Gesundheitswelt der AOK Sachsen-Anhalt

Übergewicht

Eine circa 30-jährige Frau kostet etwas frischen Salat, den sie geschnitten hat. Sie steht in ihrer Küche, hält ein Messer in der rechten Hand und lächelt dabei. Vor ihr auf der Kücheninsel stehen zum Teil zugeschnittene Zutaten.

So stehen Übergewicht, Herzinfarkt und Schlaganfall in Verbindung

Das Körpergewicht hat einen großen Einfluss auf die Gesundheit. Übergewicht wird auch zu den Faktoren gezählt, die das Risiko für verschiedene Stoffwechsel- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen. Und damit steigt auch das Risiko, einen Herzinfarkt oder Schlaganfall zu erleiden. Aber warum steigt das Risiko bei Übergewicht überhaupt? Und wie können Sie vorsorgen, um Ihren Körper und vor allem das Herz gesund zu halten? Wir gehen hier auf diese Fragen ein.

Wussten Sie schon, dass…

  • die Gesundheit des Herz-Kreislauf-Systems vom Körpergewicht beeinflusst wird?
  • Sie vor allem mit der Verringerung von Bauchfett Ihrer Gesundheit langfristig etwas Gutes tun?
  • Nikotin zur Verengung von Blutgefäßen beiträgt?

Übergewicht erhöht das Risiko für verschiedene Krankheiten

Übergewicht und in der stärkeren Ausprägung Adipositas stehen immer wieder mit zahlreichen Erkrankungen in Verbindung. Doch ab wann gilt man als übergewichtig oder adipös? Expertinnen und Experten beziehen sich dabei immer noch sehr stark auf den Body-Mass-Index oder BMI. Wie Sie Ihren BMI berechnen und was er aussagt, können Sie hier nachlesen. 

Übergewicht oder Adipositas gefährden die Gesundheit, weil sie das Herz, den Kreislauf und die Gelenke belasten. Auch andere Organe können durch zu viel Körperfett geschädigt werden. So treten folgende Krankheiten meist in Verbindung mit Übergewicht auf:

  • Bluthochdruck
  • Herzleiden, wie zum Beispiel Vorhofflimmern
  • Diabetes Typ 2
  • Zeugungsunfähigkeit
  • Arthrose
  • Gicht
  • Erkrankungen an Organen, wie zum Beispiel die Fettleber
  • Asthma


Außerdem können negative Reaktionen der Öffentlichkeit und des näheren Umfelds psychische Erkrankungen wie Depressionen und Angststörungen auslösen.

Das Risiko, diese Folgeerkrankungen zu entwickeln, ist individuell verschieden. Dabei spielt nicht nur das Gewicht, sondern auch die allgemeine Lebensführung eine Rolle. Wer raucht oder viel Alkohol trinkt, belastet den Körper zusätzlich. Die Folgeerkrankungen erhöhen dann die Wahrscheinlichkeit, einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall zu erleiden.

Ein Paar, Anfang 70, steht mit ihren Fahrrädern draußen im Grünen und macht ein Selfie. Sie tragen beide Fahrradhelme und lächeln in das Smartphone, das die Frau hält. Beide sind überwichtig. Sie strahlen Aktivität und Energie aus.

Vom Übergewicht zum Herzinfarkt

Der Einfluss, den Übergewicht und Adipositas auf die Herzgesundheit haben, kann als Kette betrachtet werden. Sie sind keine alleinstehenden Auslöser. Aber das Übergewicht kann dazu beitragen, dass Erkrankungen wie Bluthochdruck auftreten, die über kurz oder lang das Herzinfarktrisiko erhöhen. Wenn der Körper an Gewicht zulegt, werden Herz und Blutgefäße langfristig belastet und geschädigt. Je mehr Körpergewicht, desto mehr Blut befindet sich im Körper. Das Herz muss dann schneller arbeiten, um jeden Winkel mit Blut zu versorgen. Dadurch erhöht sich der Blutdruck dauerhaft.

Die Belastung der Blutgefäße äußert sich in Ablagerungen und Gefäßverkalkungen. Sammeln sich diese Ablagerungen in den Herzkranzgefäßen, kann es passieren, dass der Herzmuskel nicht mehr mit Blut und Sauerstoff versorgt wird. Betroffene erleiden dann einen Herzinfarkt.

Übergewichtigkeit nach einem Herzinfarkt

Studien haben erwiesen, dass das Körpergewicht auch bei der Genesung nach einem Herzinfarkt eine Rolle spielt. In den meisten Fällen wird Betroffenen empfohlen, ihren Lebensstil zu verändern. Gesünderes Essen und mehr Bewegung helfen dabei, am Körpergewicht zu arbeiten, um langfristig die Sterblichkeitsrate und das Risiko für einen erneuten Infarkt nach dem Herzinfarkt zu verringern.

Das „Adipositas-Paradoxon“

Vielleicht haben Sie diesen Ausdruck schon einmal gehört. Er bezieht sich auf eine medizinische Studie, die vor einigen Jahren Wellen schlug. Die Forschung betrachtete die Sterblichkeitsrate von Herzinfarktpatientinnen und -patienten und deren Körpergewicht. Es wurde deutlich, dass Menschen mit leichtem Übergewicht seltener an ihrem Infarkt gestorben sind. Das Paradox dabei: Die Sterblichkeitsrate steigt wiederum nach einem überstandenen Herzinfarkt bei Übergewichtigen potenziell an.

Schlaganfall und Übergewicht

Der Zusammenhang zwischen Schlaganfällen und Übergewicht ist vergleichbar mit dem Herzinfarktrisiko. In Verbindung mit verschiedenen Folgeerkrankungen erhöhen Übergewicht und Adipositas das Schlaganfallrisiko um das Zwei- bis Dreifache. Und auch hier sind Durchblutungsstörungen der Hauptgrund hinter einem Anfall. Allerdings verstopfen die Blutablagerungen nicht die Herzkranzgefäße, sondern die Blutgefäße. Dadurch wird das Gehirn nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt. Durch einen Schlaganfall können Nervenbahnen und das Gehirn nachhaltig geschädigt werden.

Durch Vorsorge und einen gesunden Lebensstil könnten bis zu 70% der Schlaganfälle vermieden werden. Denn viele Risikofaktoren haben Sie selbst in der Hand. Neben Übergewicht gehören auch Alkoholkonsum, Rauchen, Bewegungsmangel und Stress dazu.

Fett ist nicht gleich Fett

Die Fettablagerungen, die überwiegend mit einem erhöhten Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko in Verbindung gebracht werden, liegen am Bauch. Das Bauchfett, auch viszerales Fett genannt, ist von außen zunächst nicht zu sehen. Denn es sammelt sich um die inneren Organe. Das viszerale Fett ist besonders stoffwechselaktiv und bildet Botenstoffe, die verschiedene Körperfunktionen negativ beeinflussen. Je mehr Bauchfett, desto größer ist dadurch auch das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Stoffwechselerkrankungen.

Vorsorge tut Herz, Hirn und Bauch gut

Zwei Joggerinnen, circa Mitte bis Ende 20, gehen gemeinsam und unterhalten sich in einer Laufpause. Eine der beiden hat eine Wasserflasche in der Hand und legt die andere ihrer Freundin auf die Schulter.

Nicht nur bei der Reduktion von zu viel Bauchfett helfen unter anderem eine gesunde Ernährung und Bewegung. Wir haben für Sie zusammengestellt, was Sie vorsorglich tun können, um das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall zu verringern. Denn es gibt vieles, was Sie selbst dafür tun können, dass es Ihrem Herz und Ihrem Körper gut geht und Sie gesund bleiben.

  • Gesund essen

    Achten Sie darauf, was auf Ihrem Teller landet. Eine vielseitige Ernährung mit viel Gemüse, Vollkornprodukten und kalorienarmen tierischen Produkten tut Ihrem Körper gut und ist lecker. Wenn Sie dazu auch weitestgehend auf zucker- und fetthaltige Snacks verzichten, freut sich Ihr Herz. Auch wenn Sie Ihre Mahlzeiten bewusst und langsam genießen, bekommen Sie mehr Kontrolle über die Kalorienzufuhr, weil so das Sättigungsgefühl früher einsetzt.

  • Genug trinken

    Eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme tut Ihrem Körper immer gut. Wenn Sie mindestens 1,5 Liter am Tag trinken, sind Sie auf einem guten Weg. Und wenn Ihnen Wasser irgendwann zu langweilig geworden ist, können Sie es durch ungesüßten Tee ersetzen. Oder Sie aromatisieren Ihr Wasser mit Zitrone, Minze oder Gurke.

  • In Bewegung bleiben

    Durch regelmäßigen Sport helfen Sie Ihrem Körper fit und in Form zu bleiben. Neben klassischen Sporteinheiten bringen Gartenarbeit, Treppensteigen, Spazierengehen und Radfahren Ihren Kreislauf auch im Alltag in Schwung.

  • Stress vermeiden

    Stress schlägt Ihnen nicht nur aufs Gemüt und belastet das Herz, er kann auch dazu führen, dass Sie mehr und unbewusster essen und somit zunehmen. Deshalb macht es Sinn, regelmäßig das Stresslevel zu kontrollieren und zu regulieren. Dabei können Ihnen viele Übungen für Achtsamkeit und Entspannung helfen.

  • Alkohol- und Zigarettenkonsum verringern

    Nikotin trägt zur Verengung der Blutgefäße bei. Deshalb haben Raucher ein doppelt so hohes Schlaganfallrisiko als Nichtraucher. Alkohol sollten Sie nur in Maßen genießen. Denn übermäßiger Alkoholkonsum belastet Ihren Körper langfristig.

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