Gesundheitswelt der AOK Sachsen-Anhalt

Heilerde

Eine Frau mit Heilerde im Gesicht und Haaren spielt mit ihrem Hund.

Was ist Heilerde?

Zur Linderung von Beschwerden greifen Menschen seit jeher auf natürliche Mittel aus der Natur zurück. Eines der traditionellen Heilmittel ist Heilerde. Sie ist ein natürlich vorkommendes, feines Pulver, das aus Lehm-, Löss-, Ton- oder Moorerden gewonnen wird. Heilerde enthält zahlreiche wichtige Mineralstoffe und Spurenelemente, wodurch sie Schadstoffe und überschüssige Säuren binden kann. Seit Jahrhunderten wird Heilerde sowohl für gesundheitliche als auch für kosmetische Zwecke genutzt. Sie kann sowohl äußerlich als auch innerlich in Form von Pulver, Kapseln oder Paste ihren Einsatz finden. Bei beispielsweise Akne, Sodbrennen oder Durchfall wird Heilerde eine unterstützende Wirkung nachgesagt. 

Erfahren Sie, woraus Heilerde besteht, wie sie auf den Körper wirken kann und ob die nachgesagte heilende Wirkung nur ein Mythos ist oder der Wahrheit entspricht.

Wussten Sie schon, dass...

  • Heilerde die Symptome von Akne lindern kann?
  • Sie vor der Verwendung unbedingt mit Ihrem behandelnden Arzt sprechen sollten?
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Woraus besteht Heilerde?

Ein Tiegel mit Heilerde und daneben ein Jaderoller für das Gesicht.

Heilerde ist ein natürliches Erzeugnis ohne Zusatzstoffe und ist somit vegan und umweltfreundlich. Da es sich nicht um ein standardisiertes Produkt handelt, kann die Zusammensetzung von Heilerde variieren. Sie besteht meist aus Bestandteilen wie Kieselsäure, Quarz, Dolomit sowie Kalk- und Feldspat. Darüber hinaus enthält Heilerde verschiedene Mineralien wie Silizium, Kalzium, Kalium, Natrium und Magnesium, Eisen und Titan sowie Spurenelemente wie Kupfer, Mangan, Nickel, Selen, Zink und Fluor.

Für die Herstellung werden zunächst Erden wie Löss, Ton, Lehm oder Moor gereinigt. Anschließend erfolgt eine Erhitzung auf etwa 120 bis 130 Grad, wodurch die Erde getrocknet und Keime abgetötet werden. Danach wird sie gemahlen, um die Oberfläche zu vergrößern und das Bindungsvermögen zu verbessern.

Heilerde ist in unterschiedlichen Feinheitsgraden von fein über ultrafein bis mikrofein erhältlich. Aber je feiner das Pulver, umso größer ist die Oberfläche und desto besser ist das Bindungsvermögen.

Wie wirkt Heilerde auf den Körper?

Heilerde kann Giftstoffe, Stoffwechselabfälle sowie überschüssige Magen- und Gallensäure, aber auch Bakterien, Pilze und Cholesterin binden. Dadurch kann sie entgiftend in den Verdauungsorganen wirken und gleichzeitig die Verdauung anregen. Aufgrund der vielen Mineralien und Spurenelemente kann sie die Darmflora mit wichtigen Aminosäuren und Vitaminen versorgen, den Stoffwechsel fördern und das Immunsystem stärken.

Auch äußerlich angewendet können sich positive Wirkungen zeigen. Heilerde bindet überschüssigen Talg auf der Haut und kann antibakteriell sowie entzündungshemmend wirken. Auch wird Heilerde eine schmerzlindernde und beruhigende Wirkung nachgesagt.

Grundsätzlich gilt jedoch:

Die Wirksamkeit von Heilerde ist wissenschaftlich nicht eindeutig belegt. Heilerde wird vor allem unterstützend angewendet. Vor der Anwendung, ob innerlich oder äußerlich, ist eine Rücksprache mit dem behandelnden Arzt unbedingt notwendig!

Heilerde wird in der Regel nicht von der gesetzlichen Krankenversicherung übernommen.

Anwendungsgebiete von Heilerde

Heilerde kann bei regelmäßiger Anwendung verschiedene Beschwerden lindern und in manchen Fällen auch eine direkte Linderung bewirken, beispielsweise bei Sodbrennen. Eine zusätzliche Versorgung mit Mineralien und Spurenelementen ist ebenfalls möglich. Aufgrund ihrer besonderen Eigenschaften gibt es spezielle Heilerden, die jeweils für die äußerliche oder innerliche Anwendung geeignet sein kann. 

Jedoch gilt auch hier der Grundsatz: Heilerde kann die Beschwerden bei einzelnen Betroffenen lindern. Eine Wirksamkeit, welche direkt auf die Heilerde zurückzuführen ist, ist nicht medizinisch belegt.

Eine Frau trägt eine Gesichtsmaske mit Heilerde auf.

Äußerliche Anwendung auf Haut und Gelenken

Sie kann äußerlich in Form von Masken, Auflagen oder Wickeln genutzt werden, insbesondere bei Hautproblemen wie fettiger, zu Unreinheiten neigender Haut, Akne, Bartflechte oder kleineren Wunden.

Als kalter Wickel kann sie häufig bei Prellungen, leichten Verbrennungen, Stauchungen sowie bei Arthrose und rheumatischen Beschwerden eingesetzt werden.

Warme Wickel können eher bei Muskelverspannungen, Hexenschuss und Gelenkschmerzen Anwendung finden. Darüber hinaus können Sie Heilerde auch bei Insektenstichen anwenden, was zur Linderung von Juckreiz beitragen kann. Auch als Haarmaske kann sie bei schnell fettender Kopfhaut unterstützend wirken.

Eine Person mixt eine Shake Die Hände schütten ein Pulver in einen Shaker.

Anwendung bei Durchfall, Sodbrennen & Co

Vor einer Anwendung sollten Sie unbedingt mit Ihrem behandelnden Arzt sprechen, da Heilerde nur ergänzend und unterstützend wirken kann. Sie ist nicht bei jedem für alle genannten Indikationen wirksam. Ihr Arzt kann beurteilen, ob ärztlich verordnete Medikamente vorzuziehen sind.

Heilerde kann innerlich angewendet werden. Sie ist sowohl in Pulver- sowie Kapselform erhältlich. Innerlich kann sie vor allem bei Verdauungsproblemen wie Blähungen, Verstopfung oder Durchfall im Rahmen eines Reizdarmsyndroms helfen. Zudem kann Heilerde bei überschüssiger Magensäure und Sodbrennen sowie bei erhöhten Cholesterinwerten, nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt, verwendet werden. Auch bei leichten Entzündungen der Schleimhaut in der Speiseröhre kann sie unterstützend wirken. Darüber hinaus kann Heilerde bei Reizdarm oder Reizmagen unterstützend im Rahmen einer begleitenden Therapie eingesetzt werden und wird teilweise auch als Nahrungsergänzungsmittel eingesetzt.

Richtige Dosierung und Einnahmezeitpunkt

  • Zur innerlichen Anwendung

    Vor der Anwendung mit Heilerde sollten Sie immer mit Ihrem behandelnden Arzt sprechen und auf die richtige Dosierung achten. In Kapselform wird Heilerde meist zwei- bis dreimal täglich in einer Menge von etwa zwei bis drei Kapseln eingenommen. Bei der Einnahme als Pulver empfiehlt es sich, ein bis zwei Teelöffel in ein halbes Glas Wasser zu geben und es dreimal täglich anzuwenden. Die Mischung sollte etwa acht Stunden ziehen und anschließend schluckweise getrunken werden. 

    Bei Verstopfungen oder Reizdarm sollte die Flüssigkeit nicht umgerührt, sondern nur das Wasser getrunken werden, ohne den Bodensatz mitzutrinken. 

    Bei Sodbrennen oder einem übersäuerten Magen hingegen sollten Sie das Pulver nicht ziehen lassen, sondern direkt umgerührt und in einem Zug austrinken. 

    Die Anwendung können Sie regelmäßig über etwa sechs Wochen durchführen. Wichtig ist zusätzlich, ausreichend zu trinken, da es sonst zu einem Darmverschluss kommen kann.

  • Gesichtsmaske mit Heilerde

    Zur Anwendung werden etwa fünf Teelöffel Heilerde mit zwei Teelöffeln warmem Wasser zu einer dicken Paste vermischt und anschließend auf die Haut aufgetragen. Bei trockener Haut sollte die Heilerde statt mit Wasser besser mit Jojoba- oder Mandelöl angerührt werden. Die Anwendung erfolgt etwa zweimal wöchentlich. Die Paste sollte rund 15 Minuten einwirken, danach abgewaschen und Ihre Haut anschließend mit einer Feuchtigkeitscreme gepflegt werden.

  • Haarmaske mit Heilerde

    Zur Anwendung werden vier Esslöffel Heilerde mit etwa 400 ml lauwarmem Wasser vermischt. Die Mischung wird anschließend aufgetragen und kann etwa fünf Minuten einwirken. Danach wird sie gründlich mit Shampoo ausgespült.

  • Heilerde mit Wickel

    Für die Anwendung werden sieben Teile Heilerde mit zwei Teilen Wasser, je nach Bedarf warm oder kalt, zu einer salbenartigen Paste verrührt. Diese wird etwa 0,5 bis ein Zentimeter dick direkt auf das betroffene Gelenk aufgetragen oder alternativ auf ein feuchtes Baumwoll- oder Leinentuch gestrichen. Anschließend wird das Tuch um das Gelenk gelegt und mit einem trockenen Außentuch abgedeckt, um die Kleidung zu schützen. Die Einwirkzeit beträgt etwa 20 Minuten bis zu zwei Stunden, solange bis die Heilerde vollständig getrocknet ist. Danach wird die getrocknete Erde mit warmem Wasser abgewaschen.

Nebenwirkungen Wechselwirkungen von Heilerde

Heilerde kann die Aufnahme von Medikamenten beeinflussen, da sie aufgrund ihrer Bindungsfähigkeit Wirkstoffe an sich binden kann. Deshalb sollten Sie Heilerde immer zeitversetzt einnehmen, wobei ein Abstand von mindestens zwei Stunden eingehalten werden sollte. Sprechen Sie die Einnahme unbedingt mit Ihrem Arzt vorher ab! 

In manchen Fällen können auch allergische Reaktionen oder Hautirritationen auftreten, was unter anderem an der variierenden Zusammensetzung liegen kann. Daher sollten Sie beim Kauf auf möglichst reine Heilerde achten. Sehr selten kann es bei dauerhafter und hoch dosierter Einnahme zu Nebenwirkungen wie Nierenentzündungen kommen.

Gut zu wissen

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