Ein etwa 70-jähriger Mann hält sich in einer Straßenbahn an einer Halteschlaufe fest.
Gesundheitswelt der AOK Sachsen-AnhaltWarzen

Warzen mit Hausmitteln behandeln

Wer eine Warze an der Hand oder am Fuß entdeckt, ist erstmal verärgert oder unter Umständen auch verunsichert. Denn die Hautwucherungen sehen nicht schön aus, können als störend empfunden werden und mitunter auch Schmerzen verursachen. Doch wie entstehen Warzen überhaupt? Welche Hausmittel helfen bei der Behandlung von Warzen? Und wann sollte man die betroffene Stelle ärztlich Untersuchen lassen? In diesem Artikel finden Sie die Antworten.

Wussten Sie schon, dass…

  • es viele verschiedene Arten von Warzen gibt?
  • eine HPV-Impfung vor bestimmten Warzen schützen kann?
  • Stielwarzen trotz ihres Namens keine richtigen Warzen sind?

Wie Warzen entstehen

Warzen sind harmlose Wucherungen auf der Haut, die nach einer Vireninfektion entstehen. Verantwortlich sind die humanen Papillomaviren, kurz HP-Viren. In der medizinischen Fachsprache werden Warzen als Epithelhyperplasie bezeichnet. Eine Ansteckung mit den HP-Viren kann verschiedene Gründe haben und überall passieren. Von Türklinken und Haltegriffen in öffentlichen Verkehrsmitteln bis zu Fußböden in Schwimmbädern können die Erreger auf den Körper übertragen werden. Aber auch eine Selbstansteckung von einer betroffenen Hautstelle auf die andere ist möglich.

Die entstandenen Hautwucherungen sind zwar ungefährlich, doch ihr Aussehen kann Betroffene schnell stören. Warzen kommen in verschiedenen Arten und Formen vor und können einzeln auftreten oder sich wie ein Beet ausbreiten. Sie können wie eine kleine Verknotung auf der Haut aussehen oder durch Verhornung einem Blumenkohl ähneln. Die Farbgebung kann der eigenen Hautfarbe entsprechen oder viel dunkler bis Schwarz sein.

Die häufigsten Warzenarten und wo sie vorkommen

Man unterscheidet Warzen danach, wo sie am Körper vorkommen und durch welchen Virus sie ausgelöst wurden. Die am häufigsten auftretenden Arten sind:

  • Gewöhnliche Warzen

    Sie sind die häufigste Form und entstehen oft an Fingern und Händen, manchmal unter den Nägeln und selten am Fuß. Sie sind in der Regel nicht schmerzhaft.

  • Dornwarzen

    Dornwarzen sind die unangenehmste Art der Hautwucherungen. Sie wachsen in der Regel unter der Fußsohle und wachsen wegen der ungünstigen Lage nach innen. Der ständige Druck durch Gehen und Stehen sorgt dann dafür, dass sie Schmerzen verursachen.

  • Stielwarzen

    Auch wenn der Name es vermuten lässt: Stielwarzen sind keine Warzen, denn sie werden nicht durch Viren ausgelöst und sind dadurch auch nicht ansteckend. Warum sie entstehen, ist bisher noch nicht voll erforscht. Stielwarzen entstehen meist am Hals und in den Achselhöhlen. Obwohl sie völlig unbedenklich sind, stören sich Betroffene aus optischen Gründen an den Wucherungen. Unter den Achseln können die Warzen durch Reibung auch zu Hautirritationen führen. 

    Ein Hausmittel gegen Stielwarzen gibt es nicht. Wenn Sie eine Entfernung wünschen, sollten Sie sich an eine hautärztliche Praxis wenden. Dort werden die Warzen dann sicher entfernt. Von einer eigenen Behandlung oder gar Entfernung der weichen Hautanhängsel raten wir klar ab.

  • Dellwarzen

    Diese Art hat ihren Namen von der Delle in ihrer Mitte. Sie können überall am Körper auftreten und werden etwa so groß wie eine Erbse. Die Körperregionen, an denen Dellwarzen am häufigsten zu finden sind, sind Finger, Hände, Arme und der Oberkörper.

  • Feigwarzen

    Feigwarzen bilden sich oft im Genitalbereich und werden daher auch oft Genitalwarzen genannt. Sie werden meist durch Geschlechtsverkehr übertragen, können aber auch Folge einer Entzündung im Genitalbereich, im Darm oder in der Harnröhre sein. Auch weitere Beschwerden wie Wurmbefall, Vorhautverengung und Gebärmutterhalskrebs können die Entstehung von Genitalwarzen begünstigen.

  • Alterswarzen

    Alterswarzen sind gutartige, warzenähnliche Hauttumore. Sie können grau bis bräunlich-gelb gefärbt sein und haben eine zerklüftete Oberfläche. Meist treten sie am Rücken oder an der Brust auf, selten im Gesicht. Wegen ihres Aussehens werden sie unter Umständen für ein Melanom gehalten. Sie sollten Alterswarzen also am besten immer hautärztlich untersuchen lassen, um sicher zu sein, dass sie harmlos sind.

Hausmittel zur Behandlung von Warzen

Muss man mit einer Warze immer in ärztliche Behandlung? Nein, denn Warzen sind in der Regel harmlos und können mit ein wenig Geduld mit Hausmitteln oder OTC-Arzneien selbst behandelt werden. Zwei Dinge sollten Sie aber wissen: Oft müssen Warzen überhaupt nicht behandelt werden. Sie verschwinden in der Regel von selbst wieder. Wenn Sie es mit Hausmitteln versuchen, sollten Sie sich im Klaren sein, dass die Wirksamkeit dieser Mittel nicht wissenschaftlich erwiesen ist, sondern durch Erfahrungswerte und Empfehlungen weitergetragen wurde. Deshalb gibt es keine Garantie dafür, dass die Warze durch eine Behandlung mit Hausmitteln verschwindet.

 

Empfohlene Hausmittel

Apfelessig

Regelmäßig auf die Warze aufgetragen, soll Apfelessig die Warze austrocknen und so dazu beitragen, dass sie sich schneller zurückbildet. Die Anwendung wird so lange wiederholt, bis die Warze weg ist.

Teebaumöl

Das ätherische Öl wird ebenfalls wiederholt auf die Warze aufgetragen. Es soll gegen die Viren wirken und die Behandlung soll so lange fortgeführt werden, bis die Hautwucherung verschwunden ist. Testen Sie zunächst, wie Ihre Haut auf das Öl reagiert. Denn pure ätherische Öle können unter Umständen Hautreizungen auslösen. Wenn Sie sichergehen wollen, verdünnen Sie das Teebaumöl mit ein wenig Wasser.

Salicylsäure und Milchsäure

Beides wirkt ätzend und kann so die oberste Hautschicht der Warze aufweichen und entfernen. In der Apotheke bekommen Sie auch Pflaster, die mit diesen Zusätzen helfen, Ihre Warze zu behandeln. Die Wucherung wird Schicht für Schicht abgetragen. Wenn Sie die betroffene Stelle selbst behandeln, sollten Sie darauf achten, die umliegende Haut nicht mit der ätzenden Flüssigkeit zu reizen. Zum Schutz können Sie eine fettende Creme oder Vaseline auftragen.

Knoblauch und Zwiebel

Ein Stück aufgelegter Knoblauch oder Zwiebel auf der Warze soll die Viren bekämpfen und so zu ihrer schnelleren Abheilung beitragen.

Eine Frau legt unter ihrer kleinen Fußzehe ein Stück Knoblauch auf ihre Fußsohle auf.

Wichtig ist aber: Es ist nicht an allen Körperstellen möglich, die Hausmittel anzuwenden. Vor allem bei Warzen im empfindlichen Genitalbereich sollten Sie aber auf eine Eigenbehandlung verzichten und immer mit einer Fachperson aus der Gynäkologie oder der Urologie sprechen.

Warzen vereisen

Die bekannteste Behandlung von Warzen ist wohl die Vereisung oder Kryotherapie. Sie wird sowohl in der hautärztlichen Praxis als auch zu Hause durchgeführt. Denn durch passende rezeptfreie Anwendungen aus der Apotheke können Warzen auch privat sicher vereist werden. Hierbei wird die betroffene Hautstelle entweder mit -20 Grad Celsius schockartig gekühlt und fällt nach etwas zwei Wochen ab, oder sie wird mit flüssigem Stickstoff behandelt, der ebenfalls sehr kalt ist. Die Stickstoffbehandlung wird so lange durchgeführt, bis die überflüssigen Hautschichten, aus denen die Warze besteht, abgetragen sind.

Verschwindet eine Warze trotz der Behandlung mit Hausmitteln einfach nicht, schmerzt, blutet, eitert oder schwillt sie an, sollten Sie auf jeden Fall ärztlichen Rat in Anspruch nehmen.

Warzen bei Kindern und Jugendliche

Kinder und Jugendliche sind häufiger von Warzen betroffen als Erwachsene. Das hat drei Gründe: Zum einen sind kleine Wunden und Verletzungen der Haut vor allem bei Kindern häufiger. So können die HP-Viren einfacher in den Blutkreislauf gelangen und später Warzen auslösen. Zusätzlich ist das Immunsystem in den ersten Lebensjahren noch in der Entwicklung und kann sich deshalb noch nicht so gut gegen Viren und Bakterien wehren, wie es im Erwachsenenalter der Fall ist. Zu guter Letzt verbringen Kinder und Jugendliche oft sehr viel mehr Zeit an sogenannten Viren-Hotspots. Ob in Schwimmbad, Kindergarten, Schule oder weiteren Gemeinschaftseinrichtungen: An diesen Orten ist das Ansteckungsrisiko mit allen möglichen Viren recht hoch.

Wie bei Erwachsenen kommt auch bei den Jüngeren die gewöhnliche Warze am häufigsten vor. Alle anderen Warzenarten sind möglich, treten aber seltener auf. Ab einem Alter von vier Jahren können Sie die beschriebenen Hausmittel auch bei Ihrem Kind zur Warzen-Behandlung anwenden. Allerdings sollten Sie besonders darauf achten, die zarte Kinderhaut nicht zu reizen. Meist wird bei Kindern aber auch eine Vereisung empfohlen, denn das funktioniert ganz ohne Säure.

Vier etwa 10-jährige Kinder stehen im Schwimmbad in ihre Badetücher eingewickelt zusammen.

Um einer Ansteckung vielleicht schon von vornherein vorzubeugen, sollten Sie darauf achten, dass Ihr Kind Dinge wie Schuhe und Handtücher nicht mit anderen Kindern teilt. Beim nächsten Gang ins Schwimmbad sollten Sie außerdem ein paar Badelatschen oder Badeschuhe in die Tasche packen. Finden Sie doch eine Warze an Ihrem Kind, ist es wichtig, dass es die Warze nicht aufkratzt. Denn so verbreiten sich die Viren weiter und die Warze könnte sich entzünden.

Kann eine HPV-Impfung vor Warzen schützen?

Eine umfassende Impfung gegen humane Papillomviren, von denen bisher über 200 Arten bekannt sind, gibt es nicht. Doch ein Teil dieser HP-Viren ist auch für Feigwarzen verantwortlich. Die HPV-Impfung für Mädchen und Jungen kann deshalb unter Umständen vor Feigwarzen schützen. Es kommt dabei auf den Impfstoff an und darauf, ob bereits eine Infektion mit HP-Viren besteht oder bereits Feigwarzen vorhanden sind. Lassen Sie sich dazu ärztlich beraten.

Tipps gegen Warzen

Am wohlsten fühlen wir uns natürlich, wenn Warzen gar nicht erst entstehen. Und wenn Sie doch einmal betroffen sind, sollten Sie zusätzlich darauf achten, das Ansteckungsrisiko für andere möglichst gering zu halten. Wir haben ein paar Tipps, wie Sie sich und Ihre Umgebung vor einer Infektion schützen können:

Eine Person sitzt auf dem Bett und trocknet sich sorgfältig mit einem Handtuch den linken Fuß ab.
  • In Gemeinschaftseinrichtungen wie Saunen, Schwimmbädern oder Umkleidekabinen nie barfuß laufen, sondern geeignete Schuhe tragen.
  • Hände und Füße nach dem Baden und Duschen immer gut trocknen und stets eigene Handtücher nutzen.
  • Die körpereigene Immunabwehr stärken und den Kreislauf ankurbeln, zum Beispiel mit viel Bewegung an der frischen Luft und einer ausgewogenen Ernährung.
  • Kondome nutzen. Sie verhindern eine Ansteckung mit Feigwarzen zwar nicht vollständig, reduzieren das Risiko aber immerhin deutlich.
  • Vorhandene Warzen nicht aufkratzen oder selbst mit chirurgischen Maßnahmen entfernen, denn so verbreiten sich die Viren immer weiter und Entzündungen können die Folge sein.
  • Eine aufgekratzte Warze ordentlich desinfizieren und mit einem Pflaster abdecken, um Ansteckung zu vermeiden. Außerdem sollten Sie die Warze dann auch hautärztlich untersuchen lassen.

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