Junge Frau Anfang 20 überlegt, was sie vergessen hat. dabei hat sie einen Bleistift am Mundwinkel
Gesundheitswelt der AOK Sachsen-AnhaltVergesslichkeit

Gedächtnislücken - warum entstehen Sie?

Vergessen Sie auch manchmal, wo Sie Ihren Schlüssel hingelegt haben oder müssen kurz überlegen, welcher Wochentag ist? Das kann im Alltagsstress immer mal passieren. 

Auf unser Gehirn strömen viel zu viele Dinge ein und nicht immer gelingt es sofort, die wichtigen von den unwichtigen trennen. Das ist nicht tragisch - einzelne Aussetzer sind kein Grund zur Sorge. Wir gehen in unserem Beitrag auf die Ursachen von Erinnerungslücken ein und erklären, wieviel Vergesslichkeit normal ist.

Wussten Sie schon, dass...

  • Vergessen eine natürliche Funktion im Gehirn ist?
  • Stress und Schlafmangel Ursache für eine verminderte Gedächtnisleistung sein können?
  • sich ein gesunder Lebenswandel gut auf das Gedächtnis auswirkt?

Warum vergessen wir überhaupt?

eine 30-jährige Frau sitzt im Park auf einer Bank.

 

Vergessen ist eine sinnvolle Funktion des Gehirns, denn sie schützt vor Reizüberflutung. 
Das Gedächtnis funktioniert nur, wenn wir Dinge wieder vergessen. Es kann nicht alle Erfahrungen und Erlebnisse speichern, sondern filtert nach wichtig und unwichtig. Was als wichtig erachtet wird, speichert das Gehirn im Gedächtnis. Veraltete oder irrelevante Dinge werden gelöscht. Damit reduziert das Gehirn die Komplexität der Realität um uns herum.

Vergesslichkeit - welche Ursachen gibt es?

Im Alltag vergessen wir oft Dinge, da wir gestresst, ausgelaugt oder müde sind. Vielleicht strömen auch gerade zu viele Informationen auf einmal auf unser Gehirn ein, die nicht alle gleichzeitig verarbeitet werden können. Auch der Konsum von Alkohol kann Erinnerungslücken verursachen. Erholt sich der Körper nach einer anstrengenden Zeit, funktioniert auch das Gehirn wieder besser und Dinge können wieder besser gemerkt und erinnert werden.

Neben diesen meist harmlosen Ursachen, kann Vergesslichkeit auch medizinische Gründe haben. Dazu zählen:

  • Alkoholmissbrauch
  • Krebstherapien, vor allem Chemotherapie
  • verschiedene Medikamente (z. B. Beruhigungsmittel)
  • Schlafstörungen
  • Flüssigkeits- und Nahrungsmangel


Vergesslichkeit kann aber auch im Zusammenhang mit Erkrankungen stehen, wie zum Beispiel Demenz, Depressionen, Hirnhautentzündung, Schilddrüsenerkrankungen, Herzschwäche oder Epilepsie. Vergesslichkeit ist dabei immer nur ein Symptom. Ob tatsächlich eine komplexere Krankheit dahinter steckt, kann nur Ihr Arzt oder Ihre Ärztin feststellen.

Vergesslichkeit im Alter

Dass die Gedächtnisleistung im Alter zunimmt, gehört zum Alterungsprozess dazu. Bereits ab 45 Jahren lässt die Gehirnleistung nach. Die Erlebnisse und Situationen des Alltags können nicht mehr so schnell im Gehirn verarbeitet werden, Konzentrations- und Erinnerungsvermögen lassen nach. Das muss jedoch nicht immer ein Hinweis auf eine beginnende Demenz sein. Oft stecken harmlosere Ursachen wie Flüssigkeitsmangel dahinter.

Junger Mann Anfang 30 sitzt vorm Laptop und legt Handflächen aneinander
Mann Anfang 70 spielt mit einem freund Schach
Etwa 70 jährige Frau schaut sich mit ihrer etwa 40 jährigen Tochter ein Fotoalbum an

Wie viel Vergesslichkeit ist normal?

Ab wann Vergesslichkeit über das normale Maß hinausgeht, ist schwer zu sagen. Hellhörig sollten Sie werden, wenn die verminderte Gedächtnisleistung über ein halbes Jahr anhält oder Sie von Freunden oder Ihrer Familie daraufhin gewiesen werden. Dann ist es ratsam, die Vergesslichkeit ärztlich abklären zu lassen. 

Bei folgenden Anzeichen sollten Sie zur Abklärung Ihre Arztpraxis kontaktieren:
 

  • Sie vergessen häufig Termine, Namen oder Passwörter.
  • Sie haben öfter Wortfindungsstörungen.
  • Sie haben gelegentlich Orientierungsprobleme, auch in vertrauter Umgebung.
  • Sie haben Schwierigkeiten, sich an Erlebnisse zu erinnern, die erst vor wenigen Minuten stattgefunden haben.
  • Sie erzählen die gleiche Geschichte innerhalb einer kurzer Zeit der gleichen Person nochmals.
  • Alltägliche Tätigkeiten und Bewegungsabläufe (z. B. Essen kochen, aber vergessen, es an den Tisch zu bringen) bereiten Ihnen Probleme.

Was macht der Arzt?

Arzt Mitte 50 sitzt einem patienten gegenüber und wertet Untersuchungsergebnisse aus

Wenn Sie den verdacht haben, dass Ihre Vergesslichkeit eine ernste Ursache haben könnte, führt Ihr Hausarzt oder Ihre Hausärztin für eine gesicherte Diagnose einige Tests und Untersuchungen mit Ihnen durch. Zunächst wird er in einem Gespräch abklären, wie häufig und in welchen Situationen Ihre Vergesslichkeit auftritt. Gegebenenfalls wird ein Demenztest durchgeführt. 
Auch eine körperliche Untersuchung gehört zur Ursachenfindung dazu. Ihr Arzt oder Ihre Ärztin kontrolliert dazu Ihren Blutdruck, Puls, Blut und Urin. Je nach Ergebnis können weitere Untersuchungen von Spezialisten erfolgen. Das können zum Beispiel bildgebende Untersuchungen wie CT und MRT oder eine Messung der Herz- bzw. Hirnströme sein (EKG bzw. EEG). 

Wird eine gesicherte Diagnose gestellt, bespricht Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin mit Ihnen die nächsten Behandlungsschritte. Je nach Ursache der Vergesslichkeit kann er bzw. sie eine medikamentöse Behandlung und Therapie veranlassen.

So können Sie Vergesslichkeit vorbeugen

  • Ernähren Sie sich ausgewogen. Insbesondere B-Vitamine und Omega-3-Fettsäuren unterstützen die Gedächtnisleistung. Bevorzugen Sie daher Lebensmittel wie fettreichen Fisch (zum Beispiel Lachs),  Hülsenfrüchte, Beeren und grünes Gemüse.
  • Achten Sie auf regelmäßige Bewegung.
  • Achten Sie darauf, ausreichend zu trinken. Am besten Wasser oder ungesüßte Tees. Verzichten Sie auf Alkohol.
  • Entspannen Sie sich regelmäßig, besonders wenn Sie gestresst sind. dazu eignen sich Entspannungstechniken wie Yoga oder Autogenes Training. Wir bezuschussen diese Kurse.
  • Trainieren Sie regelmäßig Ihr Gehirn zum Beispiel durch Lesen, ein Musikinstrument oder Schach spielen.
  • Treffen Sie sich mit Ihrer Familie oder Freunden. Soziale Kontakte tun auch dem Gehirn gut.
  • Schlafen Sie ausreichend. In der Regel sollte die nächtliche Ruhe nicht weniger als sieben Stunden betragen.

Fazit: Gelegentlich Dinge zu vergessen ist normal und ein ganz natürlicher Prozess unseres Gehirns, mit dem es sich vor Überforderung schützt. Bemerken Sie, dass die Aussetzer vermehrt oder über einen längeren Zeitraum auftreten oder werden Sie von Dritten darauf angesprochen, sollten Sie sich Ihrem Hausarzt bzw. Ihrer Hausärztin anvertrauen.

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