Gesundheitswelt der AOK Sachsen-Anhalt

Hilfe und Tipps bei Sonnenbrand

Junge Frau genießt im Liegestuhl die Abendsonne

Sonnenbrand vorbeugen – so schützen Sie Ihre Haut richtig

Ein sonniger Tag im Freien tut vielen Menschen gut – ob beim Spaziergang, im Freibad, im Urlaub oder beim Sport. Doch schon wenige Stunden in intensiver Sonne können ausreichen, um die Haut dauerhaft zu schädigen. Oft macht sich ein Sonnenbrand erst Stunden später bemerkbar: Die Haut spannt, wird rot, fühlt sich heiß an und reagiert empfindlich auf Berührungen.

Umso wichtiger ist es, die Haut richtig zu schützen und Warnzeichen frühzeitig zu erkennen. Dieser Artikel erklärt, wie Sonnenbrand entsteht, welche Symptome typisch sind, was der Haut jetzt guttut und wie sich Sonnenbrand wirksam vorbeugen lässt.

Wussten Sie schon, dass...

  • schwarze T-Shirts mehr UV-Strahlen reflektieren als weiße?
  • die AOK Sachsen-Anhalt den Hautcheck bereits ab 18 Jahren bezuschusst?
  • Tomaten und anderes Gemüse den Eigenschutz der Haut erhöhen?

Was ist ein Sonnenbrand?

Ein Sonnenbrand entsteht, wenn die Haut zu lange ungeschützter UV-Strahlung ausgesetzt ist. Fachleute sprechen dabei von einer sogenannten Dermatitis solaris, einer akuten Entzündungsreaktion der Haut.

Sonnenbrand auf dem Rücken eines Mädchens

Vor allem UV-B-Strahlen gelten als Hauptursache für den klassischen Sonnenbrand. UV-A-Strahlen dringen hingegen tiefer in die Haut ein und fördern langfristige Hautschäden wie vorzeitige Hautalterung. Die Haut reagiert auf die UV-Belastung mit einer Entzündung: Die Durchblutung steigt, die Haut wird rot, warm und empfindlich.

Auch wenn ein Sonnenbrand oft als „harmlos“ angesehen wird, sollte er nicht unterschätzt werden. Wiederholte UV-Schäden erhöhen das Risiko für Hautkrebs deutlich. Besonders empfindlich reagieren Kinder und Jugendliche, Menschen mit heller Haut sowie Personen mit vielen Muttermalen.

Symptome eines Sonnenbrands erkennen

Die ersten Beschwerden treten meist nicht sofort auf, sondern einige Stunden nach dem Aufenthalt in der Sonne (häufig nach drei bis sechs Stunden).

Ein leichter Sonnenbrand zeigt sich typischerweise durch:

  • gerötete Haut
  • Spannungsgefühl
  • leichte Überwärmung
  • Druck- oder Berührungsempfindlichkeit

Bei stärkeren Sonnenbränden werden die Beschwerden deutlich intensiver. Die Haut kann anschwellen, stärker schmerzen oder Blasen bilden. In seltenen Fällen treten zusätzlich Allgemeinsymptome wie Kreislaufprobleme, Fieber oder starke Erschöpfung auf.

Grundsätzlich gilt: Je stärker die Haut reagiert, desto größer ist die Belastung für den Körper.

Was hilft bei Sonnenbrand?

Ist die Haut bereits verbrannt, sollte möglichst schnell reagiert werden. Wichtig ist vor allem, die Haut zu beruhigen und weitere Reizungen zu vermeiden.

Die wichtigsten Sofortmaßnahmen

  • sofort aus der Sonne gehen
  • betroffene Hautstellen vorsichtig kühlen
  • ausreichend trinken
  • lockere Kleidung tragen
  • die Haut schonen

Zum Kühlen eignen sich feuchte, kühle Umschläge oder lauwarmes Wasser. Eis oder eiskalte Kühlpacks sollten dagegen nicht direkt auf die Haut gelegt werden, da sie die gereizte Haut zusätzlich belasten können.

Auch die richtige Pflege spielt eine Rolle. Reizfreie, feuchtigkeitsspendende Produkte – etwa Aloe-Vera-Gel oder Panthenol – können angenehm sein und die Haut beruhigen.

Das sollten Sie lieber vermeiden

  • weitere Sonne
  • starkes Reiben der Haut
  • alkoholhaltige oder stark parfümierte Produkte
  • fettige Cremes direkt nach dem Sonnenbrand
  • Blasen öffnen

Blasen sollten grundsätzlich geschlossen bleiben, da sie die darunterliegende Haut schützen und das Risiko für Infektionen verringern.

Hausmittel: sinnvoll oder nicht?

Frau cremt nach dem Duschen ihren Oberarm mit Feuchtigkeits-Lotion ein


Viele greifen bei Sonnenbrand zunächst zu Hausmitteln. Nicht alles, was als Tipp kursiert, ist jedoch wirklich sinnvoll.

Als angenehm empfinden viele Aloe Vera, kühle, feuchte Umschläge oder reizfreie Feuchtigkeitspflege

Weniger geeignet sind dagegen Quark oder Joghurt. Zwar wirken sie kurzfristig kühlend, sie sind jedoch nicht steril und können gereizte Haut zusätzlich belasten.

Wichtig zu wissen: Hausmittel können Beschwerden manchmal lindern, ersetzen bei stärkeren Sonnenbränden jedoch keine medizinisch sinnvolle Behandlung.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Ein leichter Sonnenbrand lässt sich meist selbst behandeln. Ärztlicher Rat ist jedoch sinnvoll bei:

  • großflächigem Sonnenbrand
  • starken Schmerzen
  • Blasenbildung
  • Fieber oder Schüttelfrost
  • Übelkeit oder Kreislaufproblemen

Auch bei Babys und Kleinkindern sollte frühzeitig ärztlich abgeklärt werden, wenn die Haut auf Sonne reagiert. Babys sollten grundsätzlich keiner direkten Sonne ausgesetzt werden.

Sonnenbrand vorbeugen: So schützen Sie Ihre Haut richtig

Der beste Schutz gegen Sonnenbrand ist konsequenter Sonnenschutz. Dabei kommt es nicht nur auf Sonnencreme an, sondern auch auf das richtige Verhalten im Alltag.

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Sonnenschutz richtig anwenden

Sonnenschutzmittel sollten einen ausreichend hohen Lichtschutzfaktor besitzen, mindestens LSF 30 und bei heller Haut besser LSF 50.

Außerdem wichtig:

  • großzügig auftragen
  • regelmäßig nachcremen
  • Lippen und Kopfhaut nicht vergessen

Viele Menschen verwenden zu wenig Sonnencreme – dadurch sinkt die tatsächliche Schutzwirkung deutlich.

Mann liegt im Schatten in der Hängematte

 

Verhalten in der Sonne

Besonders intensiv ist die UV-Strahlung in der Mittagszeit zwischen etwa 11 und 15 Uhr. In dieser Zeit sollte direkte Sonne möglichst gemieden werden.

Hilfreich ist außerdem:

  • Schatten nutzen
  • Aufenthalte in die Morgen- oder Abendstunden legen
  • die Haut langsam an Sonne gewöhnen

 

Kleinkind mit UV-Kleidung und Sonnenhut am Stand

 

 

Schutz durch Kleidung

Auch Kleidung schützt die Haut:

  • Hut oder Kappe für Kopf und Gesicht
  • Sonnenbrille für die Augen
  • UV-Schutzkleidung bei längeren Aufenthalten im Freien

Lichtempfindlichkeit durch Medikamente

Bestimmte Medikamente können die Haut empfindlicher gegenüber Sonnenlicht machen. Schon kurze Aufenthalte in der Sonne reichen dann manchmal aus, um Sonnenbrand oder Hautreizungen auszulösen.

Dazu zählen unter anderem:

  • bestimmte Antibiotika
  • Johanniskraut-Präparate
  • einige Schmerzmittel
  • entwässernde Medikamente
  • manche Akne- oder Hautmedikamente

Wer solche Medikamente einnimmt, sollte Hinweise im Beipackzettel beachten und bei Unsicherheiten ärztlichen Rat oder die Apotheke fragen.

Mögliche Langzeitfolgen bei Sonnenbrand

Wiederholte Sonnenbrände hinterlassen Spuren in der Haut. Besonders problematisch ist, dass sich UV-Schäden über Jahre hinweg summieren können.

Mögliche Folgen sind:

  • vorzeitige Hautalterung
  • Falten und Elastizitätsverlust
  • Pigmentflecken
  • dauerhaft geschädigte Hautzellen

Vor allem steigt langfristig das Risiko für Hautkrebs. Besonders kritisch gelten Sonnenbrände in Kindheit und Jugend, da die Haut in dieser Lebensphase besonders empfindlich ist.

Häufige Fragen zu Sonnenbrand (FAQ)

  • Wie lange dauert ein Sonnenbrand?

    Die Dauer hängt von der Stärke des Sonnenbrands ab. Leichte Sonnenbrände klingen meist nach 3 bis 5 Tagen ab. Bei stärkeren Verbrennungen kann die Heilung bis zu zwei Wochen dauern.

  • Darf man mit Sonnenbrand duschen?

    Ja, Duschen ist erlaubt und kann sogar angenehm sein. Am besten eignet sich lauwarmes Wasser. Heißes Wasser und starkes Reiben der Haut sollten vermieden werden.

  • Was hilft über Nacht bei Sonnenbrand?

    Kühle Umschläge, reizfreie Feuchtigkeitspflege wie Aloe Vera sowie lockere Kleidung können helfen, die Haut zu beruhigen und Reibung zu vermeiden.

  • Was tun, wenn die Haut sich schält?

    Das Schälen der Haut ist Teil des Heilungsprozesses. Die Haut sollte nicht abgezogen werden, da darunter empfindliche neue Haut entsteht. Sanfte Pflege ist jetzt besonders wichtig.

  • Schützt eine Bräune vor Sonnenbrand?

    Nein. Eine sogenannte Vorbräune bietet nur einen sehr geringen Eigenschutz und ersetzt keinen Sonnenschutz.

  • Kann man im Schatten oder bei Wolken einen Sonnenbrand bekommen?

    Ja. UV-Strahlen erreichen die Haut auch im Schatten und werden zusätzlich von Oberflächen wie Wasser, Sand oder Beton reflektiert. Auch bei bewölktem Himmel ist Sonnenschutz notwendig.

Gut zu wissen

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