Gesundheitswelt der AOK Sachsen-Anhalt

Lymphangitis

Eine Frau bemerkt eine Entzündung ihrer Lymphbahnen

Entzündung der Lymphbahnen

Lymphbahnen sind Verkehrswege und ein wichtiger Bestandteil des Immunsystems. Gelangen Krankheitserreger über eine Hautwunde, Insektenstiche oder einen Tierbiss dort hinein, entzünden sich die Lymphbahnen von Haut und Unterhautfettgewebe – die Folge ist eine Lymphangitis. Beschwerden wie rote, schmerzhafte Streifen unter der Haut, die von der Wunde bzw. dem Stich ausgehen und sich in Richtung Körperstamm ausbreiten, entstehen dann meist innerhalb weniger Stunden. Die Infektion muss schnell behandelt werden, sodass die Entzündung ohne Probleme ausheilen kann. Übliche Maßnahmen sind in der Regel Antibiotika, Ruhigstellen und das Hochlagern des betroffenen Körperteils. 

Wir informieren Sie, welche Ursachen und Anzeichen eine Lymphangitis hat, wie Diagnose und Behandlung erfolgen und welche Maßnahmen einer Infektion vorbeugen. 

Wussten Sie schon, dass...

  • wir einen Großteil der Kosten für rezeptpflichtige Medikamente übernehmen?
  • die roten Streifen der Lymphangitis häufig mit einer Blutvergiftung verwechselt werden?
  • unsere Lymphknoten als „Filterstation“ fungieren und versuchen die Bakterien aufzuhalten?

Was ist eine Lymphangitis?

Eine Lymphangitis beschreibt die Entzündung der Lymphgefäße, die meist durch eine bakterielle Infektion ausgelöst wird. Sie tritt in der Regel als Folge einer lokalen Wunde oder Hautinfektion auf. Erreger gelangen aus dem Gewebe in die Lymphbahnen und breiten sich von dort weiter aus. Bleibt die Lymphangitis unbehandelt, kann das schwere Komplikationen wie Abszesse nach sich ziehen. Eine Sepsis (Blutvergiftung) ist in diesen Fällen äußerst selten. 

Einen Mann hat einen Verdacht auf Lymphangitis

Wie entsteht die Entzündung der Lymphbahnen?

Die häufigste Ursache einer Lymphangitis ist eine bakterielle Infektion, die meist durch Streptokokken oder Staphylokokken ausgelöst wird. Typische Entstehungswege sind:

  • kleine Hautverletzungen wie Schnittwunden, Kratzer oder Insektenstiche
  • Abszesse oder eitrige Hautinfektionen
  • infizierte chronische Wunden wie bei Diabetes oder Durchblutungsstörungen

Gelangen Bakterien in das Gewebe, werden sie vom Lymphsystem aufgenommen. Das Immunsystem reagiert mit einer Entzündung, die sich entlang der Lymphbahnen ausbreitet. Sie funktionieren wie „Abflusswege“, münden in die regionalen Lymphknoten und transportieren Bakterien sowie Keime von einer Wunde weiter.

Welche Symptome treten auf?

Charakteristische Beschwerden der Lymphangitis sind rötliche, streifenförmige Verfärbungen der Haut, die nicht immer sofort erscheinen. Verfärbungen entwickeln sich gelegentlich erst im Verlauf der Infektion und ziehen sich dann von der Wunde in Richtung Körperstamm. Außerdem können Überwärmung und Schwellungen im betroffenen Bereich sowie Schmerzen, insbesondere entlang der entzündeten Lymphbahnen auftreten. Weitere Symptome sind Fieber, Schüttelfrost, ein allgemeines Krankheitsgefühl und Kopfschmerzen. Je nach Infektionsart können unter anderem unter der Achsel oder in der Leiste geschwollene  Lymphknoten  auftreten. 

Wie wird eine Lymphangitis diagnostiziert?

Verschiedene Untersuchungen helfen, die Lymphangitis festzustellen:

  • Körperliche Untersuchung

    Untersuchungen der Haut umfassen das Erkennen typischer Veränderungen und Schwellungen, die oft schon eindeutige Hinweise auf die Erkrankung liefern.

  • Anamnese

    Ihr Arzt fragt nach kürzlich zurückliegenden Verletzungen, Insektenstichen oder Hautinfektionen.

  • Blutuntersuchungen

    Eine Blutanalyse gibt Hinweise auf Entzündungszeichen wie zum Beispiel auf die erhöhte Anzahl von Leukozyten.

  • Abstriche oder Blutkulturen

    Diese Untersuchungen helfen, Erreger nachzuweisen, sodass der Arzt das passende Antibiotikum verordnen kann.

  • Bildgebende Verfahren

    Bei komplizierten oder unklaren Fällen kann eine Ultraschalluntersuchung oder ein CT zusätzlichen Aufschluss geben. 

Eine Kinderärztin untersucht einen Jungen mit Lymphangitis

Lymphangitis oder Blutvergiftung?

Obwohl Lymphangitis und Blutvergiftung häufig miteinander verwechselt werden, handelt es sich um zwei grundverschiedene Erkrankungen. Die Lymphangitis bleibt meist lokal begrenzt, während eine Blutvergiftung den gesamten Körper betrifft und sofortige medizinische Aufmerksamkeit erfordert. Beide Erkrankungen zeigen sich oft zunächst unspezifisch, sodass frühes Erkennen und richtige Einordnung der Symptome entscheidend sind. Wer die Unterschiede kennt, kann schneller reagieren und ernsthafte Komplikationen vermeiden.

Blutvergiftung

Das körpereigene Immunsystem kommt nicht mehr gegen Erreger wie Bakterien, Viren, Pilze oder Parasiten an und sie gelangen ungehindert in den Blutkreislauf. Die Folge ist eine Infektion: die sogenannte Sepsis oder auch Blutvergiftung. Sie betrifft den ganzen Körper, kann zu Multiorganversagen führen und ist somit lebensbedrohlich.

Typische Anzeichen sind unter anderem:

  • extremes Krankheitsgefühl und starke Schmerzen 
  • Kurzatmigkeit 
  • kalte und feuchte Haut 
  • schneller Puls und ein niedriger Blutdruck
  • Verwirrtheit und Wesensveränderung

Lymphangitis

Die bakterielle Infektion löst eine Entzündung der Lymphbahnen bzw. Lymphgefäße aus und betrifft nur die Lymphbahnen. Zu den typischen Anzeichen gehören:

  • roter, schmerzhafter Streifen unter der Haut, der vom Infektionsherd wegführt
  • geschwollene Lymphknoten 
  • Fieber 

Wie wird sie behandelt?

Die Therapie richtet sich nach der Schwere der Erkrankung und sollte zügig eingeleitet werden, um Komplikationen zu vermeiden. Meist erfolgt eine sofortige Gabe von Antibiotika, die zunächst breit wirksam ist und später je nach Erreger angepasst wird.

Eine junge Frau nimmt Medikamente gegen Lymphangitis ein

Schmerz- und Fiebermittel lindern weitere Beschwerden. Sie können die Heilung fördern, indem Sie die betroffene Extremität ruhigstellen und hochlegen. Besonders wichtig ist die Reinigung oder chirurgische Versorgung der Wunden oder Abszesse. 

Bei schweren Verläufen und sehr schnell zunehmenden Beschwerden oder hohem Fieber kann eine Sepsis drohen. Dann ist unbedingt eine ärztliche Versorgung, meist in Verbindung mit einem Krankenhausaufenthalt, notwendig. In seltenen Fällen werden auch operative Eingriffe durchgeführt, um beispielsweise eitrige Einschmelzungen zu entfernen.

Lymphangitis vorbeugen: So klappt’s

Mit einfachen Maßnahmen lassen sich Lymphangitiserkrankungen oft verhindern. Hygiene, Wundversorgung, Impfungen und ein gesunder Lebensstil schützen effektiv vor Infektionen.

  • Hygiene und Wundversorgung 

    Die gründliche Reinigung von Schnitten und Insektenstichen ist neben der guten Handhygiene sehr wichtig. Zudem empfiehlt es sich, Schutzkleidung wie Garten- oder Putzhandschuhe zu verwenden.

  • Impfungen

    Lassen Sie Ihren Impfstatus regelmäßig durch Ihren Arzt kontrollieren. Die AOK Sachsen-Anhalt übernimmt die Kosten der Tetanus-Impfung und der regelmäßigen Auffrischung.

  • Ernährung und Lebensstil

    Stärken Sie Ihr Immunsystem durch eine ausgewogene Ernährung, die reich an Vitaminen und Mineralstoffen ist. In Sachsen-Anhalt gibt es eine Vielfalt an saisonalen und regionalen Lebensmitteln. Der Verzicht auf Tabak und Alkohol sowie regelmäßige sportliche Aktivitäten unterstützen ebenfalls Ihre Gesundheit. Die AOK Sachsen-Anhalt unterstützt Sie dabei gern und bezuschusst zahlreiche Gesundheitskurse.

Lymphangitis: ein ernstzunehmendes Warnsignal

Rote Streifen und Schwellungen an der betroffenen Stelle sind ein ernsthaftes Warnsignal für eine Infektion im Körper. Dann ist eine schnelle ärztliche Behandlung mit Antibiotika entscheidend, um die Ausbreitung der Infektion und das Risiko einer möglichen Blutvergiftung zu verhindern. Treten nach einer kleinen Wunde plötzlich Fieber, Rötungen oder rote Streifen auf, suchen Sie umgehend Ihren Arzt auf. Menschen mit chronischen Erkrankungen sind besonders gefährdet für schwere Verläufe. 

Gut zu wissen

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