Gesundheitswelt der AOK Sachsen-Anhalt

Hexenschuss

Eine Frau erfährt einen Hexenschuss

Plötzlich blockiert – starke Schmerzen im unteren Rücken

Ein unachtsamer Moment, ein falscher Griff – und plötzlich macht sich der Rücken schmerzhaft bemerkbar. Ein Hexenschuss tritt meist unvermittelt auf und geht mit starken Rückenschmerzen einher, die jede Bewegung zur Herausforderung machen können. Auch wenn sich die Beschwerden zunächst beunruhigend anfühlen, ist ein Hexenschuss in der Regel harmlos und klingt von selbst wieder ab. Sanfte Bewegung und wohltuende Wärme können den Heilungsprozess unterstützen und die Schmerzen spürbar lindern.

In unserem Beitrag erfahren Sie, welche Symptome typisch sind, welche Ursachen dahinterstecken und wie Sie einem Hexenschuss gezielt vorbeugen können. Außerdem erklären wir den Unterschied zum Bandscheibenvorfall und zeigen Ihnen, wie und wo Sie schnell medizinische Unterstützung erhalten.

Wussten Sie schon, dass...

  • eine schwache Rückenmuskulatur einen Hexenschuss begünstigen kann?
  • Bewegung die Genesungszeit eines Hexenschusses verkürzen kann?
  • Sie mit unseren Gesundheitskursen Ihren Rücken stärken können?
Ein Handwerker klagt über Schmerzen im unteren Rücken

Was ist ein Hexenschuss?

In der Medizin wird der Hexenschuss als Lumbago, Lumbalgie oder akutes Lumbalsyndrom bezeichnet. Der Name rührt von dem alten Glauben her, die Schmerzen würden durch einen unsichtbaren Schuss einer Hexe verursacht. Betroffene spüren einen plötzlich einsetzenden, starken Schmerz im unteren Rücken. Meist entstehen die Beschwerden durch akute Muskelverspannungen in der Lendenwirbelsäule, seltener durch Gelenkblockaden oder Bandscheibenvorfälle. Bei anhaltenden oder starken Beschwerden ist eine ärztliche Abklärung immer sinnvoll.

Typische Symptome eines Hexenschusses

Bei einem akuten Hexenschuss klagen Betroffene über plötzliche, unspezifische Rückenschmerzen im unteren Rücken. Oft gelingt das Aufrichten oder Bücken kaum noch. Die Lendenwirbelsäule ist unbeweglich und viele gehen aufgrund der Schmerzen in eine Schonhaltung. Die Bewegungsfähigkeit ist deutlich eingeschränkt und neurologische Ausfälle treten in der Regel nicht auf. Treten sie auf, könnte dies auf eine ernsthaftere Ursache wie einen Bandscheibenvorfall hinweisen. Der Schmerz verschlimmert sich bei Bewegung und lässt in Ruhe etwas nach. Häufig kommt außerdem ein Klopf- und Stauchungsschmerzen im unteren Lendenbereich hinzu.

Wie kommt es zu einem Hexenschuss?

Bei einem Hexenschuss entsteht eine muskelbedingte Schmerzspirale. Der Hauptmechanismus ist die Verspannung, die zu Bewegungseinschränkung und damit zu weiteren Schmerzen führt. Der Hexenschuss entsteht meist durch eine Verkrampfung der Rückenmuskulatur, ausgelöst durch Fehlbewegungen oder Muskelverspannungen, und geht häufig zusätzlich mit einer Blockade der Wirbelgelenke oder in der Rückenmuskulatur einher. Auslöser können sein:

Eine Frau hebt schwere Kisten und riskiert Hexenschuss
  • schweres Heben und starke Belastungen der unteren Wirbelsäule
  • ruckartige Bewegungen
  • Bücken oder Drehen

Risikofaktoren für einen Hexenschuss sind: 

  • feuchtes oder kaltes Wetter sowie Zugluft
  • Stress und psychische Belastungen
  • eine schwache Rückenmuskulatur
  • Übergewicht
  • Bewegungsmangel

Hexenschuss oder Bandscheibenvorfall?

So unterscheiden Sie die schmerzhaften Beschwerden eines Hexenschusses von denen eines Bandscheibenvorfalls:

MerkmalHexenschussBandscheibenvorfall
EntstehungMeist plötzlich, z. B. nach Heben, Drehen oder einer ruckartigen BewegungKann sich schleichend entwickeln oder plötzlich symptomatisch werden
UrsacheAkute Muskelverspannung bzw. Verkrampfung der Rückenmuskulatur, ggf. GelenkblockadeAbnutzungsbedingte Veränderungen der Bandscheiben, einseitige Belastung, Übergewicht, schwache Muskulatur, ggf. genetische Faktoren
SymptomeLokale Schmerzen im unteren Rücken bzw. in der Lendenwirbelsäule, keine Ausstrahlung in die Beine, Bewegung stark eingeschränkt, SchonhaltungRückenschmerzen mit möglicher Ausstrahlung ins Bein, Kribbeln, Sensibilitätsstörungen, Kraftverlust in den Beinen, selten Harn- oder Stuhlinkontinenz
WarnzeichenSelten; bei neurologischen Ausfällen sollte ärztlicher Rat eingeholt werdenKraftverlust, Taubheitsgefühle, Kribbeln oder Inkontinenz → sofort ärztlich abklären
GenesungszeitEtwa 1 WocheEtwa 6–12 Wochen, abhängig von Schweregrad und Therapie
Behandlung / UnterstützungLeichte Bewegung, Wärmeanwendungen, ggf. Schmerzmittel; Schonhaltung vermeidenPhysiotherapie, gezielte Rückenübungen, medikamentöse Therapie; bei schweren Verläufen ggf. operative Behandlung

Hexenschuss

Der Hexenschuss ist oft spontan. Die Ursache sind meist akute Muskelverspannungen oder Verkrampfungen durch Heben oder ruckartige Bewegungen und teilweise auch Gelenkblockaden. Die Symptome betreffen ausschließlich den unteren Rücken bzw. den Bereich der Lendenwirbelsäule. Die Schmerzen strahlen nicht in die Beine aus. Die Genesungszeit bei einem Hexenschuss beträgt etwa eine Woche.

Bandscheibenvorfall

Ein Bandscheibenvorfall kann sich entweder schleichend oder plötzlich entwickeln. Häufig entstehen die Ursachen über einen längeren Zeitraum, zum Beispiel durch einseitige Belastungen, starke Überbeanspruchung bereits im Kindes- und Jugendalter oder durch Übergewicht. Typische Symptome eines Bandscheibenvorfalls sind:

Eine ältere Frau lässt ihren Hexenschuss von einem Arzt abklären
  • Schmerzen, die vom Nacken über den Rücken bis in den unteren Rücken oder sogar bis in die Beine ausstrahlen
  • Beeinträchtigungen der Sensibilität im Genital- und Gesäßbereich sowie an den Innenseiten der Oberschenkel, oft verbunden mit Kribbelgefühlen
  • Kraftverlust in den Beinen, der sich unter anderem durch häufiges Umknicken oder Stolpern bemerkbar macht
  • Seltener treten auch Harn- oder Stuhlinkontinenz auf

Die Genesungszeit bei einem Bandscheibenvorfall ist lang und dauert circa sechs bis circa 12 Wochen. Viele weitere Fakten zum Bandscheibenvorfall haben wir für Sie hier zusammengefasst.

Wichtig: Treten Sensibilitätsstörungen im Genital- oder Gesäßbereich, deutlicher Kraftverlust in den Beinen oder Harn- bzw. Stuhlinkontinenz auf, handelt es sich um Warnzeichen eines medizinischen Notfalls. In diesen Fällen ist eine sofortige ärztliche Abklärung zwingend erforderlich, um bleibende Schäden zu vermeiden.

Wann sollte man zum Arzt?

Haben Sie Symptome, ist eine Abklärung bei Ihrem Hausarzt oder Orthopäden sinnvoll, um schwerwiegendere Erkrankungen auszuschließen. Auf jeden Fall sollte ein Arzt folgende Beschwerden abklären, wenn die Schmerzen sich nicht innerhalb weniger Tage bessern, bis ins Bein ausstrahlen, oder Kribbeln, Taubheitsgefühle oder Schwäche in den Beinen auftreten. Außerdem, wenn Blasen- oder Darmentleerungsstörungen vorliegen.

Für eine erste medizinische Einschätzung können Sie zusätzlich die AOK-Clarimedis-Videosprechstunde nutzen. Dort beraten Sie erfahrene Orthopädinnen und Orthopäden bequem per Video und helfen einzuschätzen, ob und wie schnell eine weiterführende Untersuchung notwendig ist.

Dabei kann es sich zum Beispiel um einen Bandscheibenvorfall handeln. Der Arzt führt eine körperliche Untersuchung und eine Überprüfung der Reflexe durch. Bei Verdacht auf ernste Erkrankungen wie Bandscheibenvorfall oder eine neurologische Beteiligung können bildgebende Verfahren wie Röntgen, MRT oder CT die Ursache abklären.

Schnelle Hilfe beim Hexenschuss

Schmerzen klingen in der Regel innerhalb weniger Tage, meist innerhalb einer Woche, von selbst wieder ab. Ein paar einfache Maßnahmen wie Wärme, leichte Bewegungen sowie eine Stufenlagerung können schnell helfen. Dabei legen Sie sich auf den Boden oder auf eine harte Fläche, lagern Ihre Unterschenkel hoch und halten Ihre Knie im rechten Winkel. 

Tipp: Die Anwendung sollte maximal 10 bis 20 Minuten dauern. Führen Sie danach leichte Bewegungen aus.

Wärme, zum Beispiel durch Wärmepflaster, eine Wärmflasche oder ein heißes Bad, kann die Durchblutung fördern und verspannte Muskeln entspannen. Verzichten Sie nicht auf Bewegung, sondern führen Sie Ihren Alltag möglichst normal fort. Leichte Aktivitäten wie Spazierengehen können die Genesung unterstützen. Schmerzmittel sollten Sie nur kurzfristig einnehmen. Häufig kommen nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR) wie Ibuprofen zum Einsatz, teilweise nach ärztlicher Verordnung. Ergänzend können schmerzlindernde Gele oder Salben zur äußerlichen Anwendung helfen und sollten ebenfalls nur zeitlich begrenzt angewendet werden.

Ein junger Mann beugt Hexenschuss mit Dehnübungen vor

Starke Rückenmuskeln – Hexenschuss vorbeugen

Stärken Sie Ihre Rückenmuskeln gezielt. So können Sie entscheidend dazu beitragen, einen Hexenschuss vorzubeugen.

  • Ausreichend Bewegung hilft bei besonders bei häufigem und langem Sitzen.
  • Dehnen Sie sich nach längerem Sitzen oder vor schwerem Heben. Führen Sie die Übungen sanft und ohne ruckartige Bewegungen durch.
  • Ergonomisches Sitzen und Heben entlastet Ihren Rücken, verringert das Risiko für einen Hexenschuss oder andere Rückenschmerzen.
  • Wärmen Sie Ihren Rücken, denn Kälte und Nässe können zur Verkrampfung der Rückenmuskulatur führen.
  • Kräftigen Sie Ihren Rücken: Entsprechende Übungen lassen sich problemlos zu Hause durchführen.
  • Nutzen Sie unsere Gesundheitskurse wie „Rückenfit Generation+“ oder „Functional Training“. Die AOK Sachsen-Anhalt bezuschusst bis zu zwei Kursen im Jahr. Das Beste: Sie finden in verschiedenen Orten in Sachsen-Anhalt statt.
  • Verlieren Sie an Gewicht, denn Übergewicht begünstigt einen Hexenschuss.
  • Achten Sie auf weniger Stress: Psychische Beschwerden und Stress sind Risikofaktoren. Nutzen Sie das vielfältige Angebot an Entspannungsübungen, Meditation, Yoga oder Psychotherapie .

Gut zu wissen: Prävention für Ihren Rücken

Mit einfachen Alltagsübungen können Sie Ihre Rückenmuskulatur gezielt stärken und Rückenschmerzen vorbeugen. Unser Patientenleitfaden Rücken zeigt Ihnen Schritt für Schritt, wie Sie Bewegung, Kräftigung und rückenschonendes Verhalten leicht in Ihren Alltag integrieren.

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