Gesundheitswelt der AOK Sachsen-Anhalt

Kita-Eingewöhnung

Eine Mutter bringt ihre kleine Tochter in die Kita

Kleine Schritte, großer Mut

Die Kita-Eingewöhnung ist ein Prozess, der mit viel Geduld und Sensibilität einhergeht. Bei jedem Kind ist der Ablauf individuell verschieden und die Trennung von den Eltern wirkt sich unterschiedlich aus. Die Kita ist schließlich eine neue, unbekannte Welt mit vielen fremden Kindern, pädagogischen Fachkräften, ungewohnten Gerüchen und einem anderen Tagesrhythmus. Wie lange die Eingewöhnungszeit dauert, variiert von Kind zu Kind. Als Richtwert gelten meist sechs bis acht Wochen. Es kann aber auch deutlich schneller gehen oder länger dauern.

In unserem Artikel erfahren Sie, was zur Kita-Eingewöhnung gehört und welche Vorteile sie bietet. Außerdem zeigen wir, welche Rolle die Eltern dabei spielen, und geben Tipps für eine entspannte Eingewöhnung.

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Kita-Kinder werden von einer Erzierhin betreut

Die ersten Wochen in der Kita verstehen und begleiten

Die Eingewöhnung in das Kita-Leben findet im Beisein eines Elternteils über einen längeren Zeitraum von mehreren Tagen bis Wochen statt. Dabei kann es insbesondere in der Anfangsphase zu Fremdeln und Trennungsangst kommen.

Ziel der Kita-Eingewöhnung ist vor allem, dass das Kind eine vertraute Bezugsperson in der Kita kennenlernt und sich mit dem neuen Tagesablauf vertraut macht. Außerdem kann es nach und nach seinen Platz in der Gruppe finden und erste Kontakte zu anderen Kindern knüpfen.

Ablauf der Kita-Eingewöhnung

Die Kita-Eingewöhnung läuft in mehreren Schritten, die dem Kind helfen sollen, sich langsam an die neue Umgebung und die Trennung von den Eltern zu gewöhnen.

  • Kennenlerngespräch

    In einem individuellen Aufnahmegespräch oder bei einem Eingewöhnungselternabend wird der Ablauf der Eingewöhnung vorgestellt. Außerdem werden die Entwicklung und Persönlichkeit Ihres Kindes besprochen. Sie können dabei Ihre Fragen und Erwartungen an die Kita richten.

  • Eingewöhnungsphase

    Ein Elternteil begleitet das Kind in die Kita und verbringt die ersten Stunden gemeinsam mit ihm in der Gruppe. So lernen Sie und Ihr Kind die neue Umgebung und den Tagesablauf kennen. Von Beginn an wird das Kind dabei von einer festen Bezugsperson begleitet.

  • Erster Trennungsversuch

    Häufig nimmt das Kind nach wenigen Tagen erste spielerische Angebote der neuen Bezugsperson an. Der begleitende Elternteil verlässt dann für kurze Zeit den Gruppenraum, bleibt aber in der Nähe. Bei Unsicherheit oder wenn sich das Kind nicht von der Bezugsperson beruhigen lässt, kommt der Elternteil wieder dazu. Auch bei weiteren Trennungsversuchen sollten Sie auf die Reaktion Ihres Kindes achten. Der Eingewöhnungsprozess ist abgeschlossen, wenn sich das Kind zunehmend sicher in der Gruppe bewegt, die Bezugsperson akzeptiert und sich von ihr trösten und begleiten lässt.

  • Abschließendes Elterngespräch

    In einem abschließenden Gespräch mit den Kita-Erziehern und Eltern werden weitere Fragen und wichtige Dinge zum Kita-Start besprochen.

Modelle der Eingewöhnung

Für die Kita-Eingewöhnung werden unterschiedliche Modelle genutzt, die Kindern den Übergang in die neue Umgebung erleichtern sollen. Sie unterscheiden sich vor allem darin, wie die Eingewöhnung gestaltet wird und wie sehr sie an die individuellen Bedürfnisse des Kindes angepasst wird.

Berliner Eingewöhnungsmodell

Das Berliner Eingewöhnungsmodell ist das am häufigsten genutzte Konzept. Es ermöglicht einen stressfreieren, sicheren Übergang von zu Hause in die Betreuung durch pädagogische Fachkräfte. Das Modell gliedert sich in die Grundphase (drei Tage), die erste Trennung (ab dem vierten Tag) und die Stabilisierungsphase.

Münchner Eingewöhnungsmodell

Das Münchner Eingewöhnungsmodell zeichnet sich durch Flexibilität, starke Orientierung an den individuellen Bedürfnissen des Kindes und die individuelle Anpassung der Eingewöhnungszeit aus. Diese Vorgehensweise ermöglicht einen stressfreien und angenehmen Übergang. Die Eingewöhnung teilt sich in die Vorbereitungsphase, die begleitete Eingewöhnung, Trennungsversuche, Beobachtung und Anpassung sowie Elterngespräche auf.

Tübinger Modell (Peergroup-Eingewöhnung)

Beim Tübinger Modell findet die Eingewöhnung in der Regel innerhalb von vier bis sechs Wochen in Kleingruppen mit anderen Kindern (Peergroups) statt. Die Kinder lernen gemeinsam die Kita, Abläufe und Räumlichkeiten kennen. Aufgeteilt wird es in Vorbereitungsphase, Eingewöhnungsphase (etwa fünf Tage), Trennungsphase und Erweiterungsphase. Eine Betreuungsperson begleitet das Kind während des gesamten Eingewöhnungsprozesses.

Ein Vater begleitet seinen kleinen Jungen bei der Kita-Eingewöhnung

Abschied ohne Tränen: Tipps für den Kita-Start

Für Eltern ist die Kita-Eingewöhnung des Kindes ebenfalls eine wichtige Phase: Es ist Zeit loszulassen und der Bezugsperson in der Kita Vertrauen zu schenken. Gleichzeitig können Schuldgefühle, Unsicherheiten beim Abschiednehmen und ein vermeintlich „falsches“ Gefühl von Erleichterung auftreten. Wir geben Tipps, wie der Kita-Start möglichst reibungslos verläuft:

Vorbereitung

  • Einrichtung vorher kennenlernen
  • ausreichend Zeitpuffer zwischen Elternzeit und erstem Arbeitstag einplanen
  • Kind von Kita erzählen und Bücher zum Thema anschauen
  • gemeinsam Rucksack, Brotdose und Matschsachen aussuchen
  • Kind vorher zeitweise von Großeltern, Freunden oder engen Verwandten betreuen lassen
  • mit anderen Kindern in Krabbelgruppen und auf Spielplätzen spielen

Struktur und Sicherheit

  • feste Rituale wie Winken, ein Lied singen und feste Abholzeiten geben Sicherheit
  • vertraute Dinge wie ein Kuscheltier oder Tuch mitnehmen
  • kurze Verabschiedung: liebevoll, aber nicht hinauszögern
  • Haben Sie Geduld mit Ihrem Kind, geben Sie ihm Sicherheit und spenden Sie ihm Trost.
  • Lassen Sie Ihrem Kind Freiraum zum Entdecken.

Austausch und Kommunikation

  • Nutzen Sie Gespräche mit den pädagogischen Fachkräften, um sich über Schlaf, Stimmung und Essverhalten Ihres Kindes zu informieren.
  • Stellen Sie Ihrem Kind offene Fragen, zum Beispiel: „Was hast du heute gemacht?“
  • Zeigen Sie Vertrauen in die pädagogischen Fachkräfte. Eine gute Zusammenarbeit zwischen Eltern und Kita gibt auch dem Kind Sicherheit.

Für Sie selbst

Seien Sie geduldig – auch mit sich selbst. Nehmen Sie Ihre eigenen Sorgen ernst und sprechen Sie offen darüber.

So erkennen Sie eine gelungene Eingewöhnung

Es gibt verschiedene Anzeichen, die darauf hindeuten, dass sich Ihr Kind gut in der Kita eingelebt hat.

  • Zufriedenheit und Wohlbefinden
    • Ihr Kind kommt gerne nach Hause und freut sich zunehmend auf die Kita.
    • Die Verabschiedung fällt Ihrem Kind zunehmend leichter.
    • Ihr Kind kann mit kleinen Konflikten umgehen und sich wieder beruhigen.
    • Es gibt keine Hinweise auf anhaltenden Stress, zum Beispiel durch Schlafprobleme oder Appetitlosigkeit.
  • Vertrauen und Kommunikation

    Ihr Kind hat eine vertrauensvolle Beziehung zu seiner Bezugsperson aufgebaut und sucht dort bei Bedarf Trost und Unterstützung. Zu Hause erzählt es von Erlebnissen, Aktivitäten, Spielen und anderen Kindern in der Kita.

  • Teilnahme am Alltag und soziale Kontakte

    Ihr Kind spielt mit anderen Kindern und knüpft erste Freundschaften. Es nimmt aktiv am Kita-Alltag teil und findet sich zunehmend gut in den Abläufen zurecht. Dabei wird es Schritt für Schritt selbstständiger und sicherer.

  • Rückmeldung der Betreuung

    Die pädagogischen Fachkräfte beobachten eine positive Entwicklung und geben Ihnen Rückmeldungen dazu, wie sich Ihr Kind in der Gruppe und im Kita-Alltag zurechtfindet.

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