morbus Crohn, Zöliakie oder Darmoperationen, langanhaltender Durchfall und häufiges Erbrechen, Verbrennungen, chronische Nierenerkrankungen, Diabetes mellitus, Unter- oder Überfunktion der Nebenschilddrüse, Schilddrüsenüberfunktion 
  • Medikamente wie zum Beispiel Antibiotika

Gründe für die hohe Ausscheidung von Magnesium

In der Regel verfügt unser Körper über Mechanismen, die verhindern, dass zu viel Magnesium ausgeschieden wird. Diese Mechanismen funktionieren bei den meisten Menschen auch so gut, dass eine besondere körperliche Einschränkung nicht der Grund für die hohe Ausscheidung ist. Die Gründe können folgende sein:

  • Diabetes: Aufgrund der veränderten Nierenfunktion kann sich auch die Ausscheidung von Magnesium erhöhen.
  • Sport: Wer richtig viel Sport treibt, schwitzt auch viel und scheidet auf diesem Weg Magnesium aus. Hinzu kommt, dass zugleich der Bedarf wegen des aktiveren Energiestoffwechsels höher ist als bei Menschen, die moderat Sport treiben.
  • Medikamente: Entwässerungs- und Abführmittel erhöhen auch die Ausscheidung von Magnesium zum Beispiel über Urin oder Stuhlgang.

Da die Ursachen sehr vielfältig sind, ist auch bei den Symptomen für Magnesiummangel eine große Bandbreite möglich. 

 

Zu den wichtigsten Anzeichen zählen:

  • Krämpfe der Waden- und/oder Kaumuskulatur bzw. Muskelzuckungen allgemein
  • Herzrhythmusstörungen, Herzklopfen und Herzrasen, Vorhofflimmern
  • unspezifische Beschwerden wie Abgeschlagenheit, Müdigkeit, innere Unruhe, Reizbarkeit
  • Kopfschmerzen
  • Schwindel
  • Verdauungsbeschwerden wie Durchfall, Verstopfung oder beides im Wechsel
  • depressive Verstimmungen
  • Taubheitsgefühle an Händen und Füßen
  • Durchblutungsstörungen

 

Dabei ist keine dieser Beschwerden ein eindeutiges Anzeichen für Magnesiummangel. 

Denn gleiche und ähnliche Einschränkungen treten auch in Zusammenhang mit ganz anderen körperlichen oder seelischen Schwierigkeiten auf. Deshalb ist ärztliche Hilfe immer der beste Weg für Sie, wenn Sie den Verdacht haben, dass Ihnen möglicherweise Magnesium fehlt. Nur so können Sie möglichen Symptomen auf den Grund gehen.

Diagnose und Therapie bei Magnesiummangel

Magnesiummangel wird anhand einer Blutuntersuchung oder anhand einer Urinprobe diagnostiziert. Für Erwachsene gilt ein Normwert von Magnesium im Blut, der bei 0,75 bis 1,06 Millimol pro Liter liegt. Ist der Wert bei einer entsprechenden Untersuchung geringer, so ist das ein Zeichen für Magnesiummangel. Um dann die Tragweite des Mangels zu erkennen und zu behandeln, ist es wichtig, zwei Dinge zu beachten: Zum einen kann eine Laboranalyse Ihres Bluts oder Ihres Urins Magnesiummangel erst sehr spät nachweisen – oft bleibt er deshalb unbemerkt. Denn Magnesiummangel zeigt sich erst dann in den Blut- und Urinwerten, wenn der Magnesiumspiegel schon weit gesunken ist. Zum anderen sind die körperlichen und seelischen Symptome wiederum viel zeitiger vorhanden und natürlich individuell ausgeprägt.

Das ärztliche Fachpersonal wird daher ein sehr gründliches Anamnesegespräch mit Ihnen führen, um den Mangel zu diagnostizieren und festzustellen, wie stark dieser Mangel ist. Darauf aufbauend wird die Behandlung empfohlen: Bei leichtem Magnesiummangel ist die Ernährung der erste Ansatzpunkt, um zu helfen. Bei schwerem Magnesiummangel wird das lebenswichtige Mineral medikamentös zugeführt – natürlich immer nur auf ärztliche Verschreibung und unter regelmäßiger Kontrolle, um einen Überschuss zu vermeiden. Denn Magnesiumüberschuss kommt zwar selten vor, entsteht jedoch unter anderem durch die exzessive Einnahme von Magnesiumpräparaten. Anderenfalls liegt eine Nierenschwäche vor. Ein solcher Überschuss wird dann meist mit harntreibenden Medikamenten behandelt, die die Ausscheidung von Magnesium begünstigen.

Magnesiumbedarf – wer braucht wie viel

Der Tagesbedarf an Magnesium hängt von verschiedenen Faktoren ab. Je nachdem ob Kind oder erwachsen, ob sportreibend oder schwanger. Zudem ist es unterschiedlich, wie viel von dem mit der Ernährung aufgenommenen Magnesium tatsächlich auch von Ihrem Körper resorbiert wird. Dabei spielt der Versorgungszustand des Körpers eine Rolle und auch die dem Körper angebotene Menge und Zusammensetzung. Das heißt, in welcher Form und zusammen mit welchen weiteren Nahrungsbestandteilen Magnesium zugeführt wird.

Als Faustregel gilt: Als gesunder Mensch können Sie mit einer ausgewogenen, gesunden Ernährung den Tagesbedarf gut decken. Zwei Portionen Obst, drei Portionen Gemüse und dazu viel Vollkorn decken Ihren Bedarf wunderbar. Welche Lebensmittel im einzelnen gute Magnesiumlieferanten sind, haben wir für Sie im Beitrag über Magnesium und Ernährung zusammengestellt.

  • Magnesiumbedarf bei erwachsenen Frauen und Männern
    • Erwachsene Männer haben einen Magnesiumbedarf von 400 Milligramm am Tag.
    • Der durchschnittliche Tagesbedarf erwachsener Frauen liegt bei 300 Milligramm Magnesium.
    • Sofern eine Schwangerschaft vorliegt oder Sie stillen, ist dieser Bedarf etwas erhöht und liegt bei 310 bis 350 Milligramm. Was Sie dann beachten sollten, lesen Sie im Beitrag Magnesium in der Schwangerschaft.

     

    Für die Frauengesundheit gibt es einige weitere besondere Momente, in denen Magnesium sehr wichtig ist:

    • In den Wechseljahren unterstützt Magnesium durch seine wichtigen Funktionen Ihren Körper dabei, die Umstellung gut zu meistern.
    • Bei PMS kann Magnesium zu einer Linderung der Symptome beitragen. Hingegen ist eine erleichternde Wirkung von Magnesium bei Regelschmerzen während der Menstruation nicht erwiesen.
    • Magnesiumbedarf bei Kindern

      Der Bedarf an Magnesium ist bei Kindern alters- und entwicklungsabhängig.

      • bei Säuglingen bis zu einem Jahr bewegt er sich zwischen 24 und 60 Milligramm 
      • ab 1 bis 4 Jahren: 80 Milligramm
      • ab 4 bis 7 Jahren: 120 Milligramm
      • ab 7 bis 10 Jahren: 170 Milligramm
      • ab 10 bis 13 Jahren: 230 bis 250 Milligramm
      • ab 13 bis 15 Jahren: 310 Milligramm
      • ab 15 Jahren gelten die gleichen Richtwerte für Magnesium wie bei Erwachsenen

       

      Übrigens kann es Magnesiummangel auch schon bei ganz kleinen Kindern ab dem Säuglingsalter geben.

      • Symptome für Magnesiummangel bei kleinen Kindern: Entwicklungsstörungen, erhöhte Infektanfälligkeit, gegebenenfalls Krampfanfälle
      • Symptome für Magnesiummangel bei älteren Kindern: Müdigkeit und Konzentrationsschwäche; bei Mädchen kann die Menstruation verspätet einsetzen oder mit besonders starken, krampfartigen Schmerzen einhergehen
      • Magnesium für Menschen, die sehr viel Sport machen

        Je nach Art und Beanspruchung kann der Magnesiumbedarf bei Menschen, die extrem viel oder auch professionell Sport treiben, um das bis zu Dreifache höher liegen. Wichtig ist: Wer in normalem Rahmen zwei- bis dreimal pro Woche Sport treibt, kommt mit ausgewogener Ernährung gut hin. Wer sportlich darüber hinaus geht, sollte in ärztlicher Rücksprache klären, wie viel zusätzliches Magnesium empfohlen wird.

        Ein etwa 60-jähriges Paar geht im Sonnenlicht über eine Wiese spazieren.
        Ein sportlicher etwa 35-jähriger Mann dehnt seine Arme im Park und hört dabei Musik.
        Ein etwa 3-jähriges Mädchen sitzt mit einem Teller am Tisch und streckt die Zunge raus.

        Allheilmittel Magnesium – was ist erwiesen und was nicht?

        Viele Menschen bringen eine wohltuende Wirkung von Magnesium mit sehr unterschiedlichen Krankheitsbildern und Beschwerden in Verbindung. Wichtig ist, genau hinzuschauen, was wirklich erwiesen ist und was nicht. Wir haben für Sie nachgesehen.

        Magnesium bei …Hilft es oder nicht?
        BluthochdruckJa, es gibt Studien, die belegen, dass Magnesium zur Senkung erhöhten Blutdrucks beitragen kann.
        ErkältungBei einer starken Erkältung oder Grippe verbraucht der Körper seine Magnesiumvorräte schneller. Magnesium heilt also nicht die Erkältung, es sollte jedoch in ausreichender Menge zugeführt werden, damit Ihr Körper genügend von dem wichtigen Stoff hat. So steht dem Genesungsprozess nicht zusätzlich auch ein Mangel an Magnesium im Weg.
        GelenkschmerzenGelenkschmerzen sind ein Symptom, das verschiedene Ursachen haben kann. Ob Magnesium Abhilfe schafft, kann nur im individuellen Fall mit ärztlicher Beratung entschieden werden.
        HerzrhythmusstörungenMagnesium ist gut für das Herz und den Herzschlag. Deshalb lassen Betroffene ihren Magnesiumspiegel regelmäßig untersuchen. Das gilt übrigens auch für Kalium und dessen Gehalt im Blut der Betroffenen.
        KrämpfenOft ist unklar, wie Krämpfe ausgelöst werden und die Ursachen sind sehr vielfältig. Dass Magnesium bei Krämpfen nachweislich hilft und Krämpfe weniger häufig oder weniger intensiv auftreten, ist wissenschaftlich nicht belegt.
        Muskelkater, Muskelschmerzen, MuskelverspannungenHier gilt das Gleiche wie bei Krämpfen: Ursachen können vielfältig sein und eine Therapie mit Magnesium ist keine erwiesene Hilfe.
        Migräne, Kopfschmerzen, KopfwehEs gibt nur Vermutungen darüber, dass Magnesium günstig ist, um Kopfschmerzen bis hin zu Migräne vorzubeugen. Ein Schmerzmittel ist Magnesium nicht und seine Wirksamkeit in der Akutbehandlung ist nicht erwiesen.
        MüdigkeitMagnesium kann bei Müdigkeit helfen – vorausgesetzt, die Müdigkeit ist eine Folge von Magnesiummangel.
        schlechtem SchlafMagnesium hat durchaus eine regulierende Wirkung auf den Schlaf. Bei Schlafstörungen sollte – wie bei anderen Symptomen auch – immer ärztlich abgeklärt werden, welche Ursachen sie haben.
        RückenschmerzenAuch hier kommt es auf die Ursache an. Sind Verspannungen der Grund für die Rückenschmerzen, kann es sein, dass Magnesium hilft. Andere Ursachen wie Stress, Bewegungsmangel oder auch Fehlhaltungen können ebenso denkbar sein. Auch hier ist der Besuch einer ärztlichen Praxis sinnvoll.
        TinnitusMagnesiummangel wird als eine Mitursache für die Entstehung eines Tinnitus gesehen. Zwar fehlen derzeit noch aussagekräftige klinische Studien, dennoch wird das Spurenelement häufig therapiebegleitend eingesetzt.
        UnterleibsschmerzenHandelt es sich um PMS-Symptome, kann Magnesium zu einer Linderung beitragen. Bei akuten Regelschmerzen ist es nicht hilfreich.
        VerstopfungMagnesium kann bei Verstopfung helfen. Hier kommt es auf die Art des Magnesiums an, denn nur bestimmte Magnesiumverbindungen wirken auf die Darmfunktion.
        trockener HautTrockene Haut kann unter Umständen ein Symptom für Mineralmangel sein. Wir empfehlen in einem solchen Fall hautärztliche Beratung.
        HaarausfallMineralstoffe können generell dafür sorgen, dass die Haare sich gut fühlen und auf gesunde Weise wachsen und zu ihnen gehört auch Magnesium. Die Ursachen von Haarausfall können jedoch auch sehr verschieden sein und sollten ärztlich abgeklärt werden.

        Möchten Sie weiter zum Thema Magnesium lesen? Wir haben interessante Informationen für Sie:

        Eine etwa 30-jährige Schwangere frühstückt zusammen mit ihrem Mann und ihrem etwa 1-jährigen Kind.

        Magnesium in der Schwangerschaft: 

        Wie Sie Ihren Mehrbedarf decken, wenn Sie schwanger sind und ob Magnesiumpräparate sinnvoll sind.

         

        Eine etwa 30-jährige Frau sitzt auf dem Sofa und isst Müsli.

        Magnesium in der Ernährung: 

        Dieser Beitrag konzentriert sich auf die Lebensmittel, die besonders viel Magnesium liefern und Sie gesund erhalten.

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