Frau Mitte 60 sitzt im Herbst auf einer Parkbank und misst ihren Blutzuckerspiegel.
Gesundheitswelt der AOK Sachsen-AnhaltDiabetes

Leben mit Diabetes

Die Zuckerkrankheit oder Diabetes Mellitus ist eine der am weitesten verbreiteten Krankheiten in Deutschland. Sie tritt in verschiedenen Formen auf und begleitet Betroffene meist ihr ganzes Leben lang. Doch ist es mittlerweile sehr gut möglich, mit der Erkrankung ein wenig eingeschränktes Leben zu führen. Neue Methoden zum Messen des Blutzuckers machen den Alltag leichter. Wie die verschiedenen Messvariationen funktionieren und andere wichtige Informationen über das Leben mit Diabetes, erfahren Sie in diesem Artikel.

Wussten Sie schon, dass …

  • die AOK Sachsen-Anhalt die Kosten für Ihr Blutzuckermesssystem übernimmt?
  • es verschiedene Formen von Diabetes gibt?
  • wir Sie mit vielen Angeboten unterstützen, einen gesunden Lebensstil zu führen?

Diabetes in seinen verschiedenen Formen

Diabetes Mellitus bedeutet, dass im Körper eine Störung des Zuckerstoffwechsels vorliegt. Diese Störung führt dazu, dass der Blutzuckerspiegel bei Betroffenen dauerhaft erhöht ist. Wenn die Krankheit nicht behandelt wird, kann der erhöhte Blutzucker nachhaltig Organe und Gefäße schädigen. Die Krankheit kann entweder auf einem Insulinmangel oder einer Insulinresistenz beruhen. Das hängt davon ab, von welcher Form von Diabetes man betroffen ist.

  • Diabetes Typ 1

    Typ 1 gehört zu den Autoimmunkrankheiten. Das bedeutet die Betazellen, die Insulin herstellen, werden ganz normal im Körper produziert. Antikörper greifen sie aber an und zerstören sie. Als Ursache für diese Form von Diabetes gelten erbliche Veranlagungen. Betroffene müssen sich ihr ganzes Leben mit Insulin behandeln.

  • Diabetes Typ 2

    Bei Typ 2 liegt eine Störung der Körperzellen und der Betazellen vor. Die Körperzellen werden unempfindlich gegen Insulin und mit der Zeit entwickelt sich eine Insulinresistenz. Die Ursache für Diabetes Typ 2 ist oft ein ungesunder Lebensstil. Wenn es früh entdeckt wird, kann schon eine Lebensumstellung die Auswirkungen der Krankheit eindämmen.

  • Diabetes Typ 3

    Unter Typ 3 sind alle seltenen Formen von Diabetes zusammengefasst. Sie haben gemeinsam, dass sie durch Gendefekte ausgelöst werden. Hierzu gehört auch MODY, also maturity-onset-diabetes-of-the-young: Diabetes bei Kindern. 

  • Schwangerschaftsdiabetes

    Heißt auch Gestationsdiabetes und kann bei schwangeren Frauen auftreten. Während der Schwangerschaft wird das Hormon Steroid vermehrt gebildet, das die Wirksamkeit von Insulin abschwächt. Das kann dann zu erhöhtem Blutzucker führen. Meistens verschwindet die Krankheit nach der Schwangerschaft wieder.

Funfact: Der Name Diabetes Mellitus kommt aus dem Altgriechischen und bedeutet soviel wie „honigsüßer Durchfluss“. Den Namen verdankt die Krankheit dem süß schmeckenden Urin, den sie verursacht. Woher die Ärzte in der Antike das wussten? Nun, Sie können sich vielleicht vorstellen, wie die Krankheit damals diagnostiziert wurde.

Den Blutzucker reduzieren

Sportliche Frau Mitte 20 mit einem Sensor am Unterarm bereitet sich auf ihren Waldlauf vor und bindet sich die Haare zusammen.

Die Grundlagen für ein positives Leben mit Diabetes sind ein gesunder Lebensstil und das regelmäßige Blutzuckermessen. Vor Allem auf die Ernährung und ausreichend Bewegung sollten Sie als Patientin oder Patient achten. Welche Form der Ernährung für Sie als Betroffene oder Betroffener am besten ist und welche Nahrungsmittel Sie vermeiden sollten bespricht Ihre Ärztin oder Ihr Arzt mit Ihnen. Er oder sie kann auch gut einschätzen, welche Art Sport für Sie als Patientin oder Patient am besten geeignet ist. Denn gerade intensivere Sportarten können problematisch sein. Außerdem wird empfohlen, Stress abzubauen. Denn der beeinflusst den Insulinhaushalt. Diese Methoden zum Stressabbau können Ihnen helfen, wenn es mal zu viel werden sollte.

Die Körperwahrnehmung ist ein weiterer wichtiger Faktor. Eine gute Verbindung zu Ihrem Körper macht es nämlich einfacher, die Symptome einer Über- oder Unterzuckerung schnell zu erkennen. Diese sind:

Unterzuckerung                            

  • Zittern
  • Herzklopfen
  • Heißhunger
  • Konzentrationsprobleme
  • Kreislaufprobleme

Überzuckerung

  • Bauchschmerzen
  • Leistungsschwäche
  • Übelkeit oder Erbrechen
  • Sehstörung
  • Schnappatmung
  • Ketazidose (Acetongeruch in der Atemluft)
  • Müdigkeit
  • großer Durst
Frau Mitte 20 steht in der Küche und spritzt sich Insulin in den Bauch.

Als Betroffene oder Betroffener können Ihnen diese Symptome sagen, ob Ihr Körper ein oder zwei Stücke Traubenzucker oder eine Dosis Insulin braucht. Gerade die äußerlich erkennbaren Anzeichen sollten sich auch Angehörige von Diabetikerinnen und Diabetikern im Kopf behalten. So können sie im Ernstfall helfen und wissen, was zu tun ist.

Messgeräte als tägliche Begleiter

Messgeräte helfen dabei, den Blutzuckerspiegel über den Tag im Blick zu behalten. Bis vor einigen Jahren war das nur mit dem wohlbekannten Stich in die Fingerkuppe verbunden. Doch die Technik hat sich weiterentwickelt und mittlerweile gibt es Messungsvarianten, die mit Sensoren arbeiten. So zum Beispiel die Flash-Glukose-Messung. Dafür wird ein haarfeiner Sensor in das Hautgewebe an der Rückseite des Oberarmes eingeführt. Von außen sieht man eine kleine Plastikscheibe auf der Haut. Dieser Sensor misst jede Minute automatisch den Blutzuckerwert im Gewebe. Die gesammelten Daten werden dann mit einem digitalen Lesegerät ausgewertet. 

So ein Glukosesensor hilft dabei, einen umfassenden Überblick über den Blutzuckerspiegel zu bekommen. Ein weiterer Vorteil ist, dass das System auch eine Warnfunktion hat. Diese sagt bis zu 30 Minuten vor einer Zuckerspitze oder einem Abfall des Zuckerwertes Bescheid. Dadurch haben die Patientinnen und Patienten genug Zeit, um passend zu handeln.

Blutzucker kontrollieren mit dem FGM-System FreeStyle Libre 2: Das Handy wird an den Sensor gehalten und die App wertet die Daten aus.

Die Flash-Glukose-Messung allein ist aber für die meisten Betroffenen nicht ausreichend und muss von der klassischen Blutzuckermessung ergänzt werden. Gerade bei Patientinnen und Patienten, bei denen der Blutzuckerspiegel stark schwankt, ist das der Fall. Denn der Gewebezuckerwert ist kein genauer Echtzeit-Wert. Wertveränderungen passieren nämlich zuerst im Blut. Schlägt das FGM-System Alarm muss also eine zusätzliche Messung durchgeführt werden. Da es die Anzahl der klassischen Messungen aber verringert, wird die Flash-Glukose-Messung vor Allem für Kinder empfohlen. Auch für Betroffene mit Gefahr auf Unterzuckerung ist die FGM eine passende Ergänzung. Denn durch die kontinuierliche Messung kann man Unterzucker schneller entdecken.

Die AOK Sachsen-Anhalt übernimmt für Sie die Kosten für das FGM-System FreeStyle Libre 2

Mehr dazu erfahren Sie hier.

Das klassische Blutzuckermessen

Die klassische Messung des Blutzuckers funktioniert auch recht einfach. Da ist eben nur das nervige Piksen. Mit einer Stechhilfe stechen Sie sich in den Finger, um einen Bluttropfen zu produzieren. Der wird dann mit einem Teststreifen aufgenommen, der in das Messgerät kommt. In einer Kammer im Messgerät läuft dann eine chemische Reaktion ab, durch die der Zuckerwert ermittelt wird. Die klassische Form der Blutzuckermessung wird an sich für alle Diabetespatientinnen und -patienten empfohlen. Ausgenommen sind hier Betroffene, die oft an Unterzuckerung leiden. 

Wir übernehmen für unsere Versicherten die Kosten für das Messgerät und die Teststreifen.

Weitere Informationen finden Sie hier.

Junger Mann mit Mitte 30 sitzt auf dem Sofa und sticht sich in den Finger.
Junger Mann mit Mitte 30 sitzt auf dem Sofa und gibt sein Blut zum Messen in das Blutzuckermessgerät.

Weitere passende Leistungen und Angebote der AOK Sachsen-Anhalt

Auf unserer Seite schneller-als-fastfood.de finden Sie viele gesunde Rezepte, die zu einer diabetesfreundlichen Ernährung passen. Wir unterstützen Sie auch, einfacher in Bewegung zu kommen und zu bleiben. Da gibt es zum Beispiel verschiedene Gesundheitskurse und unsere Laufschule. Und auch Ihre Mitgliedschaft im Fitnessstudio wird von uns bezuschusst.

Ihre begleitende Ärztin oder Ihr begleitender Arzt kann Ihnen sicher noch weitere Informationsquellen empfehlen und eventuell Kontakt zu Erfahrungsgruppen herstellen.

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