Gesundheitswelt der AOK Sachsen-Anhalt

Zähneknirschen

Mutter sitzt mit ihrer tochter im arm auf dem sofa. beide schauen sich an und lächeln

Zähneknirschen – Ursachen 
und Folgen

Das Geräusch von aufeinander reibenden Zähnen jagt vielen einen Schauer über den Rücken. Dabei merken Betroffene oft gar nicht selbst, dass sie nachts mit den Zähnen knirschen. Meist fällt es erst bei der Kontrolluntersuchung beim Zahnarzt auf oder wenn sich der Partner oder die Partnerin nachts von dem ungewöhnlichen Geräusch gestört führt. Um Zahnschäden vorzubeugen ist es wichtig, dass Zähneknirschen behandelt wird. Wir haben in unserem folgenden Beitrag alles Wissenswertes über das Knirschen zusammengetragen.

Wussten Sie schon, dass…

  • die AOK Sachsen-Anhalt zweimal jährlich eine professionelle Zahnreinigung bezuschusst?
  • wir auch die Zahnvorsorge bei Ihrem Kind übernehmen und mit ihm Zähne putzen üben?
  • die AOK Sachsen-Anhalt Glattflächenversiegelung bis zum 18. Lebensjahr bezuschusst?

Was passiert beim Zähneknirschen?

Beim Zähneknirschen und Kieferpressen, in der Fachsprache Bruxismus genannt, pressen Betroffene ihre Zähne immer wieder unbewusst mit großem Druck auf- oder reiben mit den Kauflächen aneinander. In extremen Fällen wirkt dabei das Zehnfache des normalen Kaudrucks auf die Zähne. Problematisch wird es, wenn durch das massive Aufeinanderreiben der Zahnschmelz beschädigt wird. So geht die natürliche Schutzschicht des Zahns verloren, was schwere Zahnschäden und schlimmstenfalls Zahnverlust zur Folge haben kann. Wegen der dauerhaften Belastung der Kaumuskulatur klagen Menschen, die mit den Zähnen knirschen, oft gleichzeitig über Verspannungen der Kiefermuskulatur und über Kopf-, Nacken- oder Gesichtsschmerzen. Bei einigen Betroffenen wird das Zähneknirschen erst durch solche Nebensymptome erkannt. 

Viele Menschen knirschen im Schlaf

Junge Frau knirscht nachts mit den zähnen


Zähneknirschen während des Schlafes wird als Schlafbruxismus bezeichnet. Bis zu 45 Minuten pressen Betroffene dann unbewusst ihre Zähne aufeinander. Knirschen Betroffene tagsüber beziehungsweise im Wachzustand, wird von Wachbruxismus gesprochen. Oft passiert das, wenn wir hochkonzentriert sind. Wissenschaftliche Erkenntnisse belegen, dass ungefähr 20 Prozent der Bevölkerung davon betroffen sind und Frauen sogar häufiger mit den Zähnen knirschen als Männer. Mit zunehmenden Alter nimmt das Knirschen dann ab.

Was sind die Ursachen?

Stress: Bei den meisten ist Stress wie zum Beispiel berufliche oder private Überforderung die Ursache. Wer unter Stress steht, spannt unbewusst die Muskulatur im Gesichts- und Kieferbereich stärker an.

Ungenauer Zusammenbiss: Das bedeutet, dass die Zähne von Ober- und Unterkiefer nicht gut aufeinander passen. An einigen Stellen treffen dann zwei gegenüberliegende Zähne zu früh aufeinander. Oder ein Zahn wächst zu weit aus dem Kiefer heraus, weil im Gegenkiefer ein Zahn und damit der Gegenbiss fehlt.

Übermäßiger Konsum von Genussmitteln: Zuviel Alkohol, Koffein und bestimmte Medikamente wirken anregend auf das Nervensystem und können Zähneknirschen verursachen.




Erkrankungen: Einige Erkrankungen können das Zähneknirschen begünstigen. Dazu zählen das Restless-Legs-Syndrom, Schlafapnoe, Minderdurchblutungen (Ischämien), Hirnblutungen, nächtliche Epilepsie oder das Parkinson-Syndrom.

Fehlerhafter Zahnersatz: Wenn Kronen, Füllungen, Brücken oder Prothesen nicht korrekt sitzen oder zu hoch sind, kann das Knirschen begünstigen.

 

Zähneknirschen bei Kindern

Auch bei Kindern ist Zähneknirschen keine Seltenheit. Schon Babys beginnen mit zehn Montanen damit. Auf diese Weise werden die Milchzähne aneinander angepasst. Das Knirschen legt sich nach einiger Zeit aber von selbst wieder. 
Knirschen Kinder im Schulalter wieder mit den Zähnen, ist meist Stress die Ursache. Dann ist es wichtig, das Kind zu beobachten und das Problem beim nächsten Zahnarztbesuch anzusprechen. 

Wie merke ich, ob ich betroffen bin?

Ertappen Sie sich tagsüber häufiger beim Zusammenpressen der Zähne oder wachen Sie morgens oder nachts mit schmerzendem Kiefer auf, sind das Anzeichen fürs Zähneknirschen beziehungsweise Kieferpressen. Vielleicht macht Sie auch Ihr Partner oder Ihre Partnerin auf die Knirschgeräusche nachts aufmerksam. 

  • Abnutzung der Zähne
    Dass Sie mit den Zähnen knirschen, macht sich vor allem aber an der übermäßigen Abnutzung der Zähne bemerkbar. Erste Anzeichen sind Absplitterungen an den Schneidekanten der Front- und Eckzähne. Im weiteren Verlauf können sich glatte Schliffflächen auf gegenüberliegenden Zahnflächen entwickeln. Weitere Anzeichen sind deutlich ausgeprägte Kaumuskeln, die auch von außen erkennbar sind. Auch wiederholt auftretende Schäden am Zahnersatz, wie zum Beispiel Absplitterungen an Keramikkronen und Implantaten oder Brüche von Prothesen sind Hinweise für Zähneknirschen .
  • Schmerzende Gesichtsmuskeln
    Schmerzen im Bereich der Wangen, Schläfen und vor den Ohren weisen auf eine Überlastung der Kaumuskulatur und der Kiefergelenke hin. Bei Betroffenen mit Schlafbruxismus sind Schläfenkopfschmerzen typisch. Aber auch Ermüdungserscheinungen der Kaumuskulatur oder überempfindliche Zähne sind ein Anzeichen fürs Zähneknirschen. Treten die Beschwerden eher tagsüber auf, leiden Sie möglicherweise an Wachbruxismus.
Frau setzt Knirschschiene ein
kleiner Junge ist beim zahnarzt. Die Zahnärztin beginnt, seine Zähne zu untersuchen

Diagnose beim Zahnarzt

Zahnärztliches Fachpersonal kann anhand der Zahnabnutzung feststellen, wie stark das Zähneknirschen bei Ihnen ausgeprägt ist und ob gegebenenfalls bereits Schäden entstanden sind. Je früher das Zähneknirschen behandelt wird, desto schneller können Sie gegensteuern und Folgezahnerkrankungen vermeiden. Anzeichen für eine notwendige Behandlung sind zum Beispiel Zahnabdrücke auf der Zunge, abgenutzte Kauflächen oder Risse und Absprengungen am Zahnschmelz.

Behandlung

Je nach Ursache wird Ihr Zahnarzt oder Ihre Zahnärztin Ihnen eine gezielte Behandlung vorschlagen und durchführen. 

  • Kronen oder Füllungen anpassen: Sitzen Kronen oder Füllungen nicht richtig, kann Ihr Zahnarzt oder Ihre Zahnärztin sie durch Abschleifen korrigieren und das Zähneknirschen dadurch beseitigen.
     
  • Knirschschiene: Die sogenannte Aufbissschiene fertigt der Zahnarzt oder die Zahnärztin für Sie individuell und passt sie an Ihr Gebiss an. Die Schiene verhindert den Kontakt der Zähne zueinander und schützt so die Zahnsubstanz und den Kiefer.
     
  • Physiotherapie: Durch verschiedene Übungen können verspannte Muskeln gelockert und das Kiefergelenk gedehnt werden.
  • Medikamente: Schmerzlindernde Medikamente können zur Muskelentspannung beitragen und das Zähneknirschen verhindern. Bitte besprechen Sie dies vorab mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin.
     
  • Psychotherapie: Bei tieferliegenden psychischen Ursachen kann der Besuch beim Psychotherapeut helfen.

Das können Sie tun

Zusätzlich können Entspannungsübungen und Entspannungskurse wie zum Beispiel Autogenes Training oder Progressive Muskelentspannung helfen, Körper und Kiefer zu entspannen. Auch Pausen bei der Arbeit oder regelmäßige Spaziergänge machen den Kopf frei und lassen Sie entspannen. Denken Sie an regelmäßige Zahnarztbesuche, um Schädigungen vorzubeugen.

Gut zu wissen

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