Gesundheitswelt der AOK Sachsen-Anhalt

Zerkarien

Junge Frau in Badesee hat Bedenken wegen Zerkarien.

Sommer, Sonne, Juckreiz: Zerkarien im Wasser

Sachsen-Anhalt hat die älteste Bevölkerung in Deutschland: Während die Lebenserwartung steigt und der Bedarf an pflegenden Menschen zunimmt, geht die Geburtenrate zurück. Gleichzeitig findet ein deutlicher Wandel der Lebens- und Familienmodelle statt, wodurch auch bei der Kinderbetreuung neue Herausforderungen entstehen. Diese Aufgaben der Pflege von Angehörigen und der Erziehung von Kindern werden unter dem Begriff Care-Arbeit zusammengefasst. Um Betroffene zu entlasten, sind neue Strategien notwendig – sowohl in der Berufswelt als auch im privaten Umfeld.

In unserem Beitrag beschäftigen wir uns näher mit dem Thema Care-Arbeit und wie sie sich auf die Gesundheit auswirken kann. Außerdem zeigen wir, wie Sie Care-Arbeit gesund gestalten können und welche Unterstützungsangebote es gibt.

Wussten Sie schon, dass...

  • es in Sachsen-Anhalt 69 offizielle Badegewässer gibt?
  • die AOK Sachsen-Anhalt einen kostenfreien Online-Hautcheck anbietet?
  • Badedermatitis nicht von Mensch zu Mensch übertragen wird?

Badedermatitis: Was steckt dahinter?

Die Badedermatitis hat viele Namen: Zerkariendermatitis, Schistosomatiden-Dermatitis, Hundsblattern oder Weiherhibbel. Die Begriffe beschreiben eine ungefährliche Hautkrankheit, ausgelöst durch winzige Parasiten die beim Baden in Süßwasser-Seen und Teichen in den menschlichen Körper eindringen. Im Chlorwasser eines Freibads ist eine Ansteckung nicht möglich. 

Ein Zerkarien-Befall eines Gewässers besteht meist zwischen Juni und September, mit Höhepunkt von Juli bis August, wenn die Wassertemperatur über 24 Grad steigt. Laut Studien ist ein vermehrtes Auftreten von Zerkarien abhängig von der Wassertemperatur, Sonnenschein, der Anzahl der Badegäste im Wasser und dem Vorkommen von geeigneten Wirten wie Wasservögeln und Schnecken.

Personen planschen mit den Füßen im Wasser eines Sees.

Wie wird Badedermatitis übertragen?

Ursächlich für Badedermatitis sind Zerkarien – kleine Larven von Saugwürmern (Trematoden). Die Wurmeier werden mit Vogelkot ausgeschieden. Schlüpfen die Larven, dann suchen sie sich Wasserschnecken oder Wasservögel als Wirt. Schließlich dringen sie wenige Millimeter in die Haut ihres Endwirts ein. Dort entwickeln sie sich zu Saugwürmern, die erneut Eier ablegen. Wenn wir nun in einem befallenen Gewässer baden gehen, können uns die Zerkarien nicht von den „richtigen“ Wirten unterscheiden. Sie versuchen in unsere Haut einzudringen. Die Eier sterben jedoch ab, es bleibt nur die allergische Hautreaktion.

Symptome: Wie sieht Zerkarien-Ausschlag aus?

Beim Erstbefall zeigen sich in der Regel keine oder milde Symptome wie:

  • leichtes Hautjucken
  • kleine rote Flecken
  • Prickeln, Kribbeln, Brennen

Beim weiteren Befall kommt es zu allergischen Reaktionen:

  • starker Juckreiz, Flecken
  • Quaddeln: meist nach sieben bis 24 Studen, aber auch schon früher möglich
Junger Mann mit juckender Badedermatitis

Diagnose

Die Diagnose wird anhand der Symptome vorgenommen. Hilfreich sind auch Angaben über das Baden in Seen oder Teichen. Nur selten führt der Arzt eine Blutuntersuchung durch, die Aufschluss über mögliche Antikörper gegen Zerkarien geben kann.

Behandlung

In der Regel wird keine Behandlung eingeleitet, da Zerkarien beziehungsweise Badedermatitis harmlos sind. Die Symptome klingen nach ein bis drei Wochen von allein ab. Wichtig ist nur, die Quaddeln nicht aufzukratzen, damit keine Infektion entsteht.

  • Hausmittel

    Kalte Kompressen oder Kühlpads können den Juckreiz lindern.

  • Medikamente
    • gegen Juckreiz: juckreiz- und entzündungshemmende Salben, Lotionen oder Gele wie Aloe-Vera
    • gegen Rötungen und Quaddeln: antihistaminhaltige Gels oder kortisonhaltige Cremes

    Die AOK Sachsen-Anhalt übernimmt die Kosten von apothekenpflichtigen, rezeptfreien Medikamenten mit bis zu 40 Euro. 

    Bei schweren Beschwerden kann der Arzt Antihistaminika als Tablette oder Tropfen verordnen.

Zwei Jungen springen in Badesee in Sachsen-Anhalt

Sicher baden in Sachsen-Anhalt: Was hilft gegen Zerkarien?

Eine Vorbeugung gegen Zerkarien ist schwierig, denn die Verbreitung ist unabhängig von der Wasserqualität. Sie kommen auch in Sachsen-Anhalt, vor allem in warmen, flachen Uferzonen mit Pflanzenbewuchs vor, wo sich Wasserschnecken und Wasservögel aufhalten. Einige Maßnahmen können das Risiko deshalb verringern:

  • Längere Aufenthalte im Flachwasserbereich und pflanzenreichen Uferbereichen vermeiden: Dort sind besonders viele Saugwurmlarven.
  • Wenn möglich, wählen Sie besser tiefere, kühlere Gewässer zum Baden.
  • Vermeiden Sie engere Kontakte mit Wasservögeln wie Enten.
  • Füttern Sie keine Wasservögel: Weniger Futter bedeutet weniger Kot und auch weitere Vögel werden nicht angelockt.
  • Wechseln Sie Ihre Badesachen nach dem Baden zügig und reiben Sie Ihren Körper kräftig mit einem Handtuch ab.
  • Duschen Sie gegebenenfalls nach dem Baden mit sauberem Wasser.

Gut zu wissen

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