Gesundheitswelt der AOK Sachsen-Anhalt

Restless-Legs-Syndrom

Eine etwa 25-jährige Frau macht auf ihrem Bett eine Dehnungsübung für die Beine.

Was tun bei unruhigen Beinen?

Nicht wenigen Menschen wird nachts der Schlaf geraubt, weil ihre Beine nicht zur Ruhe kommen. Der Grund: Restless-Legs-Syndrom. Das Krankheitsbild der ruhelosen Beine wird erst seit kurzer Zeit in der Medizin betrachtet. Wir klären über Ursachen, Symptome und Therapie auf.

Wussten Sie schon, dass…

  • genauso viele Menschen an RLS leiden wie an Migräne?
  • Bewegung und Dehnung die Beschwerden von RLS lindern können?
  • es in Sachsen-Anhalt Selbsthilfegruppen für RLS-Betroffene gibt?

Restless Legs, was ist das eigentlich?

Nahaufnahme: Eine Person sitzt auf dem Sofa und legt die Hand über dem rechten Knöchel auf das Bein.

Betroffene kennen die Anzeichen nur zu gut. Meist geschieht es beim Versuch einzuschlafen: Ein unangenehmer Bewegungsdrang stellt sich in den Beinen ein. Auch Ziehen, Stechen, Kribbeln und Schmerzen können hinzukommen. Manchmal kann es bereits tagsüber zu Symptomen kommen, aber oft tauchen die Beschwerden mehrheitlich oder sogar ausschließlich abends beziehungsweise nachts auf. Dieses Krankheitsbild nennt man das Syndrom der ruhelosen Beine oder auch Restless-Legs-Syndrom, kurz RLS. Und das ist häufiger, als man denkt.

Circa 3 bis 10 von 100 Menschen kennen die unruhigen Gliedmaßen in den Abendstunden. Die Zahl der Betroffenen ist damit ungefähr so hoch wie die der Menschen mit Migräne – und Frauen haben häufiger RLS als Männer.

Die Betroffenen fühlen sich zunehmend übermüdet und abgespannt. Dauert die Erkrankung an, wird es noch unangenehmer. Es kann dazu kommen, dass auch Ruhephasen der Beine am Tag betroffen sind, zum Beispiel bei längerer Autofahrt, einem Kinobesuch oder einer Konferenz. Oft ist es so, dass Bewegung oder Dehnung der Beine Linderung bringt, während Ruhe und Liegen die Symptome verstärken.

Was sind die Ursachen und Symptome für das Restless-Legs-Syndrom?

Eine etwa 35-jährige Schwangere hat die Beine hochgelegt und massiert ihren linken Oberschenkel.

Worin das Unruhige-Beine-Syndrom begründet ist, ist leider oft nicht eindeutig zu klären. Dennoch gibt es einige Ursachen, die für das Syndrom infrage kommen und die auch diagnostiziert werden können. Dazu gehören:

  • fortgeschrittene Nierenschwäche
  • Schädigungen an Nerven oder Gelenken
  • Mangel an Eisen, Vitamin B12 oder Folsäure
  • Schwangerschaft
  • Nebenwirkungen von Medikamenten
  • erbliche Faktoren, wenn mehrere Personen einer Familie betroffen sind

Wenn Sie sich mit Beschwerden dieser Art an Ihre hausärztliche Praxis wenden, folgt zunächst ein ausführliches Gespräch. Sie werden dann auch körperlich untersucht, um das Syndrom zu diagnostizieren. Eine Kontrolle der Blutwerte und der Nierenfunktion kann zusätzlich stattfinden. Ebenso sind weitere Tests möglich, die auf ärztlichen Rat und mit Ihrem Einverständnis erfolgen.

Wie behandelt man das Restless-Legs-Syndrom?

Die Behandlung der unruhigen Beine hängt davon ab, ob die zugrundeliegende Ursache gefunden wird. Wenn sie klar ist, dann gibt es verschiedene Behandlungsmöglichkeiten:

  • Eisen-, Vitamin-B12- oder Folsäuremangel wird durch entsprechende Präparate ausgeglichen.
  • Bei Nebenwirkungen von Medikamenten wird in ärztlicher Absprache versucht, alternative Medikamente auszuwählen, die nicht mit entsprechenden Nebenwirkungen einhergehen.
  • Ist eine andere Erkrankung oder Störung bekannt, steht diese im Fokus der Behandlung.
  • Im Fall einer Schwangerschaft als Ursache verschwinden die unruhigen Beine nach dem Ende der Schwangerschaft oft von selbst wieder.

Auch wenn die Ursache nicht bekannt ist, können die Symptome mit Medikamenten behandelt werden. Zu den infrage kommenden Medikamenten gehören Wirkstoffe mit Dopamin, die die Kommunikation der Nervenzellen verbessern. Nicht jeder Mensch verträgt diese Mittel. In solchen Fällen sucht das ärztliche Personal für Sie nach Alternativen. Das können zum Beispiel Medikamente gegen Krampfanfälle oder Schmerzmittel sein. Neben der klassischen Medizin sind auch homöopathische Mittel möglich – lassen Sie sich dazu immer ärztlich beraten. Trotz guter Möglichkeiten der Medikation ist die Krankheit selbst jedoch bisher nicht heilbar.

Das können Sie bei Restless-Legs-Syndrom selbst tun

Ein etwa 65-jähriger Mann sitzt entspannt zurückgelehnt und mit hochgelegten Beinen auf seinem Sofa.

Die Menschen sind verschieden und was dem einen hilft, hat beim nächsten kaum Wirkung. Wir haben ein paar Tipps von Betroffenen für Sie zusammengestellt. Wenn Sie an RLS leiden, können Sie ausprobieren, was Ihnen persönlich hilft und Ihre Beschwerden lindert.

  • Ausreichende Eisenzufuhr

    Achten Sie in Ihrer Ernährung auf genügend Hülsenfrüchte, Nüsse und Kerne und sichern Sie damit Ihre Eisenaufnahme. Auch Vitamin C sollten Sie zu sich nehmen, da es die Eisenaufnahme begünstigt. In Kombination ist es immer ratsam, die Eisenwerte regelmäßig ärztlich kontrollieren zu lassen.

  • Wechselduschen und Bewegung

    Abwechselnde Warm-Kalt-Duschen, Fußbäder, kalte oder warme Wickel, Massagen und Bürsten können Ihren Beinen helfen. Auch Gymnastik- und Dehnübungen lindern die Beschwerden.

  • Schlafhygiene

    Ein fester Schlaf-Wachrhythmus ist ohnehin wichtig. Verzichten Sie zum Beispiel auf den Mittagsschlaf, um nachts wiederum besser schlafen zu können. Weitere Tipps für einen gesunden Schlaf finden Sie hier.

     

  • Ruhephase vor dem Zubettgehen

    Vermeiden Sie vor dem Schlafengehen alles, was den Körper in Aufruhr versetzt oder ihm zusätzliche (Verdauungs-)Arbeit beschert. Dazu gehören körperliche Anstrengung, Stress, Nikotin und Alkohol sowie koffeinhaltige Getränke.

  • Darüber reden

    Austausch mit anderen Betroffenen kann sehr entlastend sein. Es gibt zum Beispiel Selbsthilfegruppen für Betroffene. Über die Selbsthilfe-Kontaktstellen von Sachsen-Anhalt finden Sie Gruppen in Ihrer Region, zum Beispiel in Magdeburg.

Teilen Sie auch Ihrer ärztlichen Praxis mit, wie Sie Ihre Beschwerden erleben, was Sie ausprobieren und wie Ihnen das hilft oder auch nicht hilft. Auf diese Weise kann die Behandlung nur gewinnen.

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