Gesundheitswelt der AOK Sachsen-Anhalt

Alopezie

Ein etwa 40 jähriger Mann mit geheimratsecken steht vor dem badezimmerspiegel kämmt sein haar vor

Haarausfall – wie viel ist normal?

Zwischen 75.000 und 150.000 Haare haben wir auf dem Kopf. Sie schützen unsere Kopfhaut vor der UV-Strahlung und verhindern ein zu schnelles Abkühlen des Kopfes. Täglich verlieren wir bis zu 100 Haare beim Kämmen, Waschen oder Stylen. Das ist ganz normal und sie wachsen wieder nach. Aber was ist, wenn viel mehr Haare ausfallen oder an einigen Stellen keine Haare nachwachsen? Ab wann man von einem krankhaften Haarausfall spricht und welche Ursachen sich dahinter verbergen, lesen Sie im Beitrag. Außerdem haben wir einige Tipps, was Sie gegen Haarausfall tun können

Wussten Sie schon, dass…

  • Stress Haarausfall verursachen kann?
  • bei einige Arten von Alopezie die Haare nach einiger Zeit wieder nachwachsen?
  • eine ausgewogene Ernährung gut für die Haare ist?

Wann ist Haarausfall krankhaft?

Der Fachbegriff für übermäßigen Haarausfall ist Alopezie. Verliert man mehr als 100 Haare pro Tag über einen längeren Zeitraum, die nicht nachwachsen, deutet das auf eine Erkrankung hin. Dabei werden die Haare dünner, es entstehen kahle Stellen und später eine Glatze. Die häufigste Form ist der sogenannte anlagebedingte Haarausfall bei Männern. 

Arten von Alopezie

  • Anlagebedingter Haarausfall

    Diese Art von Haarausfall wird auch Androgenetische Alopezie genannt und ist genetisch vorbestimmt. Betroffen sind sowohl Frauen als auch Männer, wobei diese Form bei Männern weitaus häufiger auftritt. Ursache ist eine Überempfindlichkeit der Haarwurzeln gegenüber männlichen Sexualhormonen, insbesondere dem Hormon Dehydrotestosteron. Dadurch verkürzen sich die Wachstums- und Lebensdauer der Haare. Sie werden dünner und fallen aus. Bei Männern beginnt der anlagebedingte Haarausfall mit der Entstehung von Geheimratsecken und lichtem Haar im Scheitelbereich. Die lichten Stellen vergrößern sich mit der Zeit, bis letztendlich alle Haare ausfallen. Meist beginnt der Prozess bei Männern zwischen dem 30. und 40. Lebensjahr. Jedoch bedeutet die beginnende Entstehung von Geheimratsecken nicht, dass alle Betroffenen zwingend über die Zeit eine Glatze bekommen. Wie weit sich der Haarverlust fortsetzt ist individuell unterschiedlich und lässt sich schwer voraussagen.

    Bei Frauen mit einer androgenetischen Alopezie dünnt das Haus am ganzen Kopf aus. Betroffen ist etwa ein drittel der Frauen über 40 Jahren. Eine Glatze bekommen sie aber in den seltensten Fällen. Bei beiden Geschlechtern schreitet der Ausfall nur langsam voran und kann sich über Jahre hinziehen.

  • Kreisrunder Haarausfall

    Der kreisrunde Haarausfall, in der Fachsprache auch Alopecia Areata genannt, ist eine Autoimmunreaktion. Die Haare fallen an einzelnen Stellen aus und bilden meist runde Flecken. Bei vielen Betroffenen wachsen die Haare auch ohne Behandlung wieder nach. Bis sie die Länge der vorhandenen Haare erreicht haben, dauert es jedoch einige Monate oder sogar Jahre. Kreisrunder Haarausfall ist nicht alters- oder geschlechtsspezifisch. Häufig tritt er aber bei Teenagern und jungen Erwachsenen auf. Grund dafür sind nach heutigem wissenschaftlichen Stand Hormonumstellungen, psychischer Stress oder bestimmt Medikamente.

  • Diffuse Alopezie - Telogenes Effluvium

    Wenn über den Kopf verteilt gleichmäßig viele Haare ausgehen und das gesamte Haar dadurch dünner wird, spricht man von einer diffusen Alopezie. 

    Das telogene Effluvium wird durch einen bestimmten schädigenden Auslöser verursacht. Das können Hormonstörungen, Schilddrüsen-Erkrankungen, Traumata, Nährstoffmangel oder langanhaltender negativer Stress sein. Dieser Auslöser sorgt dafür, dass die Haarfollikel verfrüht aus der Wachstumsphase in die Ruhephase übertreten und drei Monate später anfangen auszufallen. Es ist möglich, dass Betroffene bis zu 30 Prozent ihrer Haare verlieren. Das Haar wächst nach, wenn die schädigenden Ursachen beziehungsweise der Auslöser überwunden sind. 

  • Diffuse Alopezie - Anagenes Effluvium

    Fallen die Haare bereits in der Wachstumsphase aus, spricht man von einem anagenen Effluvium. Dann beginnt der Haarausfall meist ein bis zwei Wochen nach einem schädigenden Ereignis:

    • bestimmte Medikamente im Rahmen einer Chemotherapie
    • Strahlentherapie bei Krebserkrankungen in der Kopfregion
    • Vergiftungen mit Schwermetallen

Geheimratsecken

Geheimratsecken treten vorwiegend bei Männern auf und sind ein typisches Anzeichen für erblich bedingten Haarausfall. Über den Schläfen zieht sich der Haaransatz immer weiter nach hinten zurück und es entsteht eine Stirnglatze. Meist folgen darauf kahle Stellen am Hinterkopf.

Diagnose und Therapie

Eine etwa 30 jährige Frau untersucht ihr Haar auf lichte Stellen

Empfinden Sie Ihren Haarausfall als übermäßig viel, ist es ratsam ärztliches Fachpersonal aufzusuchen und Ihre Vermutung abklären zu lassen. Durch ein persönliches Gespräch und Untersuchungen kann Ihr Arzt oder Ihre Ärztin eine gesicherte Diagnose stellen und eine geeignete Behandlung vorschlagen. 

Eine einheitliche Behandlung bei Haarausfall gibt es nicht. Sie richtet sich immer nach den Ursachen. In einigen Fällen setzt auch ohne Behandlung das Wachstum der Haare wieder ein. Liegt beispielsweise ein Mangel an Vitaminen vor, kann eine gezielte Einnahme der fehlenden Mineralstoffe den Haarausfall stoppen. Es gibt auch verschiedene Haarwasser oder Medikamente, die bei einigen Ursachen angewendet werden können, um den Haarverlust zu verlangsamen.

Bei einer extremen Alopezie bedeckt oftmals nur ein künstlicher Haarersatz beispielsweise eine Perücke oder Toupet die betroffenen Stellen.

Haarausfall vorbeugen

Um das Haar natürlich zu stärken, helfen einfache Tipps. Einige haben wir hier für Sie zusammengetragen: 

  • Gesund ernähren. Die Vitamine A, C und D spielen eine wichtige Rolle für gesunde und schöne Haare. Auch Nährstoffe wie Biotin, Eisen, Zink und Folsäure fördern das Wachstum der Haare.
  • Stress reduzieren. Das Stresshormon Cortisol hemmt das Haarwachstum. Bei länger anhaltendem negativen Stress schädigen zudem ausgeschüttete Botenstoffe und Neurotransmittel die Haarfollikel. Entspannen Sie sich öfters vom Alltag mit Hilfe von progressiver Muskelrelaxation oder Yoga und achten Sie darauf, sich regelmäßig eine Auszeit zu nehmen.
  • Richtig pflegen. Waschen Sie Ihre Haare nur alle zwei bis drei Tage. Vermeiden Sie zudem übermäßige Hitze beim Stylen - das schädigt die Haarstruktur.
  • Natürliches Wachstum: Kräuter wie Brennnessel, Salbei oder Rosmarin werden in Form von Spülungen genutzt. Sie aktivieren die Haarwurzeln für einen schnelleren Haarwuchs.

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