Gesundheitswelt der AOK Sachsen-Anhalt

Entwicklungsphasen bei Kindern

Etwa 3-jähriges Mädchen turnt mit Mutter auf dem Fußboden in der Wohnung

Wie Kinder selbstständig werden

Werden Kinder größer, durchlaufen sie mehrere Entwicklungsstufen. Als Neugeborene sind sie unselbstständig und rund um die Uhr auf die Unterstützung und Pflege der Eltern angewiesen. Erst in den kommenden Monaten lernen sie sich selbst und ihren Körper kennen. Immer mehr Fähigkeiten kommen hinzu, bis sie schlussendlich zu einem jungen Erwachsenen herangereift sind.  
 

Wir geben Ihnen einen Überblick über die typischen Meilensteine in der Entwicklung Ihres Kindes und zeigen, welche Veränderungen auf Sie als Eltern zukommen. Lesen Sie auch, wie Sie Ihr Kind optimal unterstützen können.

 

Wussten Sie schon, dass…

  • die AOK Sachsen-Anhalt alle Kosten der U-Untersuchungen übernimmt?
  • wir uns für ausreichend Bewegung in Kindertagesstätten einsetzen?
  • sexuelle Aufklärung mehr als ein einziges Gespräch sein sollte?

 

Vom Baby zum Kleinkind: Das 1. Lebensjahr

Eine junge Familie sitzt mit ihrem etwa 4 Monate alten Baby auf dem Boden. Die Mutter stützt das Kind beim Sitzen. Alle lachen sich gegenseitig an.

Endlich ist das Baby da. Sie genießen den Moment und sind gespannt, was die neue Zeit wohl bringen mag. In der Neugeborenenzeit ist das Baby hauptsächlich mit Nahrungsaufnahme und Schlafen beschäftigt. Babys nehmen dadurch an Gewicht zu und erweitern ihre Fähigkeiten. Es beginnt, die Welt durch die Sinne zu erkunden, insbesondere durch das Sehen und Hören.

  • Nach ungefähr zwei Monaten stabilisiert sich die Nackenmuskulatur Ihres Kindes, sodass es anfängt den Kopf selbstständig aufrecht zu halten. Das erste Lächeln huscht über sein Gesicht und Ihr Baby beginnt mit ersten, zunächst zufälligen „Stimmübungen“. Unterhalten Sie sich mit Ihrem Baby, es wird Ihnen auf seine Art antworten und lernt somit, dass es sich durch Geräusche mit Ihnen verständigen kann. 
  • Ab etwa drei Monaten antwortet Ihr Kind Ihnen quietschend, brummend und juchzend, wenn Sie es ansprechen oder mit ihm spielen. Es erprobt nun mit wachsender Begeisterung seine Stimme, lacht und brabbelt vergnügt vokalartige Laute wie „a“ und „i“ vor sich hin.
  • In der frühkindlichen Zeit zwischen dem 4. und 6. Monat stecken sich viele Kinder die Hände oder Füße in den Mund, Um den eigenen Körper besser kennenzulernen Die motorischen Fähigkeiten festigen sich immer mehr. So fangen Kinder in den folgenden Wochen an, nach Dingen zu greifen und zu unterscheiden.
  • Ab dem 6.  Monat fangen einige Kinder bereits mit dem Sitzen und Krabbeln an. Erste Zähnchen stoßen durch Zahnfleisch und viele Eltern starten mit der Beikost und bieten ihrem Kind vermehrt feste Nahrung an. Auch das Hochziehen an Möbeln und erste Stehversuche kommen mit der Zeit – meist noch mit Unterstützung der Eltern.
  • Ab dem 10. Monat beginnen Babys frei zu stehen und einige können die ersten Schritte machen. Ihr Kind kann einfache Anweisungen verstehen und einfache Gesten verwenden. Die Sprachentwicklung nimmt zu, und sie beginnen, Worte nachzuahmen und einfache Wörter zu sagen. Ihr Kind entwickelt sich zunehmend zu einem Kleinkind und kann dadurch Gefühle zeigen.

Es ist wichtig zu beachten, dass jedes Baby ein individuelles Entwicklungs-Tempo hat. Nicht alle Babys erreichen die Meilensteine zur gleichen Zeit. Das ist völlig normal. Wenn Sie sich Sorgen über die Entwicklung Ihre Babys machen, sprechen Sie mit Ihrem Kinderarzt oder Ihrer Kinderärztin. Anlass dazu bieten beispielsweise auch die regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen (U-Untersuchungen) für Kinder. Sie erhalten hier hilfreiche Tipps zur Förderung Ihres Kindes.  

Zeit für erste Freunde: Krippen- und Kindergartenkind

Zwei jungen blonden Kind zusammen spielen Brettspiel in der Kita

Der Schritt in die Krippe und später in den Kindergarten ist für viele Eltern eine emotionale Achterbahn. Einerseits freut man sich für das Kind, was nun mehr soziale Kontakte hat und sich dadurch motorisch und geistig entwickeln kann, auf der anderen Seite ist die intensive Kennlernzeit nun vorbei. Ihr Kind wird in den kommenden vier bis fünf Jahren weitere große Sprünge machen.  

Die Sprachfähigkeit entwickelt sich im zweiten und dritten Lebensjahr rapide. Ihr Sohn oder Ihre Tochter beginnt, einfache Wörter zu sprechen und einfache Sätze zu bilden. Er beziehungsweise sie kann auch einfache Anweisungen verstehen und Fragen stellen.

Das Sozialverhalten verändert sich während dieser Zeiten stark, nicht nur im Umgang mit anderen Kindern, auch mit Erwachsenen findet mehr und mehr Austausch statt.

 

Gruppe von Kindern im Kindergartenalter toben auf einer Wiese im Freien

Das Kind zeigt Interesse an anderen Kindern und kann anfangen, parallel zu spielen (nebeneinander, aber nicht unbedingt miteinander). Es lernt, sich zu gedulden, Rücksicht auf andere zu nehmen und zeigt ein gewisses Maß an Empathie. Genauso lernen Kinder in diesem Alter für ihre eigenen Bedürfnisse einzustehen und diese klar zu äußern.

Später, im Übergang zum Kindergartenkind, entwickelt sich die Lust am Toben, Klettern und Rennen. Die Autonomiephase, auch als Trotzphase bekannt, ist zu dieser Zeit ein wichtiger Meilenstein in der Entwicklung Ihres Kindes. Nur so kann es lernen, die eigenen Gefühle und Emotionen richtig zu verarbeiten und Grenzen zu akzeptieren. Wichtig ist, dass Sie Ihr Kind dabei behutsam und verständnisvoll begleiten. Im Augenblick des Trotzens geht es Ihrem Kind nicht darum, Sie zu provozieren. Bleiben Sie ruhig und setzen Sie Ihre Grenzen auf kindgerechte Art und Weise um. Nur so können die Kleinen lernen, Konflikte auch außerhalb des familiären Umfeldes gut zu lösen und Freundschaften zu schließen. 

Vorschulalter

ca. 5-jähriger Junge meldet sich in der Vorschulstunde

In den letzten zwei Jahren der Kindergartenphase erlebt Ihr Kind nochmal zahlreiche Entwicklungsstufen. 

Die motorischen und geistigen Fähigkeiten werden weiter ausgebaut. Ihr Kind kann sicherer laufen, rennen, hüpfen, klettern und balancieren. Die Feinmotorik verbessert sich, was es Ihrem Kind ermöglicht, mit mehr Präzision zu schreiben, zu malen und kleinere Gegenstände zu bearbeiten. 

Auch der Wortschatz wächst deutlich. Ihr Sohn beziehungsweise Ihre Tochter kann längere Sätze bilden und komplexe Ideen ausdrücken. 

Die soziale Interaktion nimmt ebenfalls Formen an. Das Kind wird zunehmend unabhängiger und entwickelt ein stärkeres Selbstbewusstsein. Es kann einfache Konflikte lösen und lernt, mit anderen in sozialen Situationen umzugehen. Erste richtige Freundschaften entstehen und Sie werden merken, dass sich Ihr Kind immer mehr für Dinge aus der Umwelt interessiert. Es zeigt Interesse an Geschichten, Büchern und beginnt, einfache mathematische Konzepte zu erfassen und kreativ zu spielen. Viele Eltern beobachten ihre Kinder dabei, wie sie sich stundenlang in Rollenspiele und Fantasiewelten vertiefen.

Manche Kinder sind zum Ende der Vorschulzeit geistig unterfordert. Unterstützen Sie Ihr Kind mit ersten Schreibübungen, einem Freizeitsport und der Einbindung in Entscheidungen.  

Die Schulzeit: Vom Kind zum Teenie

Schülerinnen lernen gemeinsam im Klassenzimmer

Ab dem Grundschulalter beziehungsweise zwischen 6 und 12 Jahren werden Sie feststellen, dass Ihr Kind sich körperlich langsamer entwickelt. Mehr und mehr verlieren Kinder die Kleinkindmerkmale. Die Milchzähne fallen aus und die bleibenden brechen durch. Genauso wie im Kleinkindalter ist die gründliche Zahnpflege wichtig, damit die Zähne Ihres Kindes gesund bleiben. In dieser Phase wachsen Kinder kontinuierlich und entwickeln sich körperlich. Die Geschwindigkeit des Wachstums kann variieren und es können Wachstumsschübe auftreten.

In der Entwicklung der geistigen und sozialen Fähigkeiten macht Ihr Kind nun einen riesigen Satz. Der Wissensdurst ist ungebremst und alles Erlernte aus der Schule wird hinterfragt. Kinder entwickeln ein tieferes Verständnis für komplexe Konzepte in Mathematik, Naturwissenschaften und anderen Fächern. Sie lernen, abstrakter zu denken und Probleme zu lösen. Das Lesen, Schreiben und Verstehen von komplexeren Texten wird gefördert. Kinder beginnen, sich ihrer eigenen Identität bewusst zu werden. Sie entwickeln ihre Vorlieben, Werte und Interessen und entdecken möglicherweise bestimmte Talente.

Zwei Schülerinnen und ein Schüler sitzen gemeinsam auf einer Bank im Parl. Sie lösen gemeinsam Schulaufgaben in einem Heft.

Für viele Kinder ist in der Grundschulzeit ausreichende Bewegung wichtig. Vielleicht haben Sie bereits eine sportliche Affinität bei Ihrem Kind zu einer bestimmten Sportart festgestellt und melden Ihr Kind im örtlichen Sportverein an. So bieten Sie einen optimalen Raum für Bewegung und soziale Interaktion mit anderen sportbegeisterten Kindern.  

Im sozialen Bereich entwickelt Ihr Kind nun ein Gefühl für Gerechtigkeit, lernt die Umwelt kennen und lernt Regeln einzuhalten. Freundschaften werden wichtiger und Kinder entwickeln komplexere soziale Fähigkeiten wie Empathie, Zusammenarbeit und Konfliktlösung.
Sie können ihre Gefühle besser ausdrücken und verstehen, wie ihre Handlungen andere beeinflussen. Auch das Verantwortungsbewusstsein nimmt zu und Ihr Kind kann schon kleine Aufgaben im Haushalt übernehmen, zum Beispiel den Müll rausbringen oder selbstständig das Zimmer aufzuräumen.

Schon fast erwachsen: Teenageralter

Gruppe von Jugendlichen sitzt im Freien, lacht und hört Musik

Die Pubertät ist eine Phase der körperlichen, emotionalen und sozialen Veränderungen, die normalerweise zwischen dem 10. und 20. Lebensjahr auftritt. Eben noch Kind gewesen, entwickelt sich Ihr Sohn oder Ihre Tochter zunehmend zu einem jungen Erwachsenen. 

Die Teenagerjahre werden insbesondere von hormonellen Veränderungen begleitet. Es kommt zu einer verstärkten Produktion von Sexualhormonen (Östrogen bei Mädchen, Testosteron bei Jungen), was zu den körperlichen Veränderungen führt - von Bartwuchs und Stimmbruch bei Jungen bis hin zu der einsetzenden Menstruation bei Mädchen. Auch ein hormonell bedingter Wachstumsschub kann gerade bei Jungen zu starker Müdigkeit und Abgeschlagenheit führen. Beide Geschlechter hinterfragen sich und den eigenen Körper und zeigen mal früher, mal später Interesse an anderen Jungen oder Mädchen. Freundschaften und romantische Beziehungen nehmen eine größere Bedeutung ein.

Die jungen Menschen beginnen, ihre eigene Identität zu erkunden und zu entwickeln. Sie stellen sich Fragen zur eigenen Persönlichkeit, Interessen und Werten. Jugendliche beginnen, sich in sogenannten Peer-Groups, also sozialen Gruppen mit Gleichaltrigen, zu integrieren. Im Hinblick auf Familienbeziehungen kann zu Konflikten und Spannungen mit den Eltern kommen, da Jugendliche nach mehr Unabhängigkeit streben.
Versuchen Sie den guten Draht zu Ihrem Kind beizubehalten, reden Sie offen über Probleme, Gefühle und die Entwicklungsschübe. Sind die Unsicherheit, der Weg zu sich selbst und die Unzufriedenheit überstanden, wartet ein spannender Lebensweg und eine ereignisreiche Zukunft auf Ihr Kind.  

 

Aufmerksam die Entwicklung beobachten 

Kinder entwickeln sich aus eigenem Antrieb, stets in einem Wechselspiel zwischen persönlichen Anlagen und ihren Anregungen und Erfahrungen aus der Umwelt. Es ist wichtig zu betonen, dass jedes Kind individuell ist und sich in seinem eigenen Tempo entwickelt. Eltern und Erziehungsberechtigte können den Erwerb neuer Fähigkeiten bei Kindern unterstützen, indem sie Interesse zeigen, sie ermutigen und ihnen die notwendige Unterstützung bieten. Bei Bedenken über die Entwicklung ist es ratsam, mit Ihrem vertrauten Kinderarzt oder Ihrer Kinderärztin zu sprechen. Einen möglichen Rahmen dafür schaffen die regelmäßigen U-Untersuchungen von Baby bis Jugendalter.

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