Gesundheitswelt der AOK Sachsen-Anhalt

Schlafstörungen - Insomnie

Junge Frau sitzt im heimischen Bett und hält ihren Kopf. Sie ist müde.

Schlafprobleme erkennen und behandeln 

Schlafprobleme gehören für viele Menschen zum Alltag. Die Gründe dafür sind ganz unterschiedlich und können von Aufregung, über Stress, aber auch von innerer Unruhe verursacht werden. Gelegentliche Einschlafprobleme können so beispielsweise mit einem anstrengenden oder ereignisreichen Tag in Verbindung stehen und sind ganz normal. Wenn die Schlafprobleme allerdings häufiger und über einen längeren Zeitraum auftreten, kann dies auf eine Insomnie hinweisen. Was sich hinter der Erkrankung verbirgt, welche Anzeichen auftreten und was man dagegen tun kann, erfahren Sie im folgenden Artikel.

Wussten Sie schon, dass…

  • anhaltende Schlafprobleme zu gesundheitlichen Problemen führen können?
  • die AOK Sachsen-Anhalt Gesundheitskurse bezuschusst?
  • es viele natürliche und wirksame Einschlafhelfer gibt?

Was ist Insomnie?

Der Begriff Insomnie stammt aus dem Lateinischen und bedeutet so viel wie Schlaflosigkeit. Es handelt sich dabei um eine krankhafte Schlafstörung, die mit Symptomen, die über normale Schlafschwierigkeiten hinausgehen, einhergeht. Die Krankheit äußert sich durch Einschlaf- und Durchschlafprobleme. Betroffene sind morgens oft schon sehr früh wach und dementsprechend nicht erholt. Die Schlafprobleme einer Insomnie treten über einen längeren Zeitraum und mindestens dreimal die Woche auf.

Diese anhaltenden Schlafprobleme können zu Einschränkungen im Tagesablauf führen und unsere Lebensqualität beeinträchtigen. Die krankhaften Schlafprobleme der Insomnie können in unterschiedlichen Formen bei den Betroffenen auftreten. Dabei unterscheidet man die Kurzzeit- und Langzeitinsomnie.

  • Kurzzeitinsomnie 

Bei dieser Insomnie treten die Schlafstörungen über einen Zeitraum von weniger als drei Monaten auf.

  • Langzeitinsomnie

Treten die Schlafprobleme über einen längeren Zeitraum von drei Monaten und über Jahre wiederkehrend auf, spricht man von einer Langzeitinsomnie.

 

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Ursachen für Insomnie

Es gibt ganz viele verschiedene Faktoren, die zu Ein- und Durchschlafstörungen führen können. Dazu zählen:

  • belastende Lebensereignisse
  • körperliche oder seelische Krankheiten, wie Schmerzen, Schlaganfall, Depression oder Demenz
  • Koffein, Alkohol oder Drogen
  • Medikamente, wie bestimmte Antibiotika, Blutdruck-oder Asthmamittel
  • Zähneknirschen
  • Schichtarbeit
  • erbliche Veranlagung

Symptome - Einschlafprobleme, Durchschlafstörungen, Schlaflosigkeit

Die Symptome einer Insomnie können sich bei jedem Betroffenen unterschiedlich äußern. Einige benötigen länger zum Einschlafen, leiden an nächtlichen Wachphasen und schlechter Schlafqualität. Im weiteren Verlauf können auch Konzentrationseinschränkungen oder Gefühlsschwankungen auftreten, wie beispielsweise Müdigkeit, allgemeines Unwohlsein, Gereiztheit und Unzufriedenheit. Die Erkrankung kann kurzzeitig, mit Unterbrechungen auftreten oder über einen längeren Zeitraum verlaufen.

Folgen

Ein etwa 12-jähriger Junge steht mit geschlossenen Augen auf einer Wiese. Er hält mit seinen Armen ein Skateboard hinter seinem Kopf.

 

Eine Insomnie beeinträchtigt nicht nur den Alltag, sondern kann auch zu ernsthaften gesundheitlichen Problemen wie Bluthochdruck, Depressionen, Demenz, Diabetes Typ II oder auch Übergewicht führen. In der Folge ziehen sich Betroffene oft aus dem sozialen Umfeld zurück. Zusätzlich können die Schlafstörungen auch das Leistungsvermögen und Arbeitsfähigkeit sowie die Fahrtauglichkeit beeinträchtigen.

Häufigkeit 

Etwa sechs von 100 Menschen sind deutschlandweit von der Erkrankung betroffen. Dabei kann die Erkrankung in jeder Altersgruppe auftreten und sogar bei Kindern vorkommen. Statistisch gesehen sind Frauen jedoch häufiger von Schlafstörungen betroffen, als Männer. Persönliche Lebensumstände wie Arbeitslosigkeit und soziale Isolation können eine Insomnie begünstigen. Aber auch Menschen, die an einer andauernden körperlichen und psychischen Anspannung leiden, haben ein erhöhtes Risiko an einer Insomnie zu erkranken.

Diagnose und Behandlung bei Insomnie

In den meisten Fällen verschwinden Schlafprobleme von allein, sobald der Stress oder die Belastung abklingt. Wenn die Symptome allerdings über einen Zeitraum von mehreren Monaten auftreten oder immer wiederkehren, sollten Sie Ihren Arzt oder Ihre Ärztin aufsuchen. Damit die Arztpraxis die Situation bestmöglich einschätzen kann, ist es hilfreich ein Schlaftagebuch über einen längeren Zeitraum zu führen und beim Arztbesuch vorzulegen. Zunächst erfragt der Arzt oder die Ärztin die persönliche Situation des Betroffenen. Dazu zählen eventuelle Schmerzen, Krankheiten, Stress, Arbeitszeiten, Schlafverhalten und die Medikamenteneinnahme. In einigen Fällen kann auch eine zusätzliche körperliche Untersuchung mit Blutentnahme notwendig werden. Wenn der Verdacht besteht, dass nächtliche Atemstörungen oder Beinbewegungen den Schlaf stören, erfolgt zusätzlich eine Untersuchung im Schlaflabor. Nach einer gesicherten Diagnose und Ursachenbestimmung werden Sie gezielt durch Ihre Arztpraxis behandelt. 

Eine Insomnie kann mithilfe verschiedenster Maßnahmen behandelt werden:

  • Fachliche Beratung zu der Schlafhygiene
    Betroffene werden zu ihrem Tagesablauf und eventuellen Einschlafroutinen befragt. Ziel ist es, die Abläufe wenn nötig entsprechend zu optimieren.
  • Psychotherapie - kognitive Verhaltenstherapie
    Betroffene lernen mithilfe einer kognitiven Verhaltenstherapie sich zu entspannen und negative Gedankengänge zu durchbrechen.
  • Verschreibungspflichtige Schlafmittel 
    Verschreibungspflichtige Schlafmittel können jedoch nur für kurze Zeit eingenommen werden, da die Wirkstoffe schnell abhängig machen und viele Nebenwirkungen verursachen können.

Die Wirkung von pflanzlichen Mitteln wie Baldrian, Passionsblume, Melisse oder Hopfen sind bisher nicht ausreichend nachgewiesen.

 

Schlafproblemen vorbeugen

Ehepaar mittleren Alters geht gemeinsam joggen. Sie laufen durch einen Park.

 

 

Einer Insomnie vorzubeugen ist nicht möglich. Vielmehr lohnt es sich, die Gewohnheiten rund um den eigenen Schlaf zu verbessern. Wir haben einige Tipps für Sie zusammengestellt, die einen gesunden Schlaf fördern.

  • Tipps für gesunden Schlaf
    1. Nehmen Sie vor dem Schlafengehen nur noch leichte Mahlzeiten zu sich und verzichten Sie möglichst auf Alkohol.
    2. Nutzen Sie Entspannungstechniken wie progressive Muskelentspannung und autogenes Training.
    3. Versuchen Sie sich auch an Atemübungen und Meditation.
    4. Verzichten Sie auf Getränke mit Koffein nach dem Mittag.
    5. Bauen Sie in Ihren Tagesablauf regelmäßige körperliche Aktivitäten ein.
    6. Verzichten Sie vor dem Zubettgehen auf geistig oder körperlich anstrengende Tätigkeiten.
    7. Finden Sie für sich ein persönliches Einschlafritual.
    8. Einheitliche Aufstehzeiten begünstigen einen gesunden Schlaf.
    9. Vermeiden Sie die Schläfchen zwischendurch.

Gut zu wissen

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