Gesundheitswelt der AOK Sachsen-Anhalt

Appetitlosigkeit

Etwa 25-jährige Frau schaut nachdenklich aus einem Fenster, während sie eine Tasse in der Hand hält.

Symptome und ihre Ursachen

Appetit und Hunger werden oft in einem Atemzug genannt. Doch zwischen den beiden Begriffen gibt es einen großen Unterschied. Hunger ist ein existenzielles Bedürfnis, das wir brauchen, um zu überleben. Appetit auf der anderen Seite ist kein Bedürfnis, sondern eine Lust auf Essen und auf Genuss. Trotzdem kann Appetitlosigkeit ein Anzeichen sein, dass etwas anders ist als sonst. Was können die Ursachen sein? Und wie kann man den Appetit fördern? In diesem Beitrag beantworten wir alle wichtigen Fragen zum Thema.

Wussten Sie schon, dass…

  • Appetitlosigkeit durch verschiedenste Ursachen ausgelöst werden kann?
  • Zimt, Ingwer und Schnittlauch appetitanregend wirken?
  • Sie bei einer länger andauernden Appetitlosigkeit ärztliche Hilfe suchen sollten?

Appetit und Appetitlosigkeit

Die Ursache einer Appetitlosigkeit muss nicht immer eine schlechte sein. So ist zum Beispiel zu beobachten, dass Frischverliebte oft weniger Appetit spüren, dabei aber trotzdem sehr glücklich sind. In der Regel sind die Auslöser einer Appetitlosigkeit jedoch nicht so einfach festzustellen, denn die Lust auf Essen entsteht auf komplexe Weise. Dabei spielen Körpersignale, Botenstoffe, Vorgänge im Gehirn und die persönlichen Sinneswahrnehmungen eine Rolle. Außerdem sind daran die Psyche, der eigene Wille und äußere Umstände beteiligt.

Unser Appetit ist im Grunde ein Gradmesser, der uns zeigt, wie gut all diese Faktoren zusammenspielen. Deshalb sind sowohl zu viel als auch fehlender Appetit Anzeichen dafür, dass etwas aus dem Gleichgewicht geraten ist. Eine Appetitlosigkeit kann ganz plötzlich entstehen oder sich über eine längere Zeit entwickeln und sehr unterschiedliche Ursachen haben. Die häufigsten sind Stress, Liebeskummer, Krankheit, Alkohol- oder Drogenkonsum. Und auch Medikamente können Appetitlosigkeit als Nebenwirkung haben.

Sollten Sie beobachten, dass Sie an Appetitlosigkeit leiden, gilt die Faustregel: Wenn die Ursache verschwindet, zum Beispiel Stress, dann kehrt auch der Appetit wieder zurück. Ist das nicht der Fall und der Appetit auf Essen fehlt dauerhaft, sollten Sie ärztliche Hilfe aufsuchen.

Die Ursachen von Appetitlosigkeit

Etwa 25-jährige Frau schaut nachdenklich auf den gedeckten Frühstückstisch.

Die häufigsten Auslöser für eine Appetitlosigkeit sind:

  • Psychische Erkrankungen

    Psychische Erkrankungen, wie zum Beispiel Depressionen oder Demenz, können einen Verlust des Appetits zur Folge haben. Und auch Magersucht, in der Fachsprache Anorexia Nervosa genannt, gehört dazu. Es besteht dabei eine gewisse Verwechslungsgefahr zwischen dem Begriff „Anorexia Nervosa“ für Magersucht und der Fachvokabel für das Symptom Appetitlosigkeit: Anorexie. Anorexie ist nur eines der vielen Symptome von Magersucht.

  • Körperliche Erkrankungen

    Körperliche Erkrankungen wie Krebs, Magen-Darm-Beschwerden, Gallensteine, Schluckschwierigkeiten, Hepatitis, Geschmacks- oder Geruchsstörungen, Mundtrockenheit, Karies und Infektionskrankheiten können bei Betroffenen auch mit Appetitlosigkeit einhergehen.

  • Medikamente

    Appetitlosigkeit kann außerdem eine Nebenwirkung verschiedener Medikamente sein. Dazu zählen zum Beispiel Antidepressiva und Beruhigungsmittel.

Zusätzlich können Veränderungen im Leben dafür sorgen, dass sich eine Appetitlosigkeit entwickelt. Das können zum Beispiel eine Schwangerschaft oder hohes Alter sein. Auch die Änderung des Biorhythmus, zum Beispiel bei Schichtdienst, kann Appetitlosigkeit hervorrufen und es gibt noch viele andere Ursachen. Und auch Symptome, die mit einer Appetitlosigkeit einhergehen, können als Ursachen empfunden werden. Diese Symptome sind schnelle Sättigung, Geruchs- oder Geschmacksveränderungen, Ekel, Übelkeit und Erbrechen.

Appetitlosigkeit behandeln

Hält Appetitlosigkeit bei Ihnen länger an, sollten Sie ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen. Ihre hausärztliche Praxis ist eine erste Anlaufstelle. Dort werden Sie dann gründlich durchgecheckt, um alle körperlichen Ursachen auszuschließen.

Ist bei Ihnen alles in Ordnung, gibt es ein paar Dinge, die Ihnen und Ihrem Appetit guttun können:

  • Achten Sie auf eine ausgewogene Ernährung mit vielen frischen, pflanzlichen Zutaten und machen Sie sich Lust auf das Essen, indem Sie es so garnieren, wie Sie es appetitlich finden – zum Beispiel mit Schnittlauch, essbaren Blüten und anderen Kräutern.
  • Essen Sie lieber mehrere kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt als wenige große.
  • Nutzen Sie die Chance zu essen, wenn sie ohnehin ein hungriges Magengrummeln verspüren. Und falls Sie zu den Menschen gehören, die das Essen auch mal vergessen, stellen Sie sich eine kleine Erinnerung auf Ihrem Smartphone ein.
  • Würzen Sie mit appetitanregenden Kräutern und Gewürzen. Neben Schnittlauch sind das zum Beispiel Zimt und Ingwer. Und auch ein Tee aus diesen Gewürzen hilft, den Appetit anzuregen.
  • Verzichten Sie auf Alkohol.
  • Bewegen Sie sich regelmäßig an der frischen Luft, das regt den Appetit an.
  • Versuchen Sie zwischendurch immer auch bewusst abzuschalten, zum Beispiel durch Entspannungstechniken.
Etwa 20-jährige Frau legt auf einem Markt eine Tomate in ihr Gemüsenetz.

Ergänzend können Sie auch auf Nahrungsergänzungsmittel und Medikamente zurückgreifen, die appetitanregend wirken. Einer dieser Inhaltsstoffe ist zum Beispiel Vitamin B. Hierzu sollten Sie sich aber immer ärztlich beraten lassen. So können Sie sicher sein, dass Ihnen das jeweilige Mittel auch wirklich hilft.

Appetitlosigkeit bei Kindern und älteren Menschen

Im Alter nimmt unser Geschmacks- und Geruchsempfinden nach und nach ab. Das ist ganz natürlich, kann aber durch die Beeinträchtigung des Geschmackssinnes zu einer Appetitlosigkeit führen. Auch Kau- und Schluckbeschwerden, Zahnprobleme, altersbedingte Krankheiten oder Einsamkeit und der Verlust nahestehender Menschen können dazu beitragen, dass ältere Personen ihre Lust auf Essen verlieren. Bei älteren Menschen, die von Appetitlosigkeit betroffen sind, rät die Ernährungswissenschaft dazu, die Ernährung besonders vitamin- und mineralstoffreich zu gestalten.

Etwa 55-jähriger Mann in einem Fitnessstudio betrachtet lächelnd einen Apfel in seiner Hand.

Wichtige Bestandteile einer appetitanregenden Ernährung sind:

  • frisches Obst und Gemüse
  • mageres Fleisch und Geflügel
  • Nüsse
  • Vollkornprodukte

Und auch hier gilt: Mehrere kleinere Mahlzeiten, die gut über den Tag verteilt sind, können den Appetit fördern.

Appetitlosigkeit bei Kindern

Kinder haben in der Regel ein sehr gutes und gesundes Gefühl für das, was sie brauchen. Auch wenn es um ihr Sättigungs- und Hungergefühl geht. Da aber vor allem Kleinkinder sehr viele verschiedene Essens- und Lebensphasen durchlaufen, sind Veränderungen in ihrem Empfinden ganz normal. Das reicht vom Zahnen über die Umstellung auf Beikost bis zum selbstständigen Essen. Und dazu kommen noch weitere wichtige Entwicklungsschritte.

Außerdem können Kinderkrankheiten oder Veränderungen im Alltag, wie etwa ein Wechsel der Betreuungsperson, den Appetit beeinflussen. Das alles führt dazu, dass Eltern sich immer wieder neu auf die Bedürfnisse und Gewohnheiten ihres Kindes einstellen müssen. In der Regel, das heißt solange ein Kind sich gut entwickelt und fröhlich ist, besteht kein Grund zur Besorgnis. Isst Ihr Kind allerdings über längere Zeit schlecht, ist auffallend blass, zierlich, matt und müde, sollten Sie sich kinderärztlich beraten lassen. Die regelmäßigen U-Untersuchungen sind ein guter Zeitpunkt, um eventuelle Schwierigkeiten zu besprechen, sich Tipps geben zu lassen oder auch einfach von ärztlicher Seite die beruhigenden Worte zu hören, dass alles in Ordnung und ganz normal ist.

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