Gesundheitswelt der AOK Sachsen-Anhalt

Demenz

Zwei Seniorinnen sitzen auf einer Couch im Wohnzimmer und trinken gemeinsam Kaffee. Beide sind zueinander gedreht und lächeln sich an.

Demenz: Mehr als nur Vergesslichkeit

Demenz beginnt oft leise. Mit kleinen Veränderungen, die im Alltag zunächst kaum auffallen. Weltweit sind Millionen Menschen betroffen, und die Zahl der Erkrankten steigt stetig. Damit gehört Demenz zu den größten gesundheitlichen Herausforderungen unserer alternden Gesellschaft.

Demenz ist jedoch weit mehr als „nur“ Vergesslichkeit. Zwar steigt das Risiko mit zunehmendem Alter, dennoch ist sie keine normale Folge des Älterwerdens. Aufklärung schafft Verständnis, hilft Vorurteile abzubauen und gibt Betroffenen sowie Angehörigen Orientierung im Umgang mit der Erkrankung.

Im Folgenden erfahren Sie, welche Risikofaktoren eine Rolle spielen, welche Anzeichen auf eine Demenz hinweisen können und welche Unterstützungsmöglichkeiten es gibt.

Wussten Sie schon, dass…

  • in den letzten Jahren die Zahl der Demenzerkrankten stetig gestiegen ist?
  • Sie mit unserem Pflegenavigator einen geeigneten Pflegedienst oder ein passendes Pflegeheim für Ihren Angehörigen finden können?
  • viele Angehörige mit der Situation überfordert sind?
A loving hug at home

Was ist Demenz?

Demenz ist ein Sammelbegriff für verschiedene Erkrankungen des Gehirns. Sie führen zu einer dauerhaften Beeinträchtigung geistiger Fähigkeiten wie Gedächtnis, Denken, Sprache und Orientierung. Im Verlauf fällt es Betroffenen zunehmend schwer, alltägliche Aufgaben selbstständig zu bewältigen. Die häufigste Form der Demenz ist die Alzheimer-Erkrankung.

Nicht jede Gedächtnislücke ist jedoch ein Grund zur Sorge. Normale Altersvergesslichkeit ist Teil des natürlichen Alterungsprozesses und zeigt sich etwa im gelegentlichen Vergessen von Namen oder Terminen. Die Bewältigung des Alltags bleibt dabei in der Regel erhalten.

Bei einer Demenz hingegen kommt es zu einem fortschreitenden Gedächtnisverlust. Gewohnte Tätigkeiten fallen zunehmend schwer, und das tägliche Leben ist spürbar beeinträchtigt. Eine frühzeitige ärztliche Abklärung ist wichtig, um die Ursache festzustellen und rechtzeitig Unterstützung zu erhalten.

Wie häufig ist Demenz?

Weltweit leben über 55 Millionen Menschen mit einer Form der Demenz. In Deutschland sind etwa 1,8 Millionen Menschen betroffen, jährlich kommen rund 300.000 Neuerkrankungen hinzu. Die häufigste Ursache ist die Alzheimer-Demenz, gefolgt von vaskulären und weiteren Demenzformen.

Der Anstieg hängt vor allem mit der steigenden Lebenserwartung zusammen. Je mehr Menschen ein hohes Alter erreichen, desto häufiger treten Demenzerkrankungen auf. Prognosen gehen davon aus, dass sich die Zahl der Betroffenen bis 2050 deutlich erhöhen wird. Dies stellt das Gesundheits- und Pflegesystem sowie die Gesellschaft insgesamt vor große Herausforderungen.

Erste Anzeichen und Symptome

Demenz zeigt sich durch Veränderungen, die über normale Vergesslichkeit hinausgehen. Die folgende Übersicht zeigt typische Warnsignale, auf die Sie im Alltag achten sollten. Treten mehrere dieser Veränderungen auf und nehmen sie im Verlauf zu, sollte ärztlicher Rat eingeholt werden.

  • Gedächtnis- und Orientierungsprobleme
    • häufiges Vergessen von Terminen, Namen oder kürzlich Erlebtem
    • wiederholtes Stellen derselben Fragen
    • Verwirrung über Zeit, Ort oder bekannte Wege
    • Unsicherheit in vertrauter Umgebung
  • Sprachliche Schwierigkeiten
    • Probleme, die passenden Worte zu finden
    • stockende oder abgebrochene Gespräche
    • Verwechslung von Begriffen
  • Veränderungen im Alltag oder Verhalten
    • nachlassende Konzentrations- und Entscheidungsfähigkeit
    • Schwierigkeiten bei gewohnten Aufgaben
    • Rückzug aus Hobbys oder sozialen Kontakten

Formen der Demenz
 

Demenz kann unterschiedliche Ursachen haben und verläuft je nach Form verschieden. Ausführliche Informationen zu den einzelnen Formen finden Sie bei der Deutschen Alzheimer Gesellschaft e.V.

 

  • Alzheimer-Demenz

    Sie ist die häufigste Form und betrifft etwa 60 bis 70 Prozent aller Erkrankten. Ursache sind unter anderem Veränderungen und Eiweißablagerungen im Gehirn, die zum Abbau von Nervenzellen führen. Die Erkrankung beginnt meist schleichend und schreitet fort. Typisch sind Gedächtnisverlust, insbesondere für aktuelle Ereignisse, sowie Sprach- und Orientierungsstörungen. Später können sich Persönlichkeit und Verhalten verändern.

  • Vaskuläre Demenz

    Diese Form macht etwa 15 bis 20 Prozent der Fälle aus. Sie entsteht durch Durchblutungsstörungen im Gehirn, beispielsweise nach einem Schlaganfall oder durch Gefäßschäden. Die Symptome hängen von der betroffenen Hirnregion ab und treten häufig plötzlich oder stufenweise auf. Konzentrations- und Planungsprobleme stehen oft im Vordergrund.

  • weitere Demenzformen

    Dazu zählen unter anderem die Lewy-Körperchen-Demenz sowie die frontotemporale Demenz. Hier zeigen sich häufig Veränderungen im Verhalten, in der Persönlichkeit oder in der Sprache.

  • Sekundäre Demenz

    Sie entstehen als Folge anderer Erkrankungen, etwa durch Alkoholmissbrauch, Stoffwechselstörungen oder Depressionen. In manchen Fällen sind sie behandelbar, wenn die zugrunde liegende Ursache erkannt und therapiert wird.

älterer Mann in einem Rollstuhl

Ursachen und Risikofaktoren

Das Risiko für eine Demenzerkrankung steigt mit dem Alter, doch nicht jeder ältere Mensch entwickelt eine Demenz. Neben genetischen Faktoren spielen verschiedene gesundheitliche und lebensstilbedingte Einflüsse eine Rolle.

Bluthochdruck, Diabetes, Übergewicht und Rauchen können das Risiko erhöhen, da sie die Blutgefäße schädigen. Auch Bewegungsmangel und ungesunde Ernährung wirken sich negativ auf die Gehirnleistung aus. Und: Wer geistig und sozial wenig aktiv ist, trainiert sein Gehirn seltener. Dadurch fällt es ihm schwerer, alters- oder krankheitsbedingte Veränderungen auszugleichen.

Ein gesunder Lebensstil kann das Risiko senken und den Verlauf positiv beeinflussen.

Was tun bei einem Demenzverdacht?

Da Demenz unterschiedlich verläuft, ist die Diagnosestellung nicht immer einfach. 

  • Bei auffälligen Veränderungen sollte zunächst der Hausarzt oder die Hausärztin aufgesucht werden. In einem Gespräch werden die beobachteten Veränderungen besprochen und gegebenenfalls erste Tests durchgeführt.
  • Zur weiteren Abklärung kann eine Überweisung zu Fachärzten erfolgen, um andere Ursachen auszuschließen. 
  • Wird Demenz frühzeitig erkannt, können Therapien eingeleitet und Unterstützungsangebote genutzt werden. 

Eine frühe Diagnose schafft Klarheit und Planungssicherheit, etwa im Hinblick auf rechtliche Vorsorge und Betreuung. Sie trägt dazu bei, die Lebensqualität möglichst lange zu erhalten.

Glückliche ältere Frau und Pflegekraft.

Leben mit Demenz

Das Leben mit Demenz ist herausfordernd, aber mit Unterstützung gut gestaltbar. Viele Betroffene fühlen sich unsicher, da alltägliche Aufgaben zunehmend schwerfallen. Strukturierte Tagesabläufe, feste Routinen und eine vertraute Umgebung geben Orientierung und Sicherheit. Hilfsmittel wie Kalender oder Erinnerungssysteme können den Alltag erleichtern.

Soziale Kontakte, Gespräche, Musik oder Bewegung fördern das Wohlbefinden. Angehörige übernehmen häufig eine zentrale Rolle in der Begleitung und Pflege. Gleichzeitig benötigen sie selbst Entlastung und Austausch, um langfristig gesund zu bleiben. Beratungsstellen, Selbsthilfegruppen und Pflegedienste bieten hierbei wertvolle Unterstützung.

Unterstützung und Leistungen der AOK Sachsen-Anhalt

Die AOK Sachsen-Anhalt unterstützt Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen mit verschiedenen Beratungs- und Leistungsangeboten. Alle Fragen rund um das Thema Pflege und Beantragung von Leistungen können Sie bei unserer Pflegeberatung stellen.

Im kostenfreien Pflegekurs „Hilfe beim Helfen“ erhalten Angehörige Informationen zum Krankheitsbild Demenz. Zudem besteht die Möglichkeit einer individuellen ärztlichen Beratung per Video-Call in Kooperation mit dem Universitätsklinikum Halle.

Demenz vorbeugen: Was ist möglich?

Cheerful active senior couple jogging in the park. Exercise together to stop aging.

Eine sichere Vorbeugung gibt es nicht. Dennoch können bestimmte Faktoren das Risiko beeinflussen.

  • Bleiben Sie in Bewegung
    Regelmäßige körperliche Aktivität fördert die Durchblutung und die Sauerstoffversorgung des Gehirns.
  • Sorgen Sie für einen wachen Geist
    Lesen, Rätsel, Lernen oder Musizieren halten das Gehirn aktiv.
  • Bleiben Sie in Kontakt
    Soziale Beziehungen stärken die emotionale Stabilität. Einsamkeit gilt als Risikofaktor.
  • Seien Sie gut zu sich selbst
    Eine ausgewogene Ernährung, ausreichend Schlaf und ein bewusster Umgang mit Alkohol und Nikotin unterstützen die Gehirngesundheit.

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