Gesundheitswelt der AOK Sachsen-Anhalt

Pseudokrupp

Ein kleines Mädchen leidet unter Pseudokrupp

Beängstigend, aber meist harmlos

Wird aus einer Erkältung nachts ein bellender Husten, steckt oft Pseudokrupp dahinter. Die häufig bei Kleinkindern zwischen sechs Monaten bis fünf Jahren vorkommende Atemwegserkrankung kann insbesondere in den Herbst- bzw. Wintermonaten auftreten. Typisch ist bellender Husten, der besonders nachts auftritt. Pseudokrupp wird meist ausgelöst durch Virusinfektionen. Reizstoffe, trockene Heizungsluft oder teilweise kalte Luft können die Symptome noch verschlimmern. Die Erkrankung ist nicht zu verwechseln mit echtem Krupp (Diphtherie), der durch Bakterien verursacht wird und heute durch Impfung selten auftritt. Pseudokrupp ist meist harmlos, kann aber in schweren Fällen plötzlich zu Atemnot führen – in diesem Fall sollten Eltern den Notarzt rufen. Ruhiges Verhalten, kühle Luft und unter Umständen Kortison können helfen, die Beschwerden zu lindern. 

Erfahren Sie mehr über die Ursachen und Symptome von Pseudokrupp und wann Sie einen Kinderarzt aufsuchen sollten. Außerdem: Was können Sie selbst tun, um sich vor einer Ansteckung zu schützen. 

Wussten Sie schon, dass...

  • Pseudokrupp-Anfälle besonders häufig in späten Abend- oder Nachtstunden auftreten?
  • unsere kostenfreien Kinder-Erste-Hilfe-Kurse Ihnen helfen, im Ernstfall richtig zu handeln?
  • kühle, feuchte Luft die Symptome von Pseudokrupp rasch lindern kann?

Was ist Pseudokrupp?

Pseudokrupp wird in der Medizin als akute subglottische Laryngitis bezeichnet, und ist eine entzündliche Erkrankung des Kehlkopfs in den oberen Atemwegen, wobei vor allem der Bereich unterhalb der Stimmbänder betroffen ist. Die Entzündung verursacht eine Schleimhautschwellung und führt zu den typischen Atemgeräuschen und Hustenanfällen, bellendem Husten und zu Stridor, also das pfeifende Einatmen. 

Pseudokrupp tritt überwiegend bei Kindern zwischen sechs Monaten und fünf Jahren auf, da die Atemwege anatomisch ohnehin noch sehr schmal sind. Kinder, die bereits Pseudokrupp hatten, können erneut betroffen sein. Allerdings wird Pseudokrupp mit zunehmendem Alter meist seltener

Eine Mutter misst Fieber bei ihrem an Pseudokrupp leidenden Sohn

Ursachen und Symptome

Virusinfektionen wie Parainfluenza-, Rhino- oder RS-Viren sind die häufigsten Ursachen und treten häufig in Zusammenhang mit einem harmlosen Infekt der oberen Atemwege auf. Pseudokrupp wird außerdem durch nächtliche Ruhephasen begünstigt. Typische Symptome sind:

  • plötzlich einsetzender, bellender Husten
  • heisere Stimme
  • pfeifendes Atemgeräusch beim Einatmen und Ausatmen
  • Atemnot, vor allem nachts
  • Unruhe oder Angst beim Kind
  • meist kein oder nur leichtes Fieber

Schweregrade

Pseudokrupp kann unterschiedlich stark ausgeprägt sein. 

  • Leichter Verlauf

    Bellender Husten, Heiserkeit sowie kein oder nur ein leichtes Atemgeräusch in Ruhe sind typisch. 

  • Mittelgradiger Verlauf

    Hier tritt ein deutlicher Stridor in Ruhe auf. Kinder sind unruhig und sichtbar angestrengt beim Atmen, in dem sie den Brustkorb einziehen. 

  • Schwerer Verlauf

    Betroffene Kinder leiden unter starker Atemnot, sind auffallend blass oder zeigen eine bläuliche Hautverfärbung. Häufig wirken sie erschöpft oder apathisch. Es handelt sich um einen akuten medizinischen Notfall.

    Hinweis: Wählen Sie in diesem Fall sofort den Notruf 112.

Wann sollte man zum Kinderarzt?

In der Regel kann kühle und feuchte Luft als erste Maßnahme erleichternd sein. Ein Arztbesuch wird bei bestimmten Symptomen dringend erforderlich, wenn:

  • Atemnot in Ruhe besteht
  • das pfeifende Atemgeräusch nicht nachlässt
  • das Kind sehr ängstlich oder ungewöhnlich ruhig wirkt
  • sich Lippen oder das Gesicht bläulich verfärben
  • hohes Fieber oder ein schlechter Allgemeinzustand hinzukommen

Bei schweren Symptomen sollten Sie sofort den Notruf 112 wählen. 

Ein kleiner junger mit Pseudokrupp wird von seiner Mutter versorgt

Was kann man selbst tun?

Bei leichten bis mittelgradigen Anfällen können bestimmte Maßnahmen helfen. 

  • Bewahren Sie Ruhe, denn Angst verschlimmert die Atemnot.
  • Halten Sie Ihr Kind aufrecht.
  • Kühle und feuchte Luft lindern Beschwerden. Öffnen Sie Fenster oder bringen Sie Ihr Kind warm eingepackt an die frische Luft.
  • Sprechen Sie beruhigend mit Ihrem Kind, um Nähge zu vermitteln.
  • Ihr Kind sollte ausreichend trinken, sofern dies möglich ist.

Hinweis: Die Einnahme von Medikamenten wie Kortison oder Adrenalin erfolgt nur nach ärztlicher Anweisung.

Kann man Pseudokrupp vorbeugen?

Eine gezielte Vorbeugung ist nur eingeschränkt möglich. Einfache Maßnahmen helfen, das Risiko einer Ansteckung zu reduzieren. 

  • Vermeiden Sie den Kontakt zu erkälteten Personen.
  • Waschen Sie sich regelmäßig die Hände
  • Schaffen Sie eine rauchfreie Umgebung.
  • Stärken Sie Ihr Immunsystem durch ausreichend Schlaf und eine ausgewogene Ernährung.

Gut informiert und besser vorbereitet

Pseudokrupp kann Eltern plötzlich und mitten in der Nacht erschrecken. Wenn Sie die typischen Symptome kennen, Ruhe bewahren und wissen, wann ärztliche Hilfe notwendig ist, können Sie Ihrem Kind schnell und gezielt helfen. Schon einfache Maßnahmen wie kühle, feuchte Luft und eine ruhige Begleitung verschaffen oft spürbare Erleichterung. Auch wenn sich Pseudokrupp nicht vollständig verhindern lässt, können Sie mit einem gestärkten Immunsystem und einem gesunden Umfeld viel dazu beitragen, Atemwegsinfekte insgesamt zu reduzieren. Noch mehr Sicherheit gewinnen Sie in den kostenfreien Kinder Erste Hilfe Kursen der AOK Sachsen Anhalt. 

Dort lernen Sie praxisnah, wie Sie im Notfall richtig reagieren und Ihrem Kind souverän helfen. Gut vorbereitet zu sein gibt Ihnen Sicherheit und Ihrem Kind genau das, was es in solchen Momenten braucht.

 

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