Ein etwa 60 jähriges Paar pflückt in der Natur an einem Strauch Hagebutten.
Gesundheitswelt der AOK Sachsen-AnhaltHagebutte

Kindheitserinnerungen

Wahrscheinlich ist im Kindesalter jeder schon Opfer eines Juckpulver-Streiches geworden. Sobald Hagebutten reif sind, lassen sie sich ganz leicht zerdrücken und die widerborstigen Nüsschen im Inneren zum Vorschein kommen. Bei Hautkontakt sorgen diese dann für einen starken Juckreiz, was die Früchte auch heute noch zum Bestandteil eines Klassikers unter den Kinderstreichen macht. In den roten Fruchtkörpern steckt jedoch noch viel mehr. Mit welchen Eigenschaften sie gesundheitlich punkten und wie sie weiterverarbeitet werden können, lesen Sie im folgenden Artikel.

Wussten Sie schon, dass…

  • keine andere heimische Frucht so viel Vitamin C enthält wie die Hagebutte?
  • das Fruchtfleisch auch roh verzehrt werden kann?
  • die Inhaltsstoffe sogar bei Arthrose und Blasenentzündung helfen können?

Erntezeit

Ein etwa 65 jähriger Mann steht an einem Hundsrosenstrauch und pflückt Hagebutten ab.



Gebildet werden die Sammelnussfrüchte von Wildrosen, insbesondere der Hundsrose. Wegen ihrer zart duftenden weiß-rosa Blüten ist diese Pflanze auch im eigenen Garten sehr beliebt. Im September kommen dann die scharlachroten Hagebutten zum Vorschein. Geerntet werden sie hauptsächlich in den Monaten Oktober und November. Sie können aber auch noch während des gesamten Winters gepflückt werden.

Heimisches Superfood

Keine andere Frucht in unserer Heimat kann einen so hohen Gehalt an Vitamin C aufweisen wie die Hagebutte. Sie eignet sich deshalb hervorragend für die Stärkung unseres Immunsystems während der kühleren Jahreszeit. Auch Provitamin A, welches wir für das Nachtsehen benötigen, verschiedene B-Vitamine und die Vitamine E und K sind enthalten. Mit Mineralstoffen wie Calcium, Kalium, Magnesium und Phosphor versorgen uns die kleinen Kraftpakete außerdem.

Ein etwa 4 jähriges Mädchen pflückt Hagebutten von einem Strauch. In der rechten Hand hält sie eine Schale voll mit bereits gepflückten Früchten

Dank ihrer wertvollen sekundären Pflanzenstoffe, die antioxidativ wirken, schützen Hagebutten unseren Körper vor schädlichen freien Radikalen. Es wird davon ausgegangen, dass diese Stoffe zudem entzündungshemmend und blutdruckregulierend wirken. So können sie auch bei Arthrose, Bluthochdruck und Harnwegsbeschwerden behandlungsunterstützend eingesetzt werden.

Die Rosenfrucht enthält gleichzeitig auch wichtige Ballaststoffe, wie das Pektin. Dieses gilt als Futter für unsere Darmbakterien und trägt somit zu einer gesunden Verdauung bei.

Verzehrmöglichkeiten

Eine dreiköpfige Familie steht in der Küche und macht Frühstück. das kleine Mädchen sitzt auf dem Küchentresen und füttert den Vater.


Eine Weiterverarbeitung der Superfrüchte ist nicht unbedingt notwendig, wenn Sie von den gesundheitlichen Vorteilen profitieren möchten. Das Fruchtfleisch der Hagebutte können Sie nämlich auch roh genießen. Auf die Samen sollte dabei wegen der kleinen Widerhaken jedoch verzichtet werden.

Neben dem puren Verzehr eignen sich frische Früchte auch zum Herstellen von leckeren Brotaufstrichen, Saft oder Gebäckfüllungen. Hierfür ist jedoch eine Entkernung der Fruchtkörper notwendig, die als sehr mühsam gilt. 

Zwei Frauenhände halten getrocknete Hagebuttenfrüchte.

Weniger aufwendig ist dagegen das Trocknen der ganzen Früchte. So können sie haltbar und auch außerhalb der Saison als Tee oder Müsli-Topping genossen werden. Die Kerne enthalten ebenso wie das Fruchtfleisch viele Vitamine und sind zudem reich an Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren. Im Vorfeld sollten die gepflückten Hagebutten gewaschen und von Stielen und Blütenansätzen entfernt werden. Es ist außerdem ratsam, große Fruchtkörper zu zerkleinern, um die Trockenzeit zu verringern. Empfohlen wird das Trocknen auf Zeitungspapier in der Sonne oder auf der Heizung. Dadurch bleibt ein Großteil der wertvollen Vitamine erhalten. Dieser Vorgang dauert mehrere Tage und bedarf einer regelmäßigen Wendung der Hagebutten. Achten Sie darauf, dass die einzelnen Früchte nicht zu nah aneinander liegen. Berühren sie sich, kann sich an diesen Stellen Schimmel entwickeln.

Sie können die Früchte aber auch bei 40 Grad Celsius im Backofen trocknen. Dieser Vorgang dauert jedoch 8 bis 12 Stunden, was mit einem hohen Stromverbrauch einhergeht. Damit die Feuchtigkeit entweichen kann, wird außerdem ein Kochlöffel in die Backofentür geklemmt. Nachdem keine Feuchtigkeit mehr in den Früchten vorhanden ist, können sie in einem luftdichten Gefäß an einem kühlen und dunklen Ort mehrere Monate aufbewahrt werden. Mit dem passenden Küchengerät können die Trockenfrüchte anschließend auch zu Pulver verarbeitet werden, um Soßen oder Smoothies zu verfeinern.
 

Die verschiedenen Rosengewächse sind also nicht nur hübsch anzusehen, sondern bescheren uns auch mit fruchtigen Vitaminbomben, die vielfältig verwendbar sind. So kommen wir gesund durch die Winterzeit. 

Gut zu wissen

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