Gesundheitswelt der AOK Sachsen-Anhalt

Longevity

Ein vitaler Senior, der nach dem Longevity-Konzept lebt, lässt einen Drachen steigen

Bewusst leben und gesund altern

Durch eine geringere Produktion von Hormonen und weniger Zellteilung nimmt der Alterungsprozess langsam, aber sicher seinen Lauf. Immer öfter treten Beschwerden auf, die die Lebensqualität einschränken. Beim Konzept der „Longevity“ geht es darum, wissenschaftlich fundierte Strategien zu identifizieren, die ein möglichst langes Leben bei guter Gesundheit fördern. Ziel ist nicht Unsterblichkeit, sondern die Verlängerung der gesunden Lebensjahre („Healthspan“). Im Fokus steht eine Kombination aus gesunder Ernährung, regelmäßigen und nachhaltigen Gewohnheiten, Superfoods und Infusionen.

In unserem Beitrag beschäftigen wir uns mit den wichtigsten Faktoren und Vorteilen des Longevity-Konzepts. Auch auf die „Blue Zones“, Regionen, in denen Menschen besonders lange leben, werfen wir einen Blick.

Wussten Sie schon, dass...

  • langsames, bewusstes Essen den Stoffwechsel fördert?
  • die AOK Sachsen-Anhalt Sie mit der digitalen Yogaschule unterstützt?
  • Umweltfaktoren wie Luftqualität die Lebenserwartung messbar beeinflussen?

Langlebigkeit verstehen

„Longevity“ ist der englische Begriff für Langlebigkeit und beschreibt eine überdurchschnittlich lange Lebensdauer. Dabei geht es nicht nur um die Anzahl der Lebensjahre, sondern auch um deren Qualität. In der wissenschaftlichen Literatur wird zwischen der reinen Lebensspanne, dem Lifespan, und der gesunden Lebensspanne, der Healthspan, unterschieden. Ziel moderner Longevity Konzepte ist es, möglichst viele Jahre bei guter körperlicher und geistiger Gesundheit zu verbringen.

Wie lange und wie gesund ein Mensch lebt, hängt von mehreren Faktoren ab. Aktuelle Studien gehen davon aus, dass genetische Faktoren etwa 50 Prozent der Lebensdauer beeinflussen. Forschende haben verschiedene Genvarianten identifiziert, die mit einer erhöhten Wahrscheinlichkeit für ein langes Leben verbunden sind.

C-Content Longevity 1

Gene sind jedoch kein Schicksal, sondern bilden den biologischen Rahmen. Entscheidend ist, wie dieser durch den Lebensstil geprägt wird. Ernährung, Bewegung, Schlaf, Stressmanagement und soziale Einbindung bestimmen maßgeblich, ob genetische Potenziale genutzt oder gesundheitliche Risiken verstärkt werden.

Abhängig vom Lebensstil kann das chronologische Alter über dem biologischen Alter liegen:

  • biologisches Alter: molekulare und zelluläre Merkmale des Alterns
  • chronologisches Alter: Anzahl der Jahre, die seit der Geburt vergangen sind

Was sind Blue Zones?

Der Begriff „Blue Zones“ bezeichnet „Hotspots“ für Langlebigkeit. Die Menschen dort werden auffallend alt und leben gesünder, im Vergleich zu anderen Regionen. Der US-Forscher Dan Buettner kennzeichnete die Hotspots auf der Karte mit blauer Tinte, um sie von anderen Gegenden zu unterscheiden – so entstand der Name “Blue Zones”.

Zu den Blue Zones zählen:

  • Okinawa in Japan
  • Sardinien in Italien
  • griechische Insel Ikaria
  • Nicoya-Halbinsel in Costa Rica

Die Gründe für die Langlebigkeit liegen vor allem in der Ernährung, die bevorzugt aus einer pflanzlichen Ernährungsweise, gesunde Fetten, kalorienarmen Lebensmitteln sowie wenig Zucker und Milchprodukten besteht.

C-Content Longevity 3

Weitere Merkmale der Lebensweise in den Blue Zones sind:

  • regelmäßiges Fasten
  • Verzicht auf verarbeitete Lebensmittel
  • 80-Prozent-Regel: aufhören mit essen, wenn der Magen zu 80 Prozent gefüllt ist
  • Einnahme der letzten Mahlzeit am späten Nachmittag oder frühen Abend
  • starke emotionale Bindung innerhalb der Familie und unter den Bewohnern

Außerdem oder gerade deswegen leiden die Menschen dort weniger unter Entzündungen, sind seltener von Übergewicht betroffen und haben eine gute Nährstoffversorgung durch ihre natürliche, vielfältige Ernährung.

Longevity trifft auf Forschung

In der Wissenschaft liegt der Fokus auf biologischen und genetischen Faktoren, Umwelteinflüssen sowie auf der Entwicklung sogenannter geroprotektiver Medikamente. Diese Wirkstoffe sollen gezielt in zelluläre Alterungsprozesse eingreifen, altersbedingte Erkrankungen hinauszögern und die gesunde Lebensspanne verlängern. Ziel ist es, sowohl die Lebensspanne als auch die Healthspan zu erhöhen. Entscheidend bleibt jedoch der individuelle Lebensstil mit ausgewogener Ernährung, Bewegung, Stressmanagement und sozialer Einbindung.

Chancen und Grenzen

Die Longevity-Forschung steckt noch in den Anfängen, sodass bislang meist nur erste Hinweise vorliegen. Longevity-Medikamente sollen funktionsuntüchtige Zellen entfernen und Entzündungen hemmen. Auch bestimmte Stoffe, Lebensmittel und Maßnahmen können den Alterungsprozess verlangsamen. Für viele Präparate fehlt jedoch noch ein gesicherter wissenschaftlicher Nachweis.

Zudem sind solche Präparate teilweise mit Risiken verbunden, da sie medizinisch nicht indiziert sind. Ärztlicher Rat sollte daher im Zweifel eingeholt werden. Sinnvoll sind sie nur, wenn bereits ein gesunder Lebensstil gepflegt wird. Weitere Maßnahmen, die Longevity unterstützen können, sind:

Close up of a Young woman taking a health supplement in the kitchen
  • Spermidin als Kapsel, Tablette oder Pulver unterstützt den Abbau alter Zellen
  • Kurkumin als Pulver oder Kapsel wirkt antientzündlich
  • Reservatol (in roten Trauben enthaltender Pflanzenstoff)
  • Bakterien als Kapseln, in Joghurtdrinks oder fermentierten Lebensmitteln
  • Nahrungsergänzungsmittel
  • Sauerstoff
  • Infrarotlicht
  • Kältekammern können die Haut verjüngen und bei Entzündungen helfen
  • Drip Bars (Infusionen)
  • Taurin

Tipps für ein vitales Leben

Lebensstilfaktoren können für ein längeres und gesünderes Leben sorgen. Sie sind aber keine Garantie für Langlebigkeit. Allgemein gilt deswegen vor allem: Vorsorgeuntersuchungen wahrnehmen und Cholesterin, Blutzucker und Blutdruck regelmäßig kontrollieren lassen. 

  • Bunt essen

    Eine nährstoffreiche, mediterrane Ernährung senkt das Risiko für altersbedingte Krankheiten. Verzichten Sie hierzu weitestgehend auf:

    • Fleisch
    • verarbeitete Lebensmittel
    • ungesunde Fette
    • Zucker

    Gerne gesehen auf dem Speiseplan sind hingegen:

    • viel frisches Gemüse wie Spinat oder Paprika
    • Obst wie Kirschen oder Beeren
    • Vollkornprodukte
    • Hülsenfrüchte
    • Nüsse
    • zwei- bis dreimal pro Woche Fisch

    Nutzen Sie die Vielzahl an regionalen und saisonalen Lebensmitteln in Sachsen-Anhalt beim Kochen. Bei einem Nährstoffmangel ist eine Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln sinnvoll.

  • Weniger Essen ist mehr

    Unter Intervallfasten versteht man den phasenweisen oder reduzierten Verzicht auf das Essen. Achten Sie jedoch auf die ausreichende Versorgung mit Vitaminen oder Mineralstoffen, um einen Nährstoffmangel zu verhindern. Auch eine ärztliche Betreuung ist hier sinnvoll.

  • Treppe statt Aufzug

    Empfehlenswert sind Bewegungs- und Sporteinheiten für mindestens zwei bis fünf Stunden pro Woche. Radfahren, Spazierengehen, Schwimmen oder gezieltes Ausdauer- und Krafttraining: machen Sie einfach das, was Ihnen Spaß macht. Auch Micro-Workouts mit eigenem Körpergewicht können Sie durchführen. Integrieren Sie mehr Bewegung in Ihren Alltag, indem Sie kurze Wegstrecken zu Fuß zurücklegen. 

  • Rauchen – Nein, danke!

    Nichtrauchen kann das Leben um bis zu zehn Jahre verlängern. Außerdem verringert sich das Risiko für Krebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Die AOK Sachsen-Anhalt unterstützt Sie bei der Rauchentwöhnung.

  • Wein, das lass‘ sein

    Alkoholkonsum erhöht ebenso wie Rauchen das Risiko, vorzeitig zu sterben. Beide Genussmittel verstärken sich zudem gegenseitig in ihrer krebserzeugenden Wirkung. Und auch wenn sich die Behauptung hartnäckig hält: Ein Glas Wein am Tag ist keineswegs gesund, denn es gibt schlichtweg keinen risikofreien Alkoholkonsum. Auch alkoholfreie Varianten sind lecker und zudem gesünder.

  • Regeneration durch Schlaf

    Auch Schlafmangel verkürzt die Lebensdauer. Sieben bis acht Stunden Schlaf pro Nacht und eine gute Schlafqualität sind daher wichtig. Dadurch verringert sich das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

  • Mental Health im Fokus

    Stress kann das Altern beschleunigen. Die AOK Sachsen-Anhalt unterstützt Sie deshalb mit hilfreichen Tipps und gesundheitlichen Angeboten. Oft wird der Stress auch mit ungesunden Verhaltensweisen wie ungesunder Ernährung, Rauchen oder Alkohol kompensiert. Entspannungstechniken wie Yoga oder Meditation sind daher sinnvoll. Die Gesundheitskasse bietet Ihnen auch hier ein vielfältiges Angebot und bezuschusst zahlreiche Kurse. Gönnen Sie sich doch auch einfach mal eine Auszeit und etwas Wellness.

  • Sozialkontakte bereichern

    Soziale Kontakte sorgen für eine längere Lebens- und Gesundheitserwartung. Der soziale Austausch sorgt für den Erhalt der Leistungsfähigkeit des Gehirns. Einsamkeit kann zudem ein zusätzlicher Stressfaktor sein. Familie, Freunde, Vereine oder Ehrenämter helfen, geistig aktiv zu bleiben.

Longevity: Sinnvoll oder nur ein Trend?

Der Fokus des Konzepts liegt auf der Lebensqualität und nicht nur auf der Lebensverlängerung. Longevity steht für einen nachhaltigen Lebensstil, den man leicht in den Alltag integrieren kann, zum Beispiel durch gesunde Ernährung, Bewegung, Stressmanagement oder soziale Kontakte. Gerade für die Menschen in Sachsen-Anhalt, die bei Lebenserwartung und Gesundheitswerten noch Aufholbedarf haben, bietet Longevity die Chance, aktiv die eigene Gesundheit im Alter zu stärken. Schon kleine, bewusste Veränderungen können den Weg zu einem gesünderen, vitaleren Leben ebnen.

    Ergebnisse werden geladen

    Jetzt bei der AOK Sachsen-Anhalt versichern

    Registrieren Sie sich schnell und unkompliziert bei unserer Online-Anmeldung.

    Mitglied werden