Gesundheitswelt der AOK Sachsen-Anhalt

Magnesiummangel

Eine etwa 30-jährige Frau und ein etwa 30-jähriger Mann machen Liegestütze auf einem Gerüst im Park.

Ursachen und Symptome von Magnesiummangel

Magnesium ist ein essenzieller Mineralstoff, den der Körper für zahlreiche Funktionen benötigt. Was passiert, wenn Sie zu wenig davon aufnehmen oder verlieren? Es ist an über 300 enzymatischen Reaktionen im Körper beteiligt, unter anderem an Prozessen der Muskel- und Nervenfunktion, der Proteinsynthese und des Energiestoffwechsels. 
Der menschliche Körper kann Magnesium nicht selbst herstellen und ist auf die Zufuhr über die Nahrung angewiesen. Liegt ein Mangel vor, machen sich Symptome wie Muskelschwäche, Krämpfe, Müdigkeit und Herzrhythmusstörungen bemerkbar. Wichtig ist: Viele Beschwerden, die mit Magnesiummangel in Verbindung gebracht werden, sind unspezifisch und können auch andere Ursachen haben. 
In diesem Artikel erfahren Sie, welche Symptome auf einen Magnesiummangel hinweisen können, welche Ursachen dahinterstecken und wie sich ein Mangel feststellen und behandeln lässt.
 

Wussten Sie schon, dass…

  • sich nur etwa 0,3 bis 1 Prozent des gesamten Magnesiums im Blut befinden?
  • magnesiumreiche Lebensmittel unter anderem Nüsse, Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte und Samen sind?
  • die AOK Sachsen-Anhalt Gesundheitskurse zum aktiven Abnehmen anbietet?

Was Magnesium im Körper macht 

Muskeln und Nerven
Magnesium trägt zur Funktion von Muskeln und Nervensystem bei. Außerdem spielt es eine wichtige Rolle bei der Muskelkontraktion und -entspannung, da es an der Reizübertragung zwischen Nerven und Muskeln beteiligt ist.
Energiehaushalt
Magnesium ist Cofaktor bei der ATP-Produktion, dem wichtigsten Energieträger der Zelle. Der Mineralstoff unterstützt den Stoffwechsel von Kohlenhydraten, Fetten und Proteinen zur Energiegewinnung. 
Herz und Kreislauf
Magnesium trägt zur normalen Funktion des Herzmuskels bei. Es reguliert die elektrische Aktivität des Herzens und hilft, den Herzrhythmus stabil zu halten.

Symptome bei Magnesiummangel

Eine ältere Frau sitzt auf dem Sofa und fasst sich an die Kniekehle.

Symptome treten meist nur bei einem gravierenden Mangel auf. Beschwerden müssen bei einem leichten Magnesiummangel nicht auftreten. Viele Anzeichen für einen Mangel sind unspezifisch und können auch andere Ursachen haben. 

Liegt ein ausgeprägter Magnesiummangel vor, können unter anderem folgende Symptome auftreten:

  • Muskelschwäche
  • Muskelzittern und Muskelzuckungen
  • Muskelkrämpfe
  • Müdigkeit und Schwächegefühl
  • Appetitlosigkeit
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Taubheits- oder Kribbelgefühle

In schweren Fällen treten Herzrhythmusstörungen auf und in sehr schweren Fällen kommt es zu Krampfanfällen.

Ursachen: Warum entsteht ein Mangel?

  • Ernährung

    Eine dauerhaft sehr einseitige Ernährung kann dazu führen, dass zu wenig Magnesium aufgenommen wird. Bei einem ausgeprägten Magnesiummangel können jedoch auch Erkrankungen, Medikamente oder erhöhte Magnesiumverluste eine Rolle spielen.

  • Erkrankungen

    Chronische Magen-Darm-Erkrankungen schränken die Aufnahme von Magnesium ein. Auch bestimmte Nierenerkrankungen können die Magnesiumausscheidung verändern und dadurch einen Magnesiummangel begünstigen. Bei einer stark eingeschränkten Nierenfunktion kann Magnesium dagegen auch im Körper zurückgehalten werden. Bei Diabetes kann es insbesondere bei einer schlechten Blutzuckereinstellung zu erhöhten Magnesiumverlusten über den Urin kommen.

  • Medikamente

    Magnesiummangel kann durch bestimmte Entwässerungsmittel (Diuretika) sowie die langfristige Einnahme bestimmter Protonenpumpenhemmer (PPI) begünstigt werden. Weitere Medikamente können die Magnesiumausscheidung erhöhen.

Diagnose: Wie lässt sich Magnesiummangel feststellen?

Zur Abklärung eines Magnesiummangels wird häufig der Magnesiumwert im Blutserum bestimmt. Da sich jedoch nur ein kleiner Teil des gesamten Körpermagnesiums im Blut befindet, lässt sich der Magnesiumstatus allein anhand dieses Werts nicht in jeder Situation vollständig beurteilen. Etwa 0,3 bis 1 Prozent des gesamten Magnesiums befinden sich im Blut. Der Großteil ist in Knochen und anderen Geweben gespeichert. Ein normaler Serumwert schließt einen Magnesiummangel daher nicht in jedem Fall sicher aus.

Die Beurteilung erfolgt im Zusammenhang mit Beschwerden, Vorerkrankungen, Ernährung, Medikamenten und weiteren Laborwerten. Weitere Untersuchungen, wie der Nachweis von Magnesium im Urin, können zusätzliche Aufschlüsse geben.

Tagesbedarf an Magnesium

Der Tagesbedarf an Magnesium hängt von verschiedenen Faktoren ab. Je nachdem ob Kind oder erwachsen, ob sportreibend oder schwanger. Zudem ist es unterschiedlich, wie viel von dem mit der Ernährung aufgenommenen Magnesium tatsächlich auch von Ihrem Körper resorbiert wird. Dabei spielt der Versorgungszustand des Körpers eine Rolle und auch die dem Körper angebotene Menge und Zusammensetzung. Das heißt, in welcher Form und zusammen mit welchen weiteren Nahrungsbestandteilen Magnesium zugeführt wird.

Magnesium, Calcium und Kalium

Magnesium steht im engen Zusammenhang mit dem Calcium- und Kaliumhaushalt. Ein ausgeprägter Magnesiummangel kann daher mit einem Calcium- oder auch Kaliummangel einhergehen und die Behandlung erschweren.

Behandlung und Prävention

Eine junge Frau isst eine Schüssel Joghurt mit Haferflakes

Eine abwechslungsreiche Ernährung kann bei gesunden Menschen normalerweise ausreichend Magnesium liefern. Integrieren Sie magnesiumreiche Lebensmittel regelmäßig in Ihren Speiseplan. Dazu gehören:

  • Nüsse wie Mandeln, Cashews und Haselnüsse
  • Samen und Kerne, insbesondere Kürbis- und Sonnenblumenkerne
  • Vollkornprodukte wie Haferflocken und Vollkornbrot
  • Hülsenfrüchte wie Linsen und Bohnen
  • grünes Gemüse wie Spinat
  • magnesiumreiches Mineralwasser
  • Kakao oder dunkle Schokolade

Mehr zu Magnesium in der Ernährung lesen Sie in unserem Beitrag zum Thema.

  • Nehmen Sie Supplemente nur bei Bedarf ein
    Bei einem nachgewiesenen Magnesiummangel können Magnesiumpräparate eingesetzt werden. Ob eine Supplementierung sinnvoll ist, hängt von der Ursache und der individuellen Situation ab. Besprechen Sie die Einnahme im Zweifel mit Ihrem Arzt.
  • Achten Sie unbedingt auf die Dosierung
    Eine zu hohe Magnesiumzufuhr über Supplemente kann zu Durchfall, Übelkeit und Magenbeschwerden führen. In seltenen Fällen und bei einer stark eingeschränkten Nierenfunktion kann sich Magnesium im Körper anreichern. Dadurch kann es insbesondere bei einer zusätzlichen Einnahme von Magnesiumpräparaten zu einer Hypermagnesiämie kommen.

FAQ rund um Magnesium

  • Wie schnell wirkt Magnesium?

    Wie schnell Magnesium wirkt, hängt davon ab, warum es eingenommen wird und ob tatsächlich ein Magnesiummangel vorliegt. Bei einem nachgewiesenen Mangel kann sich der Magnesiumspiegel durch eine gezielte Behandlung wieder normalisieren. Wie schnell Beschwerden zurückgehen, ist individuell unterschiedlich. Für alltägliche Muskelkrämpfe lässt sich keine allgemeingültige Wirkungsdauer angeben. Bei schweren akuten Mangelzuständen kann Magnesium unter medizinischer Überwachung auch intravenös verabreicht werden.

  • Kann ich Magnesiummangel selbst testen?

    Einen zuverlässigen Selbsttest zur Diagnose eines Magnesiummangels gibt es nicht. Beschwerden wie Muskelkrämpfe oder Müdigkeit können viele verschiedene Ursachen haben. Haben Sie den Verdacht auf einen Mangel, ist eine medizinische Abklärung einschließlich einer Blutuntersuchung sinnvoll. Der Serum-Magnesiumwert hat zwar gewisse Einschränkungen, ist aber ein wichtiger Bestandteil der Diagnostik.

  • Hilft Magnesium immer bei Krämpfen?

    Magnesium kann bei Krämpfen durch Magnesiummangel helfen, aber nicht alle Muskelkrämpfe haben eine magnesiumbedingte Ursache. Andere Faktoren wie Durchblutungsstörungen, Elektrolytungleichgewichte oder neurologische Erkrankungen können ebenfalls Krämpfe auslösen. Bei anhaltenden oder starken Krämpfen ist eine ärztliche Abklärung sinnvoll.

  • Ist Magnesiummangel gefährlich?

    Ein gravierender Magnesiummangel kann ernste gesundheitliche Folgen haben wie Herzrhythmusstörungen oder Krampfanfälle. Ein leichter Mangel kann dagegen auch ohne Beschwerden auftreten. Bei Verdacht auf einen ausgeprägten Magnesiummangel sollte die Ursache ärztlich abgeklärt und der Mangel gezielt behandelt werden.

  • Welche Rolle spielt Magnesium bei Stress?

    Stress wird häufig mit einem erhöhten Magnesiumbedarf beziehungsweise Magnesiumverlust in Verbindung gebracht. Ein eindeutiger Zusammenhang ist jedoch nicht ausreichend belegt. Magnesium übernimmt wichtige Funktionen im Nervensystem. Die bisherigen Erkenntnisse belegen nicht, dass Magnesiumpräparate allgemein gegen Stress helfen.

  • Kann Magnesium bei Migräne helfen?

    Studien deuten darauf hin, dass Magnesium bei einigen Menschen zur Vorbeugung von Migräne beitragen kann. Die wissenschaftliche Evidenz ist jedoch begrenzt. Magnesium wird deshalb in einigen Leitlinien und Empfehlungen als mögliche Maßnahme zur Migräneprophylaxe genannt. Ob und in welcher Dosierung eine Einnahme sinnvoll ist, sollte individuell ärztlich abgeklärt werden.

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