Gesundheitswelt der AOK Sachsen-Anhalt

Kaffee

Eine Frau gießt sich eine Tasse Filterkaffee ein

Von der Kaffeebohne bis zur Wirkung im Körper

Kaffee gehört zu den beliebtesten Getränken weltweit – auch in Deutschland wird er täglich von Millionen Menschen getrunken. Doch ist Kaffee gesund oder kann er der Gesundheit schaden? Die Forschung zeigt ein differenziertes Bild. Moderater Kaffeekonsum wird mit verschiedenen positiven Effekten in Verbindung gebracht, wie unter anderem der Anregung des Stoffwechsels oder Konzentrationsförderung. Übrigens: Die ersten Kaffeeplantagen gab es bereits im 12. oder 13. Jahrhundert im Jemen. Im 16. Jahrhundert erreichte der Kaffee dann auch Europa.

In unserem Beitrag beschäftigen wir uns näher mit den gesundheitlichen Vorteilen und Nebenwirkungen von Kaffee. Wir klären, wie viel Kaffee pro Tag gesund ist und geben Tipps für den gesunden Kaffeegenuss.

Wussten Sie schon, dass…

  • Kaffeesatz mit etwas Öl ein gutes Peeling ergibt?
  • Kaffee dem Körper keine Flüssigkeit entzieht?
  • die AOK Sachsen-Anhalt zwei Gesundheitskurse im Jahr bezuschusst?
Verschiedene Kaffeespezialitäten auf einem Tablett

Welche gesundheitlichen Vorteile hat Kaffee?

Studien deuten darauf hin, dass Kaffee in moderaten Mengen gesundheitliche Vorteile haben kann. Das enthaltene Koffein fördert die Konzentration und hilft dabei, wach zu bleiben. Lässt die Wirkung nach, kehrt die Konzentration jedoch wieder auf das Ausgangsniveau zurück und Müdigkeit kann stärker wahrgenommen werden.

Darüber hinaus enthält Kaffee geringe Mengen an Niacin, das für die Energiegewinnung im Körper wichtig ist und zur Erhaltung von Haut und Haaren beiträgt. Zudem liefert er Antioxidantien, die Zellen vor schädlichen Einflüssen schützen können. Kaffee regt die Verdauung und den Stoffwechsel an und kann sich positiv auf die Lebergesundheit auswirken.

Ist Kaffee schädlich für die Gesundheit?

Kaffee und das enthaltene Koffein wirkt auf jeden Menschen unterschiedlich. Besonders bei hohem Konsum kann er verschiedene Nebenwirkungen haben:

  • Schlafprobleme: möglichst ab dem Nachmittag kein Kaffee mehr trinken
  • innere Unruhe und Nervosität
  • starkes Herzklopfen, Herzrasen, Schweißausbrüche
  • erhöhter Blutdruck: bei Personen, die seltener Kaffee oder koffeinhaltige Getränke trinken, steigt der Blutdruck stärker an
  • erhöhte Cholesterinwerte: sogenannte Diterpene lassen die Blutfettwerte bei hohem Konsum ansteigen
  • Sodbrennen: verschiedene Inhaltsstoffe und die Säurewirkung können die Magenschleimhaut reizen
  • wirkt harntreibend: bei regelmäßigem Kaffeekonsum entwickelt sich allerdings eine gewisse Toleranz

Zudem enthält Kaffee einige Stoffe, die im Verdacht stehen, krebserregend zu sein. Dazu gehören unter anderem Acrylamid und Furan, die vor allem in Röstkaffee vorkommen. Die gute Nachricht: Nach aktuellem Kenntnisstand sind sie nur in so geringen Mengen enthalten, dass für Kaffeeliebhaber kein Anlass zur Panik besteht.

Ein Mann bereitet Kaffee mit Siebträgermaschine zu

Wann sollte man auf Kaffee verzichten?

Bei bestimmten Krankheiten oder Umständen sollten Sie Kaffee gar nicht, nur in geringen Mengen oder entkoffeiniert konsumieren. Dazu zählen:

  • Sodbrennen
  • Schwangere und Stillende (stark begrenzter Konsum)
  • Eisenmangel: Kaffee hemmt Eisenaufnahme
  • während des Sports: Kaffee kann das Herz-Kreislauf-System zusätzlich belasten
  • bei Hitze: Koffein regt den Kreislauf an und kann das Hitzegefühl verstärken

Bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist ein moderater Kaffeekonsum in der Regel weiterhin möglich. Halten Sie hier Rücksprache mit Ihrem Arzt.

Wechselwirkungen von Kaffee

Kaffee und Koffein können verschiedene Wechselwirkungen hervorrufen, die sowohl vorteilhafte als auch negative Wirkungen haben.

  • ASS, Paracetamol, Ibuprofen

    Koffein kann die schmerzlindernde Wirkung von Schmerzmitteln verstärken und den Wirkungseintritt beschleunigen

  • Eisenpräparate

    Gerbstoffe des Kaffees binden das Eisen und hemmen so die Aufnahme im Körper

  • Beruhigungsmittel (Benzodiazepine), H1-Antihistaminika (Antiallergika)

    Koffein kann die Wirkung abschwächen.

  • Schilddrüsenersatzhormone

    Kaffee kann die Aufnahme von L-Thyroxin im Darm reduzieren

  • Theophyllin (bei Asthma)

    Wirkstoff bleibt länger im Körper, was zu Nervosität, Herzrhythmusstörungen und Schlaflosigkeit führen kann.

  • Antibabypille, Citalopram, Gyrasehemmer (Antibiotika)

    Die Antibabypille, Citalopram und Gyrasehemmer (bestimmte Antibiotika) können den Abbau von Koffein im Körper verlangsamen.

Eine verliebtes älteres Pärchen genießt gemeinsam eine Tasse Kaffee

Wie viel Kaffee pro Tag ist unbedenklich?

Bis zu 200 Milligramm Koffein innerhalb kurzer Zeit oder 400 Milligramm über den Tag verteilt sind in der Regel gesundheitlich unbedenklich. Das entspricht bei herkömmlichem Filterkaffee etwa bis zu vier Tassen pro Tag. Generell gelten drei Milligramm Koffein pro Kilogramm Körpergewicht als Richtlinie.

Je nach Kaffeesorte und Zubereitungsart ergibt sich ein unterschiedlicher Koffeingehalt. Die Durchschnittswerte sind in etwa:

  • Filterkaffee: 200 ml – 90 mg Koffein
  • Espresso: 40 ml – 75 mg Koffein
  • Entkoffeiniert: 150 ml – 2 bis 5 mg Koffein

Kaffee in der Schwangerschaft und Stillzeit

Koffein kann das ungeborene Kind über die Plazenta oder auch das Baby über die Muttermilch erreichen. Dauerhaft hoher Koffeinkonsum kann zu einem verringerten Wachstum des ungeborenen Kindes führen. Zudem baut sich Koffein in der Schwangerschaft langsamer ab. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt deshalb maximal 200 Milligramm Koffein, also eine Tasse Kaffee pro Tag.

Entkoffeinierter Kaffee und Kaffee-Alternativen

Entkoffeinierter Kaffee darf maximal ein Gramm Koffein pro Kilo Kaffeetrockenmasse enthalten, löslicher Kaffee bis zu drei Gramm. Dafür wird den Kaffeebohnen meist schon im Rohzustand Koffein entzogen. Der Geschmack ähnelt dem von normalem Kaffee sehr stark.

Eine Tasse Kaffeeersatz wird eingegossen

Kaffee-Ersatzprodukte ohne Koffein

Kaffee-Ersatzprodukte sind als Filterkaffee oder Instantkaffee erhältlich.

  • Lupinenkaffee aus gerösteten Kernen der Süßlupine: kommt mit seinem mildem, nussigen, kaffeeähnlichem Aroma Kaffee am nächsten
  • Getreidekaffee meist aus geröstetem Roggen, Weizen oder Gerste: mildes Aroma
  • Malzkaffee: süßlicher Geschmack
  • Zichorienkaffee aus der Wurzelzichorie: schmeckt leicht bitter

Entkoffeinierter Kaffee

Entkoffeinierter Kaffee darf maximal ein Gramm Koffein pro Kilo Kaffeetrockenmasse enthalten, löslicher Kaffee bis zu drei Gramm. Dafür wird den Kaffeebohnen meist schon im Rohzustand Koffein entzogen. Der Geschmack ähnelt dem von normalem Kaffee sehr stark.

Kaffee richtig lagern und gesund zubereiten

Lagerung

  • gut verschlossen an einem kühlen Ort
  • nicht in der Nähe anderer Lebensmittel: Kaffee kann Gerüche aufnehmen
  • innerhalb weniger Wochen verbrauchen, damit er nicht an Aroma verliert

Einkauf und Zubereitung

  • Filterkaffee bevorzugen: unerwünschte Feststoffe und Diterpene werden aufgefangen
  • Bio- und Fair-Trade-Kaffee: Verzicht auf synthetisch-chemische Pestizide

Für das richtige Aroma sollten Sie die Bohnen erst kurz vor der Zubereitung mahlen. Achten Sie außerdem auf die Durchlaufzeit: Ist diese zu kurz, schmeckt der Kaffee saurer, ist sie zu lang, schmeckt er bitterer.

Trendgetränk Cold Brew

Cold Brew macht Kaffee zum Erfrischungsgetränk. Der Kaffee wird hierbei mit kaltem Wasser aufgegossen und über mehrere Stunden oder Tage ziehengelassen. Dadurch entfaltet sich das Aroma deutlich stärker, während gleichzeitig weniger Bitterstoffe und Säuren entstehen. Auch der Koffeingehalt ist etwas geringer. 

Ein frisch zubereiteter Cold Brew

Rezept: Cold Brew

Zutaten für 2 Gläser

  • 150 g fein gemahlenes Kaffeepulver
  • 500 ml kaltes Wasser
  • 10 Eiswürfel
  • 300 ml Milch oder Milchalternative
  • French Press (Pressstempelkanne)

Zubereitung

  1. Kaffeepulver in eine French Press geben, mit kaltem Wasser mischen und für etwa 48 Stunden im Kühlschrank ziehen lassen.
  2. Eiswürfel gleichmäßig in die Gläser verteilen.
  3. French Press durchdrücken, gleichmäßig in Gläser einfüllen und mit Milch auffüllen.

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