Gesundheitswelt der AOK Sachsen-Anhalt

Polyzystisches Ovarialsyndrom

Übergewichtige junge Frau sitzt auf einer Yoga-Matte und schaut zur Seite

Symptome und Behandlung bei PCOS

Das Polyzystische Ovarialsyndrom, kurz PCOS, ist eine der häufigsten hormonellen Störungen bei Frauen im gebärfähigen Alter. Das Syndrom entsteht bei Betroffenen meist zwischen dem 20. und 30. Lebensjahr und kann die Funktion der Eierstöcke beeinträchtigen. 5 bis 12 Prozent der Frauen dieser Altersgruppe sind von PCOS betroffen, jedoch wird die Erkrankung oft nicht erkannt. Ein bestehender Kinderwunsch bleibt im schlimmsten Fall unerfüllt, was eine starke psychische Belastung bei den Betroffenen zur Folge haben kann.

In unserem Artikel lesen Sie, was genau PCOS ist und welche Symptome durch die Hormonstörung ausgelöst werden. Wir informieren außerdem über die Diagnose und Behandlung der Erkrankung.

 

Wussten Sie schon, dass…

  • die Hormone Progesteron und Östrogen den weiblichen Zyklus steuern?
  • Rauchen die Symptome von PCOS verschlimmern kann?
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Was ist PCOS?

In den Eierstöcken, den sogenannten Ovarien, reifen die Eizellen heran, die wichtig für die Fortpflanzung sind. Außerdem werden dort die Sexualhormone Progesteron und Östrogen produziert, die unter anderem den weiblichen Zyklus steuern. Bei PCOS ist die Funktion der Eierstöcke gestört, was dazu führt, dass mitunter zu viele männliche Sexualhormone, wie beispielsweise Testosteron, gebildet werden. 

Die Folge ist ein hormonelles Ungleichgewicht bei den Betroffenen. Dadurch können die Eizellen nicht richtig ausreifen und es bilden sich an den Eierstöcken viele kleine zystenähnliche Bläschen. Davon leitet sich die Bezeichnung „Polyzystisches Ovarialsyndrom“ ab. Ursachen für die Erkrankung sind bisher weitestgehend ungeklärt. Vermutet wird allerdings eine genetische Veranlagung bei Betroffenen vom PCO-Syndrom.

Symptome

Junge Frau begutachtet ihre Haut im Spiegel

Nicht alle Frauen, die am Polzystischen Ovarialsyndrom leiden, haben gleiche oder gleich stark ausgeprägte Symptome. Zu den am häufigsten auftretenden Anzeichen zählen unter anderem:

  • Zyklusstörungen mit verlängerten oder ausbleibenden Menstruationsblutungen und einem fehlenden Eisprung.
  • Hormonelles Ungleichgewicht, wobei vermehrt männliche Hormone im Blut vorhanden sind.
  • Männlicheres Erscheinungsbild mit Symptomen wie Akne und vermehrter Körperbehaarung auf der Oberlippe, am Kinn, auf dem Rücken und der Schamregion. Selten kann auch Haarausfall und die Ausbildung einer tieferen Stimme bei Betroffenen auftreten.
  • Polyzystische Ovarien, die durch eine Ultraschalluntersuchung festgestellt werden. Dabei handelt es sich um viele kleine Follikel am Eierstock.

Übergewicht begünstigt PCOS

50 bis 80 Prozent der betroffenen Frauen sind übergewichtig und weisen in vielen Fällen einen gestörten Zuckerstoffwechsel mit einer einhergehenden Insulinresistenz. Das bedeutet, dass Körperzellen nicht auf den Botenstoff Insulin reagieren und damit der Zucker aus dem Blut nicht angemessen in den Zellen aufgenommen werden kann. Der Blutzuckerspiegel sinkt demzufolge nicht ab und die Bauchspeicheldrüse produziert immer weiter Insulin. Eine zu hohe Konzentration von Insulin im Körper kann die Produktion männlicher Hormone fördern und damit die Symptome von PCOS verstärken. 

Folgen der Erkrankung

  • Eingeschränkte Fruchtbarkeit

    Aufgrund des fehlenden Eisprungs und des unregelmäßigen Zyklus ist die Fruchtbarkeit bei vielen betroffenen Frauen eingeschränkt. Das bedeutet zwar nicht, dass eine Schwangerschaft unmöglich ist. Jedoch kann ein lang andauernder und unerfüllter Kinderwunsch eine starke psychische Belastung sein. 

  • Belastung durch körperliche Veränderungen

    Die körperlichen Veränderungen durch die erhöhte Produktion männlicher Hormone können dazu führen, dass sich Frauen mit PCOS in ihrem Körper nicht mehr wohlfühlen. Das beeinträchtigt möglicherweise die Lebensqualität. Ein sozialer Rückzug oder auch Scham können Folgeerkrankungen, wie beispielsweise Depressionen oder Essstörungen, begünstigen.  

  • Gesteigertes Risiko für Folgeerkrankungen

    Bleibt das Polyzystische Ovarialsyndrom unbehandelt, kann es außerdem das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes mellitus Typ 2 und Gebärmutterhalskrebs steigern. In der Schwangerschaft haben Frauen mit PCOS ein erhöhtes Risiko für Komplikationen wie Fehlgeburten, Schwangerschaftsdiabetes oder Präeklampsie. Daher sind regelmäßige Untersuchungen beim Frauenarzt oder Frauenärztin wichtig.   

Wie wird PCOS diagnostiziert?

Übergewichtige Frau im gespräch mit ihrer Ärztin

Vermutet Ihr behandelnder Arzt bei Ihnen das PCO-Syndrom, wird er Ihnen gezielt Fragen zum Zyklus, zur Entwicklung während der Pubertät und zu einer eventuellen Zunahme von Gewicht oder Körperbehaarung stellen. Auch eine körperliche Untersuchung gehört zur Anamnese. Dabei werden die Haut und die Körperbehaarung sowie die Eierstöcke mittels Ultraschall auf Eibläschen untersucht. Durch eine Blutentnahme kann festgestellt werden, wie hoch der Blutzuckerspiegel und die Hormonkonzentration im Körper sind. Auch die Schilddrüsenfunktion kann näher untersucht werden.  

PCOS ist behandelbar

PCOS ist nicht heilbar, jedoch können die Symptome gut behandelt werden. Ziel ist dabei, die körperlichen Beschwerden zu mindern und einen regelmäßigen Menstruationszyklus wiederherzustellen. Auch der Hormonhaushalt sowie der Zuckerstoffwechsel können durch eine gezielte Therapie stabilisiert und damit das Wohlbefinden der Patientinnen stabilisiert werden.

In vielen Fällen tritt bei Patientinnen mit Übergewicht eine Verbesserung der Symptome ein, nachdem sie ihren Lebensstil umstellen. Eine Gewichtsabnahme durch regelmäßige sportliche Aktivitäten und eine Ernährungsumstellung helfen Betroffenen, die Beschwerden zu lindern.  

Auch medikamentöse Behandlungen sind bei einer entsprechenden medizinischen Notwendigkeit möglich und werden durch den behandelnden Arzt beziehungsweise die behandelnde Ärztin verordnet.

  • Bei einem Kinderwunsch der Patientin können Medikamente verordnet werden, die die Eizellenreifung unterstützen und einen Eisprung auslösen. Somit kann die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft erhöht werden.
  • Patientinnen ohne Kinderwunsch können hormonelle Verhütungsmittel verordnet bekommen, die den Zyklus stabilisieren und gleichzeitig die Produktion männlicher Hormone verhindern.

Das können Sie selbst tun

2 Frauen kochen gemeinsam in der Küche

Ein gesunder Lebensstil kann die Beschwerden eines PCO-Syndroms lindern. Dazu zählen unter anderem ein gesundes Körpergewicht laut Body-Mass-Index (BMI) und eine ausgewogene Ernährung. Auch das Rauchen aufzugeben kann die Symptome verbessern. Bei regelmäßigen jährlichen Vorsorgeuntersuchungen beim Gynäkologen oder Gynäkologin können erste Auffälligkeiten abgeklärt oder eine Erkrankung frühzeitig diagnostiziert werden.  

Bei einigen betroffenen Frauen kann PCOS zu psychischen Problemen führen. Sprechen Sie in einem solchen Fall Ihre behandelnde Ärztin oder Ihren behandelnden Arzt an, um psychologische Hilfe zu erhalten. Auch Selbsthilfegruppen können Ihnen in dieser Situation eine gute Unterstützung sein. Ebenso können Mediations- und Entspannungstechniken Ihnen im Alltag helfen.  

 

Gut zu wissen

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