Gesundheitswelt der AOK Sachsen-Anhalt

Die Schilddrüse

Eine circa 30-jährige Frau sitzt mit geschlossenen Augen im Wohnzimmer und legt ihre Hände an den Hals.

Die Schilddrüsenfunktion und ihre Bedeutung

Die Schilddrüse ist eines der wichtigsten Organe im menschlichen Körper. Nach dem Motto „klein, aber oho!“ produziert sie essenzielle Hormone, die in vielen Stoffwechselvorgängen eine tragende Rolle spielen. Auch das seelische Wohlbefinden und die körperliche Entwicklung werden von diesen Hormonen beeinflusst. Deshalb können vielfältige körperliche Beschwerden auftreten, wenn die Schilddrüse aus dem Gleichgewicht gerät. In diesem Artikel erfahren Sie mehr über diese Hormondrüse und wie sich eine Störung im Körper äußert. Außerdem erhalten Sie Tipps, wie Sie Ihre Schilddrüse gesund halten und unterstützen können.

Wussten Sie schon, dass…

  • die Schilddrüse zu den wichtigsten Organen im Körper zählt?
  • Störungen der Schilddrüse meist relativ spät entdeckt werden?
  • Jod wichtig für die Funktion der Schilddrüse ist?

Die Schilddrüse – eine wichtige Hormondrüse

Illustration der Schilddrüse und ihrer Position im Hals.

Ihre Schilddrüse befindet sich in Ihrem Hals, knapp unterhalb des Kehlkopfes. Sie sieht aus wie ein Schmetterling, dessen Flügel sich um die Luftröhre legen. Die Schilddrüse ist eine Hormondrüse. In ihr werden die Hormone Trijodthyronin (T3) und Thyroxin (T4) gebildet. Diese Schilddrüsenhormone sind lebenswichtig, denn sie beeinflussen unter anderem das Herz-Kreislauf-System, den Energiestoffwechsel, die Psyche und die Verdauung. Bei Kindern und Jugendlichen sind die Hormone außerdem am natürlichen Wachstum und der Reifung des Körpers beteiligt.

Darum ist Jod so wichtig für unsere Schilddrüse

Ohne Jod findet in der Schilddrüse keine Hormonproduktion statt. Denn das Organ speichert das Spurenelement kurzzeitig und stellt daraus die wichtigen Schilddrüsenhormone her. Ihr Körper kann Jod allerdings nicht selbst herstellen. Also müssen Sie es von außen zuführen. Das passiert überwiegend über die Nahrung. Deutschland gilt bis heute als jodarme Region, denn das Spurenelement ist nur noch in geringen Mengen im Boden vorhanden. Allerdings ist es mittlerweile sehr einfach, mit einer ausgewogenen Ernährung ausreichend Jod zu sich zu nehmen. Speisesalz wird zum Beispiel seit den 1920er Jahren mit Jod versetzt. Bei der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e. V. können Sie genau nachlesen, welche Tageszufuhr an Jod für Sie empfohlen wird.

Wenn die Schilddrüse aus der Balance gerät

Bei einer Störung der Schilddrüse spricht man entweder von einer Schilddrüsenüberfunktion oder von einer Schilddrüsenunterfunktion. Beide Erkrankungen haben Auswirkungen auf das körperliche und seelische Wohlbefinden der Betroffenen.

Die Schilddrüsenunterfunktion

Bis vor einigen Jahren war Jodmangel noch ein verbreitetes Problem in Deutschland und der sogenannte Kropf gehörte zu den Volkskrankheiten. Ein Kropf entsteht durch eine vergrößerte Schilddrüse. Durch den Jodmangel kann die Schilddrüse nicht mehr ausreichend Hormone bilden. Als Folge wird der Stoffwechsel heruntergefahren.

Symptome einer Schilddrüsenunterfunktion:

  • Antriebslosigkeit bis hin zur Lethargie
  • Gewichtszunahme
  • Extreme Müdigkeit
  • Konzentrationsstörungen
  • Kälteempfindlichkeit
  • Atembeschwerden
  • Engegefühl im Hals
  • Veränderungen auf der Haut
  • Glanzloses, dünnes Haar

Die Schilddrüsenüberfunktion

Bei einer Schilddrüsenüberfunktion werden, wie der Name schon sagt, zu viele Hormone in der Schilddrüse produziert. Der Überschuss an Hormonen im Blut wirkt sich dann negativ auf verschiedene Stoffwechsel- und Körperfunktionen aus und bringt sie aus dem Gleichgewicht. Der Körper fährt quasi zu Hochtouren auf.

Symptome einer Schilddrüsenüberfunktion:

  • Herzklopfen und Herzrasen
  • Erhöhter Blutdruck
  • Gewichtsverlust trotz Heißhungerattacken
  • Zittern und nervöse Unruhen
  • Schlaflosigkeit
  • Gereiztheit
  • Schwäche und Müdigkeit
  • Wärmeempfindlichkeit und erhöhtes Schwitzen

Ein offensichtliches körperliches Symptom zeigt sich bei einer Störung der Schilddrüse oft erst sehr spät. Die Erkrankungen entwickeln sich langsam. So werden Symptome meist nicht direkt wahrgenommen, da sich Betroffene daran gewöhnen. Deshalb sind ein gesundes Körpergefühl und Achtsamkeit für das eigene seelische Befinden sehr wichtig, um eine eventuelle Schilddrüsenerkrankung früher zu erkennen.

Sollten bei Ihnen Symptome auftreten, muss das aber nicht direkt heißen, dass die Schilddrüse geschädigt ist. Um sicher zu gehen, sprechen Sie mit Ihrer Hausärztin oder Ihrem Hausarzt. Mithilfe eines Bluttests kann dann ermittelt werden, was Ihnen fehlt. Denn selbst wenn eine Schilddrüsenerkrankung ausgeschlossen wird, ist es immer gut, auf Ihren Körper und Gemütsveränderungen zu achten.

Warum gerät die Schilddrüse aus dem Gleichgewicht?

  • Autoimmunerkrankungen als mögliche Ursache

    Die Ursache für eine Schilddrüsenunterfunktion kann auch bei Krankheiten liegen, wenn sie dieses wichtige Organ aus dem Gleichgewicht bringen. Die Krankheit, die meist mit einer Schilddrüsenunterfunktion in Verbindung steht, ist Hashimoto-Thyreoiditis. Hashimoto gehört zu den Autoimmunkrankheiten. Das bedeutet, die körpereigenen Abwehrzellen greifen neben Krankheitserregern auch den Körper selbst an. Bei Hashimoto ist davon die Schilddrüse betroffen. Das Organ wird von den Abwehrzellen angegriffen und entzündet sich. Diese Entzündung stört dann die Hormonbildung.

    Bei einer Schilddrüsenüberfunktion ist ebenfalls eine Autoimmunkrankheit die häufigste Ursache: die Basedow-Krankheit oder Morbus Basedow. Auch bei dieser Erkrankung wird die Schilddrüse angegriffen. Doch hier reagiert sie mit der Überproduktion von Hormonen. Über Umwege kann auch ein Jodmangel zu einer Überfunktion führen. Das passiert dann, wenn die Schilddrüse auf den Jodmangel mit einer Autonomie reagiert. Teile der Schilddrüse beginnen dann damit, unkontrolliert Hormone zu produzieren, um den Jodmangel abzufangen.

  • Eine Störung der Schilddrüse kann erblich bedingt sein

    Störungen der Schilddrüse sind bis zu einem gewissen Maße auch erblich bedingt. Wenn in Ihrer Familie vermehrt solche Erkrankungen auftreten, ist es sinnvoll, sich regelmäßig testen zu lassen. Das geschieht ganz einfach bei der Hausärztin oder dem Hausarzt. Die Ärztin oder der Arzt tasten zunächst den Hals ab, um mögliche Verformungen an der Schilddrüse zu erfühlen. Ein Ultraschall ermöglicht dann eine visuelle Betrachtung des Organs. Ein Bluttest gibt weitere Einsichten. Die Hausärztin oder der Hausarzt verweist Sie dann im Fall einer Erkrankung an eine Spezialistin oder einen Spezialisten aus der Endokrinologie. Dass eine Schilddrüsenerkrankung von Geburt an auftritt, ist selten der Fall. Nur eines von 4.000 Neugeborenen ist davon betroffen.

  • Achtung bei Medikamenten

    Medikamente können ebenfalls dazu beitragen, dass die Schilddrüse mit einem Überschuss an Jod konfrontiert wird. Denn viele Arzneien enthalten das Spurenelement in größeren Mengen. Deshalb ist es wichtig, sich über die Inhaltsstoffe von Medikamenten zu informieren. Besonders wenn sie regelmäßig eingenommen werden. Ist Jod enthalten, muss die Aufnahme des Spurenelements durch die Ernährung eventuell reguliert werden. Gerade auch bei einer Medikamenteneinnahme über längere Zeit sollten all diese Punkte umfassend mit medizinischem Fachpersonal abgesprochen werden. Der Jodgehalt von Medikamenten ist für Menschen mit einer Jodunverträglichkeit besonders problematisch. Auch hier ist ein regelmäßiger Austausch mit der behandelnden Fachärztin oder dem behandelnden Facharzt wichtig.

So können Sie Ihre Schilddrüse unterstützen.

Gebratener Lachs mit Spinat auf einem weißen Teller

Das Spurenelement Jod nehmen Sie überwiegend über die Nahrung auf. Eine gesunde und ausgewogene Ernährung ist deshalb eine gute Grundlage für eine ausreichende Jod-Versorgung. Weitere Jodlieferanten für die tägliche Ernährung sind zum Beispiel:

  • Fisch, Meeresfrüchte und Algen
  • Vollkorngetreide
  • Rind- und Schweinefleisch
  • Eier
  • Gemüse wie Spinat und Radieschen

Bei den tierischen Produkten kommt es allerdings auf das Futter der Tiere an. Denn dieses wird, wie auch unser Salz, extra mit Jod versetzt. Ein jodhaltiges Nahrungsergänzungsmittel ist bei einer bewussten Ernährung nicht nötig. Deshalb sollten Sie die Einnahme vorher mit einer Ärztin oder einem Arzt besprechen. Zusätzlich zu Jod gibt es auch weitere wichtige Spurenelemente und Vitamine, die die Schilddrüse regulieren. Das sind Selen, Zink, Calcium, Magnesium und Eisen. Außerdem die Vitamine A, B12 und D. In der Ernährung sollte also auch darauf geachtet werden, dass all diese Nährstoffe regelmäßig aufgenommen werden. Ein ausgewogener Lebensstil und eine gesunde Ernährung sind eine gute Grundlage, die Schilddrüse gesund zu halten. Eine geübte Körperwahrnehmung ist ein weiteres hilfreiches Mittel. Denn Ihr Körper zeigt Ihnen, ob sich etwas an Ihrer Gesundheit verändert hat.

Eine Schilddrüsenerkrankung behandeln

Wenn bereits eine Erkrankung vorliegt, helfen vor allem Medikamente dabei, die Störung zu behandeln. Betroffene nehmen entweder Schilddrüsenhormone in Tablettenform zu sich oder vermindern mit sogenannten Schilddrüsenblockern die Hormonproduktion. Außerdem kann eine Ernährungsanpassung den Krankheitsverlauf positiv unterstützen. In manchen Fällen ist eine Operation vonnöten. Eine Fachärztin oder ein Facharzt der Endokrinologie verschreibt Betroffenen die passenden Medikamente und unterstützt Sie dabei, möglichst ohne starke Einschränkungen leben zu können. 

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