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Gesundheitswelt der AOK Sachsen-AnhaltInsektenstiche

Warum Insekten stechen und was Sie tun können

Sommerzeit ist Insektenzeit. Sie leisten uns gern Gesellschaft beim Picknick, am Lagerfeuer oder beim Baden. Sie sind wichtig für die Natur und kommen uns doch manchmal näher als uns lieb ist. In diesem Beitrag erfahren Sie, warum manche Insekten stechen oder beißen und wie Sie sich davor schützen können. Außerdem geben wir Tipps, was zu tun ist, wenn Mücken, Wespen und Co dennoch zugestochen haben und wann ein Besuch bei Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt notwendig ist.

Wussten Sie schon, dass…

  • Hornissen und Bienen seltener stechen als Wespen?
  • Insekten durch ätherische Düfte vertrieben werden können?
  • ein Insektenstich sich entzünden kann, wenn Sie kratzen?

So kommt es zu Insektenstichen und Insektenbissen

Insektenstiche von Bienen, Wespen, Mücken und Bremsen haben unterschiedliche Ursachen. Die zwei häufigsten: Entweder sie brauchen unser Blut als Nahrungs- und Fortpflanzungsgrundlage. Oder sie fühlen sich von uns bedroht.

 

Kleine hartnäckige Blutsauger

Zu den Insekten, die durch einen Stich oder Biss unser Blut saugen, gehören:

  • Mücken

    Sie sind nachtaktiv und kommen überall vor. Angelockt werden sie durch unseren Körpergeruch und unsere Körperwärme.

  • Bremsen

    Sie begegnen uns in feuchten, sumpfigen Gebieten in der Nähe von Kuhherden und Pferden.

  • Kriebelmücken

    Sie sind kleiner als Mücken und sehen aus wie Fliegen. Angelockt werden sie durch Körpergeruch und -wärme, auch tagsüber. Sie fliegen Menschen ohne Surren an und ihr Biss ist erkennbar an einem kleinen Blutstropfen.

  • Läuse, Wanzen, Flöhe und Zecken

    Sie alle beißen und das merken wir oft nicht. Erst wenn unsere Haut reagiert, zum Beispiel juckt oder sich rötet, können wir handeln. Insbesondere Zecken übertragen dabei Krankheiten, deshalb ist besondere Vorsicht gut. Mehr zum Thema Zecken, Krankheitserreger und Zeckenschutz haben wir hier für Sie zusammengestellt.

Bienen
Mädchen spüht Insektenschutz auf Bein
Zecke

Insektenstiche zur Verteidigung

Bienen, Wespen und Hornissen stechen uns, wenn sie sich von uns bedroht fühlen. Dabei teilen Insektenforscherinnen und Insektenforscher die Gefahr für Stiche so ein:

  • Bienen

    Ein Stich ist oft ein „Zufall“, etwa, weil wir mit einem nackten Fuß auf eine Biene treten. Bienen stechen in Notwehr, um sich, ihre Brut oder ihren Stock zu verteidigen. Dabei geben sie meistens die vollständige Menge Gift ab und verlieren dann ihren Stachel. Da dieser Verlust für sie tödlich ist, stechen sie selten.

  • Hornissen

    Aufgrund ihrer Größe haben die meisten Menschen mehr Angst vor ihnen und es wird behauptet, dass 3 Hornissenstiche beim Menschen tödlich sind. Das ist falsch. Hornissen stechen selten, sie sind friedliebend und sehen sich zum Stechen nur gezwungen, wenn wir ihnen und ihrem Nest zu nahekommen. Die Stiche tun weniger weh als Bienenstiche, da nur ein Teil des Gifts abgegeben wird – genau wie bei den Wespen.

  • Wespen

    Wenn sie stechen, fühlen sie sich bedroht. Das geht schneller als bei Bienen. Schon Fuchteln oder Anpusten kann Wespen wütend machen. Sie sind auch deshalb bereit, schneller zu stechen, weil sie nur einen Teil ihres Gifts abgeben und ein einziger Stich für sie nicht tödlich endet. Wespenstiche sind häufiger als Bienenstiche, aber oft auch weniger schmerzhaft wegen der geringeren Giftmenge.

  • Hummeln

    Können sie überhaupt stechen? Hummeln haben tatsächlich einen Stachel zur Verteidigung. Aber er ist zu kurz, um damit so in unsere Haut zu stechen, wie beispielsweise Wespen es können. Kommt ein Stich vor, ist es Zufall und geschieht durch den Aufprall, wenn eine Hummel mit dem Stachel voran auf die Haut trifft. So ein Stich enthält nur wenig Gift und ist in der Regel weniger schmerzhaft als der Stich einer Wespe oder Biene.

Hautreaktionen durch Insektenstiche

Zu den häufigsten Hautreaktionen bei Insektenstichen und -bissen gehören: Jucken, Rötungen, Pusteln, Schwellungen und Brennen. Bremsenstiche bluten zudem oft nach und Kriebelmückenbisse sind ebenfalls an einem Blutpunkt zu erkennen. All das sind hierzulande oft harmlose Hautreaktionen. Sie sind ganz normal, weil unser Körper versucht, sich gegen den Stich und das Gift zu wehren. Nach einigen Stunden bis wenigen Tagen gehen diese Reaktionen zurück und wir merken kaum noch etwas von dem Stich.

Jedoch kann es vorkommen, dass Insektenstiche oder -bisse sich entzünden. Meist geht die Wunde mit Viren, Bakterien oder auch Pilzen einher. Sie können durch die Insekten übertragen werden oder wir selbst begünstigen eine Infektion durch Kratzen. Wenn der Körper es nicht schafft, sich dagegen zu wehren, entzündet sich der Stich oder der Biss. Um das zu verhindern, ist es so wichtig, auf das Kratzen zu verzichten und dem Juckreiz zu widerstehen.

Insektenstiche vermeiden

Ruhe und Besonnenheit sind die beste Vorsorge. Sowohl um sich zu schützen als auch um sich klar zu machen: Insekten haben in der Natur wichtige Aufgaben von der Bestäubung bis zur Schädlingsbekämpfung. Wir tun uns also selbst einen Gefallen, wenn wir sie mit natürlichen Mitteln sanft abweisen und ihre Bestände nicht gefährden.

 

Die folgenden Mittel helfen

  • Fliegengitter und Moskitonetze halten die kleinen Plagegeister grundsätzlich von Innenräumen ab und lassen uns ruhiger schlafen.
     
  • Starke Düfte mögen vor allem Mücken und Wespen nicht, deshalb helfen Wasserschalen mit ätherischen Ölen wie Lavendel, Essig, Zitrone, Sandelholz, Eukalyptus, Minze oder Salbei. Lavendel und Katzenminze aber auch Tomatenstauden und Zitronenverbene helfen als Zimmer- oder Balkonpflanze und im Gartenbeet durch ihren Duft.
     
  • Natürliche Körpergerüche, die Mücken und Bremsen anziehen, können ebenfalls gemindert werden. Deshalb ist es neben der täglichen Dusche besser, natürliche ätherische Öle in geringen Mengen in Körperlotion aufzutragen wegen des bei Insekten ungeliebten Dufts. Wichtig zu beachten: Für Babys, Schwangere und Kleinkinder kommen ätherische Öle nicht infrage. Und da sie bei manchen Menschen allergische Reaktionen hervorrufen können, sollte der Einsatz vorher getestet werden.
  • Süß riechende Parfums und Körperlotionen, deren Duft synthetisch erzeugt ist, wirken eher anziehend auf Wespen. Daher ist es besser, auf solche Düfte zu verzichten. Aber natürliche ätherische Öle sind auch für Wespen unangenehm und schrecken sie ab.
     
  • Wasseransammlungen in Gießkannen, Vogeltränken, Planschbecken und so weiter sollten abgedeckt werden oder das Wasser täglich erneuert werden. Hier legen vor allem Mücken gern ihre Eier ab. Hingegen sind natürliche Gartenteiche kein Problem, denn hier finden sich auch Fressfeinde.
     
  • Süßes und Fallobst ziehen Wespen magisch an. Decken Sie Getränke und Speisen gut ab und trinken Sie im Freien mit Strohhalm. Fallobst sollten Sie möglichst schnell entfernen, damit gar nicht erst zu viele Wespen zu Besuch kommen.
     
  • Lange, dichte Kleidung macht es den Insekten schwerer zu stechen oder beißen. Besonders vor Kriebelmücken, die sich ausschließlich draußen an fließenden Gewässern aufhalten, werden so vom Beißen abgehalten.

Grundsätzlich gilt: Bewahren Sie Ruhe und gehen Sie auf Wiesen oder in Gärten nicht barfuß. Wenn sich ein Insekt auf Ihrer Haut niederlässt, streifen Sie es mit einer entschlossenen zügigen Bewegung ab.

Mit Schuhen im Garten

Schnelle Hilfen bei Insektenstichen

Wenn Sie dennoch gestochen oder von einer Kriebelmücke gebissen wurden, hilft: Kühlen oder erhitzen Sie den Stich und kratzen Sie in keinem Fall.

  • Stich kühlen: kaltes Wasser, Cool-Packs und Eiswürfel aber auch Speichel oder ein kühlendes Gel aus der Apotheke helfen
     
  • Stich erhitzen: Elektronische Stichheiler erhitzen die Stelle. Auf diese Weise wird der Juckreiz unterbunden, oft können damit auch allergische Reaktionen geschwächt oder verhindert werden.
     
  • Nicht kratzen: Versuchen Sie, dem Juckreiz nicht nachzugeben damit keine Entzündung entsteht. Sie können auch einige Tropfen Essig, Teebaumöl oder Franzbranntwein auf den Stich geben. Ebenso hilft es, die Stelle mit Zitronen-, Zwiebel- oder Gurkenscheiben einzureiben. Diese Mittel lindern den Juckreiz, außerdem wirken sie desinfizierend und kühlend.

 

Das können Sie je nach Art des Stichs zusätzlich tun.

  • Bei Mückenstichen hilft es, kalten Quark auf die Stelle zu geben.
     
  • Bei Bienenstichen schauen Sie nach dem Stachel und entfernen ihn. Am besten ist es, ihn vorsichtig mit dem Fingernagel heraus zu kratzen. In keinem Fall sollte der Stachel gequetscht oder zusammengepresst werden, denn dann kommt das noch im Stachel vorhandene Gift zusätzlich in die Haut und die Schmerzen werden größer.
     
  • Bei Wespenstichen gilt auch nach dem Stich: Bewahren Sie Ruhe. Wespen können mehrmals stechen und teilen sich deshalb ihr Gift ein. Um das zu vermeiden, sollten Sie die Wespen nicht reizen oder ängstigen.

Mit Insektenstich oder -biss zum Arzt

Meist reichen Hausmittel, um Insektenstiche und -bisse zu lindern. Sie sind jedoch kein Allheilmittel. Wenn Sie Symptome wie Schwindel, Übelkeit/Erbrechen oder auch Kreislaufbeschwerden bemerken, sollten Sie eine Ärztin oder einen Arzt aufsuchen. Auch bei tagelangen Schmerzen, Schwellung, Rötungen und Eiter ist ärztliche Hilfe das Richtige, denn womöglich hat sich der Stich entzündet.

Notärztliche Hilfe sollten Sie sofort rufen, wenn ein Stich Mund oder Rachen betrifft. Denn dabei schwillt die Schleimhaut an und es kommt zu Atemnot oder sogar zu Erstickungsgefahr.

Für Allergikerinnen und Allergiker können Insektenstiche und die Bisse der Kriebelmücke lebensbedrohlich sein. Wer von seiner Allergie weiß, hat ein Notfallset bei sich, in dem die verordneten Medikamente immer einsatzbereit zur Hand sind. Nach der Anwendung sollten Sie dennoch sicherheitshalber Ihre Ärztin oder Ihren Arzt aufsuchen.

Wenn Sie ohne Ihr Wissen allergisch reagieren, zeigt sich das durch starke Reaktionen nach dem Stich. Dazu gehören Ohnmacht, Herzrasen und Atemnot. Rufen Sie in diesem Fall sofort notärztliche Hilfe.

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