Gesundheitswelt der AOK Sachsen-Anhalt

Ernährungsumstellung

Ein sportlicher Mann isst nach seiner Ernährungsumstellung eine Schale mit Müsli und frischem Obst.

Nachhaltige Veränderung statt kurzfristiger Verzicht

Mehr Energie im Alltag, ein gesundes Gewicht oder das gute Gefühl, dem eigenen Körper etwas Gutes zu tun: Es gibt viele Gründe für eine Ernährungsumstellung. Anders als viele Diäten setzt sie nicht auf strenge Regeln oder Verzicht, sondern auf neue Gewohnheiten, die sich langfristig in den Alltag integrieren lassen. Der Umstieg fällt anfangs nicht immer leicht. Kleine Veränderungen führen jedoch oft weiter als ein radikaler Neuanfang. Wer Schritt für Schritt vorgeht, erreicht neue Ziele meist leichter und bleibt langfristig am Ball.

Eine ausgewogene Ernährung versorgt Ihren Körper mit wichtigen Nährstoffen, unterstützt die natürlichen Abwehrkräfte und fördert Ihr Wohlbefinden. Wichtig sind eine bedarfsgerechte Kalorienzufuhr, ausreichend Vitamine und Mineralstoffe, hochwertige Fette sowie ballaststoffreiche Lebensmittel.

In diesem Beitrag erfahren Sie, welche Vorteile eine Ernährungsumstellung bietet, worauf es dabei ankommt und wie Ihnen der Einstieg gelingt.

Wussten Sie schon, dass...

  • regelmäßige kleine Mahlzeiten gegen Heißhungerattacken helfen?
  • Sie viel kulinarische Ideen zum Nachkochen hier finden?
  • wir Sie mit unseren Gesundheitskursen für eine gesunde Ernährung unterstützen?

Ernährungsumstellung ohne Stolperfallen

Für eine ausgewogene Ernährung lohnt es sich, stark verarbeitete Lebensmittel nur selten auf den Speiseplan zu setzen. Sie enthalten oft viel Zucker, Salz, Fett oder Zusatzstoffe und liefern meist weniger wertvolle Nährstoffe als frische Lebensmittel.

Eine etwa 50-jährige Frau läuft mit einem Einkaufswagen durch den Supermarkt und prüft die Rückseite von Produkten.

Der Umstieg fällt nicht immer leicht. Viele Menschen greifen aus Gewohnheit oder Zeitmangel zu Fertigprodukten und Snacks. Kleine Veränderungen im Alltag helfen dabei, neue Essgewohnheiten Schritt für Schritt zu etablieren. Folgende Lebensmittel und Getränke genießen Sie am besten nur gelegentlich: 

  • Fertiggerichte
  • stark verarbeitete Lebensmittel
  • Süßigkeiten, süßes Gebäck und Desserts
  • Alkohol, Limonaden, Softdrinks, Energydrinks und Fruchtsäfte
  • frittierte Speisen sowie sehr fettige oder salzige Snacks
  • Wann eine Anpassung der Essgewohnheiten sinnvoll sein kann:
    • mehr Energie und Wohlbefinden im Alltag
    • besserer Schlaf
    • positive Auswirkungen auf Haut, Haare und Nägel
    • gestärktes Immunsystem durch nährstoffreiche Lebensmittel wie Obst und Gemüse
    • seltener Verdauungsbeschwerden und Magen-Darm-Erkrankungen
    • Vorbeugung oder Bekämpfung von Übergewicht oder Essstörungen wie Bulimie und Magersucht
    • Förderung der mentalen Gesundheit und verringertes Risiko für Depressionen und Angstzustände
    • niedrigeres Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt oder Bluthochdruck, sowie Fettstoffwechselstörungen, Diabetes und Gicht
    • reduziertes Risiko für Krebserkrankungen wie Darm- oder Speiseröhrenkrebs
  • Bei einer Ernährungsumstellung können anfangs vorübergehende Begleiterscheinungen auftreten wie:
    • Blähungen, Übelkeit
    • Durchfall, Verstopfung
    • Heißhungerattacken
    • Müdigkeit, Schwächegefühl
    • Konzentrationsschwierigkeiten
    • Schlafstörungen
    • Kopfschmerzen
    • Stimmungsschwankungen
    • Mundgeruch, veränderter Körpergeruch
    • unreine Haut
    • Erkältungssymptome

So gelingt der Einstieg

Für einen guten Einstieg können Sie einfache Maßnahmen schrittweise umsetzen. Wir orientieren uns dabei an den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung.

Ein Mann notiert sich in seinem Smartphone seine Lebensmittel für seine Ernährungsumstellung.

Schrittweise Veränderungen einführen

Eine Ernährungsumstellung gelingt oft leichter mit neuen Ideen für den Speiseplan. Kochbücher, Rezeptportale oder neue Gewürze bringen Abwechslung auf den Teller und fördern die Freude am Ausprobieren.

Wichtig ist, realistische Ziele zu setzen und sich ausreichend Zeit zu geben. Kleine Veränderungen im Alltag fühlen sich meist leichter an als ein kompletter Neustart. Ein Wochenplan für Mahlzeiten schafft Struktur und erleichtert die Vorbereitung. Auch gemeinsames Kochen mit Familie oder Freunden sorgt für Motivation und macht Spaß.

Ganz gleich, ob Sie abnehmen, zunehmen oder Ihr Gewicht halten möchten: Das Erfassen der aufgenommenen Kalorien unterstützt dabei, den Überblick über die eigenen Essgewohnheiten zu behalten.

Eine Frau bereitet für ihre Ernährungsumstellung ihr Essen als Meal Prep vor.

Mahlzeiten planen und vorbereiten

Überprüfen Sie Ihre Vorräte und sortieren Sie „unerwünschte“ Lebensmittel gegebenenfalls aus. So brechen Sie bewusst mit alten Gewohnheiten. 

Bewusstes, genussvolles Essen von kleineren Portionen hilft dabei, Hunger zu stillen und das Sättigungsgefühl kennenzulernen. Eine große Bandbreite an Lebensmitteln, vorzugsweise saisonal und regional, sichert eine ausreichende Nährstoffaufnahme. Ideal für eine schnelle Zubereitung sind One-Pot-Gerichte. Diese eignen sich auch gut fürs Meal Prepping, also das Vorbereiten von Mahlzeiten für den nächsten Tag oder die ganze Woche.

Wichtige Bausteine einer ausgewogenen Ernährung

Ersetzen Sie schrittweise ungesundes Essen durch gesunde Lebensmittel. Nach und nach können Sie dadurch den Konsum von Zucker, verarbeiteten Lebensmittel und Fertiggerichten reduzieren.

Unsere Tipps:

  • eine Handvoll Nüsse, Trockenfrüchte oder Reiswaffeln statt stark verarbeitete Snacks
  • pflanzliche Fette wie Olivenöl oder Leinöl bevorzugen
  • weniger Fleisch, dafür mehr pflanzliche Lebensmittel und Alternativen wie Tofu oder Tempeh
  • Wasser und ungesüßte Tees statt Limonaden, Softdrinks und Alkohol
  • täglich mehrere Portionen zuckerarmes Obst wie Heidelbeeren und Himbeeren
  • täglich Gemüse wie Erbsen, Rohkost, Salat und Hülsenfrüchte
  • täglich Vollkornprodukte
  • täglich ein bis zwei Portionen Milchprodukte wie Milch, Käse oder Joghurt
  • ein bis zwei Portionen Fisch pro Woche

Wie lange dauert es, neue Gewohnheiten zu entwickeln?

Eine Frau schneidet frische Gemüse in ihrer Küche auf.

Neue Essgewohnheiten entstehen nicht über Nacht. Im Durchschnitt dauert es etwa zwei Monate, bis sich ein neues Verhalten im Alltag fest etabliert. Deshalb lohnt es sich, geduldig zu bleiben und kleine Fortschritte wertzuschätzen.

Viele Gewohnheiten sind eng mit Gefühlen und Routinen verknüpft. Wer beispielsweise regelmäßig zu Süßigkeiten greift, tut das oft nicht nur aus Hunger, sondern auch aus Gewohnheit oder zur Belohnung. Deshalb hilft es, die eigenen Essgewohnheiten bewusst zu beobachten und Auslöser zu erkennen.

Wie schnell sich neue Gewohnheiten entwickeln, hängt von verschiedenen Faktoren ab.
Dazu gehören persönliche Ziele, das soziale Umfeld, die Lebenssituation und die Art der Veränderung. Je besser neue Routinen zum Alltag passen und je regelmäßiger Sie sie umsetzen, desto leichter lassen sie sich langfristig beibehalten.

Noch ein Tipp für den Alltag

Ein Ernährungstagebuch unterstützt Sie dabei, Ihre Ernährungsumstellung bewusst zu begleiten. Ob per App, online oder klassisch im Notizbuch: Wer regelmäßig Einträge macht, erkennt oft leichter Zusammenhänge zwischen Essgewohnheiten und Wohlbefinden. 

Vorteile eines Ernährungstagebuchs:

  • macht Essgewohnheiten und wiederkehrende Muster sichtbar
  • schafft einen besseren Überblick über den eigenen Speiseplan
  • hilft dabei, ungünstige Gewohnheiten zu erkennen
  • unterstützt dabei, mögliche Unverträglichkeiten oder Allergien zu identifizieren

Notieren Sie möglichst genau, was, wann und wie viel Sie essen und trinken. Auch die Situation rund um die Mahlzeit liefert wertvolle Hinweise, zum Beispiel Zeitdruck, Stress, Gesellschaft oder Essen nebenbei.

Das können Sie in Ihrem Ernährungstagebuch festhalten:

Datum  UhrzeitLebensmittel & Getränke MengeSituation/ StimmungOrt
12.05.07:30 UhrToastbrot mit Schokocreme und Kaffee2 Scheiben Brot
1 Tasse Kaffee
entspannt, Frühstück vor der ArbeitZuhause
12.05.12:30 UhrSchokoriegel und Kaffee1 Riegel
1 Tasse Kaffee
gestresst, kurze ArbeitspauseBüro
12.05.19:00 UhrGegrilltes Hähnchen mit Kartoffeln und Gemüse, Limonade1 Essensportion
1 Glas Limonade
hungrig, gemeinsames AbendessenZuhause

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