Gesundheitswelt der AOK Sachsen-Anhalt

Cholesterin

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Fakten, Risiken und Tipps für gesunde Cholesterinwerte

Cholesterin hat keinen guten Ruf. Dabei ist es ein lebenswichtiger Stoff, der zahlreiche wichtige Aufgaben im Körper übernimmt. 

Cholesterin ist eine fettähnliche Substanz, die zum Teil über die Nahrung aufgenommen wird. Den größten Anteil produziert der Körper jedoch selbst, vor allem in der Leber. Cholesterin wird unter anderem für den Aufbau von Zellmembranen sowie für die Bildung von Hormonen und Gallensäuren benötigt. 

Grundsätzlich ist Cholesterin nicht schädlich. Problematisch wird es jedoch bei dauerhaft erhöhten Werten im Blut. Dann kann es sich in Form von Ablagerungen an den Gefäßwänden ansammeln und das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall erhöhen. Erfahren Sie mehr über den Unterschied zwischen „gutem“ und „schlechtem“ Cholesterin, wann erhöhte Werte zum Risiko werden und wie Sie Ihre Cholesterinwerte positiv beeinflussen können.

Wussten Sie schon, dass...

  • HDL und LDL häufig als „gutes“ und „schlechtes“ Cholesterin bezeichnet werden?
  • wir die Kosten für den Gesundheits-Check-up ab dem 35. Lebensjahr übernehmen?
  • sich erhöhte Cholesterinwerte häufig durch einen gesunden Lebensstil positiv beeinflussen lassen?

Gutes und schlechtes Cholesterin: 
HDL & LDL

Ärztin berät sich mit übergewichtigen Patienten und bespricht das Testergebnis in der Arztpraxis.

Cholesterin kann sich nicht selbstständig im Blut bewegen und ist daher auf sogenannte Lipoproteine als Transporthelfer angewiesen. Besonders wichtig sind dabei LDL und HDL. Sie werden häufig als „schlechtes“ beziehungsweise „gutes“ Cholesterin bezeichnet. Tatsächlich handelt es sich bei LDL und HDL jedoch nicht um verschiedene Cholesterinarten, sondern um unterschiedliche Transportformen von Cholesterin im Körper.

Für die Beurteilung des Cholesterinwertes ist nicht nur der Gesamtcholesterinwert relevant. Auch die Werte von LDL und HDL sowie ihr Verhältnis zueinander spielen eine wichtige Rolle. Die ärztliche Bewertung steht immer im Zusammenhang mit weiteren Risikofaktoren und der individuellen Gesundheitssituation.

HDL-Cholesterin: das „gute“ Cholesterin

HDL (High Density Lipoprotein) transportiert überschüssiges Cholesterin zurück zur Leber. Dort wird es weiterverarbeitet und ausgeschieden. Es unterstützt den Abtransport von Cholesterin aus dem Blutkreislauf und hält den Cholesterinspiegel so im Gleichgewicht.

LDL-Cholesterin: das „schlechte“ Cholesterin

LDL (Low Density Lipoprotein) transportiert Cholesterin von der Leber zu den Körperzellen und erfüllt damit eine wichtige Funktion im Stoffwechsel. Sind die LDL-Werte dauerhaft erhöht, kann überschüssiges Cholesterin in die Gefäßwände eingelagert werden. Dadurch steigt das Risiko für Gefäßverengungen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Wann ist Cholesterin problematisch?


Cholesterinwerte werden mithilfe einer Blutuntersuchung bestimmt. Dabei werden in der Regel Gesamtcholesterin sowie die Werte für LDL-Cholesterin, HDL-Cholesterin und Triglyzeride gemessen. Für die einzelnen Werte gibt es allgemeine Richtwerte. Besonders wichtig für die Risikobewertung ist der LDL-Cholesterinwert

  • Bei gesunden Menschen mit niedrigem Herz-Kreislauf-Risiko und ohne weitere Risikofaktoren gilt ein LDL-Wert von unter 116 mg/dl (unter 3,0 mmol/l) als Zielwert.
  • Für Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes oder anderen Risikofaktoren werden in der Regel niedrigere Zielwerte empfohlen.

Wichtig ist, einzelne Laborwerte nie isoliert, sondern im Zusammenhang mit dem individuellen Gesundheitszustand betrachtet werden. Dabei spielen Einflussfaktoren wie beispielsweise Alter, Vorerkrankungen, familiäre Vorbelastungen und der Lebensstil eine Rolle.

Ursachen für erhöhte Cholesterinwerte

Erhöhte Cholesterinwerte entstehen häufig durch das Zusammenspiel verschiedener Faktoren.

  • Ernährung

    Eine Ernährung mit vielen gesättigten Fettsäuren und Transfetten kann den LDL-Cholesterinspiegel erhöhen. Diese Fette finden sich vor allem in stark verarbeiteten Lebensmitteln, fettreichen Wurstwaren oder Backwaren.

  • Familiäre Vorbelastung

    Cholesterinwerte werden teilweise vererbt. Die genetisch bedingte Stoffwechselstörung wird als familiäre Hypercholesterinämie bezeichnet. Bereits in jungen Jahren haben Betroffene erhöhte LDL-Werte und ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

  • Lebensstilfaktoren

    Übergewicht, Bewegungsmangel, Rauchen und ein hoher Alkoholkonsum können Cholesterinwerte negativ beeinflussen. Auch Stress spielt eine Rolle, da er häufig ungesunde Verhaltensweisen begünstigt.

  • Andere Erkrankungen

    Zu den möglichen Ursachen zählen Diabetes mellitus, eine unbehandelte Schilddrüsenunterfunktion sowie bestimmte Nieren- und Lebererkrankungen. Auch einige Medikamente können den Fettstoffwechsel beeinflussen.

Cholesterin senken: Das können Sie selbst tun

In vielen Fällen lassen sich erhöhte Cholesterinwerte durch einen gesunden Lebensstil positiv beeinflussen. Reichen diese Maßnahmen nicht aus, kann eine medikamentöse Behandlung sinnvoll sein.

Starkes Herz - Ernährung Header

 

Ernährung anpassen

Die Ernährungsumstellung ist dabei essenziell, denn eine ausgewogene Ernährung bildet die Grundlage für gesunde Cholesterinwerte.

Empfehlenswert sind ballaststoffreiche Lebensmittel wie Vollkornprodukte, Obst, Gemüse oder Hülsenfrüchte. Auch ungesättigte Fettsäuren aus pflanzlichen Ölen, Nüssen und Fisch gehören auf den Speiseplan. Lebensmittel mit vielen gesättigten Fettsäuren und Transfetten, insbesondere stark verarbeitete Produkte, sollten dagegen möglichst reduziert werden.

 

Vater und Sohn joggen gemeinsam im Grünen

Bewegung und gesunder Lebensstil

Ihr Lebensstil trägt ebenfalls zu einem ausgeglichenen Cholesterinspiegel bei. Ein gesundes Körpergewicht, der Verzicht auf Rauchen, ein maßvoller Alkoholkonsum sowie regelmäßige Bewegung unterstützen einen ausgeglichenen Cholesterinstoffwechsel.

Besonders geeignet sind Ausdauersportarten wie Radfahren, Laufen, Nordic Walking oder Schwimmen. Sie stärken das Herz-Kreislauf-System und fördern die allgemeine Gesundheit.

Auch bei bestehenden Herz-Kreislauf-Erkrankungen kann regelmäßige Bewegung sinnvoll sein. Lassen Sie sich hierzu ärztlich beraten.

Medikamente

Wenn Lebensstiländerungen allein nicht ausreichen, können Medikamente eingesetzt werden. Häufig werden sogenannte Statine verordnet. Sie hemmen die körpereigene Cholesterinproduktion in der Leber und fördern gleichzeitig die Aufnahme von LDL-Cholesterin aus dem Blut.

Lebensmittel, die sich positiv auf die Cholesterinwerte auswirken können

Die Ernährung hat insbesondere Einfluss auf LDL-Cholesterinwerte. Wichtig ist jedoch: Es gibt keine einzelnen „Wunderlebensmittel“, die den Cholesterinspiegel allein deutlich senken können. 
Entscheidend ist vielmehr eine dauerhaft ausgewogene Ernährung mit vielen ballaststoffreichen Lebensmitteln und hochwertigen Fettquellen.

Cholesterinfreundliche NahrungsmittelWirkung
Äpfel, Birnen und ZitrusfrüchteSie enthalten lösliche Ballaststoffe wie Pektin. Diese können die Aufnahme von Cholesterin im Darm verringern und so zur Senkung des LDL-Cholesterins beitragen.
Hülsenfrüchte (Bohnen, Erbsen, Linsen, Kichererbsen)Sie liefern viele Ballaststoffe und pflanzliches Eiweiß. Regelmäßiger Verzehr kann sich positiv auf den LDL-Cholesterinspiegel auswirken.
Vollkornprodukte, insbesondere Hafer und GersteDie enthaltenen Beta-Glucane gehören zu den am besten untersuchten Ballaststoffen zur Senkung des LDL-Cholesterins.
Nüsse und Samen (z. B. Walnüsse, Mandeln, Sonnenblumenkerne, Leinsamen)Sie enthalten ungesättigte Fettsäuren, Ballaststoffe und weitere Pflanzenstoffe, die zu einem gesunden Fettstoffwechsel beitragen können.
Pflanzliche Öle (z. B. Raps-, Oliven- oder Leinöl)Sie liefern überwiegend ungesättigte Fettsäuren und können gesättigte Fette in der Ernährung ersetzen. Dadurch lässt sich das LDL-Cholesterin häufig positiv beeinflussen.
Fettreiche Seefische (z. B. Lachs, Makrele, Hering)Sie enthalten Omega-3-Fettsäuren. Diese senken zwar nicht direkt das LDL-Cholesterin, können aber die Herz-Kreislauf-Gesundheit fördern und erhöhte Triglyzeridwerte positiv beeinflussen.
AvocadoSie enthält überwiegend einfach ungesättigte Fettsäuren und kann im Rahmen einer ausgewogenen Ernährung zu günstigeren Blutfettwerten beitragen.
Gemüse allgemeinGemüse liefert Ballaststoffe und sekundäre Pflanzenstoffe. Eine gemüsereiche Ernährung unterstützt einen gesunden Cholesterinstoffwechsel.

Häufige Fragen zu Cholesterin und 
Ernährung (FAQ)

  • Kann man einen erhöhten Cholesterinspiegel spüren?

    Erhöhte Cholesterinwerte verursachen meist keine Beschwerden. Sie bleiben oft lange unbemerkt und werden häufig zufällig bei einer Blutuntersuchung entdeckt.

  • Wie lange dauert es bis sich Cholesterinwerte verbessern?

    Erste Erfolge sind mit ausgewogener Ernährung und Bewegung schon nach einigen Wochen messbar.

  • Können auch schlanke Menschen erhöhte Cholesterinwerte haben?

    Ja. Erhöhte Cholesterinwerte können unabhängig vom Körpergewicht auftreten und unter anderem genetisch bedingt sein.

  • Muss man bei erhöhtem Cholesterin auf Fett verzichten?

    Nein. Entscheidend ist nicht der vollständige Verzicht auf Fett, sondern die Auswahl der Fettquellen. Ungesättigte Fettsäuren gelten als günstig, während gesättigte Fettsäuren reduziert werden sollten.

  • Muss man für einen Cholesterintest nüchtern sein?

    Für die reine Bestimmung des Cholesterinspiegels ist Nüchternheit meist nicht erforderlich. Da bei einer Blutuntersuchung häufig weitere Werte bestimmt werden, die durch Mahlzeiten beeinflusst werden können, wird jedoch oft empfohlen, nüchtern zur Blutabnahme zu erscheinen.

So unterstützt die AOK Sachsen-Anhalt: Vorsorge und Check-up

Junge Ärztin nimmt männlichem patienten Blut ab
  • Die AOK Sachsen-Anhalt unterstützt Sie und Ihre Gesundheit mit dem Check-up ab Ihrem 35. Geburtstag. Alle drei Jahre können Sie dabei unter anderem eine Blutuntersuchung in Anspruch nehmen, bei der auch Ihre Cholesterinwerte bestimmt werden.
  • Auffällige Werte können so frühzeitig erkannt und mögliche Maßnahmen zur Senkung des Herz-Kreislauf-Risikos besprochen werden.
     
  • Bei einer Einschreibung in das Hausarztprogramm können Sie den Check-up plus mit zusätzlichen Untersuchengen alle zwei Jahre in Anspruch nehmen.
  • In unserer Rezeptsammlung „Schneller als Fastfood“ finden Sie außerdem viele gesunde Rezepte, die Ihren Ernährungsplan bereichern können.

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