Eine Seniorin mit einer Brille in der Hand und eine etwa 40 jährige Frau sitzen an einem Tisch. Vor ihnen steht ein Laptop und beide lächeln.
Gesundheitswelt der AOK Sachsen-AnhaltBefreiung von Zuzahlungen

Wie viel muss ich an Zuzahlungen leisten, um befreit zu werden?   

Wie viel Sie leisten müssen und ob Sie von Zuzahlungen befreit werden zu können, hängt von Ihrer persönlichen Belastungsgrenze ab. Diese ergibt sich aus dem Einkommen Ihres Haushaltes, Ihrem Familienstand sowie ob und wie viele Kinder im Haushalt leben. 

In welchem Rahmen gilt eine Befreiung von Zuzahlungen? 

Sie leisten maximal 2 % ihres jährlichen Einkommens an Zuzahlungen, wenn Sie chronisch krank sind nur 1 %. Dies ist Ihre persönliche Belastungsgrenze. Ist diese erreicht, sind Sie von weiteren Zuzahlungen befreit. Die Befreiung gilt immer für das jeweilige Kalenderjahr.

Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren sind von Zuzahlungen befreit, mit der Ausnahme bei Fahrkosten.

Schwangere sind von Zuzahlungen befreit, wenn die Leistung im Zusammenhang mit Ihrer Schwangerschaft steht (Schwangerschaftsbeschwerden oder Entbindung).

Wie erhalte ich eine Befreiung von Zuzahlungen?

Ihre Befreiung von Zuzahlungen können Sie persönlich in einem AOK-Kundencenter in Ihrer Nähe beantragen. Dazu benötigen wir den ausgefüllten Auskunftsbogen, Ihre Einkommensnachweise und Ihre Quittungen für die erbrachten Zuzahlungen.

Sie können uns auch die Unterlagen per Post zusenden oder über unsere Onlinegeschäftsstelle "Meine AOK" hochladen.

Unsere Kollegen und Kolleginnen prüfen Ihre Unterlagen und erstellen einen Bescheid, ggf. erhalten Sie einen Befreiungsausweis.


Es gibt die Möglichkeit der Vorauszahlung oder der Erstattung:

Vorauszahlung
Sie können in geeigneten Fällen Ihre Belastungsgrenze im Voraus berechnen lassen und einzahlen. Nach der Einzahlung erhalten Sie einen Befreiungsausweis und sind dann von weiteren Zuzahlungen für das Kalenderjahr befreit. 

Erstattung
Wenn Sie bereits Zuzahlungen in diesem Kalenderjahr geleistet haben, die Ihre Belastungsgrenze übersteigen, erstatten wir Ihnen den zu viel gezahlten Betrag und stellen Ihnen einen Befreiungsausweis bis Ende des Jahres aus.

Wussten Sie schon, dass…

  • unsere Kollegen und Kolleginnen im Kundencenter Ihnen gern Ihre Befreiung von Zuzahlungen berechnen?
  • es die Möglichkeit der Erstattung und Vorauszahlung bei Befreiungen von Zuzahlungen gibt?
  • eine Befreiung von Zuzahlungen jedes Jahr neu beantragt werden muss?

Häufige Fragen und Antworten zur Leistung

  • Was ist eine Befreiung von Zuzahlungen?

    Eine Befreiung von Zuzahlungen bedeutet, dass Sie im laufenden Kalenderjahr keine weiteren Zuzahlungen, zum Beispiel für Arzneimittel, leisten brauchen.

    • Wie wird meine Belastungsgrenze errechnet?

      Ihre Belastungsgrenze (Zuzahlungsgrenze) errechnet sich aus Ihren jährlichen Bruttoeinnahmen zum Lebensunterhalt und aus den Einnahmen der in ihrem Haushalt lebenden Angehörigen (Familienverbund). Für Ehepartner, Lebenspartner nach dem Lebenspartnerschaftsgesetz und Kinder im Haushalt werden jährlich Abschläge berücksichtigt.

      Für 2021 gelten dabei folgende Beträge:

      • 5.922 Euro für die Ehepartnerin/ den Ehepartner oder die Lebenspartnerin/ den Lebenspartner(Lebenspartnergesetz)
      • 8.388 Euro für jedes zu berücksichtigende Kind

      Beispiel:    Frau X             jährlicher Verdienst: 33.000 Euro
                      Herr X             jährliche Rente:        23.000 Euro
                      Kind                kein Einkommen

                      Berechnung:                                    33.000 Euro
                                                                          + 23.000 Euro
      Jährliche Bruttoeinnahmen aller                     
      im Haushalt lebenden Personen                     56.000 Euro                                               
                                                                 
                                                                              56.000 Euro
                       Abschlag Ehepartner                    -    5.922 Euro
                       Abschlag Kind                              -    8.388 Euro
      Zugrunde liegendes Einkommen                       41.690 Euro

      Bei einer Belastungsgrenze von 1% sind das:    416,90 Euro
      Bei einer Belastungsgrenze von 2% sind das:    833,80 Euro

      Diese Belastungsgrenzen hat Familie X für das Jahr 2021. Wobei die erste Belastungsgrenze nur für chronisch Kranke gilt.

      Erhalten Sie Arbeitslosengeld II, Hilfe zum Lebensunterhalt, Grundsicherungsleistung oder sind Sie in einem Heim untergebracht, für das die Kosten vom Sozialhilfeträger übernommen werden, gilt eine festgelegte Belastungsgrenze nach dem Regelsatz.

      Für 2021 sind danach folgende Beträge festgelegt:

      1 % der Belastungsgrenze:       53,52 Euro 

      2 % der Belastungsgrenze:     107,04 Euro

      • Was sind Einnahmen zum Lebensunterhalt? 

        Zu den Bruttoeinnahmen zum Lebensunterhalt gehören zum Beispiel:

        • Verdienst/ Arbeitslohn
        • Renten und Zusatzrenten jeglicher Art (auch Unfallrenten oder Betriebsrenten)
        • Einnahmen aus selbstständiger Tätigkeit (Gewinn)
        • Entgeltersatzleistungen wie Krankengeld, Mutterschaftsgeld
        • Arbeitslosengeld
        • Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung
        • Kapitalerträge (Zinsen)
        • Sozialhilfe oder Arbeitslosengeld II
        • Einnahmen aus ehrenamtlicher Tätigkeit
        • Unterhalt


        Nicht zu Einnahmen zum Lebensunterhalt zählen zum Beispiel:

        • Wer gehört alles zum Haushalt (Familienverbund)? 

          Zum Familienverbund gehören:

          • Ehepartner/in
          • Eingetragene/r Lebenspartner oder Lebenspartnerin nach dem Lebenspartnerschaftsgesetz
          • Kinder bis Ende des Kalenderjahres, in dem sie 18 Jahre alt werden
          • Kinder ab dem Kalenderjahr, in dem sie19Jahre alt werden, wenn sie familienversichertsind.

          Voraussetzung ist, dass die genannten Personen in einem gemeinsamen Haushalt leben. 

          Kinder von getrenntlebenden oder geschiedenen Ehe- oder Lebenspartnern werden bei dem Elternteil berücksichtigt, bei dem sie wohnen bzw. gemeldet sind.

          • Was bedeutet „chronische Erkrankung“? 

            Bestätigt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt, dass bei Ihnen eine schwerwiegende chronische Erkrankung vorliegt, beträgt Ihre Belastungsgrenze nur ein Prozent Ihrer jährlichen Bruttoeinnahmen.

            Diese liegt vor, wenn:

            • Sie wegen derselben Krankheit seit mindestens einem Zeitjahr von Ihrem Arzt quartalsweise behandelt werden 

              und
            • Sie regelmäßig medizinisch versorgt werden müssen

            oder

            • Sie den Pflegegrad 3 bzw. höher haben oder
            • Sie mindestens zu 60 % erwerbsgemindert oder behindert sind.
            • Welche Zuzahlungen werden bei einer Befreiung angerechnet? 

              Es werden alle gesetzlichen Zuzahlungen angerechnet, deren Leistung auch von der gesetzlichen Krankenversicherung getragen wurde.

              Welche Zuzahlungen das sind, finden Sie hier.

              • Was wird bei einer Befreiung von Zuzahlungen nicht mit angerechnet? 

                Nicht angerechnet werden:

                • Mehrkosten für Arzneimittel
                • Eigenanteile (z. B. für orthopädische Schuhe)
                • Mehrkosten für Zahnfüllungen oder Zahnersatz
                • OTC-Arzneimittel
                • freiverkäufliche Arzneimittel z. B. Nasenspray, Hustensaft
                • Individuelle Gesundheitsleistungen (IGeL)
                • Zuzahlungen für Leistungen anderer Sozialversicherungsträger, zum Beispiel: Rehabilitationsmaßnahmen vom Rentenversicherungsträger
                • Wie reiche ich geleistete Zuzahlungen bei der AOK Sachsen-Anhalt ein? 

                  Die Quittung Ihrer Zuzahlung muss bestimmte Daten beinhalten:

                  • Vor- und Nachname der Person
                  • Art der Leistung, zum Beispiel Zuzahlung für Massage
                  • Zuzahlungsbetrag
                  • Datum der Ausstellung der Quittung
                  • Name des Anbieters, zum Beispiel Stempel der Physiotherapiepraxis, Sanitätshaus oder Apotheke

                  Erhalten Sie eine Rechnung über eine Zuzahlung, benötigen wir einen Zahlungsnachweis, zum Beispiel einen Kontoauszug.

                  • Wie lange ist eine Zuzahlungsbefreiung gültig? 

                    Sie ist für ein Kalenderjahr gültig. Sie können sich am Anfang des Jahres von Zuzahlungen befreien lassen oder im laufenden Kalenderjahr. Auch eine Berechnung nach dem Jahr ist möglich, dann erhalten Sie eine Erstattung für Ihre zu viel gezahlten Zuzahlungen. Möchten Sie im kommenden Jahr eine Befreiung von Zuzahlungen, ist diese neu zu beantragen.

                    Gut zu wissen

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