Gesundheitswelt der AOK Sachsen-Anhalt

Gesundheitsmythen

Ein etwa 35-jähriger Mann sitzt in der Natur und trinkt eine Tasse Tee.

Wahr oder falsch? – 10 Gesundheitsmythen im Check

Rund um die Gesundheit kursieren viele Mythen und Weisheiten. Manche von ihnen halten sich schon über Generationen und werden ohne zu hinterfragen weitergegeben. Dabei stammen die Mythen aus den unterschiedlichsten Bereichen wie beispielsweise Ernährung, Körper, Psyche oder Sport. Viele von ihnen versprechen Schutz vor Krankheiten oder gar Wunderheilung. 

Im Artikel erfahren Sie, welche Gesundheitsmythen durchaus hilfreich sein können und bei welchen es sich nur um leere Versprechungen handelt.

Wussten Sie schon, dass...

  • Hautpflege gerade in den kalten Monaten sehr wichtig ist?
  • die AOK Sachsen-Anhalt nicht rezeptpflichtige Medikamente mit 40 Euro bezuschusst?
  • die UV-Strahlung auch im Winter schädliche Werte erreicht?

Was sind Mythen?

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Der Begriff „Mythos“ kommt aus dem Altgriechischen und bedeutet so viel wie „Wort, Rede, Erzählung von Begebenheiten“. Sie werden mündlich von Generation zu Generation weitergegeben. Insbesondere Gesundheitsmythen sollen unseren Glauben an bestimmte gesundheitliche Auswirkungen bestärken. Bewiesen sind diese Weisheiten oft nicht, deshalb lohnt es sich genauer hinzuschauen und nicht alles auf Anhieb zu glauben.

Gesundheitsmythen auf dem Prüfstand

  • "Vitamin C schützt vor Erkältung"

    Das Vitamin ist in vielen Obst- und Gemüsesorten, wie beispielsweise Zitronen, Mango, Brokkoli oder Paprika vorhanden. Die empfohlene tägliche Zufuhr an Vitamin C liegt laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung bei Erwachsenen bei 110 mg pro Tag für Männer und 95 mg pro Tag für Frauen. Unser Körper kann Vitamin C nicht speichern und scheidet einen eventuellen Überschuss über Urin oder Stuhlgang aus.

    Eine tägliche Einnahme von Vitamin C bietet keinen Schutz vor einer Erkältung, kann aber die Beschwerdedauer geringfügig verkürzen. Bei einer bereits bestehenden Erkältung hat die Einnahme von Vitamin C keine weiteren positiven Auswirkungen.

  • “Ein Apfel am Tag erspart den Arztbesuch”

    Menschen, die täglich einen Apfel essen, gehen genauso häufig zum Arzt, wie Menschen die es nicht tun. Der Apfel ist ein beliebtes Obst unter den Deutschen und auch zweifelsfrei gesund. Er ist reich an Mikronährstoffen, wie Vitamin A und B, Folsäure, sowie Kalium und Kalzium. Außerdem enthält er Pektine, welche sich positiv auf unsere Verdauung auswirken können. Aus diesem Grund wird der Apfel auch gern als Hausmittel bei Durchfall eingesetzt. Die im Apfel enthaltenen Flavonoide sind für die rote, hellgelbe oder grüne Farbe bei der Obstsorte verantwortlich und schützen unsere Zellen zusätzlich. 

    Der Apfel bewahrt uns nicht zuverlässig vor Krankheiten oder einem Arztbesuch. Der Gesundheitsmythos ist somit falsch.

  • „Honig lindert Husten“

    Studien belegen, dass Honig tatsächlich Hustenattacken mindert und diese sogar weniger heftig auftreten. Honig wirkt darüber hinaus entzündungshemmend und bremst Krankheitserreger. Lösen Sie bei akutem Husten 0,5 -1 TL Honig direkt vom Löffel in Tee oder warmer Milch auf. Der Mythos ist damit wahr.

    Wichtig: Babys unter einem Jahr dürfen keinen Honig verzehren!

  •  “Zahnpasta hilft gegen Pickel”

    Zahnpasta wirkt antiseptisch und verhindert so, dass sich die Keime weiter vermehren. Der Inhaltsstoff Natriumdodecylpolysulfat trocknet tatsächlich Pickel aus, kann aber starke Hautirritationen hervorrufen. Das in Zahnpasta enthaltene Menthol und Sorbitol kann beispielsweise eine bestehende Entzündung verstärken. Zusätzlich verschließt Zahnpasta die Pore und verhindert so, dass der angelagerte Talg abfließen kann.

    Der Mythos ist also nur bedingt wahr und grundsätzlich nicht zu empfehlen. Was bei Pickeln tatsächlich hilft, können Sie hier nachlesen. 

  • "Bei Nasenbluten den Kopf in den Nacken legen" 

    Um Nasenbluten zu stoppen, kann es hilfreich sein, den Kopf in den Nacken zu legen. Mediziner und Medizinerinnen raten davon allerdings ab. Denn das Blut läuft durch den Rachen weiter in den Magen und kann dort Übelkeit und Erbrechen hervorrufen. Der Mythos ist somit falsch.

    So geht es richtig: Setzen Sie sich aufrecht hin und lassen sie ihren Kopf nach vorn hängen, sodass das Blut aus der Nase herauslaufen kann. Zusätzlich hilft ein kalter Waschlappen im Nacken, dass sich die Blutgefäße der Nase zusammenziehen. Wenn die Blutung allerdings gar nicht zu stoppen ist, sollten Sie Ihren Arzt oder Ihre Ärztin aufsuchen.

Eine junge Frau presst eine frische Zitrone.
Kaffee wird in eine weiße Porzellantasse gegossen.
Frischer Honig befindet sich in einem Glas.
  • “Schnodder in der Nase darf man nicht hochziehen”

    Viele Hals-Nasen-Ohren-Ärzte empfehlen sogar den Schleim hochzuziehen. Dieser gelangt so in den Nasenrachen, wird runtergeschluckt und landet anschließend im Magen. Die Magensäure zerstört die Bakterien und Viren und macht sie so unschädlich. Es mag als unhygienisch gelten, aus medizinischer Sicht ist es aber absolut unbedenklich. Wenn Sie doch die Nase schnäuzen möchten, dann nur vorsichtig. Andernfalls kann der Schleim in die Nasennebenhöhlen oder das Mittelohr gelangen und dort Entzündungen hervorrufen. Der Mythos ist falsch. 

  • "Kaffee macht wach" 

    Kaffee ist zweifellos ein Wachmacher. Der Effekt setzt nach circa einer halben Stunde ein, weil zu diesem Zeitpunkt der Koffeingehalt im Blut am höchsten ist. Das Koffein verdrängt im Gehirn den Botenstoff Adenosin. Denn Adenosin signalisiert unserem Körper Müdigkeit. Außerdem setzt Kaffee anregende Botenstoffe, wie Dopamin frei, welche unsere Aufmerksamkeit und das Konzentrationsvermögen steigern. Folglich fühlen wir uns fitter und wacher. Für Erwachsene gilt: Nicht mehr als 200mg Koffein als Einzeldosis. Das entspricht 2 Tassen. Über den Tag verteilt sind bis zu 400mg unbedenklich.

    Der Mythos ist also wahr.

  • "Lachen ist gesund"

    Weltweit bestätigen Wissenschaftler die Aussage, dass sich Lachen positiv auf unseren Körper auswirkt. Wenn wir lachen wird unsere Atmung angekurbelt und die Lungenflügel dehnen sich aus, was zu einer erhöhten Sauerstoffaufnahme führt. Zusätzlich steigert es die Fettverbrennung und das Cholesterin wird besser abtransportiert. Durch das ständige Ein- und Ausatmen werden die Luftwege von störenden Sekreten befreit. Lachen senkt die Konzentration an Stresshormonen in unserem Körper und mindert so auch den allgemeinen Stresspegel. Häufiges und herzhaftes Lachen wirkt sich zudem positiv auf unser Herz-Kreislauf-System aus. Der Mythos ist wahr.

  • "Wechselduschen stärken das Immunsystem" 

    Der Wechsel zwischen warmem und kaltem Wasser beim Duschen hat einen belebenden Effekt auf unseren Körper. Unser körpereigenes Abwehrsystem ist bei Wechselduschen zwei Extremen kurz hintereinander ausgesetzt. Das regt die Durchblutung an und wirkt sich positiv auf unser Immunsystem aus. Denn gut durchblutete Schleimhäute sorgen für eine bessere Abwehr von Krankheitserregern. Bei regelmäßiger Anwendung, lernt unser Körper bei Kälte weniger zu frieren und bei Hitze weniger zu schwitzen. Es kursieren viele Hinweise, dass Mythos stimmt, wirklich wissenschaftlich belegt ist er aber nicht.

    Beachten Sie: Wechselduschen sind nicht geeignet für Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen und/oder einem zu hohen Blutdruck.

  • „Ein Sprung ins kalte Wasser kann zu einem Herzstillstand führen“

    Große und schnelle Temperaturwechsel stellen eine große Belastung für unseren Körper dar. Der Sprung ins kalte Wasser führt zu einer Verengung der Blutgefäße. In der Folge steigt unser Blutdruck. Diese Situation stellt eine Belastung für unseren Kreislauf dar, was für gesunde Menschen in der Regel aber kein Problem sein sollte. Gefährlich wird es dagegen für Menschen mit Herz- oder Gefäßerkrankungen. Hier besteht die Gefahr eines Herzstillstandes. Grundsätzlich ist es immer ratsam den Körper langsam an einen Temperaturunterschied zu gewöhnen.

    Der Mythos trifft also tatsächlich für bestimmte Risikogruppen zu.

Fazit:

Es ist sinnvoll nicht allen Weisheiten blind zu vertrauen, sondern sich richtig darüber zu informieren. Manchmal steckt viel Wahres darin und manchmal eben auch nicht. Im Zweifel kann es auch immer hilfreich sein, Rücksprache mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin zu halten. Wer präventiv etwas für seinen Körper tun möchte, kann beispielsweise auch auf Gesundheitskurse zurückgreifen. 

Wir bezuschussen jährlich zwei Gesundheitskurse oder einen Kombinationskurs. Dabei übernehmen wir 90 % der Kurskosten, aber maximal 80 Euro pro Einzelkurs. Für einen Kombinationskurs übernehmen wir maximal 160 Euro. Voraussetzung ist, dass der von Ihnen gewählte Gesundheitskurs von der Zentralen Prüfstelle für Prävention (ZPP) zertifiziert ist.

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