Gesundheitswelt der AOK Sachsen-Anhalt

Bartflechte

Ein Mann mit Bartflechte rasiert seinen Dreitagebart

Pilzinfektion im Bart

Ein Bart gilt für viele Männer als echter Hingucker. Unter einem Bart können jedoch auch runde, entzündliche und schuppende Hautstellen mit Pusteln, Knötchen oder Krusten auftreten. Dabei kann es sich um eine sogenannte Bartflechte handeln. Sie ist eine Pilzinfektion der Barthaare und der Haut im Bartbereich. Bartflechte wird meist durch Dermatophyten (Fadenpilze) verursacht und typischerweise durch den Kontakt mit Nutztieren übertragen. Eine frühzeitige und gezielte Behandlung ist wichtig, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern.

Erfahren Sie mehr über typische Anzeichen, Übertragungswege sowie Behandlung und Vorsorge.

Wussten Sie schon, dass...

  • ein schwerer Verlauf von Bartflechte zu dauerhaftem, stellenweisen Bartverlust führen kann?
  • Hausmittel bei Bartflechte nur gegen den Juckreiz helfen?
  • die AOK Sachsen-Anhalt einen kostenfreien Online-Hautcheck anbietet?

Was ist Bartflechte?

Medizinisch wird Bartflechte als Bartmykose oder Tinea barbae bezeichnet. Es handelt sich um eine seltene Pilzinfektion der Haut im Bartbereich, die durch Fadenpilze (Dermatophyten) ausgelöst wird. Sie tritt vorwiegend an den Wangen, am Kinn und am Hals auf und betrifft insbesondere erwachsene Männer mit Tierkontakt.

Ein Landwirt streichelt eine Kuh.

Die Übertragung erfolgt meist direkt durch den Kontakt mit infizierten Tieren, zum Beispiel mit Nutztieren wie Rindern oder Nagetieren. Sehr selten kann Bartflechte auch von Mensch zu Mensch übertragen werden. Eine indirekte und eher seltene Übertragung ist über gemeinsam genutzte Rasierer oder Handtücher möglich.

Ein erhöhtes Risiko besteht zum Beispiel bei der Arbeit in der Landwirtschaft. Ein geschwächtes Immunsystem, etwa durch Diabetes, Durchblutungsstörungen, allergisches Asthma oder die Einnahme von Immunsuppressiva, kann das Risiko für eine Pilzinfektion erhöhen. Auch kleine Wunden im Bartbereich, beispielsweise durch die Rasur, können Pilzen das Eindringen in die Haut erleichtern.

Symptome: Wie sieht eine Bartflechte aus?

Am Anfang treten folgende Symptome auf:

  • rötliche, runde Flecken im Bartbereich
  • Schuppenbildung, die im späteren Verlauf nässen kann
  • starker Juckreiz und gegebenenfalls Schmerzen

Im weiteren Verlauf entstehen möglicherweise auch:

  • eitrige Pusteln
  • Furunkel – tiefe, schmerzhafte Entzündungen des Haarfollikels
  • Abszesse
  • Verlust der Barthaare an den betroffenen Stellen

Begleitsymptome, die vor allem bei schwereren Verläufen auftreten können, sind geschwollene Lymphknoten im Gesicht oder dem Halsbereich. Betroffene können unter einem allgemeinen Krankheitsgefühl und Fieber leiden. Schreitet die Bartflechte weiter voran oder bleibt unbehandelt, kann es zu Blutungen an den betroffenen Hautstellen und der Ausbreitung auf andere Körperstellen wie Gesicht und Nacken kommen. Die Pilze können tiefer in die Haut eindringen und zur dauerhaften Schädigung der Haut führen. Narbenbildung und kahle Stellen im Bart können weitere Folgen sein.

Diagnose einer Bartflechte

Eine Mann lässt seine Bartflechte von einer Dermatologin überprüfen.

Eine Bartflechte kann auch von selbst heilen. Dennoch sollten Sie bei Verdacht einen Hautarzt aufsuchen, um eine Ausbreitung, einen schweren Verlauf und eine Narbenbildung zu verhindern. Verordnete Medikamente können zudem Juckreiz und Schmerzen lindern. 

Die Symptome einer Bartflechte sind meist typisch, sodass die Diagnose häufig anhand des klinischen Erscheinungsbildes gestellt werden kann. Zur Absicherung kann eine Hautprobe oder ein Barthaar unter dem Mikroskop untersucht werden. Dadurch lassen sich beispielsweise Akne, eine bakterielle Follikulitis, Furunkulose oder ein Abszess als mögliche Ursachen ausschließen. Bei Landwirten ist eine Bartflechte als mögliche Berufskrankheit meldepflichtig. Die Meldung übernimmt der behandelnde Arzt.

Wie wird Bartflechte behandelt?

Vor allem Salben oder Cremes mit antimykotischen Wirkstoffen kommen bei Bartflechte zum Einsatz. Damit die Wirkstoffe die betroffenen Hautstellen gut erreichen, müssen Betroffene ihren Bart zunächst abrasieren und die Präparate anschließend regelmäßig auftragen. Bei stärkeren oder ausgedehnten Pilzinfektionen können auch Antimykotika in Tablettenform erforderlich sein, die in der Regel einmal täglich eingenommen werden. Entzündungshemmende Kortikoide können bei starken Entzündungen zusätzlich eingesetzt werden. Aufgrund möglicher Nebenwirkungen wie einer Ausdünnung der Haut oder einem Blutdruckanstieg werden diese Medikamente jedoch nur angewendet, wenn andere Behandlungsmöglichkeiten nicht ausreichend wirken. Die Bartflechte heilt bei konsequenter Behandlung innerhalb weniger Wochen ab.

Beachten Sie bei einer Infektion mit Bartflechte einige Maßnahmen, um die Heilung zu unterstützen und eine weitere Ausbreitung der Infektion zu vermeiden. Kratzen Sie bei starkem Juckreiz die betroffenen Hautstellen nicht auf. Schmutz kann in kleine Verletzungen gelangen und eine zusätzliche Wundinfektion verursachen. Verzichten Sie bis zur vollständigen Heilung auf eine Nassrasur. Bei der Verwendung eines Trockenrasierers sollten Sie diesen vor und nach jeder Rasur gründlich desinfizieren. Wenden Sie die verordneten Medikamente so lange an, wie es Ihr Arzt empfiehlt – selbst wenn die Beschwerden bereits abgeklungen sind. Ansonsten ist eine erneute Infektion möglich. Waschen Sie Handtücher regelmäßig und möglichst heiß. Außerdem sollten Sie sie nicht mit anderen Personen gemeinsam benutzen.

Älterer Mann im Rollstuhl trägt Pflegecremes im Gesicht auf.

Hausmittel gegen Bartflechte

Hausmittel können Bartflechte nicht heilen, da nur Medikamente die Ursache (Pilzinfektion) bekämpfen können. Um den Juckreiz zu lindern, helfen saubere warme oder feuchte Kompressen mit Kamille. Auch Aloe vera oder Teebaumöl wird eine entzündungshemmende Wirkung zugeschrieben. Wichtig ist, dass Sie Hausmittel nur unterstützend anwenden. Besprechen Sie die Verwendung vorab mit Ihrem behandelnden Arzt. 

Kann man Bartflechte vorbeugen? 

Bartflechte tritt nur selten auf. Die Infektion können Sie nicht verhindern, aber Sie können das Risiko mit einfachen Maßnahmen senken.

  • Waschen Sie sich nach dem Kontakt mit Nutztieren gründlich die Hände.
  • Fassen Sie sich nicht mit ungewaschenen Händen in Ihr Gesicht.
  • Nutzen Sie Handtücher, Waschlappen und Pflegeprodukte nicht gemeinsam.
  • Vitamin-C-reiche Ernährung stärkt Ihr Immunsystem.
  • Senken Sie Ihren Stresspegel durch Sport, Yoga oder andere Entspannungsübungen.

Gut zu wissen

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