Gesundheitswelt der AOK Sachsen-Anhalt

Work-Life-Balance

Ein etwa 30-jähriger Mann sitzt musikhörend mit Laptop und Tasse auf dem Balkon.

Beruf und Privatleben vereinbaren 

Work-Life-Balance ist ein Konzept, dem man in den letzten Jahren oft begegnet. Ein gesundes Gleichgewicht zwischen Arbeit und Privatleben wird immer wichtiger. Doch warum ist Work-Life-Balance so wichtig? Was beeinflusst Work-Life-Balance positiv oder negativ? Und wie kann man sie nachhaltig verbessern? Wir beantworten diese Fragen für Sie.

Wussten Sie schon, dass…

  • der Erhalt einer Work-Life-Balance zu Ihrer Zufriedenheit beitragen kann?
  • verschiedene Arbeitsmodelle dabei helfen, Familie und Beruf zu vereinbaren?
  • die Work-Life-Balance von vier Faktoren beeinflusst wird?

Die Work-Life-Balance – was ist das genau?

Unter dem Begriff Work-Life-Balance versteht man eine Ausgewogenheit oder Harmonie aller Lebensbereiche. Dazu gehören zum Beispiel Partnerschaft, Familie, Kinder, Freizeit, Lebenssinn, Kultur, Gesundheit, Persönlichkeitsentwicklung und natürlich der Beruf. Das Ziel von Work-Life-Balance ist ein ganzheitlicher Lebensstil, der den Menschen in all seinen Bedürfnissen berücksichtigt. Menschen, die an ihrer persönlichen Work-Life-Balance arbeiten möchten, sollten zunächst einmal für sich selbst beantworten, was ihnen wichtig ist. Denn die Einstellung zur Balance ist ein ganz persönliches Empfinden.  

Der Erhalt der eigenen Work-Life-Balance ist dann ein Prozess, der immer wieder neu, sehr persönlich und nach den jeweiligen Lebensumständen definiert wird. Aber nicht nur wir selbst können das Gleichgewicht zwischen Beruf und Privatleben beeinflussen. Auch Unternehmen sind gegenüber ihrer Angestellten handlungsfähig und können festlegen, was sie unter einer ausgeglichenen Unternehmenskultur verstehen.  

Ein etwa 50-jähriger Mann mit Schutzbrille steht in der Werkstatt und arbeitet.

Kriterien, die hier eine Rolle spielen, sind zum Beispiel die Sinnstiftung auf der Arbeit, Stressminderung für die Angestellten und die Steigerung des Wohlbefindens. Das geht etwa durch:

  • eine ansprechende Arbeitsumgebung
  • einen gesunden Arbeitsplatz
  • ein gesundes Miteinander
  • eine Gestaltungsfreiheit der Angestellten bei der Einteilung von Arbeitsphasen und Pausen
  • ein Angebot an Weiterbildungs- und Förderungsmaßnahmen, das sowohl privat als auch beruflich Nutzen hat

Work-Life-Balance versus Work-Life-Integration

Je nachdem, wie Work-Life-Balance verstanden wird, kann sie auch kritisch gesehen werden. Eng definiert, wird sie als ein System aus zwei Polen betrachtet. Eben das Berufs- und das Privatleben. Und beide Pole sollen friedlich koexistieren und sind klar voneinander getrennt. Dieser Sichtweise wird die Work-Life-Integration gegenübergestellt. Dabei werden Berufs- und Privatleben nicht als getrennte Pole gesehen, sondern als nicht trennbar und ineinandergreifend, fließend und manchmal auch nicht voneinander zu unterscheiden. Denken wir zum Beispiel an Homeoffice und die ständige Erreichbarkeit per Smartphone: In diesen Aspekten vermischen sich die beiden Bereiche. Work-Life-Integration zielt darauf ab, gerade diese verschwimmenden Grenzen zu gestalten. Mit verschiedenen Maßnahmen unterstützt man dabei die Vereinbarkeit zwischen den beiden vermeintlich getrennten Welten. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn wir in einer Cloud arbeiten und so die Freiheit haben, selbst zu entscheiden, wann wir uns einem Dokument widmen. Oder auch, wenn wir während der offiziellen Arbeitszeit private Netzwerke checken oder online Besorgungen machen, ohne deshalb ein schlechtes Gewissen haben zu müssen. 

Warum ist Work-Life-Balance so wichtig? 

Die Antwort ist ganz einfach: Wer innerlich im Gleichgewicht ist, lebt gesünder, hat mehr Energie und ist ausgeglichener. Eine Unvereinbarkeit von Beruf, Privatleben und Freizeit kann hingegen negative Folgen haben. Zu den bekanntesten gehören Frust, Überarbeitung und Stress bis hin zu Erkrankungen wie Burnout oder Depression. 

Eine etwa 25-jährige Frau und ein etwa 30-jähriger Mann sitzen zusammen am Tisch und arbeiten.

Ein ausgeglichener Lebens- und Arbeitsstil hingegen wirkt sich auf alle Beteiligten sehr positiv aus.

  • Wir sind seltener krank und müssen uns auch seltener krankmelden.
  • Wir sind leistungsfähiger und dabei auch besser gelaunt.
  • Wir gehen motivierter zur Arbeit und weniger ausgepowert nach Hause.
  • Wir können mehr genießen und haben weniger Ärger.

 

All diese Vorteile zeigen, dass es sowohl im Sinne des Arbeitgebers oder des eigenen Unternehmens bei Selbstständigkeit als auch des Arbeitnehmers beziehungsweise Selbstständigen ist, seine Work-Life-Balance zu gestalten. Und auch Hobbys, Freundschaften und Familienmitglieder profitieren davon, wenn eine gute Balance zwischen den Freuden und Belastungen bei der Arbeit und im Privatleben herrscht. 

Faktoren, die die Work-Life-Balance positiv oder negativ beeinflussen

Allgemein gesprochen gibt es vier Faktoren, die sich positiv oder negativ auf die Work-Life-Balance auswirken. Je nachdem, wie es um den jeweiligen Faktor beim einzelnen Menschen steht. Diese Faktoren sind: 

  1. Der Körper: Dazu gehören Gesundheit, Entspannung, Sport und Ernährung.
  2. Die Leistung und die Arbeit: Hierzu zählen der Beruf, der persönliche Wohlstand und die Karriere.
  3. Die Kontakte: Private Beziehungen zu Freunden und Familie sowie die Zuwendung, die damit einhergeht, werden hier zusammengefasst.
  4. Der Sinn: Werte, Religion, Liebe und Zukunftsfragen spielen hier eine Rolle.

 

Doch nicht jeder dieser Bereiche kann gleich stark bewertet werden. Die Bewertung wird vor allem von der Gesellschaft, in der wir leben, der persönlichen Einstellung und der Lebensumstände, die man nicht immer in der Hand hat, beeinflusst: So gibt es Menschen, denen Leistung und Beruf sehr wichtig sind und für die eine gute Work-Life-Balance darin besteht, dass dieser Faktor erfolgreich bedient wird. Das ist in der Leistungsgesellschaft, in der wir leben, auch nicht verwunderlich. Genauso gibt es Menschen, bei denen private Ereignisse eine neue Gewichtung einnehmen. Wichtig ist, Prioritäten zu setzen und auch damit leben zu können, dass nicht alles immer perfekt sein kann.

Hinzu kommt: Wir alle erfüllen im Alltag verschiedenste Rollen. Und das sollten nicht zu viele sein. Denn sonst laufen wir Gefahr, uns zu verrennen und so unsere Aufgaben nur noch zu unserer Unzufriedenheit zu erfüllen. 

Die Work-Life-Balance verbessern

Die Work-Life-Balance kann aus dem Gleichgewicht geraten, wenn Sie sich selbst und Ihre Bedürfnisse aus dem Auge verlieren. Eventuell entwickeln Sie dann auch Schuldgefühle, weil Sie das Gefühl haben, keinem der vielen Ansprüche, die Sie und andere an Sie stellen, so richtig zu genügen.

Im Folgenden geben wir Ihnen allgemeine Tipps, mit denen Sie Ihre Work-Life-Balance etablieren und im Gleichgewicht behalten können: 

  1. Definieren Sie Ihre Hauptrollen. Das sind die Rollen, die für ihr Lebensglück wichtig sind – die Nebenrollen sind nebensächlich.
  2. Nehmen Sie Ihre Stärken in den Fokus und machen Sie das, was Sie sehr gut können und womit sie für sich und andere von Nutzen sind.
  3. Gestalten Sie das, was Ihnen wichtig ist. Das ist manchmal etwas anderes als das, was die Menschen in Ihrer Umgebung gerade als dringend empfinden und von Ihnen fordern. Hören Sie dabei ganz auf sich selbst.

 

Diese Tipps sind nicht in jeder Situation anwendbar. Doch in mehr, als wir vielleicht manchmal für möglich halten. Der erste Schritt, um Ihre ganz persönliche Gewichtung der vier Faktoren herauszufinden, ist zum Beispiel einfach ein Zettel, auf dem Sie notieren, was Sie wichtig finden und was Sie gut können.

Eine etwa 25-jährige Frau mit Kopfhörern sitzt auf dem Boden. Vor sich hat sie Malutensilien liegen.

Der nächste Schritt ist, eine Routine zu entwickeln, die alle Faktoren ein Stück weit in Einklang bringt und Ihnen zugleich erlaubt, Ihre ganz persönliche Priorisierung vorzunehmen. Ein Beispiel für solch eine Routine ist etwa:

  • Täglich 20 bis 30 Minuten Bewegung für den Körper.
  • Täglich 10 Minuten geistige Anregung bei einem guten Gespräch, fachlichem Austausch oder anregender Lektüre für Leistung und Arbeit.
  • Für Ihre Kontakte könnten Sie zum Beispiel täglich anderen Menschen gegenüber freundliche Gesten machen, wie etwa das Aufhalten einer Tür oder ähnliches. Und tun Sie auch sich selbst etwas Gutes.
  • Gönnen Sie sich für den Sinn in Ihrem Leben täglich etwa 10 Minuten spirituelle oder künstlerische Inspiration, zum Beispiel mit guter Musik.

Mit solch einem Lebensrezept finden Sie immer wieder zu sich selbst, sind ausgeglichener und können dann das, was Ihnen wichtig ist, mehr in den Fokus nehmen und stärker verfolgen. Die Zufriedenheit, die Sie dadurch erreichen können, hilft Ihnen zusätzlich in Situationen, in denen Kompromisse eingegangen werden oder Pflichten erfüllt werden müssen, ausgeglichener zu meistern.  

Beruf und Familie vereinbaren

Neben innerer Klarheit gibt es auch äußere Maßnahmen, die Ihnen dabei helfen können, Ihr Leben in eine gute Balance zu bringen. Manche haben Sie selbst in der Hand, andere werden zum Beispiel von Unternehmen gestaltet. Diese Maßnahmen sind zum Beispiel:

  • Flexible Arbeitszeiten

    Eine freie Gestaltung der Arbeitszeit durch einen Wechsel zwischen Homeoffice oder Telearbeit und Büro kann dabei helfen, die Balance zu verbessern. Je nachdem, wieviel Sie zu tun haben, können Sie so Ihren Arbeitstag im Einklang mit den eigenen Bedürfnissen planen. 

  • Erreichbarkeit

    Die flexiblen Arbeitszeiten können zur Folge haben, dass ständige Erreichbarkeit, die dann mitunter wichtig ist, sich negativ auf das Gleichgewicht auswirkt. Denn sie kann dazu führen, dass Sie sowohl privat als auch beruflich nicht abschalten können. Hier ist es wichtig, dass Sie genau schauen, wann Sie wirklich erreichbar sein müssen. Planen Sie zum Beispiel als Ausgleich auch feste handyfreie Zeiten oder verbringen Sie mal ein Wochenende, ohne Ihre Mails zu checken. Das kann sehr erholsam sein.

  • Rückzugsorte und Gesundheitsangebote

    Entspannung und Bewegung sind enorm wichtig. Beides bietet Ihnen vielleicht sogar Ihr Arbeitgeber an, zum Beispiel in Form von Ruheräumen für einen kurzen Schlaf oder Yoga im Büro. Im Homeoffice können Sie diesen Punkt sogar selbst gestalten. Denn auch privat ist es wichtig, sich selbst eine Nische der Ruhe und Entspannung zu schaffen.

  • Kinderbetreuung und Co-Working

    Ist der Nachwuchs gut betreut, lässt es sich konzentrierter arbeiten. Und nach getaner Arbeit ist es dann auch ein Genuss, sich wieder der Familie zu widmen. Eine passende Kinderbetreuung oder ein familienfreundlicher Co-Working-Space ist dabei sehr hilfreich. 

  • Jobsharing

    Dieses Modell macht es möglich, in Teilzeit zu arbeiten und dennoch eine anspruchs- und verantwortungsvolle Position zu bekleiden. Das fördert die Work-Life-Integration enorm, fordert aber auch viel Bereitschaft zum engen Austausch bei allen Beteiligten. Ein erster Anfang, wenn Jobsharing nicht direkt möglich ist, ist eine verstärkte und engere Arbeit im Team.

Mehrfachbelastung und Vereinbarkeit nach der Geburt eines Kindes

Mit der Geburt eines Kindes machen sich viele Eltern intensiv Gedanken über die Vereinbarkeit ihrer wachsenden Familie und ihres Berufs. Das Nachdenken beginnt oft schon bei der Familienplanung oder spätestens während der Schwangerschaft. Neben den finanziellen Erwägungen spielen auch die persönlichen Werte und Vorstellungen eine Rolle. Wie sich das Lebensmodell nach der Geburt gestaltet, ist von Familie zu Familie unterschiedlich und es ist nicht mehr nötig, in frühere Rollenbilder zurückzufallen. Es gibt immer mehr Arbeitsmodelle, die es erlauben, Familie und Beruf als Angestellte besser zu vereinbaren. Das sind zum Beispiel Teilzeit oder vollzeitnahe Teilzeit, flexible Vollzeit und Familienarbeitszeit. Das Bundesministerium für Familien, Senioren, Frauen und Jugend bietet zudem spezielle Programme, die bei der Vereinbarkeit helfen und dazu informieren. 

Eine etwa 35-jährige Mutter hat ihr etwa 1-jähriges Kind auf dem Arm und kocht.

Oft sind es immer noch Mütter, die die Mehrfachbelastung von Beruf und Privatleben tragen. Vor allem wenn sie alleinerziehend sind. Doch gerade dann ist eine Vereinbarkeit sehr wichtig. Dabei kommen Fragen auf wie: Welche Jobs eignen sich besonders für Mütter? Kümmere ich mich genug um Familie, Schule und Job? Kann ich kürzertreten, ohne finanzielle Einbußen hinnehmen zu müssen? Solche Fragen sind nicht einfach zu beantworten. Am besten lassen sie sich in der Partnerschaft, mit Freunden oder Angehörigen oder auch mit einem vertrauten Arbeitgeber klären und lösen. Das Wichtigste ist dabei eine vertrauensvolle Basis und die Bereitschaft, Lösungen zu finden – und manchmal lassen sich so auch ganz neue Wege entdecken. 

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