Gesundheitswelt der AOK Sachsen-Anhalt

Reibeisenhaut

Eine junge Frau kontrolliert ihre Reibeisenhaut

Verhärtete rote Pickelchen auf der Haut

Reibeisenhaut (Keratosis pilaris) ist eine harmlose Verhornungsstörung der Haut. Dabei entstehen kleine, verhärtete rote Pickelchen, meist an Oberarmen oder Oberschenkeln. Ursache sind verstopfte Haarfollikel durch überschüssiges Keratin. Rund 40 Prozent der Erwachsenen sind betroffen. Medizinisch ist Reibeisenhaut unbedenklich, kann aber als störend empfunden werden. Mit regelmäßiger Hautpflege lässt sich das Hautbild oft deutlich verbessern.

Im Folgenden erfahren Sie, welche Ursachen und Symptome hinter Reibeisenhaut stecken und welche Pflegemaßnahmen helfen können.

Wussten Sie schon, dass…

  • Reibeisenhaut eine Verhornungsstörung ist?
  • Peelings oder keratolytische Cremes helfen, Verhornungen zu lösen?
  • die AOK Sachsen-Anhalt nicht-rezeptpflichtige Medikamentemit 40 Euro pro Jahr bezuschusst?

Was sind die Ursachen für Reibeisenhaut?

Auslöser der Reibeisenhaut ist eine übermäßige Produktion von Keratin, der Hornsubstanz der Haut. Das Keratin kann sich in den Haarfollikeln ansammeln und die Poren verstopfen. Dadurch bilden sich kleine hautfarbene oder rötliche Knötchen, sogenannte Papeln. Wegen des typischen Erscheinungsbildes wird Reibeisenhaut umgangssprachlich auch „Erdbeerhaut“ genannt.

Nahaufnahme einer Reibeisenhaut

Die Ursache für die gesteigerte Keratinproduktion ist noch unklar. Es gibt jedoch Hinweise aus Studien auf:

Zudem tritt Reibeisenhaut häufiger bei Personen mit trockener Haut oder Neurodermitis auf und wird durch trockene Heizungsluft im Winter begünstigt.

Wie erkennt man Reibeisenhaut?

Reibeisenhaut zeigt sich durch:

  • stecknadelgroße, hautfarbene oder rötliche Erhebungen oder Knötchen um den Haarfollikel
  • Erscheinungsbild erinnert stark an Gänsehaut
  • trockene Haut um die Knötchen herum
  • schmerzlos, allerdings manchmal mit Juckreiz

In einigen Fällen tritt Reibeisenhaut auch in Verbindung mit eingewachsenen Haaren auf. Durch die Verhornung können die Haare nicht durch die Haarfollikel dringen, wodurch Rötungen und Entzündungen entstehen.

Ein Mann lässt seine Reibeisenhaut ärztlich abklären

Was hilft bei Reibeisenhaut?

Reibeisenhaut ist häufig ein rein kosmetisches Problem. Eine ärztliche Behandlung ist meist nicht notwendig. Reibeisenhaut bildet sich nur selten vollständig zurück, verbessert sich aber in vielen Fällen im Alter von 20 bis 30 Jahren. 

Sie sollten die kleinen Pickelchen jedoch keinesfalls aufkratzen oder ausdrücken, da hierdurch Entzündungen und Narbenbildung begünstigt werden können. Duschen Sie außerdem nur lauwarm und tupfen Sie Ihre Haut mit dem Handtuch trocken, anstatt zu reiben.

Hautpflege bei Reibeisenhaut

Durch konsequente Pflege zu Hause kann das Hautbild unterstützt werden. Bei regelmäßiger Anwendung machen sich erste Verbesserungen nach vier bis sechs Wochen bemerkbar.

Sanfte Reinigung mit milden Pflegeprodukten

pH-neutrale Reinigungs- und Pflegemittel (pH-Wert 5,5-7, schont den natürlichen Säureschutzmantel der Haut) oder milde Waschlotionen können bei Reibeisenhaut unterstützend wirken.

Anwendung:

  • ein- bis zweimal täglich
  • lauwarmes Wasser zur Reinigung nutzen
  • nicht schrubben

Gesunde Ernährung und Bewegung

Der Einfluss von Kaffee, Nikotin, Zucker und Alkohol auf Reibeisenhaut ist wissenschaftlich nicht belegt. Eine ausgewogene Ernährung und ein gesunder Lebensstil können das allgemeine Hautbild jedoch verbessern. 

Außerdem wichtig und unterstützend:

  • ausreichend Wasser trinken: 2-3 Liter pro Tag (entspricht 8-12 Gläsern à 250ml)
  • Durchblutung der Haut anregen: beispielsweise durch regelmäßige Saunagänge
  • Sonne tanken: Sonneneinstrahlung kann sich positiv auswirken, achten Sie aber auf ausreichend Sonnenschutz

Feuchtigkeitscremes

Feuchtigkeitscremes mit Urea (Harnstoff, 5-10% Konzentration) stabilisieren die Hautbarriere und lindern Juckreiz durch ihre feuchtigkeitsspendende und hornlösende Wirkung. Besonders gut eignen sich Hautlotionen mit dem Harnstoff Urea. Ärztliches Fachpersonal kann auf dem sogenannten grünen Rezept Cremes oder Salben verschreiben. Betroffene können sich außerdem zu Pflegemitteln in der Apotheke beraten lassen.

Peelings

Peelings unterstützen die Entfernung der Hautschüppchen und abgestorbener Hautzellen. Dadurch werden Verhornungen gelöst. Peelings jedoch bitte nur maximal zweimal pro Woche anwenden (Überpeelung kann Hautirritationen verstärken). Pause von mindestens 2-3 Tagen zwischen Anwendungen einhalten. Betroffene können bevorzugt natürliche Peelings wie zum Beispiel Meersalz nutzen. Es sind aber auch chemische Peelings möglich wie beispielsweise mit Salicylsäure. Eine Beratung durch ärztliches Fachpersonal oder in der Apotheke ist an dieser Stelle sinnvoll.

Ärztliche Behandlung bei Keratosis pilaris

Bei Juckreiz, Entzündungen oder Brennen ist ein Besuch beim Hautarzt sinnvoll. Dieser untersucht die betroffenen Hautstellen und schließt Krankheiten mit ähnlichen Symptomen wie Neurodermitis, Milien oder Akne aus. Bei Entzündungen kann eine kortisonhaltige Salbe per Rezept verordnet werden.

Die Reibeisenhaut eines Patienten wird mittels Laser behandelt

Laserbehandlung

Bei schweren Verhornungsstörungen und großer Belastung des Betroffenen kann eine Laserbehandlung infrage kommen. Der Hautarzt bestrahlt die betroffenen Hautstellen dabei mit einem Laser. Die Behandlung wird in regelmäßigen Abständen, in der Regel in drei bis sechs Sitzungen, wiederholt. Eine Laserbehandlung kostet 150-550€ pro Sitzung (3-6 Sitzungen nötig). Gesamtkosten: 450-3.300€.

Da es sich bei Reibeisenhaut um einen harmlosen, kosmetischen Befund handelt, findet bei jeglicher Behandlung keine Kostenübernahme durch die gesetzliche Krankenversicherung statt.

FAQ – Häufige Fragen zu Reibeisenhaut

  • Was ist der Unterschied zwischen Reibeisenhaut und Neurodermitis?

    Reibeisenhaut macht sich durch kleine, hautfarbene Pickelchen meist ohne Juckreiz bemerkbar, während Neurodermitis gerötete, schuppende Hautstellen mit starkem Juckreiz verursacht. Beide können jedoch gemeinsam auftreten.

  • Wie häufig kommt Reibeisenhaut vor?

    Reibeisenhaut betrifft 50-70% der Jugendlichen und bis zu 40% der Erwachsenen. Bei genetischer Veranlagung (Eltern betroffen) liegt die Wahrscheinlichkeit bei 30-50%.

  • Ist Reibeisenhaut heilbar?

    Reibeisenhaut ist nicht heilbar, aber gut selbst behandelbar. Die Ausprägung verbessert sich oft im Erwachsenenalter.

  • Wie lange dauert es, bis Reibeisenhaut verschwindet?

    Mit regelmäßiger Pflege zeigen sich erste Verbesserungen nach vier bis sechs Wochen. Bei vielen Menschen verbessert sich Reibeisenhaut bis zum 30. Lebensjahr deutlich von selbst.

  • Welche Creme hilft am besten gegen Reibeisenhaut?

    Cremes mit 10 bis 20 Prozent Urea (Harnstoff) oder keratolytische Cremes sind am wirksamsten. Zusätzlich helfen Produkte mit Salicylsäure, Milchsäure (Ammoniumlactat) oder AHA. Ideal ist die tägliche Anwendung direkt nach dem Duschen. Produkte wie Hefesalbe oder andere kosmetische Spezialcremes haben keine wissenschaftlich nachgewiesene Wirkung auf die Verhornung.

  • Helfen Hausmittel bei Reibeisenhaut?

    Mechanische Peelings mit Meersalz, Zucker oder anderen Schleifpartikeln können Reibeisenhaut irritieren, kleine Papeln aufreißen und Rötungen oder Mikroentzündungen fördern. Dermatologisch wird deshalb keine mechanische Peelingempfehlung für Keratosis pilaris gegeben. Besser geeignet sind chemische Peelings und keratolytische Cremes.

  • Warum wird Reibeisenhaut im Winter schlimmer?

    Trockene Heizungsluft und kalte Temperaturen entziehen der Haut Feuchtigkeit. Dies verstärkt die Verhornungsstörung. Regelmäßiges Eincremen und Luftbefeuchter können helfen.

  • Wie lange dauert es bis Reibeisenhaut besser wird?

    Bei konsequenter Hautpflege sind erste Verbesserungen nach 4-6 Wochen sichtbar. Vollständige Heilung ist selten, aber die Symptome verbessern sich oft natürlich zwischen dem 20. und 30. Lebensjahr.

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