Clean Eating kann sehr streng ausgelegt werden. Der Verzicht auf verarbeitete Lebensmittel ist jedoch nicht zwingend erforderlich. Manche Menschen ernähren sich ausschließlich vegan oder verzichten zusätzlich auf Kohlenhydrate, Milchprodukte oder Gluten. Dadurch kann das Risiko für einen Nährstoffmangel steigen. Eine ausgewogene Ernährung sollte deshalb möglichst keine ganzen Lebensmittelgruppen ausschließen. Insbesondere bei einer veganen Ernährung ist es notwendig, Vitamin B12 zu ergänzen. Auch bei Jod kann eine Ergänzung sinnvoll sein. Ob eine Supplementierung erforderlich ist, sollten Sie mit Ihrem Arzt besprechen. Außerdem gilt, dass ein höherer Konsum von Vollkornprodukten in der Regel mit einem geringeren Risiko für Typ-2-Diabetes einhergeht.
Ein weiterer Nachteil beim Clean Eating kann psychischer Druck sein. Im Extremfall kann sich daraus eine Essstörung wie Orthorexia nervosa entwickeln, bei der das krankhafte Streben nach gesunder Ernährung im Mittelpunkt steht. Besonders Menschen, die unter starkem innerem Stress leiden, mit Unsicherheiten kämpfen oder ein ausgeprägtes Bedürfnis nach Ordnung und Selbstoptimierung haben, können dafür anfällig sein. Wichtig ist, dass Sie Ihre Ernährung flexibel und alltagstauglich gestalten und sich keine starren Verbote auferlegen. Es ist völlig in Ordnung, wenn Sie mit Freunden im Restaurant essen, an stressigen Tagen nicht selbst kochen oder sich auch einmal weniger ausgewogen ernähren. Eine gesunde Ernährung sollte keinen zusätzlichen Druck erzeugen. Auch Vergleiche mit vermeintlich perfekten Ernährungsweisen in sozialen Medien sind nicht hilfreich. Entscheidend ist, eine Ernährungsform zu finden, die zu Ihren Bedürfnissen und Ihrem Alltag passt.