Gesundheitswelt der AOK Sachsen-Anhalt

Präeklampsie

Schwangere Frau liegt mit Schmerzen im Bauch auf der Couch,

Komplikationen in der Schwangerschaft durch Bluthochdruck

Präeklampsie ist eine ernstzunehmende Komplikation während der Schwangerschaft und fälschlicherweise auch unter dem Begriff Schwangerschaftsvergiftung bekannt. Die Erkrankung muss behandelt werden, da sonst schwere Komplikationen im weiteren Verlauf der Schwangerschaft möglich sind. Die Ursachen konnten bisher noch nicht abschließend erforscht werden.

Erfahren Sie mehr zu Symptomen und Risikofaktoren sowie Diagnose und Behandlung der Präeklampsie. Außerdem erhalten Sie einen Überblick zu den Sonderformen Eklampsie und zum HELLP-Syndrom.

Wussten Sie schon, dass…

  • die AOK Sachsen-Anhalt die HPV-Impfung für Mädchen und Jungen zwischen 9 und 14 Jahren übernimmt?
  • die AOK Sachsen-Anhalt eine der besten Krankenkassen für Familien ist?
  • die AOK Sachsen-Anhalt viele Vorsorgeuntersuchungen für Schwangere bezuschusst?

Anzeichen einer Präeklampsie 

Präeklampsie ist eine Schwangerschaftserkrankung und bezeichnet eine Anpassungsstörung des Körpers aufgrund der Veränderung während der Schwangerschaft. Ab der zweiten Schwangerschaftshälfte, 20. Schwangerschaftswoche, kann Präeklampsie auftreten. Es gibt drei Leitsymptome, die eine entstehende Präeklampsie anzeigen. 

Dazu zählen:

  • erhöhter Blutdruck (mehr als 140 zu 90 Millimeter pro Quecksilbersäule)
  • vermehrte Eiweißausscheidung über den Harn (mehr als 300 Milligramm innerhalb von 24 Stunden)
  • Wasseransammlungen (Ödeme) im Gewebe, die zu Schwellungen an Gesicht, Händen und Füßen führen

Weitere Symptome können sein:

  • verminderte Urinmenge trotz normaler Flüssigkeitsaufnahme
  • eine deutlich starke Gewichtszunahme von mehr als einem Kilogramm pro Woche
  • starke Oberbauchschmerzen
  • Übelkeit, Erbrechen oder Kopfschmerzen

Ursachen und Risikofaktoren

Junge Frau mit Übergewicht hält einen Schwangerschaftstest in der Hand.

Bei der Präeklampsie wird vermutet, dass Probleme während der Entwicklung der Plazenta ursächlich sind und so mütterliche Blutgefäße geschädigt werden. Grundsätzlich kann jede Schwangere an Präeklampsie erkranken, ein erhöhtes Risiko besteht allerdings bei 

  • Müttern unter dem 17. Lebensjahr oder über dem 40. Lebensjahr
  • familiärer Veranlagung
  • Präeklampsie in vorheriger Schwangerschaft
  • Vorerkrankungen wie bereits bestehender Bluthochdruck, Autoimmun- oder Nierenerkrankungen, Diabetes, Adipositas
  • Mehrlingsschwangerschaften
  • erhöhter Gefäßwiderstand in den Arterien der Gebärmutter

Gefahren für Mutter und Baby

Aufgrund des hohen Blutdrucks ist die Gefahr für die Mutter an Herz-Kreislauf-Problemen zu erkranken, erhöht. Außerdem können verschiedene Organe in ihrer Funktion beeinträchtigt werden. Schwere Fälle von Präeklampsie können zu Leberfunktionsstörungen, Nierenversagen und Schäden am Gehirn führen. Auch die Blutgerinnung kann gestört sein, so dass ein erhöhtes Risiko von Blutungen während der Geburt oder nach der Entbindung besteht.

Kritisch für das Baby ist die gestörte Durchblutung der Plazenta. Es kann dann zu einer unzureichenden Versorgung des Ungeborenen mit Sauerstoff und Nährstoffen kommen. Wachstumsverzögerungen, eine Frühgeburt oder im schlimmsten Fall der Tod des Babys können Folgen sein.

Wie wird eine Präeklampsie diagnostiziert?

Junge Frau bekommt einen Ultraschall in der Arztpraxis. Sie ist schwanger.


Die Diagnose wird durch die behandelnde Gynäkologin oder den behandelnden Gynäkologen gestellt. Die regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen während der Schwangerschaft helfen, rechtzeitig Anzeichen einer Präeklampsie zu erkennen und sind auch auf verwandte Erkrankungsbilder ausgerichtet. Bei jeder Untersuchung werden regelmäßig Blutdruck und Urin der Mutter untersucht. 

Bei Bedarf können auch Blutwerte, insbesondere Präeklampsie-spezifische Blutmarker, kontrolliert werden.

Behandlung einer Präeklampsie

Wird Präeklampsie früh erkannt, ist in den meisten Fällen eine erfolgreiche Behandlung der Symptome möglich.

  • Leichte Form

    Liegt eine leichte Form der Präeklampsie vor, helfen körperliche Ruhe und Schonung. Schwangere sollten Stress vermeiden und die wöchentliche Kontrolle durch das behandelnde medizinische Fachpersonal wahrnehmen. Es besteht unter Umständen auch die Möglichkeit eines Beschäftigungsverbots oder einer Krankschreibung.

  • Schwere Form

    Die schwere Form der Präeklampsie liegt vor, wenn Schwangere unter einem Blutdruck bei über 150/100 Millimeter pro Quecksilbersäule leiden. Unter Umständen kommt eine stationäre Weiterbehandlung im Krankenhaus in Frage, da so die permanente Überwachung von Mutter und Kind gewährleistet werden kann. Den Betroffenen werden blutdrucksenkende Medikamente verabreicht und sie erhalten engmaschige Kardiotokographien, kurz CTG. Wirken die Medikamente nicht, kann je nach Gesundheitszustand und Schwangerschaftswoche die Geburt eingeleitet werden. In der Regel wird eine frühestmögliche Entbindung ab der 34. Schwangerschaftswoche empfohlen. In wenigen Fällen und bei besonders schwerer Präeklampsie oder Auftreten einer Sonderform vor der 24. Schwangerschaftswoche, muss bei drohender Lebensgefahr der Mutter die Schwangerschaft abgebrochen werden.

    Nach der Entbindung klingen die Symptome der Präeklampsie meist schnell ab. Frisch entbundene Frauen sollten in den ersten Wochen nach der Geburt regelmäßige Nachkontrollen in ihrer gynäkologischen Praxis wahrnehmen.

Sonderformen - Eklampsie und HELLP-Syndrom

  • Eklampsie

    Eklampsie tritt in der Regel bei Frauen auf, die bereits an schwerer Präeklampsie leiden. Das betrifft weniger als ein Prozent der Frauen mit Präeklampsie. Typisches Symptom sind wiederkehrende Krampfanfälle. Treten außerdem Kopfschmerzen, Sehstörungen, Übelkeit und Erbrechen, Apathie sowie Benommenheit auf, besteht Lebensgefahr und es ist eine sofortige medizinische Behandlung erforderlich. Betroffene Schwangere werden umgehend intravenös mit Magnesiumsulfat versorgt, damit weitere Krampfanfälle vermieden beziehungsweise beendet werden können.

  • HELLP-Syndrom

    Das HELLP- Syndrom gehört zu den schwersten Schwangerschaftskomplikationen. Die Erkrankung tritt bei 0,5 Prozent der Schwangerschaften mit schwerer Präeklampsie sowie Eklampsie und am häufigsten zwischen der 32. und 34. Schwangerschaftswoche auf. Dabei steht die Abkürzung HELLP für drei typische Laborbefunde:

     H = Hemolysis (Zerfall roter Blutkörperchen)

    EL = Elevated Liver Enzymes (erhöhte Leberwerte)

    LP = Low Platelets (niedrige Anzahl an Thrombozyten)

    Das HELLP-Syndrom tritt plötzlich auf und Symptome können sich innerhalb einer Stunde ausprägen. Typische Anzeichen sind Schmerzen im rechten Oberbauch unter dem rechten Rippenbogen, Übelkeit und Erbrechen sowie plötzlich starke Kopfschmerzen. Auch hier besteht Lebensgefahr und eine sofortige stationäre medizinische Behandlung wird notwendig. Denn mögliche gesundheitliche Folgen für die Schwangere sind eine gestörte Leberfunktion, Blutungsneigung, Gefahr einer Hirnblutung, Nierenversagen oder ein Leberriss. Auch eine vorzeitige Plazentaablösung ist möglich und gefährlich für das Ungeborene. Ist das HELLP-Syndrom voll ausgeprägt, ist die sofortige Entbindung des Kindes notwendig. In der Regel normalisieren sich die Blutwerte der Mutter innerhalb weniger Tage nach dem Ende der Schwangerschaft.

Auf den Körper achten – gerade in der Schwangerschaft

Schwangere Frau sitzt mit Krankenschwester auf der Couch.

 

Frühzeitiges Erkennen einer Präeklampsie und die entsprechende Behandlung der Symptome im Rahmen der regelmäßigen Schwangerschaftsvorsorge sorgen dafür, dass Spätschäden bei Kindern auftreten. 

Die AOK Sachsen-Anhalt bietet Schwangeren im Rahmen des Gynäkologenvertrags während und kurz nach der Schwangerschaft zusätzliche Leistungen an. Dazu gehören besondere Aufklärungs- und Beratungsgespräche zum Schwangerschaftsverlauf, Gesundheitsverhalten und möglichen Risikofaktoren.

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