Gesundheitswelt der AOK Sachsen-Anhalt

Sommerdepression

Eine Frau leidet an Sommerdepression

Warum der Sommer nicht immer glücklich macht

Unser Körper reagiert unterschiedlich auf die Jahreszeiten. Bei einer Sommerdepression handelt es sich allerdings um eine saisonale Form einer depressiven Störung, auch „saisonale affektive Störung“ genannt. Sie tritt in den wärmeren Monaten von Mai bis September auf und betrifft vorrangig Frauen zwischen 20 und 40 Jahren. Wie die Winterdepression ist auch die Sommerdepression ein anerkanntes Störungsbild, tritt aber deutlich seltener auf und ist weniger gut erforscht.

Erfahren Sie im Artikel mehr zu den Ursachen und Symptomen sowie der Diagnose und Behandlung. Außerdem zeigen wir, wie Sie einer Sommerdepression vorbeugen können.

Wussten Sie schon, dass...

  • die Sommersonne in Deutschland täglich etwa sieben bis neun Stunden scheint?
  • eine saisonal abhängige Depression eine anerkannte Erkrankung ist?
  • das Online-Selbsthilfeprogramm moodgym Ihnen Hilfe bei depressiven Symptomen bietet?

Anzeichen frühzeitig erkennen und verstehen

Besteht die Symptomatik bereits über einen längeren Zeitraum oder wiederholt sich mehrmals, kann dies ein Hinweis auf eine Sommerdepression sein. Die Ursachen für eine Sommerdepression sind vielfältig und können sich gegenseitig beeinflussen:

Frau mit Sommerdepression schaut aus Fenster
  • neurobiologische Prozesse: Durch das viele Sonnenlicht produziert der Körper weniger Melatonin. Das kann den Schlaf-Wach-Rhythmus stören.
  • Stress durch Erwartungshaltung, im Sommer besonders aktiv, glücklich und entspannt sein zu müssen
  • unregelmäßige Tagesabläufe, Reisen, Ferien, veränderte Arbeitszeiten: Dadurch kann der Serotoninspiegel sinken und es kann zu depressiven Störungen kommen.
  • Störung des sogenannten zirkadianen Rhythmus, der die innere Uhr beeinflusst
  • Überstimulation durch Hitze
  • hormonelle Schwankungen
  • Überreaktion des Nervensystems auf äußere Reize

Typische Anzeichen einer Sommerdepression sind:

Psychische Anzeichen

  • innere Unruhe, Erschöpfung und innere Anspannung
  • Reizbarkeit und Nervosität
  • Antriebslosigkeit
  • Konzentrationsprobleme
  • Rückzug von sozialen Aktivitäten

Körperliche Anzeichen

  • Ein- und Durchschlafstörungen
  • verminderter Appetit und Appetitlosigkeit
Mann mit Sommerdepression lässt sich psychologisch behandeln

Mentale Gesundheit im Sommer stärken

Halten die Beschwerden länger als zwei Wochen an oder kehren sie in zwei aufeinander folgenden Jahren wieder, suchen Sie Ihren Hausarzt auf.

Suchen Sie sich professionelle Hilfe bei:

  • sozialem Rückzug
  • eingeschränktem Alltag
  • ausgeprägten Schlafstörungen
  • Gedanken an Selbstverletzung oder Suizid

Der erste Ansprechpartner ist Ihr Hausarzt. Dieser überweist sie im Anschluss an einen Facharzt für Psychotherapie.

Behandlung

Die Behandlung von Sommerdepressionen erfolgt im Rahmen einer Psychotherapie oder Gruppentherapie. Gegebenenfalls können Antidepressiva hinzugezogen werden. Bei schweren Depressionen kann auch eine stationäre Behandlung erfolgen.

Die AOK Sachsen-Anhalt unterstützt Sie mit verschiedenen Leistungen:

Ziel der Therapie ist es, den Tagesablauf neu zu strukturieren, Abstand zum Alltag zu gewinnen und körperliche Aktivitäten anzuregen. Außerdem sollen Unsicherheiten und Ängste reduziert werden.

Hilfreiche Tipps: So kommen Sie gut durch den Sommer

Einige Maßnahmen, die Sie leicht in den Alltag integrieren können, helfen, die Beschwerden zu lindern. Überlegen Sie schon vor Sommerbeginn, was Stress und Anspannung auslösen könnte und steuern Sie dagegen. Auch eine offene Kommunikation mit Familie und Freunden kann helfen.

  • Weniger Stress, Kopf frei bekommen

    Stressreduktion geht ganz einfach, beispielsweise mit Sport und Outdooraktivitäten sowie Entspannungstechniken wie Yoga, Meditation und Progressive Muskelentspannung. Die AOK bezuschusst viele Gesundheitskurse mit dem Schwerpunkt „Entspannung“. Nutzen Sie auch die kostenfreie AOK Yogaschule und die Yogaschule digital.

  • Zu viele Reize im Alltag?

    Durch bewusste Bildschirmpausen, “Me-Time” und Auszeit in der Natur lässt sich die Reizbelastung reduzieren. Planen Sie Termine und Verpflichtungen besser oder sagen Sie sie gegebenenfalls ab. Ein gleichmäßiger strukturierter Tagesrhythmus hilft, Stress zu reduzieren.

  • Besser gut (ausge-)schlafen

    Optimieren Sie Ihre Schlafhygiene:

  • Kühl statt heiß

    Besonders an heißen Sommertagen ist der richtige Umgang mit Hitze entscheidend:

    • kühle Wohn- und Schlafräume durch rechtzeitiges Abdunkeln der Wohnung
    • Mittagssonne vermeiden
    • luftige Kleidung
    • ausreichend Flüssigkeitszufuhr
    • Sport eher in den kühlen Morgenstunden

Gut zu wissen

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