Gesundheitswelt der AOK Sachsen-Anhalt

Clean Eating

Eine Mutter bereitet mit ihrer kleinen Tochter gesunde Speisen zu.

Natürliche und ausgewogene Ernährung

Frisch gekocht, ist halb gewonnen: Clean Eating ist ein Ernährungstrend, der keine kurzfristige Diät, sondern eine langfristige Ernährungsweise darstellt. Im Mittelpunkt stehen naturbelassene statt stark verarbeitete Lebensmittel und ein bewussteres, achtsameres Essen. Clean Eating kann viele gesundheitliche Vorteile bieten und dabei helfen, ein gesundes Körpergewicht zu erreichen oder zu halten. Allerdings birgt es auch ein gewisses Risiko für Essstörungen oder Mangelernährung, da sehr akribisch auf die Ernährung geachtet und teilweise auf ganze Lebensmittelgruppen verzichtet wird.

Erfahren Sie, welche Lebensmittel im Mittelpunkt stehen und wie Sie eine gesunde Ernährungsweise langfristig umsetzen können, mit wertvollen Tipps für Einsteiger.

Wussten Sie schon, dass...

Was ist Clean Eating?

Der Begriff stammt aus dem Englischen und bedeutet saubere Ernährung. Allerdings stellt „sauber“ hierbei keine wissenschaftliche Bewertung von Lebensmitteln dar. Vielmehr bezeichnet Clean Eating eine gesunde, vollwertige Ernährung, bei der Lebensmittel so natürlich und unverarbeitet wie möglich konsumiert werden.

Doch auch verarbeitete Lebensmittel können in Maßen Bestandteil einer ausgewogenen Ernährung sein. Im Fokus von Clean Eating stehen der Verzicht auf industriellen Zucker sowie auf stark industriell verarbeitete Lebensmittel mit Zusatzstoffen. Sogenannte Vollwertprodukte sind Lebensmittel, die möglichst naturbelassen oder nur minimal verarbeitet sind und viele wertvolle Nährstoffe enthalten. Sie ermöglichen eine ausgewogene und gesunde Ernährung, ohne bestimmte Lebensmittelgruppen grundsätzlich auszuschließen, wie es beispielsweise bei der Low-Carb- oder Paleo-Diät der Fall ist. Daher eignet sich Clean Eating gut für eine langfristige Ernährungsumstellung.

Eine Frau lehnt an einer Küchentheke und hält einen grünen Apfel in der Hand

Beim Clean Eating werden Lebensmittel wie frisches Obst und Gemüse möglichst naturbelassen verzehrt.

Im Mittelpunkt stehen Lebensmittel ohne künstliche Aromen, Farbstoffe, Konservierungsmittel, Süßstoffe oder Transfettsäuren. Weitestgehend wird insbesondere auf industriell zugesetzten Zucker verzichtet. Clean Eating setzt auf vollwertige Kost, wobei Weißmehl durch Vollkornprodukte, Hirse oder Pseudogetreide wie Quinoa ersetzt wird. Zusätzlich wird auf gehärtete Fette verzichtet. Stattdessen werden pflanzliche Öle mit ungesättigten Fettsäuren bevorzugt. Bei Clean Eating ist es außerdem wichtig, ausreichend Flüssigkeit, vorzugsweise stilles Wasser oder ungesüßte Kräutertees, zu sich zu nehmen. Da alkoholische Getränke je nach Sorte und Menge auch größere Mengen Zucker enthalten können, wird beim Clean Eating häufig auch auf Alkohol verzichtet.

Risiken bei Clean Eating

Clean Eating kann sehr streng ausgelegt werden. Der Verzicht auf verarbeitete Lebensmittel ist jedoch nicht zwingend erforderlich. Manche Menschen ernähren sich ausschließlich vegan oder verzichten zusätzlich auf Kohlenhydrate, Milchprodukte oder Gluten. Dadurch kann das Risiko für einen Nährstoffmangel steigen. Eine ausgewogene Ernährung sollte deshalb möglichst keine ganzen Lebensmittelgruppen ausschließen. Insbesondere bei einer veganen Ernährung ist es notwendig, Vitamin B12 zu ergänzen. Auch bei Jod kann eine Ergänzung sinnvoll sein. Ob eine Supplementierung erforderlich ist, sollten Sie mit Ihrem Arzt besprechen. Außerdem gilt, dass ein höherer Konsum von Vollkornprodukten in der Regel mit einem geringeren Risiko für Typ-2-Diabetes einhergeht.

Ein weiterer Nachteil beim Clean Eating kann psychischer Druck sein. Im Extremfall kann sich daraus eine Essstörung wie Orthorexia nervosa entwickeln, bei der das krankhafte Streben nach gesunder Ernährung im Mittelpunkt steht. Besonders Menschen, die unter starkem innerem Stress leiden, mit Unsicherheiten kämpfen oder ein ausgeprägtes Bedürfnis nach Ordnung und Selbstoptimierung haben, können dafür anfällig sein. Wichtig ist, dass Sie Ihre Ernährung flexibel und alltagstauglich gestalten und sich keine starren Verbote auferlegen. Es ist völlig in Ordnung, wenn Sie mit Freunden im Restaurant essen, an stressigen Tagen nicht selbst kochen oder sich auch einmal weniger ausgewogen ernähren. Eine gesunde Ernährung sollte keinen zusätzlichen Druck erzeugen. Auch Vergleiche mit vermeintlich perfekten Ernährungsweisen in sozialen Medien sind nicht hilfreich. Entscheidend ist, eine Ernährungsform zu finden, die zu Ihren Bedürfnissen und Ihrem Alltag passt.

Ausgewogen ernähren beim Clean Eating

Mit einer ausgewogenen Ernährung nehmen Sie alle wichtigen Nährstoffe auf.

  • Obst und Gemüse

    Die DGE empfiehlt fünf Portionen Obst und Gemüse am Tag. Sie liefern Ballaststoffe, Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente sowie sekundäre Pflanzenstoffe.

  • Proteine

    Gute Eiweißquellen sind Fleisch, Fisch, Eier und Hülsenfrüchte wie Bohnen, Erbsen und Linsen. Sie liefern wertvolles Eiweiß und wichtige Aminosäuren.

  • Vollkornprodukte und Getreidealternativen

    Vollkornnudeln und -brot, Naturreis, Hirse, Quinoa und Haferflocken liefern komplexe Kohlenhydrate, Ballaststoffe, Vitamine und Mineralstoffe.

  • Milchprodukte

    Milch, Naturjoghurt und Käse enthalten vor allem Kalzium und Eiweiß.

  • Nüsse und Saaten

    Nüssen und Saaten liefern ungesättigte Fettsäuren, Eiweiß und weitere wertvolle Nährstoffe.

  • Gesunde Fette

    Pflanzliche Öle, Nüsse und Avocados liefern wertvolle ungesättigte Fettsäuren.

Ein Mann schneidet frisches Gemüse auf einem Schneidebrett in der Küche

Wie wirkt sich Clean Eating auf die Gesundheit aus?

Eine ausgewogene Ernährung mit möglichst wenig stark verarbeiteten Lebensmitteln kann sich positiv auf die Gesundheit auswirken.

  • Nährstoffreiche, ballaststoffreiche Lebensmittel sättigen länger und können Heißhungerattacken vorbeugen.
  • Eine ausgewogene Ernährung mit Vollkornprodukten und wenig zugesetztem Zucker kann das Risiko für Typ-2-Diabetes senken.
  • Ballaststoffe unterstützen eine gesunde Darmflora, während Vitamine und Mineralstoffe zu einer normalen Funktion des Immunsystems beitragen.
  • Weniger zugesetzter Zucker kann dazu beitragen, starke Blutzuckerschwankungen zu vermeiden.
  • Antioxidantien aus Obst und Gemüse schützen die Zellen vor oxidativem Stress.
  • Eine salzarme Ernährung und ungesättigte Fettsäuren können helfen, den Blutdruck im gesunden Bereich zu halten.
  • Vitamine, Mineralstoffe und gesunde Fette unterstützen die Hautgesundheit und können zu einem ebenmäßigeren Hautbild beitragen.
  • Eine bedarfsgerechte Versorgung mit Nährstoffen unterstützt den Energiestoffwechsel und kann zum allgemeinen Wohlbefinden beitragen.

Ernährung Schritt für Schritt umstellen

Passen Sie Ihre Ernährung langsam an, indem Sie nach und nach mehr unverarbeitete, frische Lebensmittel und ballaststoffreiche Produkte integrieren und stark verarbeitete Lebensmittel reduzieren. Setzen Sie auf saisonale und regionale Lebensmittel, da diese häufig frisch verfügbar sind und kurze Transportwege ermöglichen. Beim Clean Eating wird außerdem Wert auf Tierprodukte aus artgerechter Haltung sowie hochwertige Bio-Produkte gelegt. 

Bio-Lebensmittel werden nach strengeren Vorgaben erzeugt, enthalten aber nicht grundsätzlich mehr Nährstoffe. Bereiten Sie Ihre Mahlzeiten möglichst oft selbst zu, indem Sie selbst kochen, backen und frische Zutaten verwenden. Denn auch in Restaurantgerichten oder Backwaren können zugesetzter Zucker und Zusatzstoffe enthalten sein. Für neue Ideen und Inspirationen bietet Ihnen die AOK Sachsen-Anhalt eine vielfältige Rezeptsammlung an. Würzen Sie Ihre Gerichte außerdem mit frischen Kräutern, um ihnen auf natürliche Weise mehr Geschmack zu verleihen.

  • Gesunde Snacks und Getränke selbst zubereiten

    Gesunde Alternativen zu süßen Getränken und Snacks können Sie einfach selbst zubereiten, beispielsweise selbst gemachtes Eis, Smoothies oder Infused Water mit Zitronen- und Gurkenscheiben. Für den kleinen Hunger zwischendurch eignen sich gesunde Snacks wie Nüsse, Trockenobst, Naturjoghurt mit frischem Obst oder selbst gemachte Energy Balls, die auch als Stillkugeln bekannt sind.

  • Bewusst essen und ausreichend trinken

    Nehmen Sie sich für das Essen bewusst Zeit und achten Sie darauf, Ihre Mahlzeiten in Ruhe zu genießen. Trinken Sie außerdem ausreichend Flüssigkeit. Bei einer ballaststoffreichen Ernährung ist es besonders wichtig, genügend zu trinken, um die Verdauung zu unterstützen. Wie viel Flüssigkeit Sie benötigen, hängt unter anderem von Ihrer körperlichen Aktivität und den Temperaturen ab. Als allgemeine Orientierung gelten für Erwachsene rund 1,5 Liter Getränke am Tag.

  • Lebensmittelkennzeichnungen richtig einordnen

    Bezeichnungen wie „zuckerfrei“, „fettreduziert“ oder „salzarm“ sind nicht grundsätzlich irreführend, sondern unterliegen gesetzlichen Vorgaben. Sie sagen allerdings nicht automatisch aus, dass ein Produkt insgesamt gesünder ist. Achten Sie deshalb auf die Zutatenliste und die Nährwertangaben, statt Lebensmittel allein anhand solcher Kennzeichnungen zu beurteilen.

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