verschieden glückliche Menschen in Reihe
Gesundheitswelt der AOK Sachsen-AnhaltSelbstliebe

Für die gesunde Seele: Positive Körper- und Selbstwahrnehmung

Sich selbst so zu anzunehmen, wie man ist: Das ist eine der größten Herausforderungen für alle Menschen. Warum das so ist und wie gesund Selbstliebe ist, erfahren Sie hier. Außerdem zeigen wir, wie Sie Selbstliebe lernen können und andere Menschen dazu inspirieren.

Wussten Sie schon, dass…

  • eine gesunde Psyche sich positiv auf den Körper auswirkt?
  • die AOK Sachsen-Anhalt Ihnen zweimal pro Jahr einen Gesundheitskurs bezuschusst?
  • die AOK Sachsen-Anhalt zu den besten Krankenkassen für Familien gehört?

Body Positivity, Body Neutrality, Selbstliebe – was ist das und worauf kommt es dabei an?

Vielleicht haben Sie schon mal von der sogenannten „Body Positivity Bewegung“ gehört, zum Beispiel bei Instagram? Ihr geht es um eine „körperpositive“ Einstellung und sie gab den Anstoß zum Umdenken: vom Schönheitsideal zur natürlichen Schönheit. Denn die meisten Menschen sehen nicht aus, wie die Modeltypen auf Laufstegen und in Modemagazinen. Dennoch gilt für alle Menschen: So natürlich wie sie sind, sind sie schön.

junge Frau sitzt zufrieden auf einer Bank

Nun ist es gar nicht so einfach, von der Körperform und Konfektionsgröße bis zu jedem Detail alles an sich selbst toll zu finden. Sinnvoller ist es, das alles nicht so wichtig zu nehmen. So sieht es die sogenannte „Body Neutrality“, die neutrale Einstellung zum Körper: So wie sie sind, sind sie. Ohne Aber.

Körperbilder hin, Schönheitsideale her – es geht doch in Wirklichkeit um viel mehr: Es geht um Selbstliebe! Und echte Selbstliebe meint den ganzen Menschen, von Kopf bis Fuß, mit Haut und Haaren, innen und außen – einfach alles.

Selbstliebe statt Egoismus

junge Frau betrachtet ihr Spiegelbild und lächelt

Wer sich selbst liebt, ist nicht automatisch ein Egoist. Im Gegenteil: Selbstliebe ist die positive innere Stimme, die nicht mäkelt, sondern anerkennt. Sie tut der eigenen Seele gut, denn sie stärkt das Selbstbewusstsein. Menschen, die sich selbst lieben, stehen mit beiden Füßen fest auf der Erde. Wer innerlich sicher und guter Dinge durch's Leben gehen kann, braucht keinen Egoismus, keinen ständigen Vergleich mit Anderen und keinen Neid.

Ich liebe mich (nicht) – ein Leben lang

Selbstzweifel, Selbstkritik und manchmal sogar -ablehnung kennen viele von uns. Aber so kommen wir nicht auf die Welt. Am Anfang sind nicht wir es, die sich wünschen, dass eine Augenbraue etwas geschwungener und ein Tick etwas weniger auffällig ist. Solche Sachen lernen wir erst von unserer Umgebung. Uns prägen:

  • Erziehung und Erlebnisse in der Kindheit
  • Bilder und Themen in verschiedenen Medien
  • Immer wiederkehrende Themen im Alltag: Schönheit, Leistung, Erfolg etc.

Wird uns der Eindruck vermittelt, dass irgendetwas nicht stimmt oder nicht perfekt ist, dann macht das auch etwas mit uns: Jede und jeder von uns versucht schon als Kind, einen individuellen Weg damit zu finden. Das kann Anpassung sein, übertriebener Perfektionismus, einfach Unsicherheit oder auch klare Abgrenzung mit einem Schulterzucken. Je nachdem, was unsere innere Stimme aus der Situation lernt und uns sagt.

Teufelskreis Selbstkritik

Unsere psychische Gesundheit wird durch eine ständig meckernde innere Stimme angegriffen. Das äußert sich auch in unserem Verhalten und kann zu einem Kreislauf führen.

Schaubild Kreislauf Selbstkritik

Durch den sozialen Rückzug sind Menschen, denen es so geht, zunehmend allein mit ihrer überaus kritischen inneren Stimme. Das ist so ähnlich, als wären sie nur mit Menschen zusammen, die ständig sagen: „Ich mag dich nicht.“ Das Problem ist: Vor anderen Menschen kann man fliehen, vor der eigenen inneren Stimme nicht.

Das Gefühl, nicht zu genügen, kennen viele Menschen. Es ist egal, wie alt man ist und welches Geschlecht man hat. Manchmal ist der Teufelskreis auch ein Merkmal von Krankheiten. Beispiele für solche Krankheitssymptome sind:

  • Anorexie oder Appetitlosigkeit, die dazu führt, dass die Betroffenen (zu) wenig Nahrung zu sich nehmen.
  • Bigorexie oder Muskelsucht, bei der Menschen versuchen so muskulös, wie nur möglich zu werden.

Selbstliebe lernen – 7 Übungen

Unsere innere Stimme kann lernen, zu sagen „Ich liebe mich.“ Dafür braucht sie Hilfe und Training, sonst vergisst sie manches wieder. Diese Übungen helfen dabei:

  1. Schauen Sie bewusst in den Spiegel, am besten gleich zum Start in den Tag. Nehmen Sie sich eine Minute Zeit für sich. Sehen Sie sich tief in die Augen und lächeln Sie sich zu. Ja, flirten Sie ruhig. Nehmen Sie die vielen kleinen liebenswerten Details auf. Das sind Sie, ganz und gar einmalig. Zum Schluss machen Sie sich ruhig ein Kompliment und sagen Sie sich, was Ihnen diesmal Schönes aufgefallen ist.
     
  2. Werden Sie bedingungslos und ersetzen Sie jedes Wenn und Aber durch ein Trotzdem. Sobald ihre innere Stimme versucht, Ihnen Bedingungen zu stellen, wie „Ich liebe mich, wenn …“ streiten Sie mit dieser inneren Stimme und sagen: „Ich liebe mich trotzdem.“ Denn Sie sind nicht erst liebenswert, wenn Sie etwas erreicht haben. Sondern von Anfang an, schon immer.
     
  3. Zeigen Sie ihrem Körper ihre Liebe. Streicheleinheiten, gesunder Genuss, Bewegung und Wellness – alles, was ihrem Körper guttut, ist Liebe.
     
  4. Nehmen Sie sich Zeit für ein Date mit sich. Zeit und Zuwendung sind wertvolle Geschenke. Mindestens einmal pro Woche sollten wir sie uns selbst schenken. Machen Sie es sich richtig schön mit sich, zum Beispiel bei einem Ausflug zu ihrem Lieblingsplatz oder einem kuschligen Abend nur für Sie.
     
  5. Programmieren Sie die innere Kritik neu. Jedes Mal, wenn Ihnen ein Missgeschick passiert oder Sie nicht das erreicht haben, was Sie sich wünschen, meldet sich diese schonungslose Stimme. Halten Sie kurz inne und fragen Sie sich: Was würde Ihr bester Kumpel, Ihre beste Freundin jetzt sagen? Sie würden viel wohlwollender und verständnisvoller reagieren. Halten Sie das Ihrer inneren Stimme entgegen.
     
  6. Üben Sie Selbstlob. Viele Menschen haben gelernt, dass Eigenlob stinkt. Das stimmt nicht. Eigenlob bringt die innere Kritik richtig schön durcheinander und das tut uns gut. Denn wir sind es gewohnt, auf Fehler zu schauen. Dabei sind wir blind für die vielen guten Sachen, die wir jeden Tag machen. Da hilft nur eins: Am Ende eines jeden Tages nehmen Sie sich 3 Minuten Zeit und sagen sich, was Sie heute alles großartig gemacht haben.
     
  7. Alles Gute schwarz auf weiß notieren. Nehmen Sie einen Zettel und schreiben einfach mal auf, was alles toll ist in Ihrem Leben. Zum Beispiel bei einem der Dates mit sich. Am Anfang fühlt es sich etwas ungewohnt an, aber dann füllt sich das weiße Blatt wie von selbst mit den guten Dingen.
junge Frau berührt ihren nakten Fuß im Wald
Gänsehaut
Hand berührt Gras sanft

Ich liebe dich – Selbstliebe weitergeben

Mit der Selbstliebe ist es wie mit dem Glück: Teilen Sie es, wird es mehr. Denn wer Wertschätzung gibt, erhält sie auch zurück. Da ist eine Menge positive Energie im Spiel. Und auch das können Sie üben, zum Beispiel durch einen Perspektivwechsel. Schauen Sie die Menschen in Ihrer Nähe an und entdecken Sie bewusst die guten Seiten. Versuchen Sie dabei das Aussehen und die Kleidung nicht weiter zu beachten. Dann entdecken Sie:

  • Was Sie an ihnen bewundern
  • Was für erstaunliche Ideen sie haben
  • Welche Talente sie besitzen
  • Was für eine tolle Arbeit sie machen und vieles mehr

Sprechen Sie aus, was Ihnen auffällt und sparen Sie nicht mit echtem Lob. Das wird auch für positive Überraschungen sorgen. Denn manches von dem, was Sie sagen werden, hat vielleicht noch nie jemand entdeckt und gesagt. So nehmen Sie andere Menschen neu wahr und diese Menschen sich selbst. Auf diese Weise geben Sie Selbstliebe, inspirieren andere und können zu Recht stolz sein, auf ihre Entdeckungen.

Und damit Ihre Lieblingsmenschen auch wissen, wie viel sie Ihnen bedeuten, machen Sie daraus eine Regel: Bei jeder Begegnung schenken Sie ein Kompliment und sprechen Ihre Wertschätzung bewusst aus.

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