Ein etwa 45 jähriger Mann steht vor einem Spiegel im Bd und putzt sich intensiv mit einer Handzahnbürste die Zähne.
Gesundheitswelt der AOK Sachsen-AnhaltParodontose

Parodontose kann jeden treffen

Jeder hat es schon einmal gehört und weiß, dass es schädlich für die Zähne ist. Angeblich steigt das Risiko an Parodontose zu erkranken mit zunehmenden Alter. Erste Anzeichen sind rotes, angeschwollenes Zahnfleisch oder immer häufigeres Zahnfleischbluten nach dem Zähne putzen. Aber was ist Parodontose genau und was verbirgt sich dahinter? Wo ist der Unterschied zu Parodontitis? Wir klären für Sie die wichtigsten Fragen und geben Ihnen Tipps um Parodontose vorzubeugen.

Wussten Sie schon, dass…

  • Parodontose die häufigste Ursache für Zahnverlust im Alter ist?
  • Parodontose behandelbar aber nicht heilbar ist?
  • wir eine professionelle Zahnreinigung bezuschussen?

Parodontitis oder Parodontose?

Im grundlegenden sind beide Ausdrücke richtig. Im medizinischen beziehungsweise fachlichen Bereich spricht man von Parodontitis. Parodontose wird die Erkrankung umgangssprachlich genannt. Sie steht für die gleiche Erkrankung, bezeichnet eine bakterielle Entzündung des Zahnbettes und tritt vermehrt nach dem 40. Lebensjahr auf.
Durch Belege, die sich an den Zähnen bilden, kommt es zu einer bakteriellen Entzündung des Zahnfleisches. Wird diese nicht erkannt, kann die Entzündung auf das umliegende Gewebe und die Kieferknochen übergreifen. Das hat zur Folge, dass sich das Zahnfleisch vom Zahn löst und sich tiefe Taschen bilden. Oft wird dies nicht erkannt, da der Verlauf schmerzfrei ist. Je länger die Entzündung im Verborgenen bleibt, desto Tiefer werden die Zahntaschen und das Zahnfleisch bildet sich weiter zurück. Letztendlich kann der Zahn nicht mehr gehalten werden und lockert sich. Dies führt zum Verlust des Zahnes.

Woher kommt Parodontose?

Ein etwa 60 jähriges Pärchen steht gemeinsam vor einem Spiegel im Bad und putzt sich die Zähne.



Parodontose kann unterschiedliche Ursachen haben. Sie kann durch Übertragung, zum Beispiel durch Trinken aus der gleichen Trinkflasche, verursacht werden, wobei ein gesundes Immunsystem die Krankheit verhindert. Ist jedoch das Immunsystem geschwächt und treten weitere Faktoren hinzu, kann es zum Ausbruch einer Parodontose kommen.

 

Einige Risikofaktoren finden Sie hier: 

  • Unregelmäßige Mundhygiene 
    Werden die Zähne nicht regelmäßig gesäubert, lagern sich Bakterien ab, die zu Karies und Parodontose führen können.
  • Zahnstein 
    Bei Zahnstein können sich Bakterien schneller ausbreiten. Auch hier kann schnell eine Parodontitis drohen.
  • Rauchen 
    Nikotin schadet der Durchblutung des Zahnfleisches und schwächt das Immunsystem. Ungefähr 70 Prozent, die Parodontose bekommen, sind Raucher.
  • Vorerkrankungen 
    Diabetes mellitus oder Rheumatoide Arthritis begünstigen Parodontose.
  • Hormonelle Umstellungen 
    In der Schwangerschaft kann es zu einer erhöhten Empfindlichkeit des Zahnfleisches kommen. Das liegt daran, dass sich der Speichel so hormonell verändert und Bakterien sich besser vermehren können. Zusätzlich kann sich durch häufiges Erbrechen der pH-Wert des Speichels in den sauren Bereich verschieben und der Zahnschmelz wird durch die Magensäure zusätzlich angegriffen.
  • Persönliche Anfälligkeit 
    Parodontose kann familiär gehäuft auftreten. In verschiedenen Studien wurde nachgewiesen, dass Nachkommen öfters an Parodontose erkrankten, wenn ihre Eltern auch daran erkrankt sind.

 

Parodontoseanzeichen

Eine etwa 60 jährige Frau steht vor dem Spiegel und putzt sich die Zähne.




Oft bemerkt man Parodontose am Anfang gar nicht, da es schmerzfrei verläuft und langsam fortschreitet. Erst spätere Anzeichen weisen auf den Beginn der Erkrankung hin.

 

Anzeichen für Parodontitis:

  • häufige Zahnfleischblutungen, beispielsweise beim Zähne putzen
  • rotes, angeschwollenes und empfindliches Zahnfleisch
  • Zahnfleischrückgang
  • berührungsempfindliches Zahnfleisch
  • empfindliche Zahnhälse
  • dauerhafter Mundgeruch
  • lockere Zähne
  • Veränderungen beim Beißverhalten
  • Schwellung im Gesichts- und/ oder Halsbereich

Auffälligkeiten bei der Kontrolle 

Meist erkennt die behandelnde Zahnarztpraxis Auffälligkeiten bei einer Kontrolluntersuchung oder durch ein Aufklärungsgespräch mit Ihnen über Ihre Beschwerden. Dann werden in regelmäßigen Abständen die Zahnfleischtaschen sondiert und ein PSI (Parodontal Screening Index) gemacht sowie dokumentiert. Bei einem Verdacht auf Parodontose werden die Taschen und deren Lockerungsgrad gemessen. Damit wird festgestellt, wie gefährdet die Zähne sind und wann eine Behandlung notwendig ist. Eine Röntgenaufnahme kann Gewissheit über die Ursachen der Zahnlockerungen schaffen.

Die Behandlung 

Ist bei Ihnen eine Parodontose festgestellt wurden, ist es nun wichtig die Bakterien zu beseitigen und die Entzündung zu stoppen. Dabei werden unter örtlicher Betäubung die Zahnoberflächen mit geeigneten Instrumenten gründlich gereinigt. Ist diese Behandlung nicht wirksam, wird ein kleiner chirurgischer Eingriff notwendig. In diesem werden die Zahnfleischränder von Zahn und Knochen gelöst, um alle Beläge zu entfernen.

Kosten für eine Behandlung 

Ob eine Parodontosebehandlung notwendig ist, entscheidet Ihr behandelndes zahnärztliches Fachpersonal und reicht gegebenenfalls einen Antrag auf Kostenübernahme bei der AOK Sachsen-Anhalt ein. Welche Kosten übernommen werden und in welcher Höhe, wird anhand der Befundunterlagen entschieden.

Parodontose mit Spätfolgen

Parodontose kann man behandeln, jedoch nicht vollständig heilen. Durch eine gezielte Behandlung kann die Erkrankung aufgehalten und somit der Zahnverlust verhindert werden. Leidet man an einer chronischen Parodontose wird diese lebenslänglich behandelt. Denn nach der eigentlichen Behandlung erfolgt eine Erhaltungstherapie und eine regelmäßige Nachsorge. 

Parodontose kann sich auch im Körper ausbreiten und schwerere Erkrankungen auslösen zum Beispiel eine bakterielle Besiedlung der Herzklappen oder in künstlichen Gelenken.

Parodontose vorbeugen

Ein Mann reinigt seine Zähne mit Zahnseide.

Damit es gar nicht erst zur Parodontose kommt, ist es wichtig seine Zähne zu pflegen.
Hier ein paar Tipps, wie Sie selbst Parodontose vorbeugen können:

  • Putzen Sie mindestens zweimal täglich die Zähne mit fluoridhaltiger Zahnpasta.
  • Benutzen Sie regelmäßig Zahnseide und Interdentalbürstchen. Damit lässt sich der Zahnbelag aus den Zwischenräumen entfernen. Lassen Sie sich bei Bedarf von Ihrer behandelnden Zahnarztpraxis die Anwendung erläutern.
  • Verzichten Sie auf das Rauchen, denn dies steigert das Parodontitis-Risiko.
  • Nach einer Parodontalbehandlung ist eine regelmäßige Nachsorge und Nachreinigung notwendig.

Maßnahmen durch die Zahnarztpraxis:

Gern können Sie sich von Ihrem behandelnden zahnärztlichen Fachpersonal weitere Tipps zur richtigen Zahnpflege einholen. Wir haben Ihnen auch einige Informationen zu dem Thema zusammengestellt. 

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