Selbstfürsorge bei Brustkrebs

Eine Frau mit Brustkrebs sitzt auf einer Bank mit einer Tasse in der Hand.

Körperbewusstsein und Lebensfreude wiederentdecken

In Sachsen-Anhalt betrifft Brustkrebs mehr Frauen als jede andere Krebserkrankung. Jährlich werden circa 1.300 neue Fälle registriert. Die Erkrankung verändert den Körper und das Selbstbild von Frauen oft nachhaltig. Viele Patientinnen fühlen sich durch die körperlichen Veränderungen, wie beispielsweise durch Narben oder den Haarverlust während ihrer Therapie, stark verunsichert. Studien zeigen, dass Frauen nach einer Mastektomie, der operativen Entfernung des Brustgewebes, häufig Schwierigkeiten haben, ihr neues Aussehen zu akzeptieren. Selbstzweifel und das Gefühl, den eigenen Körper nicht mehr richtig zu kennen, sind die Folge. Die veränderte Selbstwahrnehmung kann die Lebensqualität stark beeinträchtigen.

Wir geben Ihnen hilfreiche Tipps, wie Sie durch Selbstfürsorge lernen, Ihren neuen Körper zu akzeptieren und dadurch wieder mehr Lebensfreude verspüren.

Wussten Sie schon, dass...

  • Selbstfürsorge dazu beiträgt, ein positives Verhältnis zu Ihrem Körper zu entwickeln?
  • die Teilnahme an unseren DMP-Programmen kostenfrei ist?
  • Ihnen meditieren ebenfalls hilft, achtsamer zu sein?

Mit Selbstfürsorge den Heilungsprozess stärken

Durch Achtsamkeit wie Selbstfürsorge oder eine bewusste Körperakzeptanz gewinnen Frauen nach und nach wieder ein positives Verhältnis zu ihrem Körper. Auch ihr Selbstwertgefühl und ihre mentale Widerstandskraft werden gestärkt.

Und die gute Nachricht: Selbstfürsorge können Sie lernen und schrittweise in Ihren Alltag integrieren. Mit unseren Übungen kann Ihnen das gelingen:

  • Richten Sie Ihre innere Stimme neu aus

    Ihre innere Stimme beeinflusst, wie Sie Herausforderungen wahrnehmen und bewältigen. Während oder nach einer Brustkrebserkrankung ist es völlig normal, dass Sie sich unsicher oder unwohl fühlen. Vielleicht kommen auch belastende Gedanken auf, wie beispielsweise „Bin ich selbst schuld an meiner Erkrankung?“, „Kann ich mich ohne Haare je wohlfühlen?“ oder „Werde ich wieder arbeiten können?“.

    Deshalb ist es wichtig, Ihre innere Stimme neu auszurichten. Wenn Sie beispielsweise merken, dass ein negativer Gedanke auftaucht, sagen Sie bewusst „Stopp“. Konzentrieren Sie sich dann auf etwas, was Sie gerade sehen, fühlen, schmecken oder riechen können. Diese Übung hilft Ihnen, im Hier und Jetzt zu sein und hat einen beruhigenden Effekt auf Ihren Körper und Ihren Geist.

  • Bleiben Sie zuversichtlich

    Haben Sie negative Gedanken, können Sie bewusst nach Momenten suchen, die Ihnen Freude bringen und Energie schenken. Erinnern Sie sich beispielsweise an schöne Erlebnisse, die Sie glücklich gemacht haben. Und seien Sie sanft zu sich – so wie Sie es auch bei einer guten Freundin oder einem guten Freund sind: verständnisvoll, fürsorglich und unterstützend.

  • Loben Sie sich

    Während einer Krebstherapie ist der Körper von Patientinnen oft erschöpft. Selbst kleine alltägliche Dinge können viel Kraft kosten und fühlen sich anstrengender an. Das ist völlig normal und verständlich. Dennoch haben viele Frauen das Gefühl, nichts mehr zu schaffen und sind unzufrieden.

    Sie haben heute aber schon mit einer Freundin telefoniert oder waren ein paar Schritte an der frischen Luft spazieren? Das ist ein toller Erfolg! Loben Sie sich dafür. Manchmal hilft es, abends aufzuschreiben, was an diesem Tag gut funktioniert hat. So können Sie bewusst sehen, wie viel Sie trotz Ihrer gesundheitlichen Herausforderungen schaffen. Jede kleine Anstrengung zählt und verdient Anerkennung.

  • Seien Sie gut zu sich selbst

    Nehmen Sie Ihre Wünsche und Bedürfnisse ernst. Was brauchen Sie heute, um sich wohler zu fühlen? Tun Sie das, was Ihrem Körper und Ihrem Geist guttut. Genießen Sie beispielsweise einen wohltuenden Tee, hören Sie Ihre Lieblingsmusik oder gehen Sie lecker essen.

  • Suchen Sie sich Unterstützung

    Eine Krebserkrankung ist sowohl körperlich als auch psychisch eine große Herausforderung. Sprechen sie mit ihren Familienangehörigen, sagen Sie offen, wie es Ihnen geht, was Sie sich wünschen, aber auch wo Ihre Grenzen sind.
    Wenn Sie das Gefühl haben, dass die Belastung vermehrt negativen Einfluss auf Ihre Stimmung hat, können Sie sich auch professionelle Hilfe suchen. Bei einer psychoonkologischen Beratungsstelle finden Sie Hilfe und Unterstützung. Informationen dazu erhalten Sie über Ihre regionale Krebsberatungsstelle sowie über Ihren behandelnden Arzt.

Wieder besser schmecken bei Brustkrebs

Eine Chemo- oder Strahlentherapie soll die Krebszellen abtöten. Dabei kann es jedoch passieren, dass auch Zellen geschädigt werden, die für den Geschmackssinn zuständig sind. Oft verstärkt das die sowieso schon vorhandene Appetitlosigkeit: Lieblingsspeisen schmecken plötzlich nicht mehr, Essen hat einen metallischen Nachgeschmack und schmeckt fad oder bitter. Eine ausgewogene, gesunde Ernährung ist jedoch wichtig, um die Behandlung zu unterstützen und eine Mangelernährung vorzubeugen. Ein paar einfache Tricks können dabei helfen:

Eine Frau schmeckt nach einer Chemotherapie intensiv einen Salat
  • zuckerfreie Kaugummis oder Bonbons, Tonic Water und ungesüßter schwarzer Tee helfen gegen unangenehmen Geschmack im Mund
  • Kunststoffbesteck bei metallischem Nachgeschmack
  • Mund vor dem Essen und auch währenddessen mit kaltem Pfefferminztee oder Zitronenwasser spülen
  • Tofu, Hülsenfrüchte, Eier oder Milchprodukte sind gute Eiweißlieferanten, wenn Fleisch und Fisch nicht mehr schmecken
  • Gewürze wie Thymian, Oregano, Kurkuma oder Zitronensaft überdecken den Geschmack
  • regelmäßiges Zähneputzen ist grundsätzlich wichtig und hilft zudem gegen den unangenehmen Geschmack

Achtung: Suchen Sie bei Geschmacksstörungen, die auch nach dem Abschluss der Behandlung anhalten, Ihren Arzt auf.

Essverhalten bei einer Chemotherapie

Neben einem veränderten Geschmackssinn kann es bei einer Chemotherapie auch zu Sodbrennen, Durchfall und Appetitlosigkeit kommen. Um die Symptome zu lindern, hilft es oftmals, die Ernährung und das Essverhalten anzupassen:

  • Sodbrennen

    Einige Speisen und Getränke begünstigen Sodbrennen und sollten gemieden werden:

    • säurehaltige Speisen und Getränke
    • süße, fettige und stark gewürzte Speisen
    • kohlensäurehaltige Getränke, Säfte und Kaffee

    Essen Sie abends nur leichte Mahlzeiten und über den Tag verteilt mehrere kleinere Portionen. Da Übergewicht Sodbrennen begünstigt, empfiehlt sich eine Gewichtsreduktion. Schlafen Sie mit erhöhtem Oberkörper oder auf der linken Seite, um nächtliches Sodbrennen zu verhindern.

    Entspannungsübungen wie Yoga oder autogenes Training können ebenfalls helfen. Nach Absprache mit dem Arzt können auch säurehemmende Medikamente eingenommen werden.

  • Durchfall

    Viel Trinken: Wasser, leicht gesüßte Tees wie Kamillen-, Fenchel- oder Pfefferminztee oder eine leichte Gemüsebrühe

    Verteilen Sie Ihre Mahlzeiten auf mehrere, kleinere Portionen am Tag.

    Meiden Sie ballaststoffreiche Lebensmittel sowie fetthaltige, starkgewürzte Speisen, Süßigkeiten, Alkohol und Koffein. Essen Sie stattdessen:

    • Weißbrot, Reis, Nudeln, Kartoffelbrei
    • Naturjoghurt, Magerquark, Käse
    • Pudding, Speisen mit Gelatine
    • geriebener Apfel mit Schale
    • Bananen, Kartoffeln und Aprikosen (gleichen Kaliumverlust aus)
    • gekochte Eier
    • Muskatnuss als Gewürz

    In Absprache mit dem Arzt können entsprechende Medikamente eingenommen oder eine Infusion bei starkem Flüssigkeitsverlust verordnet werden.

  • Appetitlosigkeit

    Bitterstoffe und bestimmte Lebensmittel wirken appetitanregend:

    • alkoholfreies herbes Bier
    • Rucola
    • Koriander, Dill und Zimt
    • Johannisbeeren- oder Tomatensaft

    Verzichten Sie gegebenenfalls auf Ihr Lieblingsessen, damit Sie keine Abneigung entwickeln. 

    Wenn Sie keinen Appetit haben, müssen Sie nicht essen. Vermeiden Sie jedoch einen Gewichtsverlust und essen Sie gesunde kalorien- und proteinhaltige Lebensmittel.

    Appetitlosigkeit kann auch durch Depressionen ausgelöst werden. Begeben Sie sich in diesem Fall in psychologische Behandlung.

    Achtung: Nahrungsergänzungsmittel sollten nicht oder nur nach Absprache mit dem Arzt während einer Chemotherapie eingenommen werden. Sie können die Wirksamkeit der Behandlung beeinträchtigen.

Immer mehr Menschen nutzen die Krebsvorsorge

Immer mehr Menschen nehmen an den Vorsorgemaßnahmen von Krebserkrankungen teil. Wie der Früherkennungsmonitor 2024 des Wissenschaftlichen Instituts der AOK, kurz WIdO, zusammenfasst, sind die Teilnehmerzahlen beim Mammographie-Screening zur Früherkennung von Brustkrebs, bei Koloskopien zur Darmkrebsvorsorge und bei den Untersuchungen zur Früherkennung von Prostatakrebs deutlich gestiegen.

Nutzen auch Sie die Möglichkeit der Vorsorge. Je früher mögliche Erkrankungen festgestellt werden, desto höher sind die Heilungschancen. Tasten Sie auch selbst regelmäßig Ihre Brust ab, um Veränderungen frühzeitig wahrnehmen zu können. Hier finden Sie einen Überblick zu allen Vorsorgeleistungen, die Sie bei Ihrer AOK Sachsen-Anhalt in Anspruch nehmen können.

Wir unterstützen Sie bei Ihrer Krebserkrankung

Sie sind selbst betroffen oder ein Angehöriger und möchten lernen, besser mit der Erkrankung umzugehen? Unser kostenfreier Familiencoach Krebs unterstützt Sie dabei. Mit hilfreichen Informationen und Kurzfilmen lernen Sie die Erkrankung zu verstehen und besser mit belastenden Gefühlen umzugehen.

Als Brustkrebspatientin können Sie am DMP-Curaplan-Brustkrebs teilnehmen. In diesem Programm bekommen Sie eine optimale medizinische Betreuung während Ihrer gesamten Behandlungszeit. Um teilzunehmen, sprechen Sie direkt mit Ihrem behandelnden Arzt.

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