Gesundheitswelt der AOK Sachsen-Anhalt

Aminosäuren

Junge sportliche Frau füllt Pulver mit Aminosäuren in ein Wasserglas

Was sind Aminosäuren?

Aminosäuren sind kleine Bausteine mit großer Bedeutung für den menschlichen Körper. Sie werden für die Bildung von Proteinen benötigt und spielen unter anderem bei der Produktion von Enzymen und Hormonen, der Regulation von Stoffwechselprozessen und der Funktion des Immunsystems eine wichtige Rolle. In der Natur kommen zahlreiche verschiedene Aminosäuren vor. Für den menschlichen Körper sind insbesondere die proteinogenen Aminosäuren relevant. Sie dienen als Bausteine für Peptide und Proteine. Insgesamt werden 20 proteinogene Aminosäuren für den Aufbau menschlicher Proteine benötigt. Neun davon sind für Erwachsene essenziell, das heißt, der Körper kann sie nicht selbst herstellen und muss sie über die Nahrung aufnehmen.

Erfahren Sie, welche Aminosäuren es gibt, welche Aufgaben sie im Körper übernehmen und welche Rolle natürliche Quellen und Nahrungsergänzungsmittel spielen.

Wussten Sie schon, dass...

  • die Aufnahme von Aminosäuren über die Nahrung auch bei Sportlern meist ausreicht?
  • Buchweizen besonders viele Aminosäuren enthält?
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Arten von Aminosäuren

Aminosäuren werden danach unterschieden, ob der Körper sie selbst herstellen kann oder sie über die Nahrung aufgenommen werden müssen.

  • Unentbehrliche Aminosäuren

    Da der Körper sie nicht selbst herstellen kann, müssen sie über die Nahrung aufgenommen werden. Dazu gehören Aminosäuren wie Isoleucin, Leucin, Lysin, Methionin und Phenylalanin, Threonin und Tryptophan, Valin sowie Histidin.

  • Entbehrliche Aminosäuren

    Diese Art kann der Körper mithilfe von anderen Aminosäuren selbst herstellen. Dazu gehören Alanin, Asparagin und Asparaginsäure (Aspartat), Glutaminsäure (Glutamat) und Glutamin, Glycin, Prolin sowie Serin.

  • Teilweise entbehrliche Aminosäuren

    Der Körper kann sie selbst herstellen, benötigt dafür aber essenzielle Aminosäuren wie Cystein und Tyrosin.

  • Bedingt entbehrliche Aminosäuren

    Diese Aminosäuren, wie Arginin, werden teilweise vom Körper selbst gebildet und müssen unter bestimmten Bedingungen zusätzlich über die Nahrung aufgenommen werden, beispielsweise bei Säuglingen oder in der Schwangerschaft.

Ein glückliche Mutter bereitet ihren kleinen Töchtern Essen zu.

Welche Funktion haben Aminosäuren?

Proteinogene Aminosäuren haben verschiedene Aufgaben. Dazu gehören:

  • Energiegewinnung bei Bedarf
  • Aufbau und Erneuerung von Gewebe
  • Erhalt, Regeneration und Aufbau von Muskeln
  • Beteiligung an der Produktion von Enzymen, Hormonen und Neurotransmittern (Botenstoffen)
  • Aufbau von Proteinen wie Kreatin und Hämoglobin
  • Unterstützung des Immunsystems
  • Beteiligung an zahlreichen Stoffwechselprozessen

Welche Folgen hat ein Mangel an Aminosäuren?

Ein Mangel an Aminosäuren kann verschiedene Ursachen haben, etwa:

  • Mangelernährung, beispielsweise durch eine Essstörung
  • Fehlernährung, beispielsweise durch eine einseitige Ernährung
  • entzündliche Darmerkrankungen
  • Leber- und Nierenerkrankungen
  • Stress

Die Folgen eines Mangels können schwerwiegend sein. In jedem Fall sollten Sie unbedingt einen Arzt aufsuchen. Mögliche Anzeichen sind:

  • Müdigkeit und Schwächegefühl
  • Schlafprobleme
  • Stimmungstiefs
  • Immunschwäche
  • Konzentrationsprobleme
  • Muskelabbau
  • Krankheiten wie die sogenannte „Ahornsirup-Urin-Krankheit“ (MSUD), indem der Körper bestimmte Aminosäuren nicht mehr abbaut.
Lächelnde Frau in Sportkleidung isst gesunde Mahlzeit im Park

Natürliche Quellen für Aminosäuren

Je nach Aminosäure ist der tägliche Bedarf unterschiedlich hoch. Grundsätzlich wird er über die tägliche Proteinzufuhr gedeckt. Bei Normalgewicht empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) Kindern ab vier Jahren eine tägliche Proteinzufuhr von 0,9 g pro Kilogramm Körpergewicht. Für Erwachsene liegt der Richtwert bei 0,8 g Protein pro Kilogramm Körpergewicht und Tag.

Wichtig: Setzen Sie auf eine gute Kombination von Aminosäuren durch eine ausgewogene Ernährung und verschiedene Eiweißquellen, insbesondere bei einer veganen oder vegetarischen Ernährungsweise.

Sie finden viele Aminosäuren in Lebensmitteln wie:

  • Buchweizen
  • Hülsenfrüchte wie Bohnen, Linsen, Erbsen
  • Sojabohnen und Sojaprodukte
  • Vollkorngetreide
  • Nüsse und Samen
  • Kartoffeln
  • Fleisch, vor allem Geflügel, und Fisch
  • Eier
  • Milch, Käse und andere Milchprodukte

Aminosäuren als Nahrungsergänzungsmittel

Eine ausgewogene Ernährung liefert in der Regel ausreichend Aminosäuren. Auch für Sportler ist eine zusätzliche Aufnahme über Nahrungsergänzungsmittel in der Regel nicht notwendig, da der zusätzliche Nutzen für Muskelaufbau und Leistungssteigerung eher gering ist. Besprechen Sie sich vor der Supplementierung am besten mit Ihrem Arzt.

Ein junger Mann mischt Eiweißshake mit Aminosäuren an

BCAA: Aminosäuren zum Muskelaufbau 

Besonders bei Sportlern sind Supplements wie BCAA verbreitet. Sie gehören zur Gruppe der verzweigtkettigen Aminosäuren Leucin, Isoleucin und Valin. Die Einnahme erfolgt vor allem nach dem Krafttraining. Sie soll die Muskelregeneration und das Muskelwachstum fördern, wenn nicht ausreichend hochwertiges Protein aufgenommen wird. Aber: In der Regel ist die Aufnahme durch eine ausgewogene beziehungsweise proteinreiche Ernährung völlig ausreichend.

Dosierungsempfehlung

Für gesunde Erwachsene reicht in der Regel die täglich empfohlene Menge aus:

  • 4 g Leucin
  • 2,2 g Isoleucin
  • 2 g Valin

Wichtig: Nehmen Sie Supplements immer zusammen und nicht isoliert ein, sonst kann es zur Störung des natürlichen Verhältnisses kommen. Betreiben Sie Kraftsport und wollen eine höhere Dosierung einnehmen, besprechen Sie sich vorher mit Ihrem Arzt. Bedenken Sie, dass es bei einer zu hohen Dosis zu Nebenwirkungen wie Übelkeit, Erbrechen und Magen-Darm-Beschwerden kommen kann. 

Leucin sollten bestimmte Gruppen nicht supplementieren:

  • stillende Frauen, Schwangere
  • Kinder
  • Personen mit Leber- und Nierenerkrankungen
  • Personen mit Insulinresistenz
  • Personen mit Diabetes Typ 2, Übergewicht, Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • bei Einnahme von Diabetes- oder Parkinsonmedikamenten

Gut zu wissen

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