Gesundheitswelt der AOK Sachsen-Anhalt

Schweißfüße

Ein Mann leidet unter Schweißfüßen

Wenn die Füße übermäßig schwitzen

Schweißfüße sind für viele Menschen ein alltägliches Problem. Sind die Schweißdrüsen an den Füßen übermäßig aktiv, kann das zu Feuchtigkeit und einem unangenehmen Geruch führen. In einigen Fällen können auch Hautreizungen oder Infektionen auftreten. Die Ursache ist Hyperhidrose, übermäßiges und krankhaftes Schwitzen, oder externe Faktoren wie nicht atmungsaktive Schuhe, synthetische Socken oder Hitze. Regelmäßige Fußpflege verhindert Geruch und Hautprobleme. Hygieneroutine, atmungsaktives Schuhwerk und Antitranspirantien sind erste Maßnahmen. Bei starken Beschwerden können Botox-Behandlungen helfen. Komplikationen ergeben sich durch Fußpilz und bakterielle Infektionen bei feuchter Haut, Rissen und Hautirritationen.

Erfahren Sie, welche Ursachen Schweißfüße haben, was Sie dagegen tun können und wann eine ärztliche Behandlung nötig wird. Außerdem finden Sie weitere Hausmittel und Alltagstipps.

Wussten Sie schon, dass...

  • der typische Geruch erst entsteht, wenn Bakterien den Schweiß zersetzen?
  • die AOK Sachsen-Anhalt rezeptfreie, apothekenpflichtige Arzneimittel mit bis zu 40 Euro bezuschusst?
  • Socken aus Wolle oder Funktionsfasern Feuchtigkeit besser regulieren als Socken aus Baumwolle?
Dicke Wollsocken begünstigen Schweißfüße

Was sind Schweißfüße?

Schwitzen der Füße, unabhängig von Temperatur oder Aktivitätsgrad, wird medizinisch als Hyperhidrose bezeichnet. Der Körper reguliert damit die Temperatur und schützt die Haut. An den Füßen gibt es besonders viele Schweißdrüsen. Allerdings entsteht der unangenehme Geruch meist nicht durch den Schweiß selbst, sondern durch Bakterien, die die Schweißbestandteile zersetzen. Problematisch ist, dass feuchte Haut schneller wund, rissig wird und anfälliger für Fußpilz ist.

Ursachen und Symptome für Schweißfüße

Die häufigsten Gründe für schweißende Füße sind:

  • Veranlagung

    Manche Menschen schwitzen an den Händen oder Füßen  genetisch bedingt stärker.

  • Schuh- und Sockenmaterial

    Dichte, wenig atmungsaktive Schuhe aus Kunststoff und Socken ohne guten Feuchtigkeitstransport fördern Nässe.

  • Stress und Nervosität

    Emotionales Schwitzen betrifft Hände und Füße meist besonders.

  • Hormone

    Besondere Lebensphasen wie Pubertät, Schwangerschaft, Wechseljahre oder Schilddrüsenüberfunktion können Schwitzen verstärken.

  • Übergewicht und Hitze

    Schlechte Luftzirkulation in Schuhen fördert Nässe.

  • Erkrankungen und Medikamente

    Erkrankungen der Schilddrüse, Infekte oder Unterzuckerungen sowie bestimmte Medikamente wie Antidepressiva erhöhen das Schwitzen. 

    Typische Symptome für Schweißfüße sind:

    • ständig feuchte oder nasse Fußsohlen, oft auch kaltschweißig
    • starker Fußgeruch
    • aufgeweichte Haut, Weißfärbung zwischen den Zehen
    • Juckreiz, Brennen, Risse, die auf Reizung oder Pilz hinweisen können
    • häufiges Auftreten von Blasen und Druckstellen, da feuchte Haut empfindlicher ist

Was kann ich dagegen tun?

Die Kombination aus Hygiene, Materialwahl und gezielten Produkten ist meist wirksam.

Tägliche Fußhygiene

Waschen Sie täglich einmal mit lauwarmen Wasser Ihre Füße. Trocknen Sie sie gründlich ab– besonders zwischen den Zehen. Schwitzen Sie sehr stark, reinigen Sie Ihre Füße zwischendurch mit einem feuchten Tuch und reiben Sie sie trocken.

Antitranspirant statt Deo

Fuß-Deos überdecken meist nur den Geruch. Antitranspirante, häufig mit Aluminiumsalzen versetzt, reduzieren die Schweißmenge. Die Anwendung erfolgt abends auf trockener Haut. Die gängige Empfehlung lautet: Verwenden Sie das Antitranspirant regelmäßig für ein bis zwei Wochen, anschließend je nach Bedarf anwenden.

Ein Mann beugt Schweißfüße durch atmungsaktive Schuhe vor

Schuhe und Socken optimieren

Socken aus Merinowolle oder Funktionsfasern transportieren die Feuchtigkeit ab. Baumwolle kann sich vollsaugen und ist daher eher ungeeignet. Tragen Sie atmungsaktive Schuhe aus Leder oder Textil und wechseln Sie Ihre Schuhe regelmäßig. Tragen Sie Einlegesohlen zum Beispiel aus Leder, Zeder oder Aktivkohle, wechseln und trocknen Sie diese regelmäßig.

Schuhe trocknen und desinfizieren

Lüfte Sie Ihre Schuhe nach dem Tragen gut und nehmen Sie die Einlagen heraus. Bei Geruch helfen Schuhsprays oder waschbare Einlagen.

Leiden Sie unter Fußpilz, sollte er konsequent behandelt werden. Denn Pilz verstärkt Geruch, reizt die Haut und Feuchtigkeit begünstigt den Pilz. 

Wann ist eine ärztliche Behandlung notwendig?

Bestimmte Umstände erfordern eine Abklärung durch Ihren Hausarzt oder Hautarzt. 

  • Das Schwitzen tritt plötzlich neu auf oder sich verschlimmert. Das kann auf andere Krankheiten hinweisen wie sekundäre Hyperhidrose.
  • Es treten zusätzlich Symptome wie Fieber, Gewichtsverlust, Herzrasen, Zittern und starke Müdigkeit auf.
  • Es kommt zu Hautveränderungen wie starke Rötungen, nässende Stellen, tiefe Risse, Schmerzen oder Eiter.
  • Sie haben den Verdacht auf Fußpilz.
  • Es bestehen Diabetes oder Durchblutungs- und Nervenprobleme.
  • Sie haben einen hohen Leidensdruck.
  • Standardmaßnahmen und medizinische Optionen wie stärker wirksame Antitranspirante oder Iontophorese reichen nicht aus.

Hausmittel und Alltagstipps bei Schweißfüßen

Hausmittel können unterstützen, ersetzen aber keine Behandlung bei einem Pilz oder einer Entzündung.

  • Fußbäder

    Salbei (als Teeaufguss) gilt traditionell als schweißhemmend. Schwarztee enthält Gerbstoffe, die die Haut etwas zusammenziehen können. Trocknen Sie Ihre Füße nach dem Fußbad immer gut ab, um eine weitere Bakterienvermehrung zu verhindern. Leichtes Eincremen kann auch vor Austrocknung schützen.

  • Natron oder Zink

    Natron kann Gerüche binden und teilweise neutralisieren. Es wirkt allerdings basisch, weshalb es bei zu häufiger Anwendung die Haut reizen oder schädigen kann. Zinkoxid in Puderform kann Feuchtigkeit reduzieren. Hinweis: Tragen Sie beide Mittel nicht auf offene Wunden auf.

  • Sockenwechsel

    Bei starkem Schwitzen sollten Sie Ihre Socken ein- bis zweimal am Tag wechseln. 

  • Schuhrotation

    Lassen Sie Ihr Schuhpaar mindestens 24 Stunden trocknen.

Ein pflegendes Fußbad gegen Schweißfüße

Kann man Schweißfüßen vorbeugen?

Grundsätzlich können Sie Schweißfüße verhindern, wenn Sie folgende Tipps beachten: Wählen Sie atmungsaktive Schuhe und tragen im Sommer offene Modelle. Gehen Sie barfuß oder tragen Sie Hausschuhe zu Hause, statt den ganzen Tag in geschlossenen Schuhen zu laufen. Entfernen Sie vorsichtig Hornhaut und vermeiden Sie dabei Risse. Cremen Sie trockene Stellen moderat ein, das ist wichtig für die Hautbarriere. Atemübungen, Bewegung und kurze Pausen können helfen, emotionales Schwitzen zu vermeiden. Gewicht und Bewegung verbessern den Wärmehaushalt und Ihre Hautgesundheit.

Gesundes Laufen in Sachsen-Anhalt

Im Winter werden häufig dicke Socken sowie geschlossene, gefütterte Schuhe getragen, in denen Feuchtigkeit nur schlecht entweichen kann. Um Schweißfüßen vorzubeugen, empfiehlt es sich daher, öfter auf leichtere, atmungsaktive Schuhe und Socken zu wechseln. Auch die regelmäßige Schuhrotation und gründliches Trocknen spielen eine wichtige Rolle: Entfernen Sie die Einlagen, lassen Sie die Schuhe gut auslüften und halten Sie bei Bedarf ein zweites Paar für den Arbeitsweg bereit.

Für Sportarten wie Wandern, Radfahren oder Joggen eignen sich Funktionssocken in Kombination mit gut belüfteten Schuhen besonders gut. Wichtig ist zudem, die Socken direkt nach der Aktivität zu wechseln, damit keine Feuchtigkeit auf der Haut verbleibt. In Sachsen-Anhalt stehen Hautärzte und Apotheken mit gängigen Fuß-Antitranspiranten, Pilzmitteln und Einlagen breit zur Verfügung. Ist insbesondere in ländlichen Regionen kein Hautarzt in der Nähe, kann der AOK Online-Hautcheck eine sinnvolle Alternative sein. Reichen Hausmittel nicht mehr aus oder verschlimmern sich die Beschwerden, sollten Sie ärztlichen Rat einholen.

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