Gesundheitswelt der AOK Sachsen-Anhalt

Aromatherapie

Aromatherapie wird bei einer Frau angewendet

Mit natürlichen Aromen zur inneren Balance

Öle und natürliche Düfte können das Wohlbefinden steigern, Beschwerden lindern oder sogar Bakterien, Viren und Pilze abtöten. Über den Geruchssinn, die Haut oder die Atemwege entfalten sie ihre wohltuende Wirkung. Auch im Wellness-Bereich, der Pflege oder der Psychotherapie gewinnen sie deswegen zunehmend an Bedeutung.

Erfahren Sie, was Aromatherapie ist und wie sie angewandt wird. Wir beschäftigen uns außerdem mit möglichen Nebenwirkungen und für wen die Therapieform geeignet ist.

Wussten Sie schon, dass...

  • als Begründer der modernen Aromatherapie der französische Chemiker Gattefossé gilt?
  • wir Ihnen einen kostenfreien Online-Hautcheck anbieten?
  • bereits im antiken Ägypten, Griechenland und China die Aromatherapie angewandt wurde?
Verschiedene Flakons für eine Aromatherapie stehen zwischen Blüten

Was ist Aromatherapie?

Aromatherapie ist ein Teilgebiet der Pflanzenheilkunde. Dabei werden natürliche Düfte und Öle kontrolliert zur Behandlung verschiedener Beschwerden und zur Förderung des allgemeinen Wohlbefindens eingesetzt. Die moderne Aromatherapie wurde im frühen 20. Jahrhundert entwickelt und ist grundsätzlich für jeden geeignet. Die eingesetzten Düfte und Öle gelten nicht als Arzneimittel und können frei verkäuflich erworben werden. Sie kommen zur Prävention und als Begleittherapie bei schweren Erkrankungen zum Einsatz, um das Wohlbefinden zu verbessern.

Wie wirkt die Aromatherapie?

Die Duftmoleküle gelangen über die Nase zur Riechschleimhaut und werden zum Gehirn weitergeleitet. Dort wird das limbische System aktiviert, welches für Erinnerungen und Emotionen zuständig ist. Es werden unter anderem Serotonin, Dopamin oder Endorphine freigesetzt, die die Stimmung und das Wohlbefinden beeinflussen. Mehrere Studien bestätigen, dass eine Vielzahl ätherischer Öle einen unmittelbaren Einfluss auf unsere Stimmung haben und entspannend und beruhigend wirken. Eine Aromatherapie kann von medizinischen Fachkräften mit entsprechender Zusatzausbildung wie Ärzte, Heilpraktiker, Krankenpfleger oder Psychotherapeuten durchgeführt werden. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen zwei Therapieformen:

Komplementäre Aromatherapie

Ätherische Öle bringen Körper und Seele in Einklang, wodurch die Selbstheilungskräfte angeregt werden sollen.

Wissenschaftlich definierte Aromatherapie

Die Wirkung eingeatmeter Öle ist hier als Folge der Geruchswahrnehmung definiert. Durch die Schleimhäute der Atemwege sollen die Inhaltsstoffe ins Blut übergeben werden. Die Düfte bleiben im Geruchsgedächtnis und werden dort mit etwas Positiven verbunden.

Eine Frau führt eine Aromatherapie zuhause durch

Ziel der Aromatherapie

Durch die antiseptischen, entzündungshemmenden Eigenschaften sollen mithilfe der Aromatherapie körperliche Beschwerden wie (chronische) Schmerzen, Erkältungen, Halsschmerzen, Übelkeit, Kopfschmerzen, Verdauungsstörungen, PMS oder Muskelverspannungen gelindert werden. Auch als präventive Maßnahme kommt sie zum Einsatz, um das Immunsystem und die Regeneration zu stärken. Außerdem soll sich die psychische und emotionale Gesundheit verbessern, um Stress zu reduzieren oder das Wohlbefinden und die Stimmung zu heben. Bei Depressionen kann Aromatherapie daher unterstützend wirken.

Wie wird die Aromatherapie angewandt?

Es gibt verschiedene Methoden zur Anwendung der Aromatherapie. Eine Selbstbehandlung ist auch möglich, jedoch sollten Sie sich hier vorher gut über die Wirkung und Dosierung informieren oder durch einen Aromatherapeuten beraten lassen.

Zu den Anwendungsarten zählen:

  • Dampfinhalation bei Atemwegserkrankungen
  • Riechstifte
  • Bäder mit Badezusätzen, jedoch ätherische Öle vorher mit neutralem Duschgel mischen
  • Saunaaufguss
  • Fußbad
  • Massageöle, vor allem bei einer Fußreflexzonenmassage zur besseren Durchblutung, bei Verspannungen, Lösen von Blockaden und zum Lindern von Schmerzen
  • Hautbalsam
  • Geruchspflaster und Tropfen
  • Mundspülung
  • Duftlampe, Raumduft, Aroma-Diffuser
  • heiße Kompressen bei Verspannungen und Krämpfen
  • kalte Kompresse bei Fieber, Sonnenbrand und Kopfschmerzen

Auch ein Spaziergang an der frischen Luft, im Park oder im Wald wirkt Wunder.

Ätherisches Öl für eine Aromatherapie wird aus einem Flakon extrahiert

Aromatherapie: Aromen mit Nebenwirkungen

Ein Problem der Aromatherapie ist, dass es nur wenige Studien zu den Wirkungen oder Nebenwirkungen der Pflanzen gibt, aus denen die Öle gewonnen werden. Vor der Anwendung sollten Sie daher ein paar Dinge beachten:

  • Verwenden Sie nur reine, natürliche Öle. Synthetische Öle haben keine heilenden Inhaltsstoffe.
  • Achten Sie auf die richtige Dosierung und Anwendung.
  • Nutzen Sie die Öle nicht unverdünnt und testen Sie die Wirkung vorher auf einer kleinen Hautstelle.
  • Beachten Sie, dass Produkte aus dem Onlinehandel verunreinigt sein können.

Hinweise auf natürliche und biologische Aromastoffe geben Prüfsiegel wie IFA oder GC/MS. Diese bewerten jedoch nur bestimmte Kriterien wie Herkunft, Anbau, Rohstoff oder Verarbeitung. Sie sagen nichts über die therapeutische Wirksamkeit aus oder ob sie medizinisch geprüft sind.

Folgende Personengruppen sollten keine Aromatherapie durchführen bzw. nur nach ärztlicher Rücksprache:

  • Schwangere und Stillende
  • Babys und Kleinkinder
  • Epileptiker und Asthmatiker
  • Menschen mit geschwächtem Immunsystem

Nebenwirkungen

  • Auftreten von lokalen Hautreizungen oder allergischen Reaktionen, besonders bei unverdünnter Anwendung
  • Erbrechen, Krämpfe und Atembeschwerden
  • Kopfschmerzen, Kreislaufprobleme und Schweißausbrüche
  • Duftstoffsensibilität

Selten kann es auch zu epileptischen Anfällen oder einer Schädigung der Leber kommen.

Ein Fußbad mit Rosmarin wird zur Aromatherapie eingesetzt

Von Kräutern bis Zitrusfrucht: Die sanfte Kraft der Aromen

Bei der Aromatherapie werden rund 40 ätherische Öle verwendet. Diese werden durch Destillation oder Kaltpressen aus Blättern, Blüten, Wurzeln, Holz oder Samen gewonnen.

  • Rosmarin: regt den Kreislauf und die Durchblutung an, entgiftet den Körper, wirkt erfrischend und fördert die Konzentration
  • Pfefferminz: schmerzlindernd und krampflösend
  • Thymianöl, Anis, Eukalyptus: gut gegen Husten
  • Mandarine, Rosengeranie: stimmungsaufhellend
  • Lemongrasöl: steigert die Konzentration
  • Lavendel: wirkt entspannend, schlaffördernd, angstlösend
  • Sandelholz: fördert die Hautregeneration und beschleunigt die Wundheilung
  • Teebaumöl: antimikrobielle Eigenschaft
  • Bergamotte: angstlösend, Einsatz bei depressiven Beschwerden
  • Ylang-Ylang: Linderung von negativen Emotionen wie Wut, hat eine beruhigende Wirkung und kann Stress reduzieren
  • Zitrone: antibakteriell, stimmungsaufhellend und konzentrationsfördernd, revitalisierend
  • Orange: baut Stress ab, wirkt stimmungsaufhellend und beruhigt die Haut
  • Grapefruit: regt den Stoffwechsel und das Lymphsystem an, wirkt stimmungsaufhellend
  • Zirbelkiefer: wirkt beruhigend, schlaffördernd und reduziert Stress

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