Gesundheitswelt der AOK Sachsen-Anhalt

Grauer Star

Ältere Frau mit Grauem Star sitzt am Laptop

Wenn die Augenlinse langsam eintrübt

Verschwommenes Sehen und verblasste Farben können Anzeichen für einen Grauen Star sein. Medizinisch als Katarakt bezeichnet, zählt er zu den weltweit häufigsten Augenerkrankungen. Die Bezeichnung „Grauer Star“ geht darauf zurück, dass sich die Linse gräulich verfärben kann und die Augen teilweise starr wirken. Die Augenerkrankung bezeichnet die fortschreitende Trübung einer oder beider Augenlinsen. Durch die getrübte Linse wird einfallendes Licht gestreut, sodass auf der Netzhaut kein scharfes Bild entsteht. Betroffene sehen dadurch häufig verschwommen, trüb oder wie durch einen Schleier. Die Erkrankung entwickelt sich meist langsam über mehrere Jahre und ist häufig Teil des natürlichen Alterungsprozesses des Auges. Das Risiko, zu erkranken, steigt mit zunehmendem Alter deutlich an.

Erfahren Sie mehr über Diagnose und Behandlung, den Ablauf einer Operation und darüber, wie Sie dem Grauen Star vorbeugen können.

Wussten Sie schon, dass...

  • Nahrungsergänzungsmittel Grauen Star nicht vorbeugen können?
  • die künstliche Linse nach der OP nicht wieder ausgetauscht werden muss?
  • wir bei Diabetes mellitus Typ 2 die Kosten für regelmäßige Augenuntersuchungen übernehmen?
Junge Frau mit Grauem Star hat Sehprobleme beim Autofahren

Wie bemerkt man Grauen Star?

Der Graue Star entwickelt sich meist schleichend und verursacht in der Regel keine Schmerzen. Die Veränderungen können sich über mehrere Jahre entwickeln, wobei der Verlauf unterschiedlich schnell sein kann. Ein oder beide Augen können betroffen sein, wobei die Erkrankung an beiden Augen unterschiedlich schnell fortschreiten kann. Welche Beschwerden auftreten, hängt von der Ausprägung und der Art des Grauen Stars ab.

Typische Symptome

Bestimmte Symptome weisen auf einen Grauen Star hin und können zu einem erhöhten Sturzrisiko durch die nachlassende Sehkraft führen. 

Verändertes Sehen

  • zunehmender Verlust der Sehkraft
  • verschwommenes oder unscharfes Sehen – wie durch einen Schleier oder Nebel
  • verblasste Farben und geringere Kontraste
  • Feinheiten und Details werden schlechter erkannt
  • Beeinträchtigung des räumlichen Sehens

Probleme mit Licht

  • erhöhte Blendempfindlichkeit
  • Lichtkränze um Lichtquellen
  • Schwierigkeiten beim Sehen in der Dämmerung und bei Dunkelheit (Nachtblindheit)

Vorübergehende Verbesserung der Sehkraft

Durch die Veränderung der Brechkraft des Auges kann zeitweise ein besseres Sehen ohne Brille möglich sein. Dies zeigt sich insbesondere beim Lesen oder beim Sehen in der Nähe, hält jedoch meist nur kurze Zeit an.

Ein Arzt untersucht das Auge einer älteren Patientin auf Grauen Star

Grauer Star und Grüner Star – wo liegt der Unterschied?

Beim Grauen Star (Katarakt) ist die Augenlinse getrübt. Beim Grünen Star (Glaukom) kommt es zur Schädigung des Sehnervs, der meist in Verbindung mit einem erhöhtem Augeninnendruck steht. Beide Augenerkrankungen können Ihr Sehvermögen dauerhaft beeinträchtigen und führen unbehandelt zum Verlust der Sehkraft. Allerdings ist der Graue Star meist durch eine Operation erfolgreich behandelbar. Die Schäden durch den Grünen Star sind meist nicht rückgängig zu machen. 

Einteilung des Grauen Stars nach Lokalisation

  • Rindenkatarakt

    Hier kommt es zur Trübung der äußeren Bereiche der Augenlinse. Die Folgen sind verschwommenes Sehen und eine erhöhte Blendempfindlichkeit.

  • Hintere subkapsuläre Katarakt

    Diese Form des Grauen Stars betrifft häufiger junge Menschen. Dabei entstehen Trübungen auf der Rückseite der Linse, die sich schnell entwickeln und innerhalb von Wochen bis Monaten zu einer deutlichen Verschlechterung der Sehkraft führen können.

  • Kernkatarakt

    Anfangs kommt es oft nur zu leichten Einschränkungen und die Erkrankung schreitet langsam voran. Durch die Trübung im Zentrum der Augenlinse ist unter anderem die Fernsicht stärker beeinträchtigt als die Nahsicht. 

Ursachen und Risikofaktoren bei Grauem Star

Die Trübung der Augenlinse ist ein natürlicher Alterungsprozess. Die häufigste Form ist der Altersstar (senile Katarakt), der den überwiegenden Teil der Erkrankung ausmacht. Das Risiko steigt mit zunehmendem Alter deutlich an. So sind 90 Prozent der Betroffenen über 60 Jahre alt. 

Ein älterer Mann mit Verdacht auf Grauen Star leidet an Diabetes

Weitere Risikofaktoren

Bestimmte Ursachen können den Grauen Star ebenfalls begünstigen. Dazu gehören:

  • familiäre Veranlagung
  • Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes
  • starke und langjährige UV-Belastung
  • Rauchen
  • übermäßiger Alkoholkonsum
  • Entzündungen oder Verletzungen des Auges
  • frühere Augenoperationen
  • langfristige Anwendung von Kortison oder anderen Steroidpräparaten

Angeborener Grauer Star

Ein angeborener Grauer Star ist eher selten. Ursachen können ein genetischer Defekt oder Infektionen während der Schwangerschaft sein. Ein erhöhtes Risiko besteht beispielsweise bei einer Röteln- oder Toxoplasmoseinfektion der Mutter in der Frühschwangerschaft.

Diagnose beim Augenarzt

Zunächst werden Fragen zu Ihren Beschwerden, Ihrer Krankengeschichte und Einschränkungen in Ihrem Alltag geklärt. Anschließend wird Ihre Sehschärfe geprüft. Ihr Auge wird auf mögliche Ursachen der Sehschwäche – altersbedingter Grauer Star oder eine andere Ursache  -untersucht.

Untersuchung der Augenlinse mit der Spaltlampe

Spezielle Augentropfen erweitern Ihre Pupille. Der Arzt untersucht unter anderem Ihre Linse, den Glaskörper und die Netzhaut mit dem Mikroskop und schmalem Lichtstrahl. 

Wichtig: Die Augentropfen wirken circa vier bis fünf Stunden, teilweise auch länger. Sehen Sie dann vom Fahrrad oder Autofahren ab, da unscharfes Sehen und die Blendempfindlichkeit Sie und andere Verkehrsteilnehmer gefährden können. Nehmen Sie möglichst in Begleitung einer anderen Person am Straßenverkehr teil.

Eine Ärztin erklärt einer Patientin den Aufbau des Auges

Behandlung des Grauen Stars: Wann ist eine Operation sinnvoll?

Medikamente können den Grauen Star nicht heilen. Hilfsmittel wie Brillen, Kontaktlinsen oder Lupen können die Beschwerden vorübergehend ausgleichen. Die einzige dauerhafte Behandlung ist der Austausch der getrübten Augenlinse. Inwiefern sich Betroffene für oder gegen eine Operation entscheiden, ist abhängig von den Einschränkungen in ihrem Alltag und Beruf. Die Erkrankung schreitet meist langsam voran, sodass in den meisten Fällen ausreichend Zeit für die Entscheidungsfindung bleibt.

So läuft die Operation ab

Das Standardverfahren unter örtlicher Betäubung ist die Extrakapsuläre Kataraktextraktion, bei der der Kern durch eine Phakoemulsifikation entfernt wird. Meist erfolgt der Eingriff ambulant in einer Augenarztpraxis, in einem ambulanten OP-Zentrum oder in einer Augenklinik. Die Operation dauert in der Regel etwa 20 bis 30 Minuten. Ziel ist es, die Linsenkapsel zu erhalten und den Linsenkern und Linsenrinde mittels Ultraschalls zu zerkleinern. Die getrübte Linse wird über einen kleinen Schnitt abgesaugt und anschließend wird die künstliche Linse (Intraokularlinse) in die Linsenkapsel eingesetzt. Alternativ ist teilweise auch ein laserunterstütztes Verfahren möglich. 

Nach der Operation

Der Eingriff zählt zu den sichersten Operationen und es treten nur selten Komplikationen auf. In der Regel ist eine stationäre Aufnahme nicht erforderlich und Sie bleiben lediglich für einige Stunden unter ärztlicher Beobachtung. Den Heimweg sollten Sie nur in Begleitung antreten. Das Auge ist häufig bereits am nächsten Tag wieder belastbar und das Sehvermögen verbessert sich in den folgenden Tagen oder Wochen deutlich.

Ein gut gelauntes Paar entspannt nebeneinander auf einer Picnicdecke

Kann man Grauem Star vorbeugen?

Vorbeugende Maßnahmen sind wissenschaftlich nicht belegt, da der Graue Star vor allem altersbedingt auftritt. Sie können das Erkrankungsrisiko potenziell durch bestimmte Maßnahmen senken oder hinauszögern:

  • Verzichten Sie aufs Rauchen.
  • Schränken Sie möglichst Ihren Alkoholkonsum ein.
  • Nutzen Sie Sonnenbrillen mit UV-Filter.
  • Lassen Sie Ihre Diabeteserkrankung regelmäßig kontrollieren. Die Teilnahme am besonderen Behandlungsprogramm Diabetes mellitus Typ 2 unterstützt Sie mit regelmäßigen augenärztlichen Kontrollen.
  • Besprechen Sie die langfristige Einnahme kortisonhaltiger Medikamente mit Ihrem Arzt.

Lassen Sie sich regelmäßig augenärztlich untersuchen. So können Sie vorzeitig vorbeugen und den Grauen Star oder andere Augenerkrankungen frühzeitig erkennen.

Gut zu wissen

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