Ein etwa 4 jähriges Mädchen sitzt auf dem Boden in seinem Zimmer und schaut sich ein Buch an. Neben ihr steht ein großer Stapel von weiteren Büchern.
Gesundheitswelt der AOK Sachsen-AnhaltSpielend wachsen

Du bist schon so groß

Meist fällt es zu Geburtstagen auf, dann sagt man sich wieder: „Mein Kind ist schon so groß. Wo ist die Zeit nur hin? Und wie selbstständig es schon ist. Nicht mehr mein kleines Baby.“ Auch besondere Erinnerungen werden geweckt, wie der erste Zahn oder die ersten Schritte. 

Kinder erleben in ihrer Entwicklung immer wieder Phasen, in denen sie schnell wachsen und bestimmte Fähigkeiten erlangen. In den ersten Jahren erlernen sie viele Dinge durch einfaches spielen. Später eignen sie sich Wissen in der Schule, durch Erfahrungen und besondere Erlebnisse an. Doch in welcher Phase erlernen sie was? Und was ist prägend für diese Entwicklungsphase? Wir geben Ihnen einen Überblick über die verschiedenen Phasen der Entwicklung und welche Veränderungen in dieser Zeit besonders sind.

Wussten Sie schon, dass…

  • die Entwicklungsschritte in den ersten Jahren die rasantesten sind?
  • Kinder sich ihre Fähigkeiten oft spielerisch aneignen?
  • wir alle wichtigen Vorsorgeuntersuchungen für Ihr Kind übernehmen?

Vom Säugling zum Kleinkind

Eine junge Familie sitzt mit ihrem etwa 4 Monate alten Baby auf dem Boden. Die Mutter stützt das Kind beim Sitzen. Alle lachen sich gegenseitig an.

Endlich ist Ihr kleiner Sonnenschein da und hat das Licht der Welt erblickt. Sie genießen den Moment und fiebern der neuen spannenden Zeit entgegen. Ihr Baby lernt im ersten Lebensjahr so viel. Am Anfang schläft es noch lange und kann nur Dinge auf kurzer Distanz sehen. Die Nahrungsaufnahme ist, neben ausreichend Schlaf, das Wichtigste während der ersten Entwicklungsphase. Ihr Baby wächst sehr schnell und nimmt zu. Ihre behandelnde Kinderarztpraxis überwacht dies in den kommenden Vorsorgeuntersuchungen regelmäßig und gibt Ihnen Tipps für eine weitere gesunde Entwicklung.

Nach zwei Monaten hat sich die Nackenmuskulatur bereits entwickelt, sodass es sein Köpfchen selber heben kann. Zusätzlich entdeckt und erforscht es seinen Körper zum Beispiel steckt es die Hand in den Mund um sie genauer zu erkunden. Danach entwickelt es langsam die Fähigkeit Sie als Eltern zu erkennen und Dinge vor den Augen zu verfolgen. Auch das erste Lächeln schenkt Ihnen Ihr Baby. Ein unbeschreibliches Gefühl. 

In den nächsten Wochen lernt es Gegenstände zu greifen um sie zu erforschen und lauscht den ersten Geräuschen aufmerksam. Unterhalten Sie sich mit Ihrem Baby, es wird Ihnen auf seine Art antworten und lernt somit, dass es sich durch Geräusche mit Ihnen verständigen kann. Langsam folgen jetzt feste Rituale und Sie können eine Struktur in Ihren gemeinsamen Tagesablauf bringen. Dazu gehört das Essen, wobei die Muttermilch durch Brei nacheinander ersetzt werden kann, Baden oder Schlafengehen. Das gibt dem Baby Sicherheit und Geborgenheit und es fällt ihm leichter loszulassen. 

Mit ungefähr 6 Monaten kann sich Ihr Nachwuchs drehen und alleine sitzen. Die ersten Zähne sind bereits durchgebrochen und Ihr Baby kann nun erlernen festere Nahrung zu kauen. Es kann nun bewusst Gefühle zeigen und äußert sich bei Protest, gerade wenn Sie es in einer der bekannten Trennungsphasen allein lassen zum Beispiel ein kurzer Weg auf die Toilette oder einfach nur den Raum kurz verlassen. Kann es erst krabbeln, ist die schwerste Phase vorbei und das Baby kann selbstständig seine Umgebung erkunden. Nach einigen Wochen zieht es sich bereits an Möbeln hoch und unternimmt die ersten Gehversuche. Dann wissen Sie Ihr Kind ist kein Baby mehr, sondern nun schon ein Kleinkind.

Vom Kleinkind zum Schulkind

Kindergartenkinder sitzen mit einer Erzieherin in der Krippe. Alle spielen gemeinsam mit Bausteinen und malen etwas.

Nun macht Ihr Kind bereits weitere große Sprünge. Es wächst nicht nur sehr schnell, auch der Wortschatz nimmt ständig zu. Nachdem meist "Mama", "Papa" oder "Auto" die ersten Wörter sind, kommen täglich neue hinzu. Ihr Kind lernt sich mitzuteilen und kann dadurch kommunizieren was es möchte oder braucht. Auch das Thema Töpfchen steht jetzt auf der Tagesordnung, wo fleißig geübt werden kann. Ihr Kind besucht nun die Kinderkrippe und lernt spätestens jetzt viele neue Freunde kennen. Dabei lernen sie ihre eigenen Bedürfnisse zurück zu stellen und schauen sich viele Dinge für ihren eigenen Alltag ab zum Beispiel mit Besteck zu essen. Zusätzlich lernen sie in der Kindergartenzeit sich selbst und ihre Schuhe allein anzuziehen, den Tisch zu decken und abzuräumen, sich richtig die Hände zu waschen und sogar das Zähneputzen. Diese Abläufe werden spielerisch vermittelt und es macht Ihrem Kind Spaß Dinge allein zu erlernen. 

Ein weiterer wichtiger Schritt zur nächsten Entwicklungsstufe, ist der selbstständige Weg auf die Toilette, weg vom Töpfchen. Sie werden bemerken, dass Ihr Kind Sie jetzt immer weniger braucht und auch mit anderen Kindern spielt als immer nur mit Ihnen. Toben, lachen und aktiv sein gehören jetzt zum kindlichen Alltag dazu. 

So schön wie alles ist, gehört auch zu der Entwicklung Ihres Kindes eine Trotzphase, in dem es bockt oder im schlimmsten Fall schreit. Aber all diese Dinge sind ganz normal und gehören zu dieser Phase dazu. Es ist wichtig, dass Sie Ihrem Kind gerade jetzt Grenzen aufzeigen. Dann wird Ihr Kind auch in Zukunft wissen, wie es Konflikte mit anderen Kindern und Personen bewältigt.

Eine junge Familie spielt mit ihren zwei Jungs am Boden das Spiel "Twister". Alle haben Spaß und lachen ausgiebig.



Ab dem Vorschulalter mit etwas 5 oder 6 Jahren kann Ihr Kind seine erworbenen Fähigkeiten viel genauer und detaillierter ausführen zum Beispiel eine Schleife machen, basteln oder Stifte richtig halten. Auch hier überwacht Ihre behandelnde Kinderarztpraxis bei den Vorsorgeuntersuchungen ob sich der Spross altersrechet entwickelt. Eventuell kann es schon seinen Namen schreiben und ein paar Rechenaufgaben lösen. Jetzt wissen Sie, dass die Zeit für die Schule gekommen ist.

Vom Schulkind zum Teenager

Zwei Grundschulkinder sitzen gemeinsam an einem Tisch in der Schule und lösen Schulaufgaben. Das Mädchen schaut dabei dem Jungen über die Schulter. Im Hintergrund läuft eine Lehrerin zwischen den anderen Grundschülerin hin und her.

In dieser Phase werden Sie merken, dass Ihr Kind sich körperlich eher langsam entwickelt. Es nimmt langsam zu und wächst auch nicht mehr so schnell wie in den anderen beiden Entwicklungsphasen. Im Durchschnitt wächst es im Jahr bis zu 6 Zentimeter und die Körperproportion eines Kleinkindes verliert sich. Jetzt ist es auch spätestens soweit, dass die Milchzähne ausfallen und die neuen bleibenden Zähne durchbrechen. Der Wechsel der Zähne gleicht das Verhältnis zwischen Kiefer- und Zahngröße sowie der Zahnanzahl während des Wachstums aus. Da sich während dieser Wachstumsphase der Kiefer verändert, geht das ausgeglichene Verhältnis verloren, welches somit wiederhergestellt wird. Aber egal wie schnell die neuen Zähne kommen: eine gute Zahnpflege, egal ob bei groß oder klein, ist essenziell. Lesen Sie hier mehr dazu.

In der Entwicklung der geistigen und sozialen Fähigkeiten macht Ihr Kind nun einen riesigen Satz. Bei den regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen durch das kinderärztliche Fachpersonal werden erneut alle Entwicklungen begutachtet und Ängste oder Beschwerden besprochen. Der Wissensdurst ist ungebremst und alles erlernte aus der Schule wird hinterfragt.

Eine Gruppe von Teenagern spielt in einem Garten auf einem rasen gemeinsam Fußball. Alle lachen ausgiebig.

Auch die Bewegung im Spiel kommt nicht zu kurz. Kinder im Grundschulalter sind sehr aktiv und fangen bei Interesse an in einem Verein ihrem Hobby wie zum Beispiel Fuß- oder Basketball, Turnen oder Schwimmen nachzugehen. Im sozialen Bereich entwickelt Ihr Kind nun ein Gefühl für Gerechtigkeit, lernt die Umwelt kennen und lernt Regeln einzuhalten. Es übernimmt Verantwortung und kann schon kleine Aufgaben im Haushalt übernehmen, zum Beispiel den Müll rausbringen oder selbstständig das Zimmer aufzuräumen. Kinder spielen in dieser Phase viel mehr mit anderen Kindern und entwickeln ein Interesse an Besuchen im Zoo, Museum und anderen kulturellen Einrichtungen. Die Grundschule ist der Dreh- und Angelpunkt in dieser Zeit und Ihr Kind lernt lesen, schreiben und rechnen. Am Ende dieser Phase hat sich Ihr Kind bereits zu einem Teenager entwickelt und ein Schulwechsel steht bevor.

Vom Teenager zur erwachsenen Person

Nun ist Ihr Sprössling schon sehr selbstständig, übernimmt Verantwortung für sein Handeln und gibt sich selbstbewusst anderen gegenüber. Spielen nimmt immer noch eine große Rolle in dieser Phase ein, wobei die digitalen Medien eine größere Bedeutung erlangen. Das liegt nicht nur daran, dass die Gesellschaft immer mehr auf interaktive Kommunikation umsteigt, sondern auch, dass das Spiele- und Wissensangebot im Internet riesig ist.

Zwei Schülerinnen und ein Schüler sitzen gemeinsam auf einer Bank im Parl. Sie lösen gemeinsam Schulaufgaben in einem Heft.

Die Veränderung des Körpers spielt eine zentrale Rolle, denn Hormone lösen die Pubertät mit all ihren Glücksgefühlen wie zum Beispiel das erste Mal verliebt sein und kleinere Probleme wie Pickelchen aus. Nach einem Wachstumsschub, kommen die Jungen in den Stimmbruch und der Bartwuchs beginnt. Die Mädchen machen ihre ersten Erfahrungen mit der Monatsblutung und entwickeln eine weibliche Figur. Bei beiden kommt es zur Achterbahnfahrt der Gefühle. Der Fokus liegt sehr auf dem Thema: Wer bin ich und wie wirke ich auf andere. Wichtig ist, dass Sie jetzt für Ihr Kind da sind und dies auch kommunizieren.

Gerade Teenager fühlen sich meist allein, wenn sie negative Erfahrungen oder Erlebnisse gemacht haben, wie zum Beispiel der erste Liebeskummer. Reden Sie mit Ihrem Kind, es wird merken, dass das Leben weitergeht und solche Erfahrungen zum Leben gehören. Auch die behandelnde Arztpraxis spricht bei den regulären Vorsorgeuntersuchungen mit Ihrem Kind über alltägliche Probleme. Wir übernehmen die ärztlichen Untersuchungen. Lesen Sie hier mehr dazu.

Feste Regeln sollte weiterhin ein Bestandteil der Erziehung und des Alltags sein, da Teenager ihre Grenzen austesten. Sie werden diese dabei auch übertreten um ihre Eltern zu testen wie konsequent sie sind. Das kann Ihnen viele Nerven kosten. Hier ein paar Tipps wie Sie mit der Pubertät Ihres Kindes umgehen können:
 

  • Seien Sie geduldig mit Ihrem Kind 
    Reagieren Sie nicht gereizt oder verletzt. Ihr Kind meint es meist nicht so. Sprechen Sie mit Ihrem Spross über die Gefühle während der Situation.
  • Schenken Sie Ihrem Kind Liebe
    Versuchen Sie es zu verstehen und hören Sie Ihrem Kind aufmerksam zu. Es gibt ihm das Gefühl der Sicher- und Geborgenheit.
     
  • Treffen Sie Regeln und Konsequenzen
    Diese müssen nicht immer stur durchgesetzt werden. Sie können auch bei Bedarf einen Kompromiss treffen, wenn Sie bemerken das Ihr Kind selbstständig die Verantwortung für sein Handeln übernimmt.
     
  • Suchen Sie nach einem Streit die Versöhnung
    Geben Sie dabei sich und Ihrem Kind Zeit den Konflikt zu überwinden.
     
  • Setzen Sie Vertrauen in Ihr Kind
    Haben Sie gemeinsam Abmachungen getroffen, vertrauen Sie Ihrem Kind, dass es sich daran hält.

    Sind die Unsicherheit, der Weg zu sich selbst und die Unzufriedenheit überstanden, wartet ein spannender Lebensweg und eine ereignisreiche Zukunft auf Ihr Kind. Unterstützen Sie es auch weiterhin auf seinem Weg, auch wenn es nun Erwachsenen ist und kaum noch Hilfe benötigt.
     

Aufmerksam sein 

In jeder der Phasen kann man verschiedene Entwicklungen beobachten. Dies ist bei jedem Kind anders, denn jedes einzelne hat ein sein eigenes Tempo. Das eine ist motorisch und in der Bewegung sehr weit entwickelt, das andere eher im geistigen und sprachlichen Bereich. Fällt Ihnen eine nicht altersgerechte Entwicklung auf oder Ihr Kind hat Beschwerden in der Entwicklung, sprechen Sie mit der behandelnden Kinderarztpraxis und lassen die Bedenken abklären. Zusätzlich können Sie alle Phasen der Entwicklung bei den regulären Vorsorgeuntersuchungen abklären lassen und empfohlene Impfungen nutzen um Ihr Kind vor ansteckenden Erkrankungen oder ähnlichem zu schützen. Lassen Sie sich dazu von Ihrer behandelnden Hausarzt- oder Kinderarztpraxis aufklären. Wir übernehmen die Kosten für alle wichtigen Impfungen. Viele weitere Informationen zum Thema Vorsorge und Impfungen erhalten Sie auf unserer Gesundheitswelt.

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