Drei junge Frauen laufen durch eine Stadt. Sie tragen Sonnenbrillen und trinken Kaffe-to-go. Alle lachen ausgiebig.
Gesundheitswelt der AOK Sachsen-AnhaltBlasenschwäche bei jungen Frauen

Blasenschwäche ist keine Seltenheit

Unter Frauen ist es ein Tabuthema. Man spricht nicht gern darüber und keiner gibt es gern zu - Blasenschwäche. Dabei leiden bereits 25 Prozent der Frauen zwischen 25 und 35 Jahren daran. Das ist keine Seltenheit, jedoch sprechen nur wenige offen darüber. Aber was bedeutet eigentlich Blasenschwäche? Und warum bekommt man eine Blasenschwäche? Wir wollen Ihnen Aufschluss über das Thema geben und erklären, wie es dazu kommt. Außerdem erläutern wir die Behandlung von Blasenschwäche und geben Tipps für den Umgang im Alltag.

Wussten Sie schon, dass…

  • fast jede 4. junge Frau von Blasenschwäche betroffen ist?
  • durch gezielte Beckenbodenübungen man seine schwache Blase trainieren kann?
  • Blasenschwäche oft eine Folge der Schwangerschaft ist?

Wenn es unbewusst tröpfelt

Eine etwa 25 jährige Frau steht an einem Fenster und schaut nach draußen. Sie hält eine Tasse in de Hand.

Bei einer Blasenschwäche oder auch Harninkontinenz im medizinischen Sinne genannt, verliert man unkontrolliert und ungewollt Urin. Je stärker die Blasenschwäche ausgeprägt ist, desto häufiger und desto mehr Urin verliert man.
Warum Frauen häufiger von Blasenschwäche betroffen sind, ist anatomisch festgelegt. Das Becken der Frau ist breiter als das männliche. Dadurch wird die Beckenbodenmuskulatur mehr beansprucht, was zu einer sensiblen Blase führt. Entscheidet sich die Frau für ein Kind, wird die Beckenbodenmuskulatur zusätzlich während der Schwangerschaft stark beansprucht. Sie muss die Gebärmutter und alle anderen Organe während dieser Zeit halten.

Zusätzliche Faktoren wie die Geburt eines Kindes, eine Unterleibsoperation, Übergewicht, genetische Veranlagung oder große körperliche Belastungen können die Schwächung der Beckenbodenmuskulatur begünstigen.

Formen der Blasenschwäche

Da Blasenschwäche verschiedene Ursachen hat, kann sie in unterschiedlichen Formen auftreten:

  • Blaseninkontinenz
    Bei ihr kommt es zum unbewussten Urinverlust durch körperliche Belastung, zum Beispiel durch Husten, Niesen, Hüpfen, Heben oder Laufen.  Der Verlust der Urinmenge ist vergleichsweise gering.
  • Dranginkontinenz
    Bei ihr verspürt man plötzlich einen starken Drang zur Toilette obwohl die Blase nicht voll ist. Es werden kleine aber auch große Mengen an Urin ausgeschieden. Man spricht von einer überaktiven Blase, bei der man oft den Weg zum WC aufsucht.
  • Mischinkontinenz
    Sie ist eine Form aus beiden Inkontinenzformen. Zum einen der unbewusste Urinverlust und zum anderen der starke Drang auf die Toilette zu müssen.

Ich habe Blasenschwäche

Eine drei Frauen sitzen in einem Cafe und unterhalten sich. Sie lachen ausgiebig.



Sind Sie auch von einer Form der Blasenschwäche betroffen, ist dies kein Grund zur Panik oder zur Scham. Sprechen Sie mit Ihrer gynäkologischen oder urologischen Arztpraxis über Ihre Beschwerden. Es wird mit Ihnen gemeinsam die Ursachen besprechen und je nach Schwere der Blasenschwäche eine geeignete Behandlung wählen. 

Bei einer leichteren Blasenschwäche kann ein Beckenbodentraining Ihre Beschwerden lindern. Es stärkt nicht nur die Beckenbodenmuskulatur, sondern auch den Harnröhrenverschluss. Das hilft den Urin besser zurückzuhalten. Zusätzlich können Sie bei Bedarf sich Vorlagen auf Rezept von Ihrem behandelnden Arzt oder Ihrer behandelnden Ärztin verschreiben lassen.
Reicht dies nicht aus kann durch Medikamente oder durch eine kleine Operation, bei der ein Band unter der Harnröhre eingelegt wird, der Drang unterdrückt werden.

Hilfsmittel im Alltag

Eine etwa 25 jährige Frau sitzt im Schneidersitz auf einer Sportmatte in einem Zimmer. Dabei lächelt sie.


Es gibt viele verschiedene Produkte um mit einer leichten Blasenschwäche den Alltag zu meistern. Je nach abgegebener Menge des Urins können Vorlagen in unterschiedlichen Größen genutzt werden. Leiden Sie unter einer Belastungsinkontinenz benötigen Sie oft nur kleine Vorlagen am Tag. Bei der Dranginkontinenz sind größere und oft auch mehrere notwendig. Wenn Sie unterwegs sind, packen Sie sich zusätzlich mindestens zwei Vorlagen und eventuell auch Wechselwäsche ein. Dann sind Sie für den Notfall gerüstet und fühlen sich sicher.

Neben diesen Maßnahmen können Sie auch im Alltag regelmäßig Ihren Beckenboden stärken. Hier einige Übungen und Tipps:
 

  • Achten Sie während Ihrer Arbeit auf Ihre Haltung. Versuchen Sie überwiegend zu sitzen, ändern Sie jedoch gelegentlich Ihre Position. Im Stehen sollten Sie Ihre Knie nicht vollständig durchdrücken. 
  • Beim Tragen von Gegenständen achten Sie darauf, dass diese ein Gewicht von 5 Kilo nicht überschreiten. 
  • Beim Husten oder Niesen drehen Sie den Oberkörper zur Seite und ziehen den Beckenboden nach innen, um ihn zu entlasten.
  • Setzen Sie sich auf einen Stuhl und ziehen Sie Ihren Beckenboden nach oben in den Körper. Wiederholen Sie die Übung bis zu zehnmal und mehrmals regelmäßig am Tag. Nach einiger Zeit werden Sie Ihren Beckenboden spüren und ihn beeinflussen können. Weitere Übungen finden Sie hier.
Eine Frauensportgruppe machen Übungen für den Beckenboden auf ihren Sportmatten. Eine Trainerin hilft einer Teilnehmerin und stützt ihr Becken.

Weitere Leistungen der AOK bei Blasenschwäche

Da Blasenschwäche meist auf einen schwachen Beckenboden zurückzuführen ist, ist es wichtig herauszufinden, welche Ursache dafür vorliegt. Nach einer Schwangerschaft können Sie Ihren Beckenboden bei der Rückbildungsgymnastik wieder in Schwung bringen. Wir übernehmen die Kosten dafür. Auch bei dem regelmäßigen Check-up kann Blasenschwäche festgestellt werden. Daher ist es wichtig, die regelmäßige Vorsorge wahrzunehmen.

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