Gesundheitswelt der AOK Sachsen-Anhalt

Period Flu

Eine Frau liegt mit Schmerzen aufgrund der Periodengrippe auf dem Sofa

Wie äußert sich Periodengrippe?

Als Period Flu bezeichnet man grippeähnliche Symptome kurz vor und während der Menstruation. Typische Anzeichen sind Müdigkeit, Erschöpfung, Gliederschmerzen und ein allgemeines Krankheitsgefühl. Es handelt sich dabei zwar nicht um eine eigenständige Erkrankung, dennoch können die Symptome sehr unangenehm und belastend sein. Period Flu betrifft nicht alle Betroffenen gleichermaßen und wird individuell unterschiedlich wahrgenommen. Die Ursachen liegen in hormonellen Schwankungen während des Zyklus.

Im Beitrag beschäftigen wir uns mit den Ursachen und Symptomen sowie der Abgrenzung zu echten Infektionen. Außerdem erfahren Sie, welche einfachen Maßnahmen die Beschwerden lindern können.

Wussten Sie schon, dass...

  • eine Zusammenhang zwischen Endometriose und Periodengrippe vermutet wird?
  • wir Ihre nicht-rezeptpflichtigen Medikamente bezuschussen?
  • Period Flu kein offizieller medizinischer Begriff ist?

Periodengrippe: Erkältet ohne Erkältung?

Period Flu ist auch als Periodengrippe oder Menstruationsgrippe bekannt. Man beschreibt damit ein grippeähnliches Krankheitsgefühl kurz vor oder während der Periode. Es handelt sich jedoch nicht um eine echte Grippe oder Erkältung, die durch Krankheitserreger ausgelöst wird. Stattdessen entstehen die Symptome durch hormonelle Schwankungen und Prostaglandine, also Hormone, die entzündungsähnliche Prozesse auslösen. Ähnlich wie bei den Regelschmerzen sind manche Frauen davon stärker betroffen als andere. Die Symptome treten häufig im gleichen Rhythmus des Zyklus auf und verschwinden in der Regel wieder von allein. Der Beginn der Beschwerden ist individuell unterschiedlich und liegt meist zwischen ein bis drei Tagen bis hin zu ein bis zwei Wochen vor der Periode.

Eine Frau verspürt typische Symptome aufgrund von Period Flu

Typische Symptome bei Period Flu sind:

  • Müdigkeit
  • Gliederschmerzen
  • Kopfschmerzen
  • Schüttelfrost und Hitzewallungen (natürliche Schwankung Körperkerntemperatur während Zyklus)
  • allgemeines Unwohlsein
  • „zyklischer Schnupfen“: Absinken des Östrogenspiegels führt zu schlechter durchbluteten oder ausgetrockneten Schleimhäute im Nasen-Rachen-Raum
  • leichter Temperaturanstieg (etwa 0,3 bis 0,5 Grad)

Das steckt hinter der Periodengrippe

In der Wissenschaft geht man einem möglichen Zusammenhang zwischen Endometriose und Period Flu nach. Periodengrippe gehört nämlich nicht zum prämenstruellen Syndrom (PMS), auch wenn sich die Symptome teilweise überschneiden können.

Die Ursachen für Period Flu liegen laut Studien bei den Hormonen. Östrogen und Progesteron steuern die Immunreaktion während der Periode und beeinflussen damit auch Entzündungsreaktionen. Kurz vor der Periode kommt es zu einem schnellen Abfall des Progesteron- und Östrogenspiegels, was entzündliche Prozesse begünstigt. Es werden Prostaglandine freigesetzt: Hormonähnliche Botenstoffe, die unter anderem eine Rolle bei der Entstehung von Schmerzen und Entzündungen spielen. Sie dienen der Abwehr von Viren und Bakterien und werden auch bei Fieber produziert. Außerdem lösen Prostaglandine das Zusammenziehen der Gebärmutter, Krämpfe und Übelkeit aus.

Infolgedessen kommt es zu:

  • veränderter Immunreaktion
  • grippeähnlichen Symptomen wie Unwohlsein, Kopf- und Gliederschmerzen
  • verstärkte Reaktion auf Allergene wie Pollen oder Hausstaub

Weitere mögliche Ursachen für Period Flu sind:

  • genetische Faktoren
  • Alter
  • Stress
  • Histaminempfindlichkeit
  • Schilddrüsenerkrankungen
  • chronisch entzündliche Darmkrankheiten
Ein Mann bringt seiner Frau mit Periodengrippe einen wohltuenden Tee

Sanfte Wege durch die „Periodengrippe“

Einfache Maßnahmen helfen, die Symptome zu lindern. Bei anhaltenden Schmerzen und Beschwerden sollten Sie allerdings einen Gynäkologen aufsuchen. Es empfiehlt sich auch, ein Perioden-Tagebuch zu führen, um die Symptome besser einordnen zu können.

Wärme und Ruhe, die guttut

  • warmes entspannendes Bad, gegebenenfalls mit wohltuenden Badezusatz
  • Wärmflasche oder speziell für die Periode entwickelte Wärmepflaster und Wärmegürtel
  • warmer krampflösender Tee wie Kamille, Fenchel, Melisse
  • Ruhe und ausreichend Schlaf

Auch durch Aromatherapie können die Beschwerden gelindert werden.

Sanft in Bewegung bleiben

Sanfte Bewegung fördert die Durchblutung und kann Schmerzen lindern. Deshalb, auch wenn es schwerfällt: Gehen Sie spazieren, machen Sie Yoga oder leichte Dehnübungen. Die AOK Sachsen-Anhalt unterstützt mit vielen Gesundheitskursen im Bereich Entspannung und Meditation.

Nährstoffe, die unterstützen

Besonders bei einer Histaminunverträglichkeit ist eine ausgewogene, entzündungshemmende Ernährung wichtig. Dazu zählen:

  • Lebensmittel mit viel Magnesium, Eisen und Vitamin C
  • Beeren, Nüsse, Blattgemüse

Außerdem ist es wichtig, viel Wasser oder Kräutertees zu trinken. Dadurch können Kopfschmerzen und Müdigkeit gelindert werden. 

Unterstützung bei Bedarf

Sind die Schmerzen sehr stark, können schmerz- und entzündungshemmende Medikamente wie Ibuprofen helfen. Beachten Sie dabei unbedingt die Packungsbeilage. Nach Rücksprache mit dem Gynäkologen ist auch die Einnahme einer kombinierten Pille mit Östrogen und Gestagen möglich. Halten die Beschwerden trotz Schmerzmitteln an, ist eine ärztliche Abklärung sinnvoll.

Weniger ist mehr

Im besten Fall sollten Betroffene in dieser Zeit auf ihren Körper hören und sich körperlich nicht überlasten. Ruhe, ausreichend Schlaf und eine bewusste Entlastung im Alltag können helfen, die Beschwerden zu lindern. Oft gilt: Weniger Aktivität bedeutet in dieser Phase mehr Wohlbefinden.

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