Gesundheitswelt der AOK Sachsen-Anhalt

Immunsystem

Zwei Seniorinnen stärken ihr Immunsystem bei einem Strandspaziergang

Immunsystem stärken: So unterstützen Sie Ihre Abwehrkräfte

Tag für Tag schützt unser Immunsystem den Körper vor Krankheitserregern wie Viren, Bakterien und Pilzen. Außerdem erkennt und beseitigt es veränderte körpereigene Zellen. Das Immunsystem funktioniert im Zusammenspiel verschiedener Zellen, Gewebe und Organe. 
Eine ausgewogene Ernährung, ausreichend Bewegung und guter Schlaf unterstützen die normale Funktion dieses hochkomplexen Systems. Sogenannte „Immunbooster“ und Nahrungsergänzungsmittel sind dagegen nicht automatisch sinnvoll.

Erfahren Sie, wie das Immunsystem funktioniert und wie Sie seine normale Funktion unterstützen können. Außerdem beleuchten wir einige Mythen rund um das Immunsystem.

Wussten Sie schon, dass…

  • die AOK Sachsen-Anhalt alle wichtigen Vorsorgeuntersuchungen übernimmt?
  • Impfungen das Immunsystem gezielt auf bestimmte Krankheitserreger vorbereiten?
  • ausreichend Schlaf die normale Funktion des Immunsystems unterstützt?

Wie funktioniert das Immunsystem?

Das Immunsystem schützt den Körper auf mehreren Ebenen. Krankheitserreger müssen zunächst äußere Schutzbarrieren überwinden. Gelangen sie trotzdem in den Körper, greifen die angeborene und anschließend die erworbene Abwehr ein.

 

Schutzbarrieren halten Erreger fern
Haut und Schleimhäute bilden die erste Verteidigungslinie. Die Haut erschwert Krankheitserregern durch ihre geschlossene Oberfläche und den Säureschutzmantel das Eindringen. Schleimhäute fangen Erreger mit Schleim und Flimmerhärchen ab und transportieren sie wieder nach außen. Auch Tränen und Speichel enthalten Stoffe, die Krankheitserreger abwehren. Die Magensäure macht es vielen Erregern zusätzlich schwer, den Magen zu überleben.
Die angeborene Abwehr reagiert schnell 
Schaffen es Erreger trotzdem in den Körper, wird die angeborene Abwehr aktiv. Sie erkennt typische Merkmale von Krankheitserregern und reagiert innerhalb von Minuten bis Stunden. Zu ihr gehören unter anderem Fresszellen. Sie nehmen Erreger auf und machen sie unschädlich.
Die erworbene Abwehr geht gezielt vor
Die erworbene oder spezifische Abwehr richtet sich gezielt gegen bestimmte Krankheitserreger. Sie entwickelt sich im Laufe des Lebens weiter, wenn der Körper mit verschiedenen Erregern in Kontakt kommt.Dabei spielen vor allem B-Zellen, T-Zellen und Antikörper eine wichtige Rolle: B-Zellen bilden passende Antikörper. Diese können Erreger neutralisieren oder für andere Abwehrzellen markieren. T-Zellen erkennen unter anderem infizierte Körperzellen und können diese zerstören.

Immunsystem unterstützen

Eine Frau mischt Salat in einer Salatschüssel.

Ein gutes Immunsystem ist kein Zufall, sondern das Ergebnis täglicher Gewohnheiten. So stärken Sie Ihre Abwehrkräfte gezielt:

Eine abwechslungsreiche Ernährung versorgt den Körper mit wichtigen Nährstoffen, die er für ein funktionierendes Immunsystem benötigt. Vitamin C steckt beispielsweise in Zitrusfrüchten und Paprika, Zink in Hülsenfrüchten und Nüssen und Selen unter anderem in Paranüssen. Ballaststoffe unterstützen eine vielfältige Darmflora. Sie stecken vor allem in Gemüse, Obst, Hülsenfrüchten und Vollkornprodukten. Gemüse liefert zudem sekundäre Pflanzenstoffe und weitere gesundheitsfördernde Inhaltsstoffe.

Auch ausreichend Flüssigkeit ist wichtig: Sie hält die Schleimhäute feucht und unterstützt damit ihre Schutzfunktion.

Ein Mann geht joggen.


Regelmäßige Bewegung unterstützt die normale Funktion des Immunsystems. Am besten ist die Mischung aus Bewegung im Alltag sowie Ausdauer- und Krafttraining. Wichtig ist jedoch, Überlastung zu vermeiden. Zu intensives Training ohne ausreichende Erholungsphasen kann das Immunsystem vorübergehend schwächen.

Eine junge Frau schläft entspannt im Bett


Ausreichend Schlaf und Erholung unterstützen die körpereigene Abwehr und wichtige Regernationsprozesse. Dauerhafter Schlafmangel und chronischer Stress können die Immunabwehr beeinträchtigen. Entspannung, Meditation und regelmäßige Pausen helfen, Stress abzubauen und dem Körper Zeit zur Erholung zu geben.

Ein Senior raucht eine Zigarette.


Rauchen schädigt die natürlichen Schutzmechanismen der Atemwege, unter anderem die Flimmerhärchen. Dadurch können 
Krankheitserreger schlechter aus den Atemwegen abtransportiert werden. Alkohol beeinträchtigt Ihre Immunabwehr, da er dem Körper wichtige Nährstoffe entzieht und außerdem die wichtige Tiefschlafphase stört.

Impfungen schützen vor Infektionen

Impfungen gehören zu den wirksamsten Maßnahmen zum Schutz vor Infektionskrankheiten. Sie bereiten das Immunsystem gezielt auf bestimmte Krankheitserreger vor, ohne dass Sie die Erkrankung selbst durchmachen müssen.

Das Immunsystem bildet nach einer Impfung unter anderem Antikörper und Gedächtniszellen. Kommt es später zum Kontakt mit dem Erreger, kann es schneller und gezielter reagieren. Eine Impfung verhindert zwar nicht bei jeder Krankheit eine Infektion, kann aber das Risiko einer Erkrankung und insbesondere eines schweren Verlaufs deutlich verringern.

Lassen Sie Ihren Impfstatus regelmäßig überprüfen. Die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut aktualisiert ihre Empfehlungen regelmäßig und legt fest, welche Impfungen für verschiedene Alters- und Risikogruppen empfohlen werden.

Schwaches Immunsystem: wann ein Arztbesuch sinnvoll ist

Nicht jede Erschöpfung bedeutet gleich eine Immunschwäche. Symptome wie Müdigkeit, Antriebslosigkeit oder Abgeschlagenheit sind unspezifisch und müssen nicht auf eine bestimmte Erkrankung hindeuten. 

Hinweise auf eine beeinträchtigte Immunabwehr können sein:

Ingwer in heißem Wasser unterstützt das Immunsystem

 

  • ungewöhnlich häufige Infektionen, zum Beispiel Atemwegs-, Nasennebenhöhlen- oder Blasenentzündungen
  • schwere oder komplizierte Infektionsverläufe, etwa mit Komplikationen oder notwendigem Krankenhausaufenthalt
  • ungewöhnlich lange Genesungsdauer, wenn Infekte nur langsam abklingen oder Wunden schlecht heilen
  • Infektionen durch seltene Erreger oder wiederholt notwendige Antibiotikabehandlungen

Bestimmte Erkrankungen und Medikamente können das Immunsystem schwächen. Auch ein ausgeprägter Nährstoffmangel kann die Immunfunktion beeinträchtigen. 

Wenn Sie ungewöhnlich häufig oder schwer erkranken oder sich unsicher sind, lassen Sie die Beschwerden ärztlich abklären.

Immunbooster und Hausmittel: Was hilft wirklich?

Verschiedene Faktoren wie Ernährung, Rauchen, Alkoholkonsum und chronische Krankheiten können das Immunsystem schwächen und die Fähigkeit beeinträchtigen, den Körper vor Krankheitserregern zu schützen.

  • Vitamin-C-Shots

    Vitamin C ist wichtig für eine normale Funktion des Immunsystems. Eine zusätzliche Einnahme schützt gesunde Menschen jedoch nicht zuverlässig vor Erkältungen. Bei regelmäßiger Einnahme kann Vitamin C die Dauer einer Erkältung geringfügig verkürzen. Eine ausgewogene Ernährung liefert in der Regel ausreichend Vitamin C.

  • Vitamin D

    Vitamin D ist wichtig für eine normale Funktion des Immunsystems. Ob eine Nahrungsergänzung sinnvoll ist, hängt unter anderem vom Vitamin-D-Status ab. Bei einem nachgewiesenen Mangel kann eine Supplementierung sinnvoll sein. Sprechen Sie dazu mit Ihrem Arzt.

  • Zink

    Zink ist wichtig für die normale Funktion des Immunsystems. Wird Zink frühzeitig zu Beginn einer Erkältung eingenommen, kann es die Dauer der Beschwerden möglicherweise etwas verkürzen. Einen vorbeugenden Effekt gegen Erkältungen ist dagegen nicht belegt.

    Eine dauerhafte Einnahme hoch dosierter Zinkpräparate ist ohne ärztliche Empfehlung nicht sinnvoll.

  • Kalte Duschen

    Sie fördern kurzfristig die Durchblutung und können die Thermoregulation Ihres Körpers trainieren und Ihren Körper „abhärten“. Ein Schutz vor Infekten ist hingegen nicht belegt.

  • Ingwer & Zitrone

    Ingwer wirkt durch Gingerole entzündungshemmend und fördert die Durchblutung der Schleimhäute. Zitrone liefert Vitamin C. Sie sollten die Zitrone jedoch nicht mit kochendem Wasser übergießen, da die Hitze das Vitamin zerstört. Ein Ingwer-Zitronen-Tee kann bei ersten Anzeichen einer Erkältung wohltuend sein. Einen nachgewiesenen Schutz vor Infekten bietet er jedoch nicht.

  • "Detox" (Entgiftung)

    Für sogenannte Detox-Kuren gibt es keine überzeugenden wissenschaftlichen Belege dafür, dass sie den Körper von „Giftstoffen“ reinigen oder das Immunsystem stärken. Leber und Nieren übernehmen wichtige Aufgaben beim Abbau und bei der Ausscheidung von Stoffwechselprodukten.

  • Pflanzliche Mittel

    Für Echinacea (Sonnenhut) ist ein eindeutiger Nutzen zur Vorbeugung oder Behandlung von Erkältungen nicht belegt. Bei Pelargonium-Extrakten gibt es Hinweise auf eine mögliche Linderung von Beschwerden bei akuter Bronchitis. Die Aussagekraft der Studien ist jedoch begrenzt.

Fazit: Unser Immunsystem schützt den Körper jeden Tag vor Krankheitserregern und arbeitet dabei auf mehreren Ebenen. Sie können es mit einfachen Maßnahmen unterstützen: Eine ausgewogene Ernährung, ausreichend Schlaf, regelmäßige Bewegung und Erholung sowie ein guter Impfschutz tragen dazu bei, die körpereigene Abwehr gesund zu halten. Auf sogenannte „Immun-Booster“ müssen Sie dagegen meist nicht setzen: Für viele Produkte ist ein zusätzlicher Nutzen zur Stärkung der Immunabwehr nicht eindeutig belegt. Entscheidend ist vielmehr das Zusammenspiel verschiedener Faktoren im Alltag.

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