Gesundheitswelt der AOK Sachsen-Anhalt

Regelschmerzen

Zwei dunkelhaarige Frauen sitzen im Café und unterhalten sich.

Regelschmerzen: Zeit, gut auf sich zu achten 

Bei aller Liebe zum Frausein: Regelschmerzen müssten wirklich nicht unbedingt dazugehören. Wie entstehen sie überhaupt? Wie normal sind sie? Was lindert Regelschmerzen? Wie ernst sollte man sie nehmen? Und warum wird Endometriose so oft im Zusammenhang mit Regelschmerzen erwähnt? Das sind lauter gute und wichtige Fragen, die wir in diesem Artikel beantworten. 

Wussten Sie schon, dass...

  • die Mehrheit aller menstruierenden Frauen Regelschmerzen haben?
  • wir zahlreiche Kurse zur Entspannung anbieten?
  • eine gutartige Erkrankung namens Endometriose starke Regelschmerzen verursachen kann?

Wie entstehen Regelschmerzen?

Haben Sie es auch bemerkt? Das Thema Menstruation wird zunehmend offener, bunter und selbstbewusster dargestellt.
Ob durch auffällig gestaltete Verpackungen von Tampons, Binden und Menstruationstassen in Drogerien oder durch Hashtags wie #periodproud und kreative Memes in sozialen Netzwerken – das Thema rückt immer mehr in die Mitte der Gesellschaft. Sogar in der digitalen Kommunikation hat sich das verändert: Ein Emoji in Form eines Blutstropfens steht heute ganz selbstverständlich für die Menstruation.. Dabei besteht die Menstruation genau genommen nicht nur aus Blut. 

So lange eine Frau im fruchtbaren Alter ist, verdickt sich ihre Gebärmutterschleimhaut jeden Monat. Wird eine Eizelle befruchtet, kann sie sich hier einnisten. Wird keine Eizelle befruchtet, stößt die Gebärmutter das nun überflüssige Gewebe vermischt mit Blut wieder ab. Und die Art, wie diese Abstoßung funktioniert, ist der Grund für Regelschmerzen. Die Muskeln der Gebärmutter ziehen sich in unregelmäßigem Rhythmus zusammen und entspannen sich wieder. Dadurch löst sich die Schleimhaut von der Gebärmutterwand. Doch diese krampfartigen Muskelbewegungen können auch den Blutkreislauf innerhalb der Gebärmutter unterbrechen. Blut transportiert Sauerstoff. Daher entsteht durch die unterbrochene Durchblutung der Gebärmutter ein Sauerstoffmangel, der wiederum Schmerzen verursacht. Diese Schmerzen können sich auf den Unterbauchbereich beschränken oder bis in den Rücken und sogar die Beine ausstrahlen. 

Wie viele Frauen haben Regelschmerzen?

Die richtige, aber etwas ungenaue Antwort lautet: die meisten Frauen. Denn je nach Studie variieren die Zahlen etwas. Mal ist die Rede von 91 Prozent aller Frauen im gebärfähigen Alter oder mal von 80 Prozent. Andere Untersuchungen besagen, dass es 50 bis 90 Prozent aller jungen Frauen Regelschmerzen haben oder 60 bis 70 Prozent. Etwa zehn Prozent aller Frauen haben so starke Regelschmerzen, dass sie für ein bis drei Tage nicht arbeiten können. Und da wir gerade bei Zahlen sind: Weltweit menstruieren pro Tag etwa 300 Millionen Frauen.

Welche Arten von Regelschmerzen gibt es?

Wo und wie stark Regelschmerzen spürbar werden, ist von Frau zu Frau unterschiedlich. Aber es kann sein, dass Regelschmerzen von einer Erkrankung oder von Verhütungsmitteln wie zum Beispiel der Spirale ausgelöst werden. In solchen Fällen handelt es sich um sogenannte sekundäre Regelschmerzen. Diese Unterscheidung ist jedoch rein medizinisch. Denn anhand der Schmerzen selbst lässt sie sich nicht treffen.

Was macht Regelschmerzen besonders wahrscheinlich?

  • Viele Angehörige, die auch Regelschmerzen haben
  • Beginn der Menstruation in frühem Alter
  • Lange und starke Menstruation
  • Geringes Körpergewicht (BMI unter 20)
  • Rauchen

Was sind die wichtigsten Merkmale von Regelschmerzen?

  • Ort: Meist im Unterbauch, können aber auf Rücken und Beine ausstrahlen
  • Zeitpunkt: Unmittelbar vor oder mit Einsetzen der Menstruation
  • Dauer: Bis zu 72 Stunden, also drei Tage
Eine dunkelblonde Frau trinkt zuhause auf einem Sessel neben einer Pflanze.
Eine dunkelblonde Frau mit Locken hält sich eine Wärmflasche auf den Bauch, während sie im Bett liegt.
Eine blonde Frau mit gelbem Regenmantel läuft mit ihrem Hund auf einer Wiese Gassi.

Wie ernst sollte man Regelschmerzen nehmen?

Nehmen Sie Schmerzen immer ernst und sorgen Sie gut für sich. Praktizieren Sie Selbstliebe, indem Sie gut auf sich und Ihren Körper achten. Regelschmerzen sind lange als Frauensache abgetan worden. Das ändert sich langsam. Unter anderem weil ein Professor vor einigen Jahren bestätigte, dass Regelschmerzen so schmerzhaft wie ein Herzinfarkt sein können. Aber auch weniger dramatische Schmerzen sind unangenehm und verringern Ihre Lebensqualität an den betreffenden Tagen.

Ganz allgemein gilt außerdem, dass Schmerzen zu einem Schmerzgedächtnis führen können, das schmerzempfindlicher macht. Wenn Sie also Regelschmerzen haben, die Sie so zum Beispiel nicht ihrer großen Liebe oder ihren Kindern zumuten würden, werden Sie aktiv. Wenden Sie sich für konkrete Behandlungsmöglichkeiten an Ihren Arzt. Und probieren Sie ein paar der unten genannten Hausmittel aus.

Was tun bei Regelschmerzen?

Vorweg: Regelschmerzen waren lange ein Tabuthema. Wirksame Maßnahmen dagegen sind daher nicht besonders gut erforscht. Gerade im Bereich der Hausmittel gilt oft: Einfach mal ausprobieren.

  • Wärme, Wärmflasche & Co. 

    Die Wärme regt die Durchblutung an und kann helfen, die verkrampfte Muskulatur zu entspannen und tut außerdem der Seele gerade an kühlen Tagen einfach gut. 

  • Bewegung, Sport und Sex 

    Bewegung – auch beim Sex – regt die Durchblutung an und kann helfen, die Muskulatur zu lockern. Und die Zusatzportion Glücksgefühle nach Sport oder Sex ist natürlich unabhängig vom Zyklustag immer willkommen. In Sachen Sport unterstützt Sie die AOK Sachsen-Anhalt , zum Beispiel durch die von uns bezuschussten Gesundheitskurse.

  • Entspannung

    Stress kann Regelschmerzen begünstigen. Für Entspannung können viele Techniken sorgen, von Atemübung bis Yoga. Ein paar Entspannungsübungen zum sofort Ausprobieren finden Sie hier.

  • Kräuter- und Ingwertee 

    Eine leckere, heiße Tasse Tee ist für sich schon ein kleines Wohlfühlprogramm. Einige Kräuter wirken generell wohltuend, andere werden traditionell bei Regelschmerzen eingesetzt. Es dauert allerdings circa zwei bis drei Monate bis eine eventuelle Besserung eintritt. Für fundierte Empfehlungen wenden Sie sich an Ihren Arzt.

  • Krankschreibung

    Eine Krankschreibung lässt Ihre Regelschmerzen natürlich nicht verschwinden. Aber wenn Menstruationsbeschwerden Sie arbeitsunfähig machen, dann handeln Sie verantwortungsvoll und bleiben Zuhause. Anlässlich der Krankschreibung können Sie das Thema dann auch gleich mit Ihrem Arzt besprechen. 

  • Medikamente

    Studien zeigen, dass einige Schmerzmittel besonders gut gegen Regelschmerzen helfen. Auch krampflösende Mittel oder eine hormonelle Verhütung können empfehlenswert sein. Klären Sie das in Ruhe mit Ihrem Arzt ab. Gut zu wissen: Die AOK Sachsen-Anhalt zahlt für rezeptfreie, aber apothekenpflichtige Medikamente einen Zuschuss von bis zu 40 Euro.

  • Nährstoffe, Nahrungsergänzung 

    Bestimmte Nährstoffe wie beispielsweise Magnesium haben den Ruf, krampflösend zu wirken. Sie können im Alltag bewusst auf Lebensmittel achten, die reich an diesen Nährstoffen sind. Wenn Sie Nahrungsergänzungsmittel einnehmen möchten, besprechen Sie das mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. 

Wann sollte man mit Regelschmerzen zum Arzt gehen? 

  • Bei starken und sehr starken Regelschmerzen
  • Bei Regelschmerzen, die länger als 72 Stunden, also drei Tage, andauern
  • Wenn Sie bisher keine oder kaum Regelschmerzen hatten, sie jetzt aber deutlich stärker geworden sind
  • Bei Veränderungen von Dauer oder Stärke der Regelschmerzen oder der Blutung
  • Bei regelschmerzähnlichen Unterleibsschmerzen während oder nach dem Geschlechtsverkehr
  • Bei regelschmerzähnlichen Schmerzen außerhalb Ihrer Menstruation
     

Generell gilt, wenn Regelschmerzen Ihren Alltag beeinträchtigen, sollten Sie mit Ihrem Arzt sprechen. Einerseits, um Ihre Regelschmerzen gezielt zu lindern – andererseits, um mögliche Ursachen wie Endometriose abzuklären. Endometriose ist eine häufige, oft unterschätzte Erkrankung, die starke Regelschmerzen und andere Beschwerden verursachen kann. Wichtige Informationen rund um Symptome und Diagnose finden Sie hier.

Was tun bei einem Verdacht auf Endometriose?

Sprechen Sie Ihren Frauenarzt darauf an und schildern Sie Ihre Symptome. Nach dem Gespräch können weitere Schritte zur Diagnose und Behandlung einer Endometriose folgen. Zur Abklärung dienen etwa Ultraschall oder eine Bauchspiegelung, während die Behandlung Schmerzmittel, hormonelle Therapien oder operative Eingriffe umfassen kann.

In Sachsen-Anhalt gibt es am Universitätsfrauenklinikum auch ein zertifiziertes Endometriosezentrum, das auf Diagnostik und Behandlung der Erkrankung spezialisiert ist.

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