Gesundheitswelt der AOK Sachsen-Anhalt

Selbstfürsorge bei Brustkrebs

Eine Frau mit Brustkrebs sitzt auf einer Bank mit einer Tasse in der Hand.

Was Ihnen jetzt gut tun kann

In Sachsen-Anhalt betrifft Brustkrebs mehr Frauen als jede andere Krebserkrankung. Jährlich werden circa 1.300 neue Fälle registriert. Die Diagnose löst bei vielen Betroffenen Ängste, Unsicherheit und Stress aus. Gedanken über die Zukunft, die Behandlung und mögliche Veränderungen im Alltag können belastend sein.

Gerade in dieser Zeit kann Selbstfürsorge helfen, Körper und Psyche zu stärken und besser mit den Nebenwirkungen der Behandlung umzugehen. Wer auf die eigenen Bedürfnisse achtet, kann das persönliche Wohlbefinden fördern und sich selbst im Umgang mit der Erkrankung unterstützen.

Wichtig ist dabei auch, Hilfe anzunehmen. Unterstützung zu suchen ist kein Zeichen von Schwäche, sondern ein wichtiger Schritt, um mit den körperlichen und seelischen Herausforderungen besser umzugehen. Kleine Rituale können zusätzlich Sicherheit und Stabilität im Alltag geben.

Wussten Sie schon, dass...

  • kleine Rituale und bewusste Auszeiten im Alltag dabei helfen können, mehr Sicherheit und Stabilität zu finden?
  • die Teilnahme an unseren DMP-Programmen für Versicherte kostenfrei ist?
  • Achtsamkeitsübungen helfen können, Stress abzubauen?

Was bedeutet Selbstfürsorge überhaupt?

Selbstfürsorge bedeutet, bewusst auf die eigenen Bedürfnisse zu achten und wahrzunehmen, was im Moment guttut. Das kann Ruhe sein, Bewegung, ein Gespräch oder einfach Zeit für sich selbst.

Gut für sich selbst sorgen:
Achten Sie auf Ihren Körper und Ihre seelische Gesundheit. Dazu gehören zum Beispiel eine ausgewogene Ernährung, ausreichend Schlaf, Bewegung, Entspannung und soziale Kontakte.
Eigene Grenzen wahrnehmen:
Erkennen und akzeptieren Sie, wenn Ihre Kraft nicht ausreicht. Sie müssen nicht alle Erwartungen erfüllen oder immer leistungsfähig sein.
Sich Pausen erlauben: 
Erholung ist ein wichtiger Teil der Bewältigung einer Erkrankung. Nehmen Sie sich bewusst Auszeiten und erlauben Sie sich, Unterstützung anzunehmen.
Unterstützung annehmen
Familie, Freunde oder professionelle Ansprechpartner können entlasten und helfen, schwierige Situationen besser zu bewältigen.
Sich selbst mit Freundlichkeit begegnen:
Gerade in herausfordernden Zeiten ist es wichtig, geduldig mit sich selbst zu sein und belastende Gefühle nicht zu verurteilen.

Psyche entlasten: Umgang mit Gedanken und Gefühlen

Eine Brustkrebserkrankung kann viele unterschiedliche Gefühle auslösen. Angst vor der Zukunft, Sorgen und Grübeln gehören für viele Betroffene dazu. Gedanken kreisen häufig um Fragen wie: „Wie wird die Behandlung verlaufen?“ oder „Wie verändert sich mein Leben?“ 
Auch Stimmungsschwankungen sind nicht ungewöhnlich. Viele Menschen erleben in dieser Zeit ein Wechselbad der Gefühle zwischen Hoffnung, Zuversicht, Traurigkeit und Verzweiflung.

A woman cancer patient

Was helfen kann:

  • Gedanken aufschreiben: Ein Tagebuch kann dabei helfen, Gedanken und Gefühle zu ordnen, innere Anspannung abzubauen und schöne Momente oder Fortschritte festzuhalten.
  • Kleine positive Momente schaffen: Ein Spaziergang, Musik, ein Lieblingsfilm oder eine bewusste Pause mit einer Tasse Tee können Kraft geben.
  • Gefühle zulassen: Traurigkeit, Wut oder Angst dürfen da sein. Gefühle anzuerkennen, kann entlastend wirken.
  • Gespräche suchen: Der Austausch mit Familie, Freunden oder professionellen Ansprechpartnern kann helfen, sich verstanden und weniger allein zu fühlen.

Stress reduzieren: Entspannung und Achtsamkeit im Alltag

Lächelnde ältere Frau sitzt im Schneidersitz auf dem Fußboden in ihrem Wohnzimmer und macht Dehnübungen

Die Behandlung von Brustkrebs kann körperlich und seelisch anstrengend sein. Entspannung und kleine Auszeiten können helfen, Stress zu reduzieren und neue Kraft zu sammeln. 

  • Entspannungsverfahren ausprobieren: Atemübungen, progressive Muskelentspannung oder Meditation können helfen, Stress abzubauen und zur Ruhe zu kommen.
  • Kurze Pausen einplanen: Schon fünf bis zehn Minuten am Tag können ausreichen, um bewusst innezuhalten und neue Energie zu gewinnen.
  • Achtsamkeit üben: Richten Sie Ihre Aufmerksamkeit bewusst auf den Moment, zum Beispiel beim Essen, Duschen oder Spazierengehen.
  • Körperliche Anspannung lösen: Sanfte Bewegungsformen, Dehnübungen oder Entspannungstechniken können helfen, Verspannungen zu reduzieren.

Bewegung: Sanft aktiv bleiben

Frau auf einer Yogamatte im Freien.

Viele Betroffene erleben während einer Brustkrebsbehandlung Erschöpfung (Fatigue) oder andere Nebenwirkungen. Bewegung kann helfen, Müdigkeit zu lindern, den Kreislauf zu stabilisieren und das allgemeine Wohlbefinden zu verbessern. Dabei kommt es nicht auf Leistung an:

  • Schon leichte Bewegung kann hilfreich sein, zum Beispiel Spaziergänge, leichte Dehnübungen oder sanftes Yoga.
  • Regelmäßigkeit ist wichtiger als sportliche Höchstleistungen.
  • Finden Sie einen Bewegungsrhythmus, der zu Ihren Kräften und Ihrem Alltag passt.
  • Bewegung kann Erfolgserlebnisse schaffen und das Vertrauen in den eigenen Körper stärken.
  • Aktiv zu bleiben kann helfen, Ängste abzubauen und die Stimmung zu verbessern.

Tipps bei Geschmacksveränderungen

Eine Seniorin isst genussvoll einen Salat.

 

Während einer Chemotherapie verändert sich bei vielen Betroffenen vorübergehend der Geschmacks- und Geruchssinn. Lebensmittel, die früher gut geschmeckt haben, können plötzlich bitter, metallisch oder fade wirken. Gleichzeitig werden Gerüche oft intensiver wahrgenommen.

Diese Veränderungen können dazu führen, dass Essen weniger Freude macht und der Appetit nachlässt. Vielen Betroffenen hilft es, verschiedene Lebensmittel und Zubereitungsarten auszuprobieren, um herauszufinden, was ihnen guttut.

Neben Geschmacksveränderungen können während der Behandlung auch Beschwerden wie Sodbrennen, Durchfall oder Appetitlosigkeit auftreten. Oft hilft es, die Ernährung und das Essverhalten vorübergehend anzupassen.

  • Tipps bei Sodbrennen

    Manche Speisen und Getränke können Sodbrennen verstärken. Dazu gehören:

    • säurehaltige Lebensmittel und Getränke
    • sehr fettige oder stark gewürzte Speisen
    • kohlensäurehaltige Getränke
    • Kaffee und manche Säfte

    Hilfreich kann sein:

    • mehrere kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt essen
    • abends leichte Speisen bevorzugen
    • mit leicht erhöhtem Oberkörper schlafen
    • Entspannungsübungen wie Atemübungen oder Yoga ausprobieren
  • Tipps bei Durchfall

    Bei Durchfall ist es wichtig, ausreichend Flüssigkeit aufzunehmen. Geeignet sind zum Beispiel Wasser, leicht gesüßte Tees und klare Brühen. Zusätzlich können helfen:

    • mehrere kleine Mahlzeiten über den Tag verteilen
    • gut verträgliche Lebensmittel wählen, zum Beispiel:
    • Weißbrot
    • Reis
    • Nudeln
    • Kartoffelbrei
    • Naturjoghurt
    • Bananen
    • geriebener Apfel

    Vermeiden Sie möglichst:

    • sehr fetthaltige Speisen
    • stark gewürzte Lebensmittel
    • Alkohol
    • koffeinhaltige Getränke

    Bei starkem Flüssigkeitsverlust oder länger anhaltendem Durchfall sollten Sie Ihren Arzt informieren.

  • Tipps bei Appetitlosigkeit

    Appetitlosigkeit kann während einer Krebstherapie auftreten. Folgendes kann helfen:

    • kleine, regelmäßige Mahlzeiten einplanen
    • energie- und eiweißreiche Lebensmittel bevorzugen
    • verschiedene Speisen ausprobieren
    • Lebensmittel wählen, die Ihnen aktuell gut schmecken

    Wenn Sie unbeabsichtigt Gewicht verlieren oder über längere Zeit kaum essen können, sprechen Sie mit Ihrem Arzt.

    Wichtig:Nahrungsergänzungsmittel sollten während einer Chemotherapie nur nach Rücksprache mit Ihrem Arzt eingenommen werden. Manche Präparate können die Behandlung beeinflussen.

Portrait einer lächelnden Krebspatientin, die mit ihrer Ärztin spricht

Unterstützung annehmen

Eine Brustkrebserkrankung muss niemand allein bewältigen. Ein unterstützendes Umfeld kann helfen, schwierige Zeiten besser zu überstehen. Gespräche über Sorgen, Ängste und Hoffnungen können entlasten. Oft hilft es bereits, wenn jemand zuhört und die eigene Situation versteht.

Auch der Austausch mit anderen Betroffenen kann wertvoll sein. Menschen mit ähnlichen Erfahrungen können Verständnis geben, Mut machen und praktische Tipps für den Alltag weitergeben. Selbsthilfegruppen bieten die Möglichkeit, Erfahrungen zu teilen, Fragen zu stellen und Unterstützung zu erhalten.

 

Wann zusätzliche Hilfe sinnvoll ist

Manchmal reichen Gespräche mit Familie und Freunden nicht aus. Wenn Ängste, Sorgen oder depressive Verstimmungen über längere Zeit anhalten und den Alltag stark beeinträchtigen, kann professionelle Unterstützung hilfreich sein.

Wichtige Warnsignale im Alltag sind:

  • anhaltende Überforderung und Hilflosigkeit
  • starke Erschöpfung
  • Schwierigkeiten bei alltäglichen Aufgaben

Unterstützung bieten unter anderem psychoonkologische Beratungsstellen und psychosoziale Krebsberatungsangebote. Dort erhalten Betroffene Hilfe bei der Bewältigung von Sorgen und Ängsten, Unterstützung bei organisatorischen Fragen und Informationen zu weiteren Hilfsangeboten. Auch Kliniken und behandelnde Ärzte können passende Ansprechpartner vermitteln.

So unterstützt die AOK Sachsen-Anhalt

  • Unser kostenfreier Familiencoach Krebs unterstützt Betroffene und Angehörige von Krebspatienten dabei, besser mit der Erkrankung umzugehen. Mit hilfreichen Informationen und Kurzfilmen lernen Sie die Erkrankung zu verstehen und besser mit belastenden Gefühlen umzugehen.
  • Als Brustkrebspatientin können Sie am DMP-Curaplan-Brustkrebs teilnehmen. In diesem Programm erhalten Sie eine optimale medizinische Betreuung während Ihrer gesamten Behandlungszeit. Um teilzunehmen, sprechen Sie direkt mit Ihrem behandelnden Arzt.

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