Drei etwa 25 jährige Personen wandern durch ein ausgetrocknetes steiniges Flussbett in der Natur.
Gesundheitswelt der AOK Sachsen-AnhaltMückenstiche

Mücken im Sommer

Hausmittel gegen Mückenstiche sollten jedem bekannt sein. Denn im Sommer tauchen die lästigen Insekten vermehrt auf. Insbesondere in der Nähe von Seen und Bächen, aber auch im heimischen Garten sind viele Mücken zu finden. Und die können den Sommerabend im Freien schnell verderben. Die betroffene Einstichstelle schwillt an und beginnt zu jucken. Wir wollen Ihnen Hausmittel aufzeigen, mit denen die lästigen Mückenstiche gelindert werden können. Auch erklären wir, wie Sie diesen im besten Fall vorbeugen können.

Wussten Sie schon, dass…

  • unter den Mücken nur die Weibchen zustechen?
  • die AOK Sachsen-Anhalt auch die Kosten für die FSME-Impfung übernimmt, wenn Sie in einem Risikogebiet wohnen oder dorthin reisen?
  • der Saft von Weißkohlblättern bei Mückenstichen helfen kann?

Verschiedene Mückenarten

In Deutschland leben insgesamt mehr als 50 verschiedene Mückenarten. Die bekanntesten sind die Hausmücken, Kriebelmücken und Gnitzen. Unsere heimischen Mücken gelten glücklicherweise als harmlos im Gegensatz zu anderen tropischen Mückenarten. Denn die tropischen Mücken können gefährliche Krankheitsüberträger für Viren sein. Die aus Asien stammende Tigermücke gilt als besonders gefährlich. Diese Art kann nachweislich aus den Tropen bekannte Krankheitserreger übertragen, welche zu Infektionen mit dem Zika-, Gelb- oder Denguefieber führen können. Die Krankheitsverläufe sind in vielen Fällen schwerwiegend und kann für gesundheitlich geschwächte Menschen sogar tödlich verlaufen. 

Ein großer Irrtum über unsere heimischen Mücken ist die Annahme, dass diese bei kalten Wintern erfrieren. Allerdings ist das Gegenteil der Fall, denn ihnen macht langer Frost nichts aus. Sie verbringen den Winter als Larven oder Eier im Boden oder unter der Rinde eines Baumes. Sobald die Kälte einsetzt, fallen die Mücken in eine Art Kältestarre.

Wovon Mücken angelockt werden

Vier etwa 30 jährige Personen laufen durch einen Wald. Der Mann im Vordergrund fest sich genervt an den Hals. Er wird von Mücken geplagt.

Wer sich mit dem Thema noch nie näher beschäftigt hat, könnte davon ausgehen, dass alle Mücken zustechen. Doch dem ist nicht so. Ausschließlich die Weibchen sind auf der Suche nach Blut und stechen dementsprechend zu. Sie benötigen das Blut für ihre Fortpflanzung. Das von uns ausgeatmete Kohlenstoffdioxid lockt die Insekten an. Auch Substanzen, welche bei der Zersetzung von Schweiß entstehen, sind für die Tiere äußerst attraktiv. Das können beispielsweise Harn- und Milchsäure oder Ammoniak sein. Vor allem bei Windstille können die Insekten diese Substanzen über weite Strecken hinaus aufspüren. Kohlendioxid kann von den Insekten beispielsweise auf über 50 Metern wahrgenommen werden.

Was bei einem Mückenstich passiert

Auf dem Bild ist ein Arm mit einem Mückenstich in der Armbeuge.

Hat eine Mücke zugestochen, schwillt die betroffene Hautstelle meist zu einem roten kreisförmigen Fleck an, welcher stark juckt. Die Mücke hat mit ihrem Stich ein Sekret in die Einstichstelle abgegeben, welches örtlich betäubend wirkt und die Blutgerinnung hemmt. Unser Körper reagiert darauf, in dem er Histamin ausschüttet. Dadurch werden die Gefäße erweitert und die Stelle beginnt anzuschwellen, juckt und wird gerötet. 

Die Abheilung eines Mückenstichs verläuft je nach Person unterschiedlich. Sofern Sie nicht allergisch auf den Stich reagieren, ist der Juckreiz sowie die Schwellung meist nach wenigen Tagen abgeklungen. Wer nicht kratzt, kann die Abheilung beschleunigen.

Schutz vor Mückenstichen

Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten sich vor Mückenstichen zu schützen. Einfacher als vermutet hilft regelmäßiges Duschen, damit sich kein Schweiß auf der Haut befindet, welcher Mücken anlockt. Innerhalb des Hauses halten engmaschige Insektengitter an Türen und Fenster die Plagegeister fern. Im Garten oder der Natur bietet lange Bekleidung aus einem möglichst dichtem Stoff einen gewissen Schutz. Jedoch ist dies im Sommer äußerst unpraktisch. Die Farbe der Kleidung ist nicht erheblich. Jedoch werden die Insekten eher von hellen, als von dunkler Bekleidung abgehalten.

Kinderbeine werden von einer Person mit Anti-Mücken-Spray eingesprüht.

Bei unbedeckten Körperstellen kann zu Anti-Mücken-Mitteln gegriffen werden. Diese sind auf einer wasserlöslichen Basis, weswegen sie nach dem Baden oder anderen schweißtreibenden Aktivitäten erneut aufgetragen werden müssen. Den besten Schutz bieten dabei Mittel mit dem Wirkstoff Diethyltoluamid. Hiermit können Mücken bis zu acht Stunden lang ferngehalten werden. Allerdings reizt dieser Stoff die Schleimhäute sehr. Aus diesem Grund sollten Schwangere, Babys und Kleinkinder dieses Mittel meiden. Eine Alternative stellt Icaridin dar. Dieses wird synthetisch hergestellt und schützt bis zu fünf Stunden lang vor Mücken.

Auf dem Bild befindet sich ein Korb voll mit frischen Lavendel-Bündel.

Auch elektrische Geräte, welche Dämpfe verbreiten, die für Mücken giftig sind, können Abhilfe schaffen. Hier ist jedoch bei empfindlichen Menschen Vorsicht geboten. Anti-Mücken-Kerzen oder Räucherstäbchen geben beim Abbrennen je nach Modell verschiedene Düfte, ätherische Öle oder Rauch ab. Das führt dazu, dass der Geruchssinn der Mücken verwirrt wird. Somit können sie ihr Ziel nicht mehr finden und zustechen. Besonders bekannt sind sogenannte Citronella-Kerzen. Der Zitronenduft der speziellen Anti-Mücken-Kerzen vertreibt die Insekten. Aber auch Kerzen mit ätherischen Ölen wie Lavendel, Zitronengras oder Katzenminze, können die Mücken fern halten. Diese Dämpfe sind für uns als Menschen nicht schädlich, können jedoch je nach Empfindlichkeit Schwindel, Kopfschmerzen und andere Beschwerden hervorrufen.

Hausmittel bei Mückenstichen

Wurden wir gestochen, ist insbesondere der starke Juckreiz lästig. Doch dem Kratzen nachzugehen ist keine gute Idee. Denn über das Kratzen gelangen Bakterien leicht in die Wunde und in das Blut, sodass sich die Einstichstelle entzündet und im schlimmsten Fall es zu einer Blutvergiftung führen kann. Jedoch haben wir im Haushalt viele Mittel, die bei der Linderung eines Mückenstichs helfen können:

  • Kühlen Sie die juckende Stelle mit einem Kühlakku oder einem feuchten Lappen. Die Kälte hemmt die Entzündungsprozesse und sorgt für einen Rückgang der Schwellung. 
  • Tropfen Sie ein wenig Essig auf ein mit Wasser befeuchtetes Küchentuch und legen Sie dieses auf die betroffene Stelle. Essig wirkt gegen Juckreiz und Hautirritationen.
  • Auch eine frisch aufgeschnittene Zwiebel kann bei Ihrem Mückenstich Abhilfe schaffen. Legen Sie diese auf den Stich. Der in der Zwiebel enthaltene Schwefel wirkt desinfizierend und antibakteriell. Dadurch können Schwellungen und Juckreiz gelindert werden. 
  • Ein heißer Löffel oder eine erhitzte Münze, welche Sie auf die betroffene Stelle legen, kann Ihrem Mückenstich ebenfalls Linderung verschaffen. Durch die Hitze werden die Mückenproteine, welche den Juckreiz auslösen zerstört. Der heiße Gegenstand sollte circa 45 bis maximal 50 Grad haben, damit die Haut natürlich keine Verbrennungen erleidet. 
  • Tupfen Sie den Saft von Weißkohlblättern auf den Insektenstich. Dies wirkt entzündungshemmend. 
  • Die Aloe-Vera Pflanze wächst in vielen Haushalten. Der darin enthaltene Saft kann auf den Stich aufgetragen werden. Dies reduziert den Juckreiz. 
  • In jedem Garten oder Park zu finden ist Spitzwegerich. Die frischen Blätter können auf die Stelle gelegt und mit einem Tuch fixiert werden. Aber auch der Saft, welcher durch das zerreiben der Blätter entsteht, kann gut verwendet werden. Tupfen Sie den Saft einfach auf den Mückenstich. 

Weitere Tipps bei anderen Insektenstichen können Sie hier nachlesen.

In der Regel lassen sich Mückenstiche mit den genannten Hausmitteln gut lindern. Sollte sich die rote Stelle trotz der Linderungsversuche ausbreiten, sollten Sie ihre behandelnde Hausarztpraxis aufsuchen. Dies gilt ebenfalls wenn der Stich heiß wird und beginnt zu pochen. Dies könnte darauf hinweisen, dass Bakterien wie Kolibakterien oder Streptokokken in die Einstichstelle gelangt sind. 

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