Gesundheitswelt der AOK Sachsen-Anhalt

Zerkarien

Junge Frau in Badesee hat Bedenken wegen Zerkarien.

Sommer, Sonne, Juckreiz: Zerkarien im Wasser

Juckreiz und rote Flecken auf der Haut nach dem Baden im See? Das kann ein Hinweis auf Badedermatitis sein, ausgelöst von sogenannten Zerkarien. Die kleinen Parasiten sind weltweit verbreitet, insbesondere jedoch in Nordamerika und Mitteleuropa. Mit dem bloßen Auge sind sie nicht zu sehen. Eigentlich befallen sie Wasservögel wie Enten, Gänse oder Schwäne – der Mensch ist nur ein sogenannter „Fehlwirt“. Bei ihrem Versuch in unsere Haut einzudringen, lösen Zerkarien eine Immunreaktion aus. Da sie dort aber nicht überleben können, sterben sie ab. 

In unserem Artikel klären wir, was Zerkarien sind und wie sie sich bemerkbar machen. Außerdem zeigen wir, wie Diagnose und Behandlung aussehen und welche Schutzmaßnahmen es gibt

Wussten Sie schon, dass...

  • es in Sachsen-Anhalt 69 offizielle Badegewässer gibt?
  • die AOK Sachsen-Anhalt einen kostenfreien Online-Hautcheck anbietet?
  • Badedermatitis nicht von Mensch zu Mensch übertragen wird?

Badedermatitis: Was steckt dahinter?

Die Badedermatitis hat viele Namen: Zerkariendermatitis, Schistosomatiden-Dermatitis, Hundsblattern oder Weiherhibbel. Die Begriffe beschreiben eine ungefährliche Hautkrankheit, ausgelöst durch winzige Parasiten die beim Baden in Süßwasser-Seen und Teichen in den menschlichen Körper eindringen. Im Chlorwasser eines Freibads ist eine Ansteckung nicht möglich. 

Ein Zerkarien-Befall eines Gewässers besteht meist zwischen Juni und September, mit Höhepunkt von Juli bis August, wenn die Wassertemperatur über 24 Grad steigt. Laut Studien ist ein vermehrtes Auftreten von Zerkarien abhängig von der Wassertemperatur, Sonnenschein, der Anzahl der Badegäste im Wasser und dem Vorkommen von geeigneten Wirten wie Wasservögeln und Schnecken.

Personen planschen mit den Füßen im Wasser eines Sees.

Wie wird Badedermatitis übertragen?

Ursächlich für Badedermatitis sind Zerkarien – kleine Larven von Saugwürmern (Trematoden). Die Wurmeier werden mit Vogelkot ausgeschieden. Schlüpfen die Larven, dann suchen sie sich Wasserschnecken oder Wasservögel als Wirt. Schließlich dringen sie wenige Millimeter in die Haut ihres Endwirts ein. Dort entwickeln sie sich zu Saugwürmern, die erneut Eier ablegen. Wenn wir nun in einem befallenen Gewässer baden gehen, können uns die Zerkarien nicht von den „richtigen“ Wirten unterscheiden. Sie versuchen in unsere Haut einzudringen. Unser Immunsystem reagiert jedoch auf den Befall und es bleibt bei einer allergischen Hautreaktion.

Symptome: Wie sieht Zerkarien-Ausschlag aus?

Beim Erstbefall zeigen sich in der Regel keine oder milde Symptome, die den ganzen Körper betreffen können, wie:

  • leichtes Hautjucken
  • kleine rote Flecken
  • Prickeln, Kribbeln, Brennen
  • in seltenen Fällen Fieber und Schockzustände

Beim weiteren Befall kommt es zu allergischen Reaktionen:

  • starker Juckreiz, Flecken
  • Quaddeln: meist nach sieben bis 24 Studen, aber auch schon früher möglich
Junger Mann mit juckender Badedermatitis

Diagnose

Die Diagnose wird anhand der Symptome vorgenommen. Hilfreich sind auch Angaben über das Baden in Seen oder Teichen. Nur selten führt der Arzt eine Blutuntersuchung durch, die Aufschluss über mögliche Antikörper gegen Zerkarien geben kann.

Behandlung

In der Regel wird keine Behandlung eingeleitet, da Zerkarien beziehungsweise Badedermatitis harmlos sind. Die Symptome klingen nach ein bis drei Wochen von allein ab. Wichtig ist nur, die Quaddeln nicht aufzukratzen, damit keine Infektion entsteht.

  • Hausmittel

    Kalte Kompressen oder Kühlpads können den Juckreiz lindern.

  • Medikamente
    • gegen Juckreiz: juckreiz- und entzündungshemmende Salben, Lotionen oder Gele wie Aloe-Vera
    • gegen Rötungen und Quaddeln: antihistaminhaltige Gels oder kortisonhaltige Cremes

    Die AOK Sachsen-Anhalt übernimmt die Kosten von apothekenpflichtigen, rezeptfreien Medikamenten mit bis zu 40 Euro. 

    Bei schweren Beschwerden kann der Arzt Antihistaminika als Tablette oder Tropfen verordnen.

Zwei Jungen springen in Badesee in Sachsen-Anhalt

Sicher baden in Sachsen-Anhalt: Was hilft gegen Zerkarien?

Eine Vorbeugung gegen Zerkarien ist schwierig, denn die Verbreitung ist unabhängig von der Wasserqualität. Sie kommen auch in Sachsen-Anhalt, vor allem in warmen, flachen Uferzonen mit Pflanzenbewuchs vor, wo sich Wasserschnecken und Wasservögel aufhalten. Einige Maßnahmen können das Risiko deshalb verringern:

  • Längere Aufenthalte im Flachwasserbereich und pflanzenreichen Uferbereichen vermeiden: Dort sind besonders viele Saugwurmlarven.
  • Wenn möglich, wählen Sie besser tiefere, kühlere Gewässer zum Baden.
  • Vermeiden Sie engere Kontakte mit Wasservögeln wie Enten.
  • Füttern Sie keine Wasservögel: Weniger Futter bedeutet weniger Kot und auch weitere Vögel werden nicht angelockt.
  • Wechseln Sie Ihre Badesachen nach dem Baden zügig und reiben Sie Ihren Körper kräftig mit einem Handtuch ab.
  • Duschen Sie gegebenenfalls nach dem Baden mit sauberem Wasser.

Gut zu wissen

    Ergebnisse werden geladen

    Jetzt bei der AOK Sachsen-Anhalt versichern

    Registrieren Sie sich schnell und unkompliziert bei unserer Online-Anmeldung.

    Mitglied werden