Gesundheitswelt der AOK Sachsen-Anhalt

Job Crafting

Eine Frau genießt den Frühling auf ihrem Balkon

Upgrade für den Arbeitsalltag

Einen Beruf auszuüben, der nicht mehr erfüllend, langweilig, überfordernd oder unterfordernd geworden ist, kann zu Unzufriedenheit und Demotivation führen. Durch das Konzept Job Crafting füllt man den Arbeitsalltag wieder mit mehr Freude, Energie und Motivation. Die aktive, eigeninitiierte Gestaltung der Arbeit spielt dabei eine zentrale Rolle. Studien belegen: Job Crafting bringt mehr Zufriedenheit, Motivation und Gesundheit. Schon kleine Veränderungen haben dabei eine große Wirkung.

Im Beitrag erfahren Sie, was Job Crafting ist, welche Vorteile es hat und wie Sie es selbst umsetzen können.

Wussten Sie schon, dass...

  • Job Crafting die Zusammenarbeit und Performance im Team verbessern kann?
  • wir im betrieblichen Gesundheitsmanagement hilfreiche Angebote haben?
  • Amy Wrzesniewski und Jane Dutton von der Yale School of Management das Konzept entwickelt haben?

Job Crafting: Rollen neu definieren und Motivation steigern

Der Begriff „Job Crafting“ kommt aus der positiven Arbeitspsychologie und bedeutet so viel wie „Arbeit gestalten“. Damit wird die aktive psychische, kognitive oder soziale Umgestaltung des Arbeitsplatzes durch den Mitarbeiter nach seinen eigenen Bedürfnissen, Wünschen und Kompetenzen bezeichnet. Job Crafting eignet sich für jedes Unternehmen, jeden Mitarbeiter und jede Führungskraft, unabhängig vom Alter. Häufig entscheiden sich Personen dafür, wenn Sie Frust im Job oder eine hohe Arbeitslast verspüren. Aber auch Perfektionismus und Arbeitssucht können Auslöser sein. Wichtig sind vor allem die Offenheit für Veränderungen, eine gesunde Neugier und Eigenmotivation.

Beim Job Crafting werden verschiedene Methoden angewandt:

Ein Mann hat durch Job Crafting Freude an der Arbeit

Task Crafting (Aufgaben)

Beim Task Crafting verändert man die Art, Anzahl, Reihenfolge und den Umfang von Aufgaben im Job. Einzelne Tätigkeiten können angepasst, neu geordnet oder ergänzende Aufgaben aufgenommen werden. Dadurch soll man wieder mehr Energie haben und sich weniger ausgelaugt fühlen. Die Methode kann zum Beispiel durch eine neue Rollenverteilung im Team je nach Stärken oder Jobrotation umgesetzt werden.

Relational Crafting (Beziehungen)

Das Relational Crafting beschreibt einen bewussten Umgang mit Kollegen, Vorgesetzten und Kunden. Eine verbesserte Kommunikation im Team schafft zudem eine harmonische Arbeitsatmosphäre.

Cognitive Crafting (Bedeutung)

Beim Cognitive Crafting verändert man die eigene Sichtweise und richtet sich neu aus. Dabei gibt man der eigenen Arbeit oder Arbeitsaufgaben neue Perspektiven und Bedeutungen.

Environment Crafting (Personalisierung)

Beim Environment Crafting personalisiert man sein Arbeitsumfeld. Dazu gehört zum Beispiel die Umgestaltung des Schreibtisches oder Computerdesktops. Auch das Schaffen von Arbeitsumgebungen durch den Arbeitgeber wie Einzelbüros, Lounges oder Gruppenräume spielt eine Rolle. Welche Veränderungen sinnvoll sind, können Sie durch bestimmte Fragestellungen herausfinden:

Eine Gruppe Mitarbeiter nutzt verschiedene Tools zur Bewältigung von Aufgaben
  • Was genau stört an der aktuellen Arbeitssituation?
  • Was würde dem Job mehr Sinn geben?
  • Welche positiven Seiten gibt es am Job?
  • Welche Aufgaben kann man neu strukturieren?
  • Welche Aufgaben haben bisher Spaß gemacht?
  • Welche Aufgaben sind zusätzlich zu übernehmen?
  • Mit welchen Kollegen arbeitet man gern zusammen?
  • Welche Aufgaben fallen leicht, welche fallen schwer?
  • Welche Fähigkeit wird im Arbeitsalltag bisher zu wenig genutzt?
  • Was würde den Arbeitsplatz schöner oder attraktiver machen?
  • Welche Hilfsmittel gibt es, um leichter durch den Arbeitsalltag zu kommen?

Was bewirkt Job Crafting?

Job Crafting kann sich auf den Einzelnen wie auf das gesamte Team auswirken.

  • Vorteile von Job Crafting
    • höhere Arbeitszufriedenheit, da Fähigkeiten und Bedürfnisse besser passen
    • bessere Work-Life-Balance
    • weniger Ausfalltage durch Krankheit
    • größeres Arbeitsengagement und Motivation
    • bessere Arbeitsleistung
    • Stresslevel wird reduziert
    • verringertes Risiko für Burnout und Erschöpfung
    • fördert Kreativität
    • bessere Teamfähigkeit und Teamwork
    • Entlastung älterer Mitarbeiter und Kollegen von schwierigen Aufgaben durch Aufgabenneuverteilung
    • steigert Empathie füreinander
    • bessere Bindung und Loyalität der Mitarbeiter an ein Unternehmen
  • Nachteile von Job Crafting
    • mögliche Konflikte zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber
    • höhere Erwartungshaltung und dadurch mehr Druck
    • erhöhte Gefahr von Burnout, wenn Job Crafting zu Überlastung führt
    • Isolation möglich, vor allem im Home-Office
    • mögliches Gefühl der Ungleichbehandlung
    • im schlimmsten Fall: Kündigung durch Arbeitgeber oder Arbeitnehmer
C-Content Job Crafting 4

Job Crafting: Tools für den Berufsalltag

Reflexion

  • Analysieren Sie die Arbeitsaufgaben: Welche gibt es?
  • Analysieren Sie die individuellen Stärken und Werte.
  • Halten Sie den Zeitaufwand und den Einfluss von Aufgaben anhand der gestellten Fragen fest.
  • Koordinieren Sie im Gesamtteam und setzen Sie die Aufgaben und Rollen neu zusammen.

Konzept Job Crafting erarbeiten und Ziele definieren

Mithilfe der abgeleiteten Verbesserungspotenziale und der vorherigen Analyse können Sie nun neue, realistische und konkrete Ziele definieren. Die Veränderungen können bei der mentalen Einstellung, den sozialen Beziehungen oder den Aufgaben selbst vorgenommen werden. Mit der Vergabe neuer Aufgaben und Rollen im Team können Sie diese umsetzen.

Feedback und Follow-Up-Phase

Innerhalb eines bestimmten Zeitraums werden die Umsetzung, die Entwicklungen und Ergebnisse der Job-Crafting-Ziele überprüft. Holen Sie sich dazu auch Feedback von Vorgesetzten und Kollegen ein.

Selbst gestalten. Gemeinsam wachsen.

Job Crafting ist ein proaktiver kontinuierlicher Prozess und kein einmaliger Schritt. Mit kleinen bewussten Maßnahmen kann der Mitarbeiter dabei aktiv und eigenverantwortlich Änderungen im Beruf und Arbeitsumfeld vornehmen. Das kann zu Entlastung, Motivation, mehr Zufriedenheit und somit auch Erfolg in der Arbeitswelt führen – sowohl im Büro als auch im Homeoffice.

Gut zu wissen

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