Gesundheitswelt der AOK Sachsen-Anhalt

Gebärmuttersenkung

Eine junge Frau leidet unter einer Gebärmuttersenkung

Wenn die Gebärmutter nach unten rutscht

Vielen Frauen kennen das Druckgefühl im Unterbauch, dieses Ziehen im Becken nach einem langen Tag oder die Unsicherheit beim Niesen, ob die Blase standhält. Nicht selten stecken dahinter Veränderungen des Beckenbodens. Er trägt unsere Organe und stabilisiert den Körper, reagiert aber auch sensibel auf Schwangerschaften, hormonelle Veränderungen oder starke Belastungen. Wenn diese innere Stütze nachlässt, können die Gebärmutter und auch andere Organe aus ihrer normalen anatomischen Position in Richtung Scheide absinken. Anfangs kaum wahrnehmbar, kann sie im Laufe der Zeit teilweise oder vollständig aus der Scheide hervortreten, was für Betroffene körperlich und psychisch sehr belastend sein kann. 

In unserem Beitrag erfahren Sie, wie eine Gebärmuttersenkung entsteht, welche Symptome Sie ernst nehmen sollten und welche Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen. Außerdem geben wir praktische Tipps zur Vorbeugung, damit Ihr Beckenboden langfristig stark und tragfähig bleibt.

Wussten Sie schon, dass...

  • etwa jede zweite Frau durchschnittlich einmal in ihrem Leben von einer Beckenbodenschwäche betroffen ist?
  • wir die Kosten für einen Rückbildungskurs nach der Geburt übernehmen?
  • Beckenbodenübungen auch einfach zu Hause durchgeführt werden können?

Wie kommt es zu einer Gebärmuttersenkung?

Die Gebärmutter wird im Becken durch Bänder, Muskeln und Bindegewebe stabilisiert. Sind diese Strukturen geschwächt, kann sich die Gebärmutter absenken. Dabei wirken verschiedene Faktoren zusammen: 

Eine Seniorin verspürt Schmerzen in der Gebärmutter

Alter: Mit zunehmendem Lebensalter verlieren Gewebe, Sehnen und Bänder an Elastizität. Sie können das Gewicht der Gebärmutter und anderer Organe nicht mehr so gut tragen.

Schwangerschaften: Besonders Mehrlingsschwangerschaften, mehrere vaginale Geburten oder Schwangerschaften mit schweren Kindern über vier Kilogramm sowie Geburten mit Zange oder Saugglocke belasten das Gewebe und überdehnen den Beckenboden.

Übergewicht: ist eine zusätzliche Belastung für den Beckenboden. Die Organe und die Gebärmutter werden stärker nach unten gedrückt, was eine Senkung begünstigt.

Weitere Faktoren: Hormonmangel und angeborene Bindegewebsschwäche erhöhen das Risiko für eine Gebärmuttersenkung. Auch häufiges schweres Heben, chronischer Husten oder wiederkehrende Verstopfungen stehen im Verdacht, eine Senkung zu begünstigen.

So macht sich eine Gebärmuttersenkung bemerkbar 

Gebärmuttersenkungen sind im Laufe des Lebens sehr weit verbreitet. Trotzdem suchen viele Frauen erst spät ärztliche Hilfe, weil erste Beschwerden oft unspezifisch sind oder die Scham eine Rolle spielt.

Eine Frau hat ziehende Schmerzen im Unterbrauch beim Liegen

Typische Beschwerden können sein:

  • Fremdkörpergefühl im Unterleib
  • Druckgefühl nach unten 
  • Schmerzen beim Geschlechtsverkehr
  • ziehende Schmerzen im Unterbauch, Rücken oder Becken
  • Blasenprobleme wie Drang- oder Belastungsinkontinenz, Restharngefühl oder erschwertes Wasserlassen
  • Schwierigkeiten beim Stuhlgang, besonders bei abgesunkenem Mastdarm

Viele Betroffene berichten, dass die Beschwerden im Liegen nachlassen, jedoch beim Gehen, Laufen, Stehen, Sitzen oder Husten stärker werden.

Schweregrade: Leichte Senkung bis Gebärmuttervorfall

Die Beschwerden und Behandlungsmöglichkeiten hängen vom Stadium der Senkung ab:

  • Stadium 1

    Im ersten Stadium handelt es sich um eine leichte Absenkung, die oft nur geringe Beschwerden verursacht. Sie bildet sich nur selten von allein zurück, aber bleibt meist stabil. 

  • Stadium 2

    Im zweiten Stadium senkt sich die Gebärmutter bis an den Eingang zur Scheide.

  • Stadium 3

    Bei einem dritten Stadium ragt die Gebärmutter bis zu einem Zentimeter aus der Scheidenöffnung heraus. 

  • Stadium 4

    Von einem Gebärmuttervorfall, medizinisch Uterusprolaps, spricht man im vierten Stadium, wenn ein großer Teil der Gebärmutter außerhalb der Scheide sichtbar wird.

Diagnose beim Gynäkologen 

Bei Verdacht auf eine Gebärmuttersenkung sollten Sie Ihren Gynäkologen aufsuchen. In der Untersuchung prüft der Arzt die Lage der Gebärmutter, um den Grad der Absenkung festzustellen. Je nach Stadium und Symptomen finden weitere Untersuchungen statt. Wenn der Verdacht besteht, dass nicht nur die Gebärmutter, sondern auch andere Organe wie der Mastdarm betroffen sind, kann eine rektale Untersuchung sinnvoll sein. Bei anhaltendem Druckgefühl auf der Blase oder Problemen beim Wasserlassen wird häufig eine Ultraschalluntersuchung durchgeführt, um zu prüfen, ob nach dem Wasserlassen Urin in der in der Blase zurückbleibt. Auf diese Weise lässt sich die Therapie individuell abstimmen.

Eine Gynäkologin behandelt eine Frau mit Gebärmuttersenkung

Konservative und operative Behandlung

Die Behandlung richtet sich nach Schweregrad und Beschwerden. Häufig lassen sich die Symptome konservativ lindern. Beckenbodentraining ist dabei zentral: Es kräftigt die Muskulatur und kann das Fortschreiten bremsen. Geeignete Bewegungsformen wie Wandern oder Inlineskating unterstützen zusätzlich.

Bei stärkeren Beschwerden kann ein Pessar eingesetzt werden, das die Gebärmutter stabilisiert und das Druckgefühl oft sofort reduziert. Auch eine Gewichtsreduktion bei Übergewicht entlastet den Beckenboden. Eine ballaststoffreiche Ernährung mit ausreichend Flüssigkeit beugt Verstopfung vor und verhindert zusätzliche Belastung.

Operative Behandlung

Reichen konservative Maßnahmen nicht aus oder ist die Senkung weit fortgeschritten, kann eine Operation notwendig werden. Ziel ist es, die Gebärmutter wieder in ihre ursprüngliche Position zu bringen und dort zu stabilisieren. Das kann durch die Scheide oder über einen kleinen Bauchschnitt erfolgen. In besonders schweren Fällen und wenn die Familienplanung abgeschlossen ist, kann auch eine Entfernung der Gebärmutter in Erwägung gezogen werden.

Das können Sie gegen eine Gebärmuttersenkung tun

Auch in Sachsen-Anhalt entwickeln viele Frauen im Laufe ihres Lebens eine Beckenbodenschwäche, die im Verlauf zu einer Gebärmuttersenkung führen kann. Umso wichtiger ist es, rechtzeitig gegenzusteuern. Wer frühzeitig auf erste Schritte achtet und sich untersuchen lässt, hat gute Chancen, Beschwerden zu lindern und eine Verschlechterung zu vermeiden.

Eine frischgebackene Mutter beim Rückbildungskurs

Ein regelmäßiges Beckenbodentraining ist die effektivste Maßnahme zur Vorbeugung und Behandlung. Unterstützend gelten folgende Punkte:

  • Rückbildungskurs – besonders für frischgebackene Mütter geeignet
  • Selbstständige Übungen zu Hause – für alle Frauen möglich
  • Gesundheitskurse – zum Beispiel Kurse zur Stärkung des Beckenbodens
  • Aktiver Lebensstil – ausreichend Bewegung in den Alltag integrieren
  • Ausgewogene Ernährung – unterstützt die allgemeine Gesundheit
  • Gesundes Körpergewicht – da Übergewicht ein Risikofaktor ist

Im Alltag lohnt es sich außerdem, schwere Lasten möglichst rücken- und beckenbodenschonend zu heben, also aus den Knien, nicht aus dem Rücken. Lassen Sie bestehende Probleme wie chronischen Husten oder Verstopfung frühzeitig ärztlich abklären, um Ihren Beckenboden nicht dauerhaft zu belasten.

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